Musiker
Als Musiker werden Personen bezeichnet, die musizieren, also als produzierende (Komponisten) oder reproduzierende (Sänger, Instrumentalisten) Künstler Musik erzeugen: Im engeren Sinne professionell oder im Nebenberuf, im weiteren Sinne auch als Laie. Als Berufsmusiker gilt, wer seinen Lebensunterhalt ausschließlich oder überwiegend aus der Musik erwirtschaftet. Ein professioneller Musiker betreibt die Musik mit der sogenannten Gewinnerzielungsabsicht. Musiker spezialisieren sich üblicherweise auf ein bestimmtes Genre, wobei Überschneidungen möglich sind.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Im Laufe der Musikgeschichte hat sich das Bild des Musikers erheblich gewandelt. Im Mittelalter waren ausübende Musiker und Musiktheoretiker streng voneinander getrennte Berufe. Später waren Musiker normalerweise in allen Bereichen der Musik und darüber hinaus tätig, also zugleich Komponist, ausübende Musiker, Lehrer und Theoretiker, doch spätestens seit dem 18. Jahrhundert trennten sich die genannten Bereiche immer mehr voneinander. Das Aufkommen des Virtuosentums beeinflusste diese Entwicklung. Im 20. Jahrhundert war die Trennung in die Bereiche Komposition, Interpretation, Musikpädagogik und Musikwissenschaft so weit vorangeschritten, dass von vier unterschiedlichen Berufsfeldern die Rede sein kann.
Musikermedizin [Bearbeiten]
Durch die oft sehr einseitigen und teilweise sehr spezielle Haltung vorwiegend der Arme und Hände bei jahrelangen Wiederholungen derselben Bewegungen kommt es sehr häufig zu Überlastungs- und vorzeitigen Verschleißerscheinungen der Muskeln, Sehnen und Gelenke vorwiegend der Arme und besonders der Hände. Von den 264.000 angestellten Berufsmusikern, die 2006 in den USA tätig waren, litten je nach gespieltem Instrument 50-76% an berufsbezogenen muskuloskeletalen Beschwerden, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen waren (70% versus 52%). Am häufigsten treten die Beschwerden in der dritten und vierten Lebensdekade auf. Risikofaktoren sind eine allgemeine Überbeweglichkeit (Hyperlaxizität) der Gelenke, plötzlich vermehrte und intensivierte Übetätigkeit, Wechsel des Übungsleiters/Dirigenten, Stress, schlechte Haltung und schlechte Führung des Instruments. Typische Erkrankungen sind: [1]
- Sehnenansatz-Überlastung (Enthesiopathie) besonders an Unterarm und Hand
- Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) und Sehnenreizung (Tendinitis)
- Nervenkompressionssyndrom (wie das Karpaltunnelsyndrom oder das Ulnarisrinnensyndrom)
- Fokale Dystonie mit spastischen unkontrollierten Muskelkontraktionen
- Arthrose vorwiegend des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose, der Handwurzel der Fingerendgelenke (Heberden-Arthrose) sowie der Fingergrundgelenke.
- Engpasssyndrom der oberen Thoraxapertur (Thoracic-outlet-Syndrom)
Literatur [Bearbeiten]
Monographien
- Heiner Gembris; Daina Langner: Von der Musikhochschule auf den Arbeitsmarkt : Erfahrungen von Absolventen, Arbeitsmarktexperten und Hochschullehrern, Augsburg : Wißner, 2005
- Walter Salmen: Beruf: Musiker : verachtet – vergöttert – vermarktet ; eine Sozialgeschichte in Bildern, Kassel [u.a.] : Bärenreiter [u.a.], 1997
Nachschlagewerke
- Alain Paris: Lexikon der Interpreten klassischer Musik im 20. Jahrhundert, München: dtv/bärenreiter, 1992
- Metzler Komponisten Lexikon. 340 werkgeschichtliche Porträts, hrg. von Horst Weber, Stuttgart und Weimar, 2001
- Peter Wicke, Kai-Erik Ziegenrücker, Wieland Ziegenrücker: Handbuch der populären Musik: Geschichte – Stile – Praxis – Industrie, Mainz: Schott, Grundlegend überarb. u. erw. A. 2006
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Amateurmusiker - von der Klassik bis zum Pop. Perspektiven musikalischer Sozialisation, in: Spiegel der Forschung 15 (1998) Heft 1; S. 104–110
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ S. Sheibani-Rad, S. Wolfe, J. Jupiter: Hand disorders in musicians The Bone and Joint Journal 2013; Band 95-B, Ausgabe 2 vom Februar 2013, Seiten 146-150