Murray Gold

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Murray Gold bei den BBC Proms 2008 in der Royal Albert Hall

Murray Gold (* 28. Februar[1] 1969 in Portsmouth) ist ein britischer Filmmusik-Komponist, Bühnen- und Hörspielautor. [2] Gold lebt derzeit in New York.[3]

Biografie[Bearbeiten]

Gold begann im Alter von sechs Jahren mit Klavier- und später auch mit Klarinettenunterricht. Bereits in der Schule verschob sich sein Fokus aber mit acht Jahren[4] in Richtung Improvisation und Komposition. Seine ersten Kompositionen in der Schule u.a. für Brass Bands[5] dienten nach eigener Aussage „dem Sieg bei Schulwettbewerben und um den Mädchen zu gefallen“. Mit dem Schreiben von Bühnenmusik habe er nur „um mit seinem Mehrspurrekorder zu experimentieren“ begonnen. Er wurde in der Folge musikalischer Direktor der Comedy-Gruppe The Footlights.[6] Während seines Geschichtsstudiums in Cambridge begann er Theaterstücke zu schreiben, komponierte die Scores dazu selbst und spielte mit Colin Greenwood von Radiohead in einer Band. Nach dem Studium begann er u.a. für das Theater The Gate zu komponieren. Nach dem Erfolg mit der Show Glue Wedding[4] auf dem Edinburgh-Festival 1991[7] komponierte er die Musik zu Fernsehdokumentationen, arbeitete für die Radioshow The Knowledge auf Radio 1[4] und arbeitete als Autor für Channel 5. Als Mark Mundon, einer der Dokumentarregisseure, den Auftrag für Vanity Fair erhielt, fragte er Gold, ob er den Score schreiben wolle. Hier wurde Russell T Davies, der für Queer as Folk (britisches Original) kurzfristig ohne Komponisten da stand, auf ihn aufmerksam.[5]

Karriere[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Gold arbeitet seit 1999 häufig mit dem Drehbuchautor und Fernseh-Produzenten Russell T Davies zusammen. So komponierte er für die britischen Serien Queer as Folk, The Second Coming (mit Christopher Eccleston), Mine all Mine und Casanova (mit David Tennant), bevor er im Jahre 2005 musikalischer Direktor für die Fernsehserie Doctor Who wurde. Des Weiteren schrieb er das Thema der Channel 4 Serie Shameless und den Score für The Devil's Whore[5] und Single Father (2010) mit David Tennant.

Doctor Who und spin-offs[Bearbeiten]

Während seiner Tätigkeit für die Doctor Who Produktion bearbeitete er das Serien-Thema (im Original von Ron Grainer) neu, was bereits in der Vergangenheit bei einer neuen Inkarnation des Doktors üblich war[8] und auch beim Wechsel vom zehnten zum elften Doktor erfolgte.[9] Auch die übrigen Kompositionen der einzelnen Folgen stammen von Gold. Die Musik der beiden auch in Deutschland ausgestrahlten Staffeln erschien am 11. Dezember 2006 unter dem Titel Doctor Who: Original Television Soundtrack. Der Soundtrack der dritten (5. November 2007) und der Soundtrack der vierten Staffel (November 2008) wurden auf jeweils separaten Alben veröffentlicht. Im Weihnachtsspecial 2007 Voyage of the Damned hatte Gold einen Cameo-Auftritt in der dort spielenden Band.[10]

Basierte die Musik zu Beginn der neuen Doctor Who-Serien noch auf gesampleter Musik, wurden seine Arrangements später orchestraler.[5] In der Regel spielt das BBC National Orchestra of Wales[11], unterstützt durch Gesang von Melanie Pappenheim und anderen.[12] In der ursprünglichen Doctor Who-Serie (1963-1989) tendierte die innovative, aber limitierte Instrumentierung eher ins elektronische Genre.[13]

Gold schrieb ebenfalls die Themen zu den Doctor Who spin-offs The Sarah Jane Adventures und Torchwood und komponierte die Soundtracks der Serien gemeinsam mit Ben Foster.[14] Im Gegensatz zum Doctor Who-Sound komponiert Gold für Torchwood gezielt dunkler und hauptsächlich elektronisch.[6] Eine Auswahl der Kompositionen erschien unter dem Titel Torchwood: Original Television Soundtrack im August 2008. Gold arrangierte ebenfalls die Themen zu Totally Doctor Who und Doctor Who Confidential, beides Variationen des Doctor Who Themas.

Gold arrangierte und dirigierte zwei Live-Konzerte zur Musik von Doctor Who. Das erste Konzert, Doctor Who: A Celebration, fand im Wales Millennium Centre in Cardiff im Jahre 2006 statt, das zweite, the Doctor Who Prom, war Teil der BBC Proms am 27. Juli 2008 in der Royal Albert Hall in London.[15]

Film, Theater und Radio[Bearbeiten]

Gold komponierte für einige britische und amerikanische Filme, u.a. für Sterben für Anfänger von Frank Oz sowie Mischief Night, Alien Autopsy und Veronika Decides to Die, die Filmmusik.

Sein Hörspiel Electricity erhielt den Michael Imison Award als bestes neues Hörspiel nach der Ausstrahlung auf Radio 3 in 2001. Es wurde teilweise als Bühnenstück übertragen und 2004 im West Yorkshire Playhouse mit Christopher Eccleston in der Hauptrolle uraufgeführt. Weitere Stücke sind 50 Revolutions, aufgeführt von der Oxford Stage Company im Whitehall Theatre in London im Jahre 2000 und Resolution im Battersea Arts Centre 1994.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Gold wurde viermal für den BAFTA in der Kategorie beste originale Filmmusik, für Vanity Fair (1999), Queer as Folk (2000), Casanova (2006) und Doctor Who (2008) nominiert. Seine Musik für den BAFTA-Preisträger Kiss of Life erhielt den Mozart Prize of the 7th Art auf dem Aubagne International Film Festival 2003. Seine Show Glue Wedding wurde auf dem Edinburgh Festival für den Guardian Drama Award und den Independent Drama Award nominiert.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Bühnenstücke[Bearbeiten]

  • 1991: Glue Wedding
  • 1994: Resolution
  • 2000: 50 Revolutions
  • 2004: Electricity

Hörspiele[Bearbeiten]

  • 2001: Electricity

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMurray Gold. In: Twitter. 28. Februar 2011, abgerufen am 28. Februar 2011.
  2. Geburtsdaten bei amazon.com. amazon.com. Abgerufen am 14. Februar 2010.
  3. music from the movies. mftm. 30. Januar 2010. Abgerufen am 30. Januar 2010.
  4. a b c d Interview aus DWM 363 auf btinternet.com. btinternet. 5. Mai 2005. Archiviert vom Original am 12. Oktober 2012. Abgerufen am 13. Februar 2010.
  5. a b c d Interview with murray gold. soundonsound. 30. Januar 2010. Abgerufen am 30. Januar 2010.
  6. a b c MURRAY GOLD Exclusive interview for ScoreTrack.Net. ScoreTrack.Net. Juni 2007. Abgerufen am 9. Februar 2010.
  7. Festival Review Edinburgh Festival 1991. Ian Shuttleworth. Abgerufen am 13. Februar 2010.
  8. Variationen des Doctor Who Themas. Gateworld. 18. Juni 2007. Abgerufen am 30. Januar 2010.
  9. Interview with composer murray gold. whoviannet. 3. Januar 2010. Abgerufen am 9. Februar 2010.
  10. Doctor Who - Fact File - Voyage of the Damned. BBC. 25. Dezember 2007. Abgerufen am 26. Dezember 2007.
  11. music from the movies. mftm. 30. Januar 2010. Abgerufen am 30. Januar 2010.
  12. Gary Russell: Doctor Who: The Inside Story. BBC Books, London 2006, ISBN 0-563-48649-X, S. 129–132.
  13. Mick Brown: Music Ex Machina. In: Radio Times, reprinted on mb21 web site. Mike Brown. 1979. Abgerufen am 14. Oktober 2007.
  14. Torchwood-Soundtrack. amazon. 30. Januar 2010. Abgerufen am 30. Januar 2010.
  15. Dr Who fans enjoy Proms special. BBC. 27. Juli 2008. Abgerufen am 27. Juli 2008.
  16. Facebookseite von Murray Gold. Murray Gold. 31. Januar 2010. Abgerufen am 31. Januar 2010.
  17. Murray Gold will score: Veronika Decides to Die. filmmusicmag. 31. Januar 2010. Abgerufen am 31. Januar 2010.
  18. Das Rotkäppchen-Ultimatum in der IMDb. Abgerufen am 31. Dezember 2011.

Weblinks[Bearbeiten]