Mutters

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Mutters
Wappen von Mutters
Mutters (Österreich)
Mutters
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 19,03 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 11° 23′ O47.227511.377222222222830Koordinaten: 47° 13′ 39″ N, 11° 22′ 38″ O
Höhe: 830 m ü. A.
Einwohner: 2.073 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 109 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6162
Vorwahl: 0512
Gemeindekennziffer: 7 03 31
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 4
6162 Mutters
Website: www.mutters.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hansjörg Peer (Wir Mutterer)
Lage der Gemeinde Mutters im Bezirk Innsbruck Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Mutters im Bezirk Innsbruck Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Von Norden: Im Vordergrund Natters, dahinter Mutters
Von Norden: Im Vordergrund Natters, dahinter Mutters
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ortsteil von Mutters
Mutters von Osten

Mutters ist eine Gemeinde mit 2073 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Sie liegt südwestlich von Innsbruck auf einer Mittelgebirgsterrasse am Eingang des Stubaitales zusammen mit der Nachbargemeinde Natters im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Kreith (205)
  • Mutters (1389)
  • Raitis (409)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kreith und Mutters.

Der Ortskern ist in seinem dörflich-bäuerlichen Charakter gut erhalten. Durch die Nähe zur Landeshauptstadt Innsbruck kam es zu einer regen Siedlungstätigkeit.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Götzens, Innsbruck, Natters, Schönberg im Stubaital, Telfes im Stubai

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Wahrscheinlich war die Gegend um Mutters schon in der Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. besiedelt. Erste Urnenfunde sind aus der Bronzezeit belegt. Um 1100 wird „Muttres“ erstmals urkundlich erwähnt, der Name leitet sich vermutlich vom rätoromanischen „Mutt“ (Hügel) ab.

1727 fiel ein Teil des Dorfes einem Brand zum Opfer. Die Bevölkerung wurde durch die Napoleonischen Kriege 1796/1797 und 1809 stark in Mitleidenschaft gezogen. Beim „Schupfenwirt“ an der Brennerstraße schlug Andreas Hofer während der Schlachten am Bergisel im Mai und August 1809 sein Hauptquartier auf.

Kurt Schuschnigg, Bundeskanzler im österreichischen Ständestaat, lebte bis zu seinem Tode 1977 in der Gemeinde, deren Ehrenbürger er bis heute ist.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mutters

Bauwerke[Bearbeiten]

Brauchtum[Bearbeiten]

Seit rund 200 Jahren wird der Dorfpatron Hl. Nikolaus an seinem Namenstag mit dem „Bumsa-Schiaßn“ gefeiert.

Brauch ist es auch, dass Einwohner der Nachbargemeinde Natters die dafür verwendete Kanone zu stehlen versuchen. Dafür haben sie ab 5. Dezember 12 Uhr genau 24 Stunden Zeit, während der die Kanone natürlich entsprechend bewacht wird. 2010 verschwand die Kanone schon etwa zwölf Stunden vor diesem traditionellen Zeitrahmen, weshalb der Bürgermeister der Bestohlenen ein 90-minütiges Ultimatum für die Rückgabe setzte, das erfolglos verstrich und daher dann die Polizei zu Hilfe rief. Die Kanone tauchte wieder auf.[3][4]

Die Bumsa-Kanone ist ein wie ein Holzfass aus Dauben und zehn Reifen gefertigter großer Schalltrichter, der sich auf vier Meter Länge kegelig von 40 auf 140 Zentimeter Durchmesser erweitert und auf zwei Schrageln am Berg aufgelegt wird. In das Mundloch der Abschlusswand am schmalen Ende passt gerade der Lauf eines alten Tiroler Vorderladers, der am 6. Dezember ab fünf Uhr mehrmals gefeuert wird und dank der Kanone laut „bumst“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Mutters spielt der Tourismus eine wichtige Rolle (Sommertourismus überwiegt), daneben gibt es in Gärberbach ein neu angelegtes Gewerbegebiet.

Bereits 1904 bekam der Ort Anschluss an die Stubaitalbahn, die das Gemeindegebiet mit 6 Haltestellen erschließt. Weiterhin ist Mutters von Innsbruck aus über die Brenner-Bundesstraße erreichbar.

1953 wurde die Muttereralmbahn errichtet, die bis 2000 in Betrieb war und im Jänner 2006 nach einem Neubau wiedereröffnet wurde. Diese führt auf das Schigebiet der Mutterer Alm. Weiterhin bestand der Schlepplift Götzner Grube als Anschluss an die Muttereralmbahn. Jüngst wurde der Schlepplift wieder aktiviert. Eine direkte Sesselbahn (Birgitzbahn, 4er-Hochgeschwindigkeitsbahn kuppelbar) über das Birgitzköpfl ist derzeit – nach langen Verhandlungen[5] – in konkreter Planung.[6]

Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol

Politik[Bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 14. März 2010 statt.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Peer Hansjörg wurde zum Bürgermeister und Reitmair Gregor zum Vizebürgermeister gewählt. Beide gehören der Partei Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten]

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat
Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER (WIR) 50,53 % 619 7
Heimatliste Mutters 27,92 % 342 4
Dorfliste 15,92 % 195 2
Vereint für Mutters 5,63 % 69 0

Mitglieder des Gemeinderates[Bearbeiten]

  • Peer Hansjörg (Bürgermeister, Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Reitmair Gregor (Gemeinderat/Gemeindevorstand, Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Saischek Michael, DI (Gemeinderat, Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Schreier Josef (Gemeinderat, Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Graiff Florian (Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Weber Anton, Mag. (Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Jäger Sabine (GR, Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER)
  • Fritz Josef (Gemeinderat, Heimatliste Mutters)
  • Falschlunger Martha (Gemeinderat, Heimatliste Mutters)
  • Eberl Johann (Heimatliste Mutters)
  • Mair Franz (Heimatliste Mutters)
  • Pointner Helmut, Mag. (Gemeinderat, Dorfliste)
  • Fritz Johannes, Ing. (Dorfliste)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Gold eine grüne Spitze, darin drei goldene Kugeln eins zu zwei über einem goldenen Buch.

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte am 30. November 1983. Die Spitze im Wappen versinnbildlicht die Saile (Nockspitze). Das Buch und die drei Kugeln, die Beizeichen des Hl. Nikolaus, erinnern an den Kirchenpatron der Gemeinde Mutters (6. Dezember). Die Farben der Gemeindefahne sind Gelb-grün.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mutters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Mutters, in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. http://www.mutters.tirol.gv.at/system/web/fakten.aspx?detailonr=204011
  3. Skurriler Streit über verschwundene Kanone. auf: ORF Tirol online. 6. Dezember 2010.
  4. Bumsaschiaßn in Mutters
  5. Umweltverträglichkeitserklärung "UVE - Skiverbindung Mutterer Alm - Axamer Lizum", seilbahn.net
  6. Mutterer Alm/Lizum: Vor Einigung über Seilbahntrasse – Skiarena Mutterer Alm und Axamer Lizum nimmt Gestalt an: Von der Bergstation der Almbahn soll eine Seilbahn aufs Birgitzköpfl führen. In: Tiroler Tageszeitung, 2. Juni 2012 (online tt.com).
  7. Mutters -RiS-Kommunal