Mystic Seaport

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Mystic Seaport in Mystic (Connecticut) (USA) ist ein 1929 gegründetes Freilichtmuseum am Mystic River mit einem integrierten Museumshafen und Schiffahrtsmuseum. Es wird im Konzept der Living History betrieben, wichtigstes Objekt ist der Walfänger Charles W. Morgan.

Übersicht[Bearbeiten]

Die Gründung des Museums fand 1929 unter dem Namen „Marine Historical Association“ statt. 1941 wurde es mit dem Erwerb der Charles W. Morgan, dem letzten hölzernen Walfänger, überregional bekannt. Angeschlossen sind ein Forschungszentrum, das Frank C. Munson Institute of American Maritime Studies, weitere Fortbildungseinrichtungen und eine der größten Schiffahrtsbibliotheken