Musée départemental Arles antique

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Musée départemental Arles antique
Daten
Ort Arles, Südfrankreich
Art Archäologisches Museum
Architekt Henri Ciriani
Eröffnung 1995
Website arles-antique.cg13.fr

Das Musée départemental Arles antique ist das neue Antikenmuseum von Arles, welches im Jahr 1995 eröffnet wurde. Der eher unspektakuläre Bau in Form eines langgezogenen Dreieckes gilt als museumdidaktisch gelungenes Bauwerk. Es zeigt und behandelt die Geschichte der Besiedelung von Arles und seiner Umgebung von der Frühgeschichte bis zum Ende der Römerzeit.

Seine Sammlung spätrömischer Sarkophage wird in der Anzahl und Qualität nur vom Vatikanischen Museum in Rom übertroffen.

Gebäude[Bearbeiten]

Das Gebäude, dessen Planung bereits 1983 aus einem Wettbewerb hervorgegangen ist, welchen Henri Ciriani gewann,[1] befindet sich südwestlich der Altstadt auf der anderen Seite der N113 zwischen Rhône und Canal de l'Ecluse, unmittelbar neben den Überresten des Circus. Das neue Museum ersetzte zwei kleinere Museen: das Musée Lapidaire (in der Kapelle Saint-Anne neben dem Rathaus) und das Musée d'art chrétien (in der ehemaligen Jesuitenkirche). Diese beiden waren hinsichtlich museumsdidaktischer Gestaltung überholt und hatten, da in ehemaligen Kirchen untergebracht, auch keine Erweiterungsmöglichkeiten.

Das Gebäude hat eine Fläche von 12 000 m³. Neben der Dauerausstellung gibt es auch einen Saal für Wechselausstellungen.

Seit 2011 wird das Gebäude um einen Anbau erweitert, um das bei der Ausgrabung Arles-Rhône 3 gefundene rund 30 Meter lange römische Frachtschiff ausstellen zu können.[2]

Dauerausstellung[Bearbeiten]

Die Dauerausstellung ist chronologisch aufgebaut. Der Rundgang ist so gestaltet, dass man in der Steinzeit beginnt und schrittweise über die Bronzezeit und die hellenische Zeit geleitet wird. Den größten Teil der Ausstellung nimmt aber die Römerzeit ein, welche nicht nur die Entstehung der römischen Stadt Arles beinhaltet, sondern auch das tägliche Leben jener Zeit. Als größter Schatz des Museums gelten aber die vielen spätrömischen Sarkophage, anhand derer man die Wandlung von heidnischer zu christlicher Symbolik erkennen kann.

Neben Fundgegenständen sind auch etliche Modelle ausgestellt. Kleinfunde sind systematisch, gleichartige Gegenstände zusammen, in Vitrinen ausgestellt. Zusätzlich finden sich didaktisch gestaltete Schautafeln bei den Ausstellungsstücken. Diese Schautafeln sind in französischer Sprache gehalten.

Die folgenden Ausstellungsstücke sind nur eine Auswahl, deren Erwähnung und Reihenfolge nur dem Kriterium folgt, dass sie in Büchern einzeln erwähnt und beschrieben werden.

Modelle[Bearbeiten]

  • Das Modell „Le Quartier du jardin river“, ist eine Nachbildung des vorrömischen Arles (Maßstab 1:30), wie es bei den Ausgrabungen ab 1975 beim Boulevard des Lices entdeckt wurde. Der Fund, anhand dem das Modell gestaltet wurde, datiert zwischen 500 bis 375 vor Christus.[3]
  • Das Modell des Forums von Arles (Maßstab 1:100)
  • Das Modell des Amphitheaters von Arles (Maßstab 1:100). Es zeigt das Ampitheater mit eingezogenen Sonnenschutzsegeln.[4]
  • Das Modell des Circus von Arles.
  • Das Modell der römischen Schiffsbrücke von Arles.
  • Das Modell der Wassermühlen von Barbegal (Maßstab 1:100).

Kunstwerke und Statuen[Bearbeiten]

