My Generation (Lied)

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My Generation
The Who
Veröffentlichung 29. Oktober 1965 (GB); 20. November 1965 (USA)[1]
Länge 3 min 19 sec
Genre(s) Rock
Autor(en) Pete Townshend
Auszeichnung(en) Rock and Roll Hall of Fame - 500 Songs that shaped Rock and Roll; Rolling Stone:500 beste Songs aller Zeiten; Grammy Hall of Fame
Album My Generation

My Generation ist der Titel eines Hits der britischen Rockgruppe The Who, der zu ihren bekanntesten Songs gehört. Text und Musik stammten von Pete Townshend. Das Stück wurde als Single in Großbritannien am 29. Oktober 1965 auf Brunswick Records #05944 und in den USA am 20. November 1965 auf Decca #31877 veröffentlicht. Die britische Single erschien mit dem Stück Shout and Shimmy, einer Komposition von James Brown, auf der B-Seite. In den USA entschied sich das Plattenlabel für die Townshend-Komposition Out in the Street als B-Seite.[2] Das am 3. Dezember 1965 veröffentlichte Debütalbum der Gruppe wurde nach der Single My Generation benannt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

My Generation wurde vom Gitarristen der Who, Pete Townshend, 1965 im Alter von 20 Jahren geschrieben. Als hauptsächliche Inspiration gab Townshend Mose Allisons Young Man Blues an, er ging sogar so weit zu sagen, dass ohne Mose der Song nicht entstanden wäre.[3] In einem Interview für den Rolling Stone beschrieb Townshend das Lied als Ausdruck über die Suche der Jugend nach ihrem Platz in der Gesellschaft und 1989 sprach er in der amerikanischen Nachrichtensendung Good Morning America über die berühmte Textzeile “I hope I die before I get old”, für ihn hätte zur Entstehungszeit “old” sehr reich bedeutet.[4] Der Song wurde 1966 von der Band für die EP Ready Steady Who! neu aufgenommen, doch erschien diese Fassung erst 1995 in der Neuauflage des Albums A Quick One.

Der Text des Lieds liefert in komprimierter Form eine Zusammenfassung der Jugendrebellion[5] und im Gesamteindruck ist in diesem Stück eine Vorahnung des Punkrocks zu erkennen. In Erinnerung bleibt auch der Stotter-Gesang von Roger Daltrey, den der Manager der Gruppe, Kit Lambert, nach zwei Aufnahmen vorschlug, damit er klingt wie ein britischer Jugendlicher auf Speed. Dies führte dazu, dass die BBC das Stück lange nicht spielte, um die Gefühle von Stotterern nicht zu verletzen.[6] Besonders im Call and Response wird der Einfluss des Rhythm and Blues erkennbar. Roger Daltrey, der Leadsänger singt den ersten Satz und Pete Townshend und John Entwistle, die Backgroundsänger antworten:

People try to put us d-down (Talkin’ ’bout my generation)
Just because we g-g-get around (Talkin’ ’bout my generation)
Things they do look awful c-c-cold (Talkin’ ’bout my generation)
I hope I die before I get old (Talkin’ ’bout my generation) [5]
Who - My Generation

Die Hymne der damaligen Subkultur der Mods My Generation entstand am 13. Oktober 1965 mit Shel Talmy als Musikproduzent in den größten unabhängigen Tonstudios von London, den IBC-Studios. Die am 29. Oktober 1965 auf den Markt gebrachte Single verkörperte die mit Stottern symbolisierte Unsicherheit der jungen Generation, die von den Erwachsenen ständig niedergemacht wird. Das spektakuläre Outro endet im elektronischen Chaos, denn erstmals wurde in dieser exzessiven Form von einem an sich als Störeffekt geltenden Feedback Gebrauch gemacht. Es entstand durch Townshends Rickenbacker-Gitarre, deren Verstärker zu nah an den Mikrofonen platziert waren. Die Fachwelt war hier zunächst der Auffassung, dass diese Störeffekte bei der Endabmischung nicht erkannt worden wären; doch der Einsatz des Feedback war bewusst erfolgt. Damit waren die Who das Vorbild für ein legitimes Feedback in der Rockmusik, das nunmehr als Sounddesign bewusst eingesetzt wurde.

Erfolg[Bearbeiten]

Das Stück erreichte den zweiten Platz der britischen Singlecharts, das war das beste Ergebnis einer Who-Aufnahme jemals[7], und Platz 74 in den USA.[1] Das Musikmagazin Rolling Stone listete das Stück auf ihrer Liste der „500 besten Songs aller Zeiten“ auf Platz 11, er ist Teil der Rock and Roll Hall of Fame-Liste „500 Songs that shaped Rock and Roll“ und wurde 1999 mit einem Grammy Hall of Fame Award als künstlerisch und historisch signifikanter Song ausgezeichnet. Trotz des vielen Airplays insbesondere bei Piratensendern erreichte der Hit keine großen Umsatzzahlen.

Liveversionen des Songs uferten oft aus, so dauert die Darbietung auf dem Album Live at Leeds 14 Minuten und 27 Sekunden. In Liveversionen gegen Ende der 1960er-Jahre wurden auch oft Teile aus der Rockoper Tommy eingebaut.

Besetzung[Bearbeiten]

Coverversionen[Bearbeiten]

Coverversionen gibt es unter anderem von Oasis, Iron Maiden, Alice Cooper, Count Five, Hilary Duff, Green Day, Böhse Onkelz, Phish, Floater, The Wahas, The Zimmers, Gorky Park, Di-Rect, Generation X, Acrylic Steel und The Sweet. Patti Smith beendete mit dem Song ihre Konzerte zwischen 1974 und 1978 und Hilary Duff verwendete ihre Version in Japan als Bonustrack für ihr zweites Album.[8] Eine deutsche Version mit dem Titel Es wär’ so schön gewesen findet sich auf dem ersten Album der Band Zoff.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b The Who Diskographie
  2. Andy Neill und Matt Kent: Anyway Anyhow Anywhere. London: Virgin Books, 2007. ISBN 978-07535-1217-3. Seite 419.
  3. BBC Four
  4. Interview auf Good Morning America
  5. a b My Generation Songtext
  6. Songfacts My Generation
  7. Songfacts My Generation
  8. Second Hand Songs My Generation