Musashi (Roman)

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Der historische Roman Musashi stammt von dem japanischen Schriftsteller Yoshikawa Eiji (1892–1962) und wurde vor dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Fortsetzungsroman in der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun veröffentlicht. Hauptperson ist der historische Samurai Miyamoto Musashi. Auch andere historische Persönlichkeiten treten in dem Roman auf, so der Maler, Kalligraph und Philosoph Hon-Ami Koetsu.

Zum Inhalt[Bearbeiten]

Personen[Bearbeiten]

  • Musashi (anfangs Takezo) (historisch belegte Person)
  • Matahachi: Sohn Osugis, Freund Musashis
  • Osugi: Matahachis Mutter aus der Familie Hon'iden
  • Otsu: platonische Liebe Musashis, anfangs Verlobte Matahachis
  • Oko: Witwe, Geliebte Matahachis
  • Akemi: Okos Tochter, verliebt in Musashi, später Geliebte Matahachis
  • Takuan Sōhō: Priester und Mentor Musashis (historisch belegte Person)
  • Jotaro: Erster Schüler Musashis, langjähriger Begleiter Otsus
  • Sasaki Kojiro: Auch Ganryu genannt, Musashis Rivale (historisch belegte Person)
  • Yoshioka Kempo: Gründer der Yoshioka-Schwertkampfschule (historisch belegte Person)
  • Iori Sannosuke:Zweiter Schüler Musashis (historisch belegte Person, Nachfolger Musashis)

Handlung[Bearbeiten]

Der Roman beginnt mit dem Ende der Schlacht in der Ebene von Sekigahara im Jahr 1600, an der Takezo (später nennt er sich Musashi) und sein bester Freund Matahachi teilnehmen. Die beiden Jungen stammen von Samurai ab und beschließen daher, am Kampf zwischen den Ost- und West-Armeen als Samurai teilzunehmen. Sie werden jedoch nur als Arbeiter aufgenommen und kommen ohne große Verletzungen aus der Schlacht. Sie gelangen zum Haus von Oko und deren Tochter Akemi, wo sie sich vor feindlichen Soldaten – den Siegern der Schlacht – verstecken und ihre Wunden heilen.

Oko ist eine lebenslustige Witwe, deren Mann, ein Strauchritter, angeblich von dem Strauchritter Tsujikaza Temma ermordet wurde.

Mit dem Kampf Musashis gegen dessen Anhänger, bei dem schließlich Tsujikaze Temma umkommt, beginnt er seine Karriere als Schwertkämpfer, deren Höhepunkt der erfolgreiche Kampf Musashis gegen seinen größten Konkurrenten Kojiro am Ende des Buches bildet.

Der Roman behandelt neben der Beziehung zu Otsu die kriegerische, philosophische und künstlerische Entwicklung Musashis (Entwicklungsroman), die sich unter anderem in der Namensänderung Takezos in Musashi (andere Lesart der Schriftzeichen seines Namens) und seiner Kampfweise mit beiden Schwertern (Katana und Wakizashi) äußert, die wiederum mit dem Kreis (in Musashis Philosophie Symbol für die Einheit mit dem Universum) in Verbindung steht.

Weiterhin wird das Japan der damaligen Zeit vorgestellt: Alle gesellschaftlichen Schichten, vom Bauern oder Bettelmönch bis zu Samurai und Hochadel; ebenso alle Lebensarten der damaligen Zeit, vom Philosophen bis hin zum Rotlichtmilieu sowie verschiedener Religionen Japans, Shintō und Zen. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf Zen, Shinto spielt nur in Form von Ritualen eine Rolle. Auch die Vermischung zwischen den genannten Elementen (so beispielsweise die Geschichte eines zum Bauern abgestiegenen Samurai, der später zum Bettelmönch wird, oder der Lebensweg von dessen Sohn, der wieder Samurai wird, aber auch die Rolle eines Philosophen im Nachtleben) wird thematisiert.

Die Kunst des Romans besteht weiterhin in den ständigen Wiederbegnungen der Haupt- und Nebencharaktere, die besonders bei dem Abschied Musashis von all seinen Bekannten vor dem Kampf gegen Sasaki Kojiro am Schluss des Buches deutlich wird.

Zu den wenigen fast komisch wirkenden Bestandteilen des Romans zählt die einseitige Liebe Akemis zu Musashi und die Beziehung Matahachis zu Oko und später auch Akemi, wobei diese ihn zumeist bestehlen.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Miyamoto Musashi lebte von 1584 bis 1645 und gilt als der wohl bekannteste Samurai. Er entwickelte die Technik des Kampfes mit 2 Schwertern, dem Katana (Langschwert) und dem Wakizashi (Kurzschwert). Im mittleren Alter legte er seine Waffen nieder und widmete sich der Kalligrafie, Tuschemalerei und Philosophie. Das ihm zugeschriebene Buch der Fünf Ringe, eine Abhandlung über das Wesen des Kampfes, ist auch heute noch von Bedeutung.

Viele der im Roman erwähnten Ereignisse fanden wirklich statt, somit ist er auch für geschichtlich Interessierte eine Möglichkeit zur Erweiterung ihres Wissens.

Der Roman als Vorlage[Bearbeiten]

Musashi diente als Vorlage für die japanischen Kinofilme Samurai 1: Miyamoto Musashi, Samurai 2: Miyamoto Musashi: Ichijōji no Kettō und Samurai 3: Miyamoto Musashi: Kettō Ganryū-jima (auch als Samurai-Trilogie bekannt). Unter der Regie von Hiroshi Inagaki spielte Toshiro Mifune jeweils die Hauptrolle.

Auch die Manga-Serie Vagabond von Takehiko Inoue, die 2002 mit dem Osamu-Tezuka-Kulturpreis ausgezeichnet wurde, beruht auf dem Roman.

Deutsche Ausgaben[Bearbeiten]

In Deutschland erschien der Roman sowohl in der ungekürzten (z.B. bei Droemer Knaur 1984, Übersetzung aus dem Englischen: Werner Peterich, ISBN 3-426-19109-1), als auch in einer gekürzten (Droemer Knaur 1987 (ISBN 3-426-01517-X), 1995 (3-426-60401-9), 2000 (3-426-60401-9), Übersetzung aus dem Englischen: Werner Peterich) Ausgabe.

Literatur[Bearbeiten]