Myrmecia

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Myrmecia
Myrmecia esuriens

Myrmecia esuriens

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Überfamilie: Vespoidea
Familie: Ameisen (Formicidae)
Unterfamilie: Bulldoggenameisen (Myrmeciinae)
Gattung: Myrmecia
Wissenschaftlicher Name
Myrmecia
(Fabricius, 1804)

Myrmecia ist eine Gattung der Bulldoggenameisen (Myrmeciinae) innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae). Die Arten von Myrmecia sind ausschließlich in Australien verbreitet, die einzige Ausnahme hierzu bildet Myrmecia apicalis, die in Neukaledonien vorkommt. Myrmecia-Arten zählen zu den ursprünglichsten Ameisenarten der Welt.

Merkmale[Bearbeiten]

Ameisen der Gattung Myrmecia können zwischen 6 und 40 Millimeter lang werden. Sie unterscheiden sich von den anderen Ameisengattungen durch ihre langen, geraden Mandibeln, ihre relativ großen Augen und ihre hellrote oder orange Farbgebung. Ähnlich wie bei Knotenameisen (Myrmicinae) besteht bei ihnen das Stielchenglied (Petiolus), welches Mesosoma und Hinterleib verbindet, aus zwei Teilen (Petiolus und Postpetiolus), statt einem Teil wie sonst bei Ameisen üblich.[1]

Die meisten Arten von Myrmecia besitzen große, geflügelte Königinnen, die nach dem Hochzeitsflug an geeigneter Stelle einen eigenen neuen Staat bilden. Manche Arten besitzen jedoch ergatogyne Königinnen, die sich morphologisch wenig von den Arbeiterinnen unterscheiden. Wieder andere Arten sind zeitweise Sozialparasiten und bauen einen neuen Staat durch Invasion eines Nestes einer anderen Art und Töten der ansässigen Königin auf. Eine Art hat ihre Arbeiterkaste völlig verloren und Königinnen sowie Männchen finden sich permanent in Nestern anderer Arten.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Neuere Studien vermuten, dass die ersten Arten von Myrmecia vor mindestens 100 Millionen Jahren mit der Vermehrung von Blütenpflanzen erstmals aufgetreten sind. Anhand von fossilen Funden ist bekannt, dass die Arten dieser Gattung einst über den gesamten Erdball verbreitet waren, heute kommen sie aber nur mehr in Australien und Neukaledonien vor.[2] Die Art Myrmecia brevinoda wurde in den 1940er Jahren in Neuseeland eingeschleppt, aber vor Ort seit 1981 nicht mehr gesichtet und gilt dort als ausgestorben.[3]

Verhalten[Bearbeiten]

Die Individuen der Gattung Myrmecia zeigen für Ameisen einige archetypische und zum Teil etwas primitive Verhaltensweisen. Die Arbeiterinnen jagen einzeln und zeitweise unkooperativ. Sie besitzen jedoch ein vergleichsweise sehr gutes Sehvermögen, was ihnen Vorteile bei der Jagd verschafft.[4] Die Ameisen jagen meist am Boden oder in niedriger Vegetation und hauptsächlich tagsüber, einige Arten sind aber auch nachtaktiv. Sie sammeln sowohl Nektar und Pflanzensäfte, als auch kleine Wirbellose, wobei letztere an die Larven verfüttert werden.[1]

Das Sozialverhalten der Ameisen ist im Vergleich zu fortschrittlicheren Arten wenig ausgeprägt. Eine Rekrutierung findet nicht statt, die Ameisen können auch keine chemischen Signale (Pheromone) für ihre Nestkollegen absondern und reagieren auch nicht auf solche.[4]

Die Nester sind unterirdisch angelegt und haben oft kleine und versteckte Eingänge, die typischerweise mit trockenem Pflanzenmaterial und Erde bedeckt sind. Ein paar Arten bauen ihre Nester in verrotteten Baumstämmen, eine Art, die in den nördlichen Regenwäldern Australiens einheimisch ist, auch auf Bäumen in epiphytischen Farnen. Die meisten Nester sind klein mit einigen Hundert Arbeiterinnen, manche Gemeinschaften können aber auch Tausende von Individuen umfassen. Die Nester werden sehr aggressiv verteidigt.[1]

Ihr Gift produzieren die Ameisen im Hinterleib in speziellen Drüsen. Beim Stich krümmt die Ameise den Bauch und injiziert so das Gift durch den Stachel. Meist wird das Opfer dabei mit Hilfe der Mandibeln festgehalten. Manchmal wird dem Opfer durch einen Biss erst eine Wunde beigebracht, in die daraufhin das Gift gespritzt wird. Die Ameisen können mehrere Stiche hintereinander verabreichen, was auch oft geschieht. Der Stich kann beim Menschen zu starken Schmerzen führen.[4] In manchen Fällen können auch allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock) auftreten, die sogar zum Tod führen können. Im Zeitraum zwischen 1980 und 1999 gab es in Australien sechs Todesfälle durch Insektenstiche der Gattung Myrmecia.[5]

Systematik[Bearbeiten]

Es gibt etwa 90 Arten innerhalb der Gattung Myrmecia.[6] Der Gattungsname leitet sich vom altgriechischen Wort μυρμήκος („myrmecos“) für Ameise ab.[7]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMyrmecia Fabricius, 1804. CSIRO Ants down under, abgerufen am 22. Mai 2009 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMark W. Moffett: Lone Huntress. National Geographic, Mai 2007, abgerufen am 13. Mai 2009 (englisch).
  3.  P.J. Lester, J.B. Keall: The apparent establishment and subsequent eradication of the Australian giant bulldog ant Myrmecia brevinoda Forel (Hymenoptera: Formicidae) in New Zealand. In: New Zealand Journal of Zoology. Volume 32, Royal Society of New Zealand, 2005, S. 353–357.
  4. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBull Ants Fact File. Australian Museum online, abgerufen am 13. Mai 2009 (englisch).
  5.  Forbes McGain und Kenneth D. Winkel: Ant sting mortality in Australia. In: Toxicon. Volume 40, Issue 8, 2002, S. 1095-1100.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGenus Myrmecia. ITIS, abgerufen am 22. Mai 2009 (englisch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAlex Wild: Ant Image Gallery (Formicidae). www.myrmecos.net, abgerufen am 26. Mai 2009 (englisch).

Literatur[Bearbeiten]

  •  CSIRO, Division of Entomology: Insects of Australia. Melbourne University Press, 1991, ISBN 0522846386.
  •  John Clark: The Formicidae of Australia. Vol. 1. Subfamily Myrmeciinae. CSIRO, Melbourne 1951.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Myrmecia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien