Murray Perahia

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Murray Perahia, 2012

Murray Perahia, (* 19. April 1947 in New York) ist ein Pianist und Dirigent sephardischer Herkunft. Perahia lebt in London, zusammen mit seiner Frau Naomi und zwei Söhnen.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von vier Jahren lernte Perahia Klavier spielen. Über seinen damaligen Lehrer sagt er, dieser sei „sehr einschränkend“ gewesen, da er ein Stück spielen musste, bis er es perfekt beherrschte. Erst mit 15 Jahren erwachte sein Interesse an der Musik wieder.

Mit 17 Jahren fing er an, bei Mieczysław Horszowski am Mannes College of Music in New York Klavier, Komposition und Orchesterleitung zu studieren. Während der Sommerferien nahm er am Marlboro Music School and Festival teil, an dem er Kurse bei Rudolf Serkin, Alexander Schneider und Pablo Casals belegte. Später war er für ein Jahr Assistent von Serkin am Curtis Institute of Music in Philadelphia.

Bedeutend für seinen künstlerischen Werdegang war die Freundschaft mit Vladimir Horowitz. Nach dem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall 1968 gewann er, als erster Nordamerikaner, 1972 den Klavierwettbewerb in Leeds.[1]

In den achtziger Jahren arbeitete er viel mit Vladimir Horowitz, von dem Perahia sagt, er habe entscheidenden Einfluss auf sein Klavierspiel gehabt.[2]

Seine erste größere Schallplattenproduktion war die Einspielung der Klavierkonzerte von Mozart, gefolgt von den Klavierkonzerten von Beethoven. Bis 1992, als eine Entzündung seines Daumens seine Karriere einige Jahre unterbrach, trat er weltweit in allen renommierten Konzertsälen auf und spielte zahlreiche Schallplatten ein.

Nach seiner Genesung in den späten 1990er Jahren setzte er vor allem mit Einspielungen der Klavierwerke Bachs Maßstäbe. Vor allem die Aufnahme der Goldberg-Variationen wird als Referenz-Aufnahme angesehen. Er gewann u. a. dreimal den Grammy und zweimal den Echo Klassik. 2005 begannen wieder die Probleme mit seiner Hand. Bis heute muss er deswegen immer wieder pausieren, gab aber trotzdem Konzerte in Asien, den USA und in Europa und spielte neue Aufnahmen ein.

Neben seiner solistischen Karriere tritt er auch als Kammermusiker in Erscheinung, so bei seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Guarneri String Quartet oder dem Budapester Streichquartett. Er ist außerdem Principal Guest Conductor des Orchesters Academy of St. Martin in the Fields.

Perahia wurde am 8. März 2004 für seine Verdienste für die klassische Musik durch Königin Elisabeth II. zum Knight Commander of the British Empire ernannt.

Preise und Anerkennungen[Bearbeiten]

Siebtes International Schumann Festival

  • 2000 Robert Schumann Gesellschaft / Claudio Arrau Gedenk-Medaille

Grammy Award for Best Chamber Music Performance

Grammy Award for the Best Instrumental Soloist Performance

  • 1999 für Bach: English Suites no. 1, no. 3, no. 6
  • 2003 für Chopin: Études, Op. 10, Op. 25

Film[Bearbeiten]

  • Der Pianist Murray Perahia – nicht von dieser Welt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 52:20 Min., Buch und Regie: Holger Preusse und Claus Wischmann, Produktion: DOKfilm, sounding images, RBB, arte, Erstsendung: 2. Mai 2011 bei arte, Inhaltsangabe von DOKfilm.

Weblinks[Bearbeiten]

Interviews

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „First Prize Murray Perahia (United States)“ auf Leeds International Piano Competition Official Website, aufgerufen am 24. Februar 2014.
  2. „Perahia, Murray“, Grove Music Online, 2007