Mushanokōji Saneatsu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mushanokōji Saneatsu

Mushanokōji Saneatsu (jap. 武者小路 実篤, auch: Musha (無車), Futōō (不倒翁), u.a.; * 12. Mai 1885 in der Präfektur Tokio; † 9. April 1976 ebd.) war ein japanischer Schriftsteller und Maler.

Die Mushanokōji gehörten zum Hofadel. Saneatsus Vater Saneyo (1851–1887) wurde mit der Iwakura-Mission zum Studium ins Ausland geschickt. Ursprünglich für Russland vorgesehen, studierte er in Deutschland. Zwar starb er früh, aber auch Saneatsu lernte Deutsch und beherrschte es vollkommen. Während seiner Studienzeit an der Gakushūin-Universität beschäftigte sich Mushanokoji unter dem Einfluss seines Onkels Kadenokōji Sukekoto mit den Werken Leo Tolstois. Mit Arishima Takeo, Shiga Naoya, Satomi Ton und Kinoshita Rigen gründete er 1910 das Literatur- und Kunstmagazin Shirakaba (白樺, „Die Birke“). Der Kreis um Saneatsu begeisterte sich nicht nur für Rodin und andere Franzosen, er entdeckte auch die Maler der Malerkolonie Worpswede und korrespondierte mit ihnen. Heinrich Vogeler gestaltete ein Titelblatt für die Zeitschrift.

Seinen ersten Roman Kōya (荒野, „Wildnis“) veröffentlichte er 1908.[1]

Nach den Ideen Tolstois gründete er 1918 in Hyūga die landwirtschaftliche Kommune Atarashiki Mura (新しき村), der er bis 1928 angehörte und die bis heute existiert.[2] Nach dem großen Erdbeben 1923 stellte die Zeitschrift Shirakaba ihr Erscheinen ein, Mushanokōji gab jedoch weitere Magazine heraus, so Fuji (不二) mit Nagayo Yoshirō, Daichōwa (大調和), Dokuritsujin (独立人) und Jūkō (重光).

Ab 1925 veröffentlichte er einige biographische Romane, so über Ninomiya Sontoku, einen Landwirt und Philosophen des 19. Jahrhunderts, und über Ihara Saikaku, einen Dichter des 17. Jahrhunderts. Daneben betätigte er sich erfolgreich als Maler und Galerist.

Auf Anregung seines älteren Bruders Mushanokōji Kintomo, der japanischer Botschafter im Deutschen Reich war, unternahm Mushanokōji 1936 eine Europareise. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet er wegen seiner Nähe zur japanischen Regierung in die Kritik, war aber bald wieder als Schriftsteller, Maler und Galerist aktiv.

Er wurde 1951 mit dem japanischen Kulturorden ausgezeichnet, zum Ehrenbürger Tokios ernannt. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 6000 Werke: Romane, Dramen, Gedichte und Essays.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kōya (荒野), Roman, 1908, Digitalisat bei der Nationalbibliothek
  • Omedetaki Hito (お目出たき人), Roman, Digitalisat bei der Nationalbibliothek
  • Seken shirazu (世間知らず), Roman
  • Seichō (生長), Essay
  • Yūjō (友情), Roman
  • Kōfuku Mono (幸福者), Roman
  • Aru Otoko (或る男), autobiographischer Roman
  • Kohan no Gashō (湖畔の画商), Essay
  • Bijutsuronshū (美術論集), Essay
  • Shinri Sensei (真理先生), Roman
  • Watakushi no Kaigara (私の貝殻), Roman
  • Hitori no Otoko (一人の男), Roman

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Japanese celebrity´s grave guide - Mushanokoji Saneatsu
  2. Atarashiki-mura: Mushanokoji Saneatsu's utopian Japanese village and alternative community

Website[Bearbeiten]

Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Mushanokōji der Familienname, Saneatsu der Vorname.