Myotis ciliolabrum

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Myotis ciliolabrum
Myotis ciliolabrum.jpg

Myotis ciliolabrum

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Gattung: Mausohren (Myotis)
Untergattung: Selysius
Art: Myotis ciliolabrum
Wissenschaftlicher Name
Myotis ciliolabrum
(Merriam, 1842)

Myotis ciliolabrum ist eine Fledermausart aus der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae), welche in Nordamerika beheimatet ist.

Der Artname setzt sich aus dem Lateinischen „cilium“ (=Augenlid) und „labrum“ (=Lippe) zusammen. Myotis ciliolabrum wurde bis 2005 als eine Unterart von Myotis leibii geführt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Myotis ciliolabrum ist mit einer Unterarmlänge von <34 mm und einem durchschnittlichen Gewicht von 4,5 g ein kleines Mausohr. Die Weibchen sind dabei etwas größer als die Männchen. Charakteristisch ist die schwarze Maske um die Augen, welche im Kontrast steht zu der ansonsten hellen Fellfarbe. Eine solche Maske fehlt beim sympatrisch vorkommenden Kalifornischen Mausohr (Myotis californicus), die generell eine dunklere Fellfarbe besitzt. Die Flughaut, Gesicht und Ohren von Myotis ciliolabrum sind ebenfalls dunkel. Die Art hat kleine Füße (<9 mm), die weniger als halb so lang sind wie die Tibia, jedoch größere als die des Kanifornischen Mausohrs. Die Ohren von Myotis ciliolabrum sind relativ lang (11–16 mm), der Tragus schlank und etwa halb so lang wie das Ohr. Die Flügelspannweite beträgt im Schnitt 242 mm

Lebensweise[Bearbeiten]

Myotis ciliolabrum ist eine häufige Fledermaus in wüstenartigen Lebensräumen, kommt jedoch auch in Wäldern vor. Die Art ist wie die meisten Fledermäuse nachtaktiv und ernährt sich von Insekten, wobei sie besonders kleine Nachtfalter zu bevorzugen scheint, jedoch auch Zweiflügler, Schnabelkerfen, Köcherfliegen und Käfer erbeutet. Myotis ciliolabrum ist dabei ein relativ langsamer, wendiger Flieger. Wo Myotis ciliolabrum zusammen mit dem Kalifornischen Mausohr auftritt, gehen die Arten in unterschiedlichen Gebieten auf Futtersuche: Myotis ciliolabrum bevorzugt dabei felsige Regionen, während das Kalifornische Mausohr über Gewässern jagt. So vermeiden die beiden Fledermausarten Nahrungskonkurrenz. Die Echoortungsrufe bewegen sich regional variierend zwischen 40 und 62 kHz und sind damit für den Menschen nicht hörbar. Tagsüber hängt Myotis ciliolabrum in Felsspalten, Höhlen und Tunneln, die Art wurde aber gelegentlich schon in verlassenen Schwalbennestern, in Gebäuden und unter loser Borke einer Pinie gefunden. Die Tiere sind dabei einzeln oder in kleinen Gruppen anzutreffen. Während der kalten Jahreszeit hält Myotis ciliolabrum Winterschlaf in Höhlen, Felsspalten und verlassenen Minen. Auch dabei findet man meist nur einzelne Tiere und keine großen Gruppen. In denselben Winterschlafplätzen findet man manchmal auch andere Fledermausarten wie Corynorhinus townsendii und die Große Braune Fledermaus (Eptesicus fuscus). Die Weibchen von Myotis ciliolabrum gebären im Frühling jeweils ein einziges Jungtier. Neugeborene haben eine Unterarmlänge von etwa 12,4 mm und ein Gewicht von 1,1 g.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Myotis ciliolabrum kommt in Kanada in Alberta und Saskatchewan sowie südlich in den Vereinigten Staaten bis Kansas und New Mexico vor. Ihr Bestand wird von der IUCN dank der weiten Verbreitung als stabil und die Art als ungefährdet eingestuft [1], steht jedoch in den einzelnen Bundesstaaten unter Schutz.

Literatur[Bearbeiten]

  • G.L. Holloway, R.M.R. Barclay (2001): Myotis ciliolabrum. In: Mammalian Species, Nr. 670, S. 1–5

Quellen[Bearbeiten]

  1. Myotis ciliolabrum in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Myotis ciliolabrum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien