Musculus piriformis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Musculus piriformis
Posterior Hip Muscles 1.PNG
Schema der tiefen Hüftmuskulatur
Ursprung
Facies pelvina des Kreuzbeines (Os sacrum) und
Incisura ischiadica major am Sitzbein (Os ischii)
Ansatz
Trochanter major am Oberschenkelknochen (Femur)
Funktion
Auswärtsdrehung (Außenrotation),
Abspreizen (Abduktion) und
Strecken bzw. nach hinten Führen (Extension bzw. Retroversion)
des Oberschenkels
Innervation
Plexus sacralis
Spinale Segmente
L5-S1

Der Musculus piriformis (lat. für „birnenförmiger Muskel“) ist ein flacher, pyramidal bis birnenförmig geformter Skelettmuskel der unteren Extremität, genauer der tiefen Schicht der Hüftmuskulatur. Er verläuft an der Innenseite des Beckens (Pelvis) zum Oberschenkelknochen (Femur).

Bei den Huftieren ist der Muskel nicht ausgebildet.

Verlauf[Bearbeiten]

Ursprungsfläche des birnenförmigen Muskels ist die seitliche (laterale) Innenfläche (Facies pelvina) des Kreuzbeines (Os sacrum), wo er mit mehreren Zacken fleischig vom Knochen zwischen den vier vorderen Kreuzbeinlöchern (Foramina sacralia anteriora I-IV) entspringt. Weitere Faserzüge entstammen vom oberen (superioren) Rand der großen Einziehung der Beckenlinie (Incisura ischiadica major) am Sitzbein (Os ischii).

Von dort aus verläuft er durch das große Sitzbeinloch (Foramen ischiadicum majus), welches er unterteilt und setzt an der Innenseite der Spitze (Apex) des großen Rollhügels (Trochanter major) des Oberschenkelknochens (Femur) an. Seine Ansatzsehne vereinigt sich vor ihrem Ansatz im Knochen oft mit den Sehnen des oberen und unteren Zwillingsmuskels (Musculus gemellus superior und Musculus gemellus inferior) sowie des Musculus obturator internus.

Funktion[Bearbeiten]

Der birnenförmige Muskel dreht den Oberschenkel im Stand nach außen, spreizt ihn zur Seite ab (Abduktion) und streckt ihn (Extension) bzw. führt ihn nach hinten (Retroversion).

Bei den Raubtieren vereinigt sich seine Sehne mit der des Musculus gluteus medius, wodurch die beiden Muskeln gemeinsam zu einem reinen Hüftgelenksstrecker werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Platzer: Taschenatlas der Anatomie, Band 1 - Bewegungsapparat. Thieme Verlag, Stuttgart 2005, S. 126. ISBN 3-13-492009-3
  • Franz-Viktor Salomon: Muskelgewebe. In: Anatomie für die Tiermedizin. Enke Stuttgart, 2004, S. 147–234. ISBN 3-8304-1007-7