Mysore (Distrikt)

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Distrikt Mysore
ಮೈಸೂರು ಜಿಲ್ಲೆ
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Karnataka
Division: Mysore
Verwaltungssitz: Mysore
Fläche: 6.853 km²
Einwohner: 2.994.744 (2001)
Bevölkerungsdichte: 437 Ew./km²
Website: mysore.nic.in

Der Distrikt Mysore (Kannada: ಮೈಸೂರು ಜಿಲ್ಲೆ) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungszentrum ist das namensgemende Mysore (Mysuru), die zweitgrößte Stadt Karnatakas.

Geografie[Bearbeiten]

Der Distrikt Mysore liegt im Süden Karnatakas im südlichsten Teil des Dekkan-Plateaus. Nachbardistrikte sind Kodagu im Westen, Hassan im Norden, Mandya im Nordosten, Chamarajanagar im Südosten und Wayanad im Südwesten. Letzterer gehört bereits zum Nachbarbundesstaat Kerala.

Landschaft bei Mysore

Das Distriktgebiet hat eine Fläche von 6.853 Quadratkilometern und bildet eine sanft hügelige Hochebene mit einer durchschnittlichen Höhe von 700 bis 900 Metern über dem Meeresspiegel. Teilweise ragen Ausläufer der Westghats, die Höhen von bis zu 1200 Metern erreichen, in den Distrikt Mysore hinein. Über ein Drittel des Distriktgebiets ist bewaldet. Zum Distrikt Mysore gehört auch ein Teil des Nagarhole-Nationalparks, der ein Rückzugsgebiet für wilde Tiere wie Tiger, Leoparden und Elefanten bildet. Durch den Nordteil des Distrikts fließt der Fluss Kaveri, einer der Hauptströme Südindiens. An der Grenze zum Distrikt Mandya ist die Kaveri zum Krishnarajasagara-Stausee aufgestaut.

Der Distrikt Mysore ist in die sieben Taluks Heggadadevanakote, Hunsur, Krishnarajanagar, Mysore, Nanjangud, Piriyapatna und Tirumakudal-Narsipur unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Während der britischen Kolonialzeit gehörte der Distrikt zum Fürstenstaat Mysore. 1939 wurde der Distrikt Mandya als eigener Distrikt aus dem Distrikt Mysore gelöst. Nach der indischen Unabhängigkeit vollzog der Fürstenstaat Mysore 1949 den Anschluss an die Indische Union. Durch die Neuordnung der indischen Bundesstaaten wurde der Distrikt Mysore 1956 zu einem Teil des nach den Sprachgrenzen des Kannada geschaffenen Bundesstaats Mysore (1973 umbenannt in Karnataka). 1997 spaltete sich der südliche Teil des Distrikts Mysore als Distrikt Chamarajanagar ab.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Frauen in einem Dorf im Distrikt Mysore

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Mysore 2.994.744 Einwohner. Damit ist er nach Bangalore Urban und Belgaum der drittgrößte Distrikt Karnatakas. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl um 13,4 Prozent und damit nur wenig langsamer als im Mittel des Bundesstaates (15,7 Prozent). Die Bevölkerungsdichte liegt mit 437 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Durchschnitt des Karnatakas (319 Einwohner pro Quadratkilometer). 41,4 Prozent der Einwohner des Distrikts Mysore leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad ist damit höher als der Mittelwert des Bundesstaates (38,6 Prozent). Die Alphabetisierungsquote liegt mit 72,6 Prozent unter dem Durchschnitt Karnatakas (76,1 Prozent).[1]

Unter den Einwohnern des Distrikts stellen nach der Volkszählung 2001 Hindus mit 87,4 Prozent eine große Mehrheit. Zum Islam bekennen sich 8,9 Prozent der Bevölkerung. Eine kleinere Minderheit stellen Buddhisten mit 1,4 Prozent dar. Dabei handelt es sich größtenteils um Nachfahren tibetischer Flüchtlinge, die in den 1950er- und 1960er-Jahren von der indischen Regierung in Bylakuppe und anderen Orten im Distrikt Mysore angesiedelt wurden. Die Volkszählung 2001 klassifiziert 10,3 Prozent der Distriktbevölkerung als Angehörige der Stammesbevölkerung (vgl. Adivasi). Dabei handelt es sich größtenteils um Angehörige der Naikda sowie einige Jenu Kuruba.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Amba-Vilas-Palast bei Nacht

Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Distrikts ist die Stadt Mysore. Die ehemalige Maharaja-Residenz zieht dank prunkvoller Bauten wie dem 1912 fertiggestellten Stadtpalast (Amba Vilas) zahlreiche Touristen an. Am Rand Mysores erhebt sich der 1.062 Meter hohe Hausberg Chamundi Hill, auf dessen Gipfel sich mit dem Chamundeshwari-Tempel ein populäres Pilgerziel befindet. An die Herrschaft der Hoysala erinnert der im 13. Jahrhundert erbaute Keshava-Tempel in Somnathpur rund 30 Kilometer östlich von Mysore. Neben den Tempeln von Halebid und Belur gilt der mit filigranen Reliefs geschmückte Tempel von Somnathpur als eines der bedeutendsten Beispiele der Hoysala-Architektur.

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[3]
Bannur 23.190
Belvata 5.627
Bhogadi 4.813
Hebbalu 1.471
Heggadadevanakote 12.043
Hunsur 43.893
Krishnarajanagar 30.603
Mysore 742.261
Nanjangud 48.220
Piriyapatna 14.922
Tirumakudal-Narsipur 9.930

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals: Data Sheet (PDF; 1,7 MB) und Population and decadal growth rate by residence Persons. (PDF; 1,3 MB)
  2. Census of India 2001: Basic Data Sheet. District Mysore (26), Karnataka (29). (PDF; 55 kB)
  3. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 18: Moram to Nayāgarh. New edition, Clarendon Press, Oxford 1908, S. 250–259, Stichwort: Mysore District.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mysore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien