Museo della Civiltà Romana

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Museo della Civiltà Romana

Das Museo della Civiltà Romana (deutsch Museum der römischen Zivilisation) ist ein am 21. April 1955 (dem legendären Geburtstag Roms) eröffnetes Museum in Rom, das sich der antiken römischen Zivilisation widmet. Es befindet sich im Stadtteil E.U.R. (Esposizione Universale di Roma), einem in den 40er und 50er Jahren angelegten Stadtviertel im Süden Roms.

Geschichte[Bearbeiten]

Das zur Zeit des Faschismus ausgeführte neoklassizistische Museumsgebäude wurde von dem Architekten Pietro Aschieri und seinen Kollegen Bernardini, Pascoletti und Peressutti geplant. Die Architekten gewannen die Ausschreibung im Rahmen der für 1942 in Rom geplanten Weltausstellung, bei der auf dem Areal im Süden Roms ein eigener Komplex entstehen sollte. Die Weltausstellung wurde jedoch wegen des Zweiten Weltkriegs abgesagt und das Museum blieb bis Kriegsende unvollendet.

Das Museum gründet seine Bestände auf eine unter der Leitung von Rodolfo Lanciani stehenden archäologischen Ausstellung aus dem Jahre 1911 sowie auf dem von Benito Mussolini 1929 eröffneten Museo dell'Impero Romano und einer Ausstellung zum zweitausendsten Geburtstag des Kaisers Augustus, der Mostra Augustea della romanità ab 1937, die auch Adolf Hitler im Jahr 1938 besuchte.[1] Damit diente es ideologischen Zwecken: Die Betonung der römischen Antike als Fundament der italienischen Geschichte und Zivilisation diente der propagandistischen Überhöhung der eigenen Nation.

Sammlung[Bearbeiten]

Die Sammlung des Museums umfasst zum großen Teil Reproduktionen, Gipsabgüsse und Modelle aber auch Exponate römischer Architektur, Kunstwerke, Inschriften und Alltagsgegenstände. Dabei wird das gesamte Gebiet des Imperium Romanum erfasst. Die Ausstellung ist in 59 Sektionen aufgeteilt und umfasst 12.000 m2.

Ein Saal des Museums beherbergt ein vom Architekten Italo Gismondi geschaffenes Modell der Stadt Rom in konstantinischer Zeit (4. Jahrhundert) im Maßstab 1:250. Das Modell wurde ab 1933 erstellt und das Stadtzentrum bereits 1937 auf der Mostra Augustea della romanità gezeigt. Bis 1955 wurde das gesamte Stadtgebiet innerhalb der Aurelianischen Stadtmauer fertiggestellt. Als Grundlage diente die Forma Urbis Romae. Stadtteile über die keine archäologischen Erkenntnisse vorlagen wurden mit repräsentativer Wohnbebauung gefüllt.

Im Museum finden sich auch Gipsabdrücke der in Rom befindlichen Trajanssäule und ein Duplikat der Großen Mainzer Jupitersäule.

Das Museum gehört zu den städtischen Museen Musei in Comune.

Außerdem ist im Gebäude das Planetarium und das Astronomische Museum untergebracht.

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Forum Archaeologiae - Zeitschrift für klassische Archäologie 43 / VI / 2007. Archäologie und Faschismus. Das problematische Verhältnis von Archäologie und Politik im faschistischen Italien.

Weblinks[Bearbeiten]

41.83193612.478025Koordinaten: 41° 49′ 55″ N, 12° 28′ 40,9″ O