Musée des Beaux-Arts de Strasbourg

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Das Museum befindet sich im bedeutendsten Barockgebäude Straßburgs, dem Palais Rohan
„Eitelkeit“, von Hans Memling (Flügel eines Flügelaltars)
„Bildnis einer jungen Frau“, von Raffael
„Bildnis eines bärtigen Unbekannten“, von Jacopo Tintoretto
„Mater dolorosa“, von El Greco
„Bildnis der Luigia Cattaneo-Gentile“, von Anton van Dyck
„Die schöne Straßburgerin“, von Nicolas de Largillière

Das Musée des Beaux-Arts (Museum für schöne Künste) ist die Gemälde- und Skulpturensammlung alter Meister der Stadt Straßburg im Elsass. Sie befindet sich seit 1898 im ersten und zweiten Stockwerk des spätbarocken Palais Rohan. Das Museum besitzt circa 865 Bilder (Stand 2009) aus dem 14. Jahrhundert bis 1870, von denen 250 ständig ausgestellt werden. Die Sammlung zeigt Künstler aus dem nicht-oberrheinischen Raum ab dem 14. Jahrhundert sowie Künstler aus dem oberrheinischen Raum ab 1681, dem Jahr der Angliederung des Elsass an Frankreich. Die Künstler des Mittelalters und der Renaissance aus dem oberrheinischen Raum werden im benachbarten Musée de l’Œuvre Notre-Dame ausgestellt.

Geschichtlicher Überblick[Bearbeiten]

Die erste städtische Kunstsammlung der Stadt Straßburg war das Ergebnis der Französischen Revolution und ergab sich aus der Enteignung von Kirchen und Klöstern. Im Laufe der Jahre wuchs die 1801 gegründete Sammlung durch private Schenkungen sowie durch staatliche Leihgaben aus den Beständen des Louvre. Am 24. August 1870 wurde das in der Aubette am Kléberplatz untergebrachte Museum durch preußisches Artilleriefeuer in Brand gesteckt und vollständig vernichtet. Nach Ende des Deutsch-französischen Kriegs wurde die Neugründung des Museums beschlossen, mit dieser wurde 1889 der kaiserliche Kunsthistoriker Wilhelm von Bode beauftragt. 1890 wurde das Museum aus der Taufe gehoben und seitdem durch Ankäufe und Schenkungen neu bestückt. 1931, unter der Leitung von Hans Haug (* 1890; † 1965), wurde die Sammlung mittelalterlicher Kunst und oberrheinischer Malerei (Konrad Witz, Hans Baldung, Sebastian Stoskopff) in das neu gegründete Musée de l’Œuvre Notre-Dame überführt. Die Sammlung moderner Kunst kam später ihrerseits in das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Vorgesetzter von Haug in den Jahren der deutschen Besatzung 1940–1944 war Kurt Martin. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Generalbevollmächtigter für die Museen im Elsass auch staatlicher Bevollmächtigter für die Sicherstellung von Kunstbesitz aus volks- und reichsfeindlichen Vermögen im Elsaß, damit auch ein "Ariseur" jüdischen Besitzes[1]. Zu seinen Bezugsquellen gehörte u.a. der jüdische Kunsthändler Kurt Walter Bachstitz, Den Haag[2] .

Am 13. August 1947 vernichtete ein Brand einen Teil der wiederhergestellten Sammlung, darunter Werke von Francesco Guardi, Antonio Pollaiuolo, Lucas Cranach dem Älteren und Thomas de Keyser. Mit dem Geld der Versicherung konnten jedoch andere künstlerisch wertvolle Bilder angekauft werden. Auch wurde und wird das Museum regelmäßig durch Schenkungen bestückt, unter anderem 1987 und 1994 durch die Sammler Othon Kaufmann und François Schlageter (italienische Gemälde), 2004 durch die Sammler Roger und Elisabeth Eisenbeth (niederländische Gemälde)[3] und 2009 durch die Sammlerin Ann L. Oppenheimer (italienische, flämische und niederländische Gemälde).[4]

Ausgestellte Maler (Auswahl)[Bearbeiten]

Italiener[Bearbeiten]

Giotto di Bondone
Sano di Pietro
Sandro Botticelli
Carlo Crivelli
Piero di Cosimo
Giovanni Battista Cima
Raffael
Antonio da Correggio
Paolo Veronese
Jacopo Tintoretto
Guercino
Canaletto
Salvator Rosa
Alessandro Magnasco
Giuseppe Maria Crespi

Flamen und Niederländer[Bearbeiten]

Hans Memling
Gerard David
Maarten van Heemskerck
Peter Paul Rubens
Jacob Jordaens
Salomon van Ruysdael
Pieter de Hooch
Anton van Dyck
Willem Kalf
Pieter Claesz

Spanier[Bearbeiten]

El Greco
Jusepe de Ribera
Francisco de Zurbaran
Francisco de Goya

Franzosen[Bearbeiten]

Philippe de Champaigne
Claude Lorrain
Nicolas de Largillière
François Boucher
Simon Vouet
Antoine Watteau
Philipp Jakob Loutherbourg der Jüngere
Jean-Baptiste Camille Corot
Théodore Chassériau
Gustave Courbet
Théodore Rousseau

Literatur[Bearbeiten]

  • Le musée des Beaux-Arts de Strasbourg - Cinq siècles de peinture, Éditions des Musées de Strasbourg, Mai 2006, ISBN 2-901833-78-0
  • Peintures flamandes et hollandaises du Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, Éditions des Musées de Strasbourg, Februar 2009, ISBN 978-2-35125-030-3
  • Les Peintures italiennes du Musée des Beaux-Arts, xvie, xviie et xviiie siècles, Éditions Le Seuil, 1996, ISBN 978-2-901833-30-7
  • Les Primitifs italiens du Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, Éditions Le Seuil, 1993, ISBN 978-2-901833-14-7
  • Tessa Friederike Rosebrock: Kurt Martin und das Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, Museums- und Ausstellungspolitik im 'Dritten Reich' und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. 2011. ISBN 978-3-05-005189-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurt Martin und das Musée des Beaux-Arts de Strasbourg von Tessa Friederike Rosebrock, Seite 98ff
  2. s. a.a.O., Seite 158, http://www.restitutiecommissie.nl/adviezen/advies_178.html
  3. "Agrandissement du Musée des Beaux-Arts de Strasbourg", La Tribune de l'Art, 21. Februar 2007
  4. "Plusieurs tableaux légués au Musée des Beaux-Arts de Strasbourg", La Tribune de l'Art, 15. April 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Musée des Beaux-Arts de Strasbourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien