Mūsā ibn Dschaʿfar al-Kāzim

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Mūsā ibn Dschaʿfar al-Kāzim (arabisch ‏موسى بن جعفر الكاظم‎, DMG Mūsā b. Ǧaʿfar al-Kāẓim; * 8. November 745 in Medina; † 1. September 799 in Bagdad) war der siebte Imam nach dem Glauben der Zwölferschiiten (Imamiten) und somit ein direkter Nachfahre des Propheten Mohammed. Die Zeit seines Imamats betrug 35 Jahre.

Musa al-Kazim wurde während der Machtkämpfe zwischen den Umayyaden und Abbasiden geboren. Er war erst vier Jahre alt, als Abu l-Abbas as-Saffah als erster Abbasidenkalif den Thron bestieg. Nach der Ermordung seines Vaters Dschafar as-Sadiq unter der Herrschaft des Kalifen al-Mansur wurde er im Jahr 765 nach Meinung der Mehrheit der Schiiten dessen rechtmäßiger Nachfolger als Imam. Andere Schiiten, die sogenannten Ismailiten, sahen jedoch in seinem Bruder Ismail ibn Dschafar den rechtmäßigen Nachfolger und siebten Imam, was eine erneute Spaltung der Gruppe zur Folge hatte.

Unter der Herrschaft Harun al-Raschids wurde er inhaftiert und nach einigen Jahren der Gefangenschaft vergiftet. Er liegt zusammen mit seinem Enkel, dem späteren Imam Muhammad at-Taqi, in al-Kazimiyya, einem nach ihm benannten Vorort im Nordosten von Bagdad, begraben.