Mystagogie

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Mystagogie (von griechisch mystagogein „in die Mysterien einführen“) bezeichnet ursprünglich die Unterweisung von Jüngern in einen antiken Mysterienkult. Der unterweisende Priester heißt Mystagoge.

Lehrinhalte[Bearbeiten]

Die frühe christliche Kirche übernahm den Begriff für den Einführungsunterricht, der den Katechumenen vor ihrer Taufe erteilt wurde. Insbesondere bezeichnete der Begriff die letzten, unmittelbar vor oder sogar erst nach der Taufe erteilten Lektionen dieses Unterrichts, die sich weniger mit der Tugendlehre und anderen lebenspraktischen Themen als mit den christlichen Sakramenten beschäftigten. Predigten, die in diesem Zusammenhang entstanden, werden als Mystagogische Homilien bezeichnet; bis heute überliefert ist eine solche Predigtsammlung des Kirchenvaters Kyrill von Jerusalem aus dem 4. Jahrhundert.

In der neueren römisch-katholischen Theologie bezeichnet Mystagogie eine besondere Einführung in den christlichen Glauben, die davon ausgeht, dass ein Gläubiger bereits Glaubenserfahrungen kennt, deren Bedeutungen ihm aber noch nicht umfassend klar sind. Karl Rahner hat dafür den Begriff der mystagogischen Katechese geprägt.

Die evangelische Theologin Sabine Bobert bezeichnet "mystagogische Zugänge zum Christentum" sogar als "das Zukunftsmodell der Volkskirche". [1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Sabine Bobert: Jesusgebet und neue Mystik: Grundlagen einer christlichen Mystagogik. Kiel 2010 (Cover, S. 1–29).
  • Mirjam Schambeck: Mystagogisches Lernen. Zu einer Perspektive religiöser Bildung (= Studien zur Theologie und Praxis der Seelsorge 62), Würzburg 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Sabine Bobert: Megatrend Spiritualität: Unterwegs zu einer spirituellen Moderne – auch in der Volkskirche?, in: Paul M. Zulehner (Hrsg.): Spiritualität – mehr als ein Megatrend, Ostfildern 2004, ISBN 978-3-7966-1174-2, S. 80-88 (, hier: 8-10).