Murmanbahn

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Sankt Petersburg–Murmansk
Strecke der Murmanbahn
Karte der Eisenbahnlinie
Streckenlänge: 1448 km
Spurweite: 1520 mm (Russische Spur)
Stromsystem: 3 kV =

Die Murmanbahn ist eine von der Oktoberbahn betriebene Bahnverbindung zwischen Murmansk und Sankt Petersburg. Ihre Länge beträgt 1448 Kilometer.[1] Sie besitzt eine große wirtschaftliche Bedeutung, weil Murmansk (zusammen mit ein paar benachbarten Buchten) der einzige ganzjährig eisfreie Hafen Nordwestrusslands ist und von dort Waren mit der Bahn in zentrale Regionen des europäischen Russland transportiert werden können. Die von ihr in Kola, kurz vor Murmansk, abzweigende Strecke nach Petschenga und Nikel ist die nördlichste Bahnstrecke Europas.

Station an der Murmanbahn 1915

Die Murmanbahn wurde im Ersten Weltkrieg, zwischen 1915 und 1917, erbaut, um die Armee des Zarenreichs ganzjährig mit Rüstungsgütern ihrer westlichen Alliierten Großbritannien und Frankreich versorgen zu können. Wegen des Zeitdrucks wurde die Strecke so wenig aufwendig wie möglich trassiert. In Ermangelung russischer Arbeitskräfte wurden dabei zunehmend auch österreichisch-ungarische und deutsche Kriegsgefangene eingesetzt,[2][3] von denen viele beim Bau umkamen.[4]

Während des Zweiten Weltkriegs war die Murmanbahn wieder von größter strategischer Bedeutung, da über sie die Waren der Nordmeergeleitzüge ins Landesinnere an die Front transportiert wurden (vgl. auch Leih- und Pachtgesetz). Daher erfolgten, größtenteils vergeblich, deutsche Luftangriffe vom Stützpunkt Petsamo durch die so genannten Eismeerjäger (Jagdgeschwader 5) sowie Kommandounternehmen durch die Spezialeinheit Brandenburg auf die stark durch Flak verteidigte Murmanbahn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Nachtigal: Die Murmanbahn – Die Verkehrsanbindung eines kriegswichtigen Hafens und das Arbeitspotential der Kriegsgefangenen (1915–1918). Verlag Bernhard Albert Greiner, Remshalden 2001, ISBN 3-935383-05-3
  • Reinhard Nachtigal: Die Murmanbahn 1915-1919 – Kriegsnotwendigkeit und Wirtschaftsinteressen. Verlag Bernhard Albert Greiner, Remshalden 2007, ISBN 3-935383-96-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://biarmia.narod.ru/img/1943/1943.html
  2. http://biarmia.narod.ru/library/doc/zh_d.html
  3. Georg Wurzer: Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Russland im Ersten Weltkrieg. Verlag V&R unipress, Göttingen 2005, ISBN 978-3-89971-241-4, S. 368
  4. Georg Wurzer: Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Russland im Ersten Weltkrieg. S. 374ff