Mustafa Tlas

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Präsident Assad (rechts) und Verteidigungsminister Tlas (Mitte) während des Oktoberkrieges 1973 an der Golan-Front
Mustafa Tlas in seinem Büro in Damaskus

Mustafa Tlas bzw. Mustafa Tlass (arabisch ‏مصطفى طلاس‎, DMG Muṣṭafā Ṭalās; * 1932 in ar-Rastan bei Homs) ist ein ehemaliger syrischer Politiker. Von 1972 bis 2004 war er syrischer Verteidigungsminister.

Leben[Bearbeiten]

Tlas wurde 1932 in ar-Rastan (‏الرستن‎) im Gouvernement Homs geboren und entstammt einer sunnitischen Familie kabylischen Ursprungs. Mit 15 Jahren trat er der Baath-Partei bei. 1952 nahm er ein Studium an der Militärakademie in Homs auf und begegnete dort Hafiz al-Assad, dessen Vertrauter er wurde. Von 1958 bis 1961 waren beide in der damaligen Vereinigten Arabischen Republik, einem Zusammenschluss von Ägypten und Syrien, in Kairo stationiert. Nach der Niederlage gegen Israel im Sechstagekrieg 1967 wurde Tlas von Assad 1968 zum Stabschef der syrischen Armee und 1972 zum syrischen Verteidigungsminister ernannt.

In den 1970er Jahren modernisierte er die syrische Armee mit Hilfe der Sowjetunion. Im Februar 1982 war er verantwortlich für das Massaker von Hama, das in der mittelsyrischen Stadt Hama mehrere Zehntausend Opfer forderte, darunter zahlreiche Mitglieder der Muslimbrüder, die in Opposition zur regierenden Baath-Partei standen.

Er hat mehrere Bücher aus eigener Hand veröffentlicht und einen Verlag aufgebaut, in dem unter anderem eine Neuauflage der „Protokolle der Weisen von Zion“ herausgegeben wurde. 1983 publizierte er ein antisemitisches Buch namens „Matza von Zion“ mit einer Beschreibung der Damaskusaffäre von 1840. Dabei wird die mittelalterliche Ritualmordlegende wiederaufgenommen, wonach Juden zum Backen der Matze Blut verwenden würden.[1]

Tlas hat zwei Söhne, Firas und Manaf Tlas,[2] sowie zwei Töchter, Sarya Tlas und Nahed Ojjeh, Witwe des saudischen Waffenhändlers Akram Ojjeh.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UN-Bericht vom 10. Februar 2004 (englisch)
  2. SYRIE. Le précieux réseau français du déserteur Tlass lew NovelObs Online, 11. Juli 2012 (fr)