Mykenische Religion

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Die Religion der mykenischen Kultur des griechischen Festlandes der Bronzezeit ist sowohl von archäologischen Funden als auch von Schriftfunden bekannt. Sie ähnelt der späteren griechischen Religion der klassischen Antike.

Mykenische Heiligtümer[Bearbeiten]

Die Heiligtümer der Mykener lagen sowohl innerhalb der Paläste und Städte als auch, wenn auch seltener, in eigenen Gebäuden im Freien. In Mykene lag das Heiligtum innerhalb der Befestigungsmauern. Es bestand aus fünf mit Fresken verzierten Gebäudekomplexen. Im Heiligtum standen ein großer Opferherd und eine Terrakotta-Badewanne, die vielleicht für Baderituale genutzt wurde. Auch fand sich eine Bank mit Kulthörnern. Zahlreiche männliche und weibliche Terrakotta-Figurinen mit individuellen Zügen stellten die verehrten Gottheiten dar. Das Heiligtum in Tiryns bestand aus mehreren frei stehenden Gebäuden, die v. A. Figuren von Göttinnen enthielten. Das Heiligtum in Ayios Konstantinos auf der Halbinsel Methana diente der Verehrung eines männlichen Gottes. Es bestand aus drei Kammern und beinhaltete Dreifüße, Gefäße für Trankopfer (Rhyta (Einzahl Rhyton), Kylikes (Einzahl Kylix), ein Becher und eine Schöpfkelle), verschiedenste Tonfiguren, eine gestufte Steinbank, eine Plattform und einen Opferherd. Das Heiligtum von Phylakopi auf der Insel Melos diente der Verehrung von Gottheiten beiderlei Geschlechts. Es gliederte sich in ein Ost- und ein Westheiligtum. Vor dem Eingang des Westschreins stand ein heiliger Stein. Die Altäre der Gottheiten waren wahrscheinlich nach Geschlecht der jeweiligen Gottheit getrennt. Es fanden sich wieder zahlreiche Terrakotta- und Tonfiguren, darunter die "Lady of Philakopi". Das Heiligtum von Aya Irini auf der Insel Kea enthielt hingegen zahlreiche fast lebensgroße Terrakotta-Figurinen weiblicher Gottheiten.

Mykenische Kultpraktiken[Bearbeiten]

Opfergaben wurden von den Eliten des Palastes auch an weit entfernten Orten und nicht nur im eigenen Palast dargebracht, so z. B. auch in Amnisos und nicht nur in Knossos. Als Opfergaben kamen Goldgefäße, Wolle, Gerste, Feigen, Mehl, Weil, Olivenöl, parfümiertes Öl, Honig, kleine Dosen und Büchsen, Rosensträuße und Tonfigurinen in Frage. Als Opfertiere wurden Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe und wilde Eber genutzt. Auch Menschenopfer könnten existiert haben. Auf Fresken werden die Opferrituale meist von Frauen ausgeführt, aber auch der König (wanax) übernahm eine wichtige Rolle. Es können auch rituelle Bankette ausgerichtet worden sein.

Mykenische Begräbnisriten[Bearbeiten]

Die Mykener bestatteten ihre fürstlichen Toten in aufwendig erbauten großen Tholosgräbern mit zahlreichen Grabbeigaben aus Gold und Bernstein, aber auch mit persönlichen Besitztümern der Toten, symbolischen Tonfiguren und selbst mit geopferten Hunden und Pferden, teilweise wohl auch mit geopferten Dienern. Dies lässt auf einen Glauben an ein Leben nach dem Tode schließen.

Mykenische Gottheiten[Bearbeiten]

Die in Linear B-Texten erwähnten mykenischen Gottheiten sind größtenteils die aus der klassischen Antike bekannten olympischen Gottheiten. Die erwähnten Gottheiten sind Zeus, Hera, Poseidon ((po-se-da-o) Zu mykenischer Zeit Hauptgott in Pylos.), Athena (als Herrin Athena bzw. Athana Potnia (a-ta-na po-ti-ni-ja)), Apollon (unter seinem Beinamen Paieon (pa-ja-wo), der zu Homers Zeiten noch als eigenständiger Heilgott gelten konnte), Artemis, Hermes, Demeter, Hephaistos, Ares (unter seinem Beinamen Enyalios (e-nu-wa-ri-jo) und Dionysos (als Diwonusos)). Weitere erwähnte Gottheiten sind Potnia ((po-ti-ni-ja),wörtlich die "Herrin". Sie gilt als Erd- oder Muttergöttin.), die Potnia der Pferde, Iphimedeia (Sie schenkte Poseidon laut Odyssee zwei Söhne.), eine Taubengöttin sowie zwei Göttinnen, deren Namen von Zeus (Diia) bzw. Poseidon (Poseidaeia) abgeleitet sind. Es gibt Terrakotta-Figurinen von auf Thronen sitzenden Göttinnen. Mykenische Fresken zeigen eine kriegerische Göttin mit Eberzahnhelm und Greif auf dem Arm. Auch eselsköpfige Dämonen kommen auf Fresken vor. Eine Elfenbeinschnitzerei zeigt zwei Göttinnen mit einem Kind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Louise Schofield: Mykene, Geschichte und Mythos. Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 2009, ISBN 978-3-8053-3943-8, S. 144-169.
  • Jaquetta Hawkes: Geburt der Götter - An den Quellen griechischer Kultur. Hallwag AG Bern, Bern, 1972, ISBN 3-444-10107-4, S. 226 f.