Muschki

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Die Muschki (Muški, Mu-uš-ki, KURMuš-ka-a-ia) waren ein altorientalisches Volk am oberen Euphrat.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Muški findet sich in den Annalen des assyrischen Königs Tiglat-pileser I. (1114 bis 1076 v. Chr.), dessen erster Feldzug sich gegen die Muschki richtete, die assyrisches Gebiet am oberen Euphrat besetzt hatten (Annalen). Sie hatten sich seit 50 Jahren in Alzi und Purulumzi, dem fruchtbaren Hügelland zwischen der Quelle des westlichen Arms des Tigris und der Flussschleife bei Amedi, dem späteren „Assyrischen Dreieck“ angesiedelt[1], nach den Annalen 20.000 Mann unter fünf Königen. Tiglat-pileser überschritt den Berg Kaššiari und brachte den Muški in der Schlacht am Berg Kaschiari eine vernichtende Niederlage bei. Unter Assur-nirari III. fielen die Muški nach Hanilgabat ein, aber die Hurriter konnten sich in Katmuhi und Paphu halten.

In hethitischen Texten werden die Muschki nicht erwähnt[2]. Weitere Belege finden sich in neo-assyrischen Quellen. Sargon II. (721 bis 705 v. Chr.) erwähnt einen König namens Mitā. Diese Muschki werden gewöhnlich mit den Phrygern[3] oder Mysern in Anatolien gleichgesetzt. Damit halten einige Autoren die Muschki für die Zerstörer des Hethiterreiches, wie andere die sog. Seevölker oder die Kaskäer[4]. Auch die Bryger, nach Herodot ein in Thrakien ansässiges Volk, werden erwogen[5].

Moschoi[Bearbeiten]

Oft werden die Muschki mit den antiken Moschoi (Μόσχοι) griechischer Quellen gleichgesetzt, deren Siedlungsgebiet jedoch deutlich weiter nordwestlich, am schwarzen Meer lag. Flavius Josephus identifizierte die Moschoi mit den biblischen Mesech.

Bibel[Bearbeiten]

1897 setzte Morris Jastrow von der Universität Philadelphia[6] das Muški (er bevorzugt die Lesung Muski) der Inschriften von Chorsabad und der Annalen Sargons mit dem biblischen Meschech gleich und nahm an, dass es im Taurusgebirge lag.

In der Völkertafel von Genesis 10, 23 bzw. 1 Chronik 1, 17 werden aus dem Stamm Sem als Arams Söhne Uz, Hul, Geter und Masch (Mas) genannt. Traditionell gilt Masch als der Stammvater der aramäischen Bevölkerung des Tur Abdin. Damit wären die Muschki der Zeit Tiglath-Pilesers ein lokaler aramäischer Stamm und hätten nichts mit den Moschoi zu tun.

Könige[Bearbeiten]

  • Fünf Könige (TP I.)
  • Mitā (Sargon)

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Dhorme: Les Peuples issus de Japhet d'après le chapitre X de la Genèse. Syria 13/1, 1932, 28–49.
  • M. Jastrow, Sr.: Jeremiah 5:8. In: American Journal of Semitic Languages and Literatures. 13/3, 1897, 216–217.
  • Morris Jastrow Jr.: Mešek and Tabal. In: American Journal of Semitic Languages and Literatures. 13/3, 1897, 217.
  • Oscar White Muscarella: The Iron Age Background to the Formation of the Phrygian State. In: Bulletin of the American Schools of Oriental Research. (The Archaeology of Empire in Ancient Anatolia), 299/300, 1995, 91–101.
  • Albert T. Olmstead: Tiglath-Pileser I. and his wars. In: Journal of the American Oriental Society 37, 1917, ISSN 0003-0279, S. 169–185.
  • Veli Sevin: The Early Iron Age in the Elazıǧ Region and the Problem of the Mushkians. In: Anatolian Studies. 41, 1991, 87–97.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olmstead 1917, 170
  2. Oscar White Muscarella, The Iron Age Background to the Formation of the Phrygian State. Bulletin of the American Schools of Oriental Research 299/300 (The Archaeology of Empire in Ancient Anatolia) 1995
  3. Paul E. Zimansky, Archaeological enquiries into ethno-linguistic diversity in Urartu. In: Robert Drews (Hrsg.), Greater Anatolia and the Indo-Hittite language family (Washington: Institute for the Study of Man, 2001), 16
  4. Oscar White Muscarella, The Iron Age Background to the Formation of the Phrygian State. Bulletin of the American Schools of Oriental Research 299/300 (The Archaeology of Empire in Ancient Anatolia) 1995, 91
  5. Oscar White Muscarella, The Iron Age Background to the Formation of the Phrygian State. Bulletin of the American Schools of Oriental Research 299/300 (The Archaeology of Empire in Ancient Anatolia) 1995, 92
  6. Morris Jastrow Jr., Mešek and Tabal. American Journal of Semitic Languages and Literatures 13/3, 1897, 217