al-Musawwarat as-sufra

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Löwentempel in al-Musawwarat as-sufra

Al-Musawwarat as-sufra (arabisch ‏المصورات الصفراء‎ al-Musawwarāt as-sufrāʾ, DMG al-Muṣawwarāt aṣ-ṣufrāʾ, auch Musawwarat es Sufra; meroitisch Aborepi; altägyptisch jbrp, jpbr-ˁnḫ) ist der moderne Name eines großen Tempelkomplexes im heutigen Sudan.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt rund 190 Kilometer nordöstlich von Khartum, rund 20 Kilometer nördlich von Naqa und rund 29 Kilometer südöstlich des Nils.

Bedeutung[Bearbeiten]

Es gibt wenige Siedlungsreste und nur einige nach-meroitische Gräber. Dies deutet an, dass der Ort eine rein religiöse Funktion hatte und vielleicht als Pilgerzentrum diente. Diese These wird durch die große Anzahl von Besucherinschriften gestützt, die man hier fand, darunter die bisher einzige lateinische Inschrift aus Nubien.

Schon 1960 bis 1968 führte die Humboldt-Universität zu Berlin Ausgrabungen unter der Leitung von Fritz Hintze durch. In den Jahren 1969-1970 wurde der Löwentempel unter der Leitung von Fritz Hintze und Karl-Heinz Priese rekonstruiert. Die archäologischen Arbeiten wurden im Jahre 1995 unter der Leitung von Steffen Wenig wieder aufgenommen. Seit 2005 leitet Claudia Näser das Forschungsprojekt.

Gemeinsam mit Meroe und Naqa wurde Musawwarat es Sufra als Archäologische Stätten der Insel Meroe 2011 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.[1]

Große Anlage[Bearbeiten]

ein Tempeleingang in al-Musawwarat as-sufra

Die sogenannte Große Anlage ist ein Gewirr von Höfen, dessen Zentrum ein Tempel ist, der von Säulen umgeben wird. Daneben gibt es noch andere kleine Tempel. Der Tempel 300 wurde von zwei Kolossalfiguren geschmückt. Die meisten Mauern waren undekoriert. Es fanden sich viele Tierskulpturen, z. B. von Elefanten. Der Plan der Großen Anlage ist bisher ohne Parallelen in Nubien und Ägypten.

Der Name von König Arnekhamani erscheint auf dem Löwentempel, der dem Apedemak geweiht war und sich ca. 600 m entfernt von der Großen Anlage befand.

Vom großen Hafir mit 200 Meter Durchmesser sind noch Teile des Erdwalls vorhanden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Fitzenreiter u. a.: Musawwarat es-Sufra. Band 2: Die Kleine Anlage. (= Meroitica Bd. 17, 1). Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04131-5.
  • Jochen Hallof: Die Baustufen I bis IV der Großen Anlage von Musawwarat es Sufra. (= Beiträge zur Ägyptologie und Sudanarchäologie Bd. 8). GHP, London 2006, ISBN 0-9550256-7-2 (PDF; 2,72 MB).
  • Fritz Hintze: Die Inschriften des Löwentempels von Musawwarat es Sufra. (= Abhandlungen der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Klasse für Sprachen, Literatur und Kunst. Jg. 1962, Nr. 1, ZDB-ID 210007-1). Akademie-Verlag, Berlin 1962.
  • Steffen Wenig (Hrsg.): Die Tempel von Musawwarat es Sufra. (Ausstellungskatalog, Berlin, Urania, 16. September – 12. Oktober 1996) Institut für Sudanarchäologie und Ägyptologie der Humboldt-Universität, Berlin 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mussawarat en Sufra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Archäologie-Online

16.41583333333333.323611111111Koordinaten: 16° 24′ 57″ N, 33° 19′ 25″ O