  • Von der berühmten „Venus von Arles“ ist eine Kopie ausgestellt (Original im Louvre in Paris). Die Venus wurde 1651 im Theater von Arles gefunden und dem König von Frankreich geschenkt. Die 205 cm hohe Statue aus Marmor ist eine römische Kopie eines griechischen Originals, das auf 360 vor Christus datiert wird. Sie stellt eigentlich die Aphrodite von Thespies dar. Die Kopie im Museum wurde im 17. Jahrhundert angefertigt.[5]
  • Die „Büste des jungen Prinzen“ (Buste de jeune prince). Die 45 cm hohe Marmorbüste wird auf 160 nach Christus datiert. Sie wurde 1847 im antiken Theater von Arles gefunden.[6]
  • Die Büste der Aphrodite (Aphrodite). Die 57 cm hohe Marmor-Büste entstand vermutlich im 1. Jahrhundert vor Christus. Sie wurde 1823 im antiken Theater von Arles gefunden.[7]
  • Der Altar des Apollon (Autel d'Apollon). Der aus Carrara-Marmor gefertigte Altar ist 958 cm hoch und wird ans Ende des 1. Jahrhunderts vor Christus datiert. Er wurde 1823 im antiken Theater von Arles gefunden.[8]
  • Die Tänzerinnen. Zwei kopf- und armlose Statuen, welche Tänzerinnen im hellenistischen Stil darstellen.[9]
  • Die Medea (Médée). Eine Kalkstatue, die eine von einem Schwert gezierte Frauengestalt zeigt, an deren Rock sich zwei Kinder schmiegen. Sie ist 123 cm hoch und entstand im 2.-3. Jahrhundert.[10]
  • Die Faunus-Statue (Faune). Eine 51 cm hohe Bronzestatue aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Sie wurde 1967 im Meer bei Saintes-Maries-de-la-Mer gefunden.[11]

Sarkophage[Bearbeiten]

  • Der „Trinitäts-Sarkophag“ oder auch Sarkophag der Eheleute (Sarcophage des Epoux).[12]
  • Der „Sarkophag der Musen“ (Sarcophage des Muses). Der Sarkophag aus weißem Marmor entstand im 2. Jahrhundert nach Christus.[13]
  • Der Sarkophag der Psyche (Sarcophage de Psyche).[14]
  • Der „Dioskuren-Sarkophag“ (Sarcophage des Dioscures).[15]
  • Der „Phädra–und–Hippolyt-Sarkophag“ (Sarcophage de Phèdre et Hippolyte).[16]
  • Der Sarkophag der Marcia Roamana Celsa (Sarcophage des Marcina Romania Celsa). Entstanden im zweiten Viertel des 4. Jahrhunderts.[17]
  • Der Sarkophag der Jagd (Sarcophage de la Chasse).[18]
  • Der Sarkophag des Bettlers (Sarcophage de l'orante).[19]
  • Der Sarkophag des Bischofs Concordius (Sarcophage de Concordius).[20]
  • (Sarcophage de la remise de la Loi à sait Pierre).[21]
  • Zwei Sarkophage mit dem Thema der Passage durch das rote Meer (Sarcophage du Passage de la mer Rouge).[22]
  • Der Sarkophag des Bischof Aeonius

Mosaike[Bearbeiten]

Für die Mosaike wurde eine Galerie angelegt, damit diese von oben betrachtet werden können.

  • (Mosaïque de l'Annus-Aiôn). Das Mosaik wurde 1983 in der Nähe der Glashütte gefunden und 1992 endgültig freigelegt. Es wird auf das 2. Jahrhundert datiert.[23]
  • Das Mosaik des Orpheus (Mosaïque d' Orphée). Das Mosaik wurde 1934 von Marcelin Boyer freigelegt. Es wird auf das 3.-4. Jahrhundert datiert. .[24]

Literatur[Bearbeiten]

  • Muséee de l' Arles antique. Actes Sud, 2006, ISBN 2-7427-3828-2,
  • César le Rhône pour mémoire. Actes Sud, 2009, ISBN 978-2-7427-8610-7. (Buch zur Wechselausstellung 24. Oktober 2009-19. September 2010)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.arles-antique.cg13.fr/mdaa_cg13/r01_musee/010301.htm
  2. Claude Djaoui Arles-Rhône 3. ISBN 978-2-7427-9745-5, S. 213–221.
  3. Musée de l' Arles antique S. 35.
  4. Musée de l' Arles antique S. 72.
  5. Musée de l' Arles antique S. 68.
  6. Musée de l' Arles antique S. 68.
  7. Musée de l' Arles antique S. 68–69.
  8. Musée de l' Arles antique S. 65.
  9. Muséee de l' Arles antique S. 67.
  10. Musée de l' Arles antique S. 136.
  11. Musée de l' Arles antique S. 139.
  12. Musée de l' Arles antique S. 157.
  13. Musée de l' Arles antique S. 136.
  14. Musée de l' Arles antique S. 153.
  15. Musée de l' Arles antique S. 154.
  16. Musée de l' Arles antique S. 154.
  17. Musée de l' Arles antique S. 156.
  18. Musée de l' Arles antique S. 158.
  19. Musée de l' Arles antique S. 158.
  20. Musée de l' Arles antique S. 159.
  21. Musée de l' Arles antique S. 160.
  22. Musée de l' Arles antique S. 161.
  23. Musée de l' Arles antique S. 107–109.
  24. Musée de l' Arles antique S. 104–106.

43.67254.6163888888889Koordinaten: 43° 40′ 21″ N, 4° 36′ 59″ O