Museo Egizio

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Das Museo Egizio in Turin (italienisch Museo delle antichità egizie di Torino) ist ein Museum, das sich ausschließlich mit Ägyptologie befasst. Die Sammlung umfasst 32.500 Artefakte, von denen 6.500 ausgestellt sind.[1] Damit steht es an neunter Stelle der großen Sammlungen ägyptischer antiker Werke.[2] Erster Direktor des Museums war Ernesto Schiaparelli, der zuvor das ägyptische Museum in Florenz geleitet hatte.

Das Museum befindet sich in der Via Accademia delle Scienze, 6.

Sammlung[Bearbeiten]

Die Sammlung geht unter anderem auf die Zukäufe von Karl Felix, König von Sardinien-Piemont, zurück. Dieser erwarb im Jahr 1824 5.268 Artefakte, darunter 100 Statuen und 170 Papyri. Weitere Stücke wurden von Konsul Bernardino Drovetti, einem französischen Sammler altägyptischer Kunst, angekauft. Der Bestand des Museums wurde auch durch Schiaparellis Grabungstätigkeiten erheblich erweitert.

Das Museum besitzt eine bedeutende Papyrussammlung. In dieser befinden sich eine Karte von Goldminen, der erotische Turiner Papyrus und vor allem der Königspapyrus Turin, welches das Museum im Jahr 1824 erwarb. Weitere Höhepunkte der Sammlung sind die komplette Grabausstattung des Architekten Cha und seiner Frau Merit aus der 18. Dynastie, zahlreiche Funde aus den Gaufürstengräbern von Qaw el-Kebir (12. Dynastie), zahlreiche Funde aus dem Tal der Königinnen und Bruchstücke eines Schreines des Djoser aus Heliopolis.

Abbildungen[Bearbeiten]

Leihgaben des Museums[Bearbeiten]

Für die Ausstellung „Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin.“ des Historischen Museums der Pfalz in Speyer stellte das Museo Egizio 2012 ca. 300 Exponate[3] zur Verfügung. Unter den Ausstellungsstücken waren unter anderem Sitzstatuen von Amenophis I. und dessen Nachfolger Thutmosis I., der Sarg des Schreibers Butehamun, ein Würfelhocker des Merenptah sowie weitere Särge, Mumien, Stelen und Grabbeigaben zu sehen. Wissenschaftlich begleitet wurde die Ausstellung von Eleni Vassilika, Direktorin des Museums, Ursula Verhoeven-van Elsbergen, Michael van Elsbergen und Jochem Kahl.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Kosack: Schenute von Atripe De judicio finale: Papyruskodex 63000.IV im Museo Egizio di Torino. Einleitung, Textbearbeitung und Übersetzung herausgegeben von Wolfgang Kosack. Berlin 2013. Christoph Brunner, Basel 2013, ISBN 978-3-9524018-5-9.
  • Wolfgang Kosack: Basilios, De archangelo Michael, sahidice Pseudo - Euhodios De resurrectione, sahidice Pseudo - Euhodios De dormitione Mariae virginis, sahidice & bohairice: < Papyruskodex Turin, Mus. Egizio Cat. 63000 XI. > nebst Varianten und Fragmente. In Parallelzeilen ediert, kommentiert und übersetzt von Wolfgang Kosack Verlag Christoph Brunner Berlin 2014. neue Ausgabe, Christoph Brunner, Basel 2014, ISBN 978-3-906206-02-8.
  • Historisches Museum der Pfalz: Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin. Prestel, München 2012, ISBN 978-3-7913-5192-6.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Museo Egizio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Museo Egizio – The History of the Museum (Engl.)
  2. Liste der Sammlungen aus der englischen Wikipedia
  3. Pressemappe Historisches Museum Pfalz Speyer: Die Ausstellung: Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin. S. 3, abgerufen 5. Dezember 2014.

45.0683333333337.6844444444444Koordinaten: 45° 4′ 6″ N, 7° 41′ 4″ O