Museum für Gestaltung Zürich

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Museum für Gestaltung – Schaudepot, Eingangsbereich

Das Museum für Gestaltung Zürich ist das führende Museum für Design und Visuelle Kommunikation der Schweiz.

Das Ausstellungsprogramm umfasst ein breites Spektrum an Themen und monografischen Positionen aus den Bereichen Industrie- und Produktdesign, Grafik, Typografie, Fotografie, Plakat, Film, Möbel, Mode, Schmuck, Kunstgewerbe, Architektur und Szenografie.

Im Schaudepot, dem im September 2014 eröffneten Standort im Toni-Areal in Zürich-West, zeigt das Museum für Gestaltung wechselnde Ausstellungen in drei neuen Ausstellungsräumen. Zudem vereint es hier erstmals seine Plakat-, Design-, Kunstgewerbe- und Grafiksammlung mit ihren über 500 000 Objekten unter einem Dach. Diese Archive von internationaler Bedeutung macht das Museum in Führungen der Öffentlichkeit zugänglich. Als weiterer Ausstellungsstandort dient das am Zürichsee in einer ehemaligen Villa untergebrachte Museum Bellerive, das sich der Auseinandersetzung mit Phänomenen zwischen Kunst und Design widmet. Der Standort an der Ausstellungsstrasse 60 ist für umfassende Renovationsarbeiten geschlossen. Das denkmalgeschützte Gebäude wird danach als Ausstellungsort wiedereröffnet.

Geschichte, Architektur, Standorte[Bearbeiten]

Das Museum für Gestaltung Zürich ist aus dem 1875 gegründeten Kunstgewerbemuseum der Stadt Zürich hervorgegangen. 1933 bezogen das Museum und die seit 1878 bestehende Kunstgewerbeschule, heute Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude von Adolf Steger und Karl Egender an der Ausstellungsstrasse. Die Design-, Kunstgewerbe-, Plakat- und Grafiksammlung des Museums wurden auf verschiedene Orte im Kanton Zürich verteilt untergebracht. 2004, mit dem Einzug in den Standort Schaudepot im Toni-Areal in Zürich West, erreichte das Museum einen Meilenstein in seiner Geschichte und vereinigte erstmals seine vier Sammlungen unter einem Dach.

Museum Bellerive

Das Museum für Gestaltung Zürich ist Teil des Departements Kulturanalysen und -Vermittlung der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Ausstellungen[Bearbeiten]

Die meisten Ausstellungen im Museum für Gestaltung Zürich sind Eigenproduktionen, die zum Teil im Dialog mit den Sammlungen des Museums oder aus Forschungsprojekten entstehen.

Das Museum für Gestaltung Zürich zeigt jährlich etwa fünf bis sieben Wechselausstellungen im Schaudepot, kleinere Interventionen innerhalb des Museums, drei Wechselausstellungen im Museum Bellerive und zwei Wechselausstellungen im Plakatraum.

In den meist interdisziplinär angelegten Ausstellungen werden historische Phänomene, zeitgenössische Tendenzen und innovative Ansätze wissenschaftlich fundiert für eine breite Öffentlichkeit wie auch für ein Fachpublikum präsentiert.

Szenografie und visuelle Kommunikation[Bearbeiten]

Bei der inszenatorischen Umsetzung der Themen und der Konzeption der visuellen Kommunikation arbeitet das Museum für Gestaltung Zürich mit etablierten jungen Szenografen, Architekten und visuellen Gestaltern zusammen, die von Projekt zu Projekt wechseln. Dieser Ansatz führt zu stets wechselnden Ausstellungs- und Plakatgestaltungen, welche dem Anspruch an experimentelle Neugier bei hoher Gestaltungsqualität gerecht werden und regelmässig mit Auszeichnungen bedacht werden.

Rahmenveranstaltungen[Bearbeiten]

Die Ausstellungen im Museum für Gestaltung Zürich werden von Führungen, Symposien, Podiumsdiskussionen, Künstlergesprächen, Vorträgen, Film- und Theateraufführungen, Performances und Konzerten begleitet. Ein museumspädagogisches Angebot wird jeweils ausstellungsspezifisch entwickelt.

Sammlungen[Bearbeiten]

Die vier Sammlungen des Museum für Gestaltung Zürich entstanden aus der vom Kunstgewerbemuseum Zürich für den Unterricht angelegten Vorbildersammlung. Heute sind sie von internationaler Bedeutung. Objekte aus den Sammlungen finden sich in internationalen Forschungsprojekten sowie Ausstellungen und dienen innerhalb der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) dem Studium von Gestaltungslösungen, Materialien, Techniken und Stilen. Fortlaufend werden die Objekte der Sammlungen auch online zugänglich gemacht.

Plakatsammlung[Bearbeiten]

Die Plakatsammlung gehört weltweit zu den umfangreichsten und bedeutendsten Archiven dieser Art. Sie enthält 330’000 Plakate, davon 120’000 erschlossen und inventarisiert, welche die schweizerische und internationale Geschichte des Plakats von ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart dokumentieren.

Die Sammlung umfasst politische, kulturelle und kommerzielle Plakate. Die designgeschichtlich begründeten, geografischen Schwerpunkte bilden die Schweiz, Europa, Japan, Kuba, die Sowjetunion und die USA.

Designsammlung[Bearbeiten]

Die Designsammlung umfasst 10’000 Produkte und 20’000 Verpackungen, die von bekannten Designern stammen oder anonym konzipiertes Alltagsdesign darstellen. Gesammelt werden seriell hergestellte Produkte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, mit Schwerpunkt auf Schweizer Design.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft steuert mit Dauerleihgaben aus dem Bereich Produktdesign (eine Sparte, die vom Bundesamt für Kultur seit 1989 gefördert wird) Objekte aus dem gegenwärtigen Designdiskurs bei.

Parallel zur Objektsammlung wird ein Archiv für Schweizer Design aufgebaut, das Konzepte, Projektstudien, Entwurfszeichnungen, Gebrauchsanweisungen, Patentschriften, Werbemittel, Quellentexte sowie Teile von Atelier-, Firmen- und Verbandsarchiven enthält und der wissenschaftlichen Forschung dient.

Grafiksammlung[Bearbeiten]

Die Grafiksammlung besteht seit der Museumsgründung. Sie dokumentiert den ästhetischen, technischen und kulturellen Wandel der Grafik im Alltag von Gutenberg bis heute. Die Vielfalt ihrer Objekte und ihre Ausrichtung auf europäisches Grafikdesign ist schweizweit einzigartig.

Ursprünglich als internationale Vorbildersammlung angelegt, umfasst die Grafiksammlung nahezu sämtliche grafische Disziplinen, die für den Unterricht an der einstigen Kunstgewerbeschule von Bedeutung waren. Den Kern bildeten zunächst Zeichnungen, Druckgrafik und illustrierte Bücher sowie Lehrbücher des 15. bis 20. Jahrhunderts, später folgten Pressedrucke, Ostasiatica, Künstlerbücher, Fotografie und Gebrauchsgrafik.

Heute konzentriert sich die Sammeltätigkeit auf Werbe- und Informationsgrafik, Schrift, Typografie und Buchgestaltung. Die Sammlung wird mit aktuellen Arbeiten innovativer Grafikerinnen und Grafiker, Werbeagenturen, Nachlässen wichtiger Gestalter sowie Beispielen des Corporate Design bedeutender Firmen weiter entwickelt.

Kunstgewerbesammlung[Bearbeiten]

Die über 15’000 Objekte umfassende Kunstgewerbesammlung ist neben der Grafiksammlung die älteste Sammlung des Museum für Gestaltung Zürich und eine der wichtigsten Kollektionen von internationalem Kunsthandwerk in der Schweiz. Einst als Sammlung für Ausbildung, Gewerbe und Industrie angelegt, liegen die Sammlungsschwerpunkte im 19. und 20. Jahrhundert.

Geografisch konzentriert sie sich auf Europa, die USA und das neuzeitliche Japan. Sie umfasst Textilkunst, Keramik und Glas vom Historismus bis in die Gegenwart. Die Jugendstil-Abteilung mit Werkgruppen von William Morris, Emile Gallé, René Lalique, Hermann Obrist oder Henry van de Velde geniesst internationalen Ruf.

Zu den Glanzstücken gehören eine einzigartige Marionettensammlung von Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Sophie Taeuber-Arp und eine bedeutende Musikinstrumentensammlung von rund 250 historischen Objekten.

Forschung und Dienstleistungen[Bearbeiten]

Die Sammlungsbestände werden in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie anderen Hochschulen kontinuierlich bearbeitet und erforscht, um diese mit einer Offenheit für transdisziplinäre Projekte aus aktueller Sicht in Zusammenhang zu bringen. Zusätzlich zur Erschliessung, Dokumentation und Konservierung werden Dienstleistungen wie Recherchen, Expertisen und Reproduktionen angeboten.

Publikationen[Bearbeiten]

Selbst verlegt oder in Zusammenarbeit mit renommierten Verlagen gibt das Museum für Gestaltung Zürich Publikationen heraus, die als wesentlicher Bestandteil des Ausstellungsprogramms funktionieren. Darunter finden sich neben thematischen Reihen wie der «Design Collection» oder der «Poster Collection» auch Anthologien über Klassiker der Designgeschichte oder aktuelle Themen und Monografien über Pioniere von Theorie und Praxis.

Durch die Art ihrer Gestaltung und Ausarbeitung bilden die Publikationen des Museum für Gestaltung Zürich selbst einen Beitrag zur Designgeschichte, was sich in den oft erhaltenen Preisen und Auszeichnungen manifestiert.

Weblinks[Bearbeiten]

47.3827777777788.5358333333333Koordinaten: 47° 22′ 58″ N, 8° 32′ 9″ O; CH1903: 682852 / 248573