Musculus gluteus medius

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Musculus gluteus medius
Posterior Hip Muscles 3.PNG
großer und mittiger Gesäßmuskel
Ursprung
Außenfläche (Facies glut(a)ea) des Darmbeines (Os ilium), Darmbeinkamm (Crista iliaca) und seine Faszie (Aponeurosis glut(a)ea)
Ansatz
großer Rollhügel (Trochanter major)
des Oberschenkelknochens (Femur)
Funktion
Mensch:

Tiere: Streckung

Innervation
Nervus gluteus superior
Spinale Segmente
L4-L5

Der Musculus glut(a)eus medius (lat. für „mittlerer Gesäßmuskel“) ist ein Skelettmuskel der unteren Extremität, genauer der hinteren (dorsalen) Schicht der hinteren Hüftmuskulatur. Er wird fast vollständig vom großen Gesäßmuskel (Musculus gluteus maximus) bedeckt.

Verlauf[Bearbeiten]

Der mittige Gesäßmuskel entspringt am Darmbein (Os ilium), genauer an der Außenfläche (Facies glut(a)ea) der Darmbeinschaufel (Ala ossis ilii) zwischen den beiden Beckenlinien (Linea glut(a)ea anterior und Linea glut(a)ea posterior), vom Darmbeinkamm (Crista iliaca) und seiner bindegewebigen Hülle (Faszie) (Aponeurosis glut(a)ea). Die Fasern vereinigen sich und ziehen gemeinsam kappenförmig zum großen Rollhügel (Trochanter major) des Oberschenkelknochens (Femur).

Ein Schleimbeutel (Bursa trochanterica musculi glut(a)ei medii) zwischen der Ansatzsehne und dem großen Rollhügel mindert die Reibung.

Funktion[Bearbeiten]

Der mittige Gesäßmuskel spreizt den Oberschenkel im Hüftgelenk zur Seite ab (Abduktion). Beim Gehen und Laufen stabilisiert er zusammen mit dem kleinen Gesäßmuskel (Musculus gluteus minimus) das Becken (Pelvis) und verhindert dessen Absinken zur Spielbeinseite.

Der vordere Anteil des mittigen Gesäßmuskels dreht den Oberschenkel außerdem nach innen (Innenrotation) und beugt ihn an (Flexion), der hintere Anteil hingegen dreht den Oberschenkel nach außen (Außenrotation) und streckt ihn (Extension).

Bei den vierfüßigen Säugetieren ist er der kräftigste der Hüftmuskeln und der wichtigste Strecker (Extensor) des Hüftgelenkes. Durch diese Muskelwirkung ist er maßgeblich für den Vorschub des Körpers verantwortlich. Die Dreh- und Abspreizwirkung spielen praktisch keine Rolle.

Lähmung[Bearbeiten]

Bei gleichzeitiger Lähmung des mittleren und kleinen Gesäßmuskels kommt es zum so genannten Watschelgang, d. h. bei jedem Schritt kippt das Becken auf die Spielbeinseite (Trendelenburg-Zeichen). Typische Ursache einer solchen Lähmung sind intramuskuläre Injektionen.

Siehe auch[Bearbeiten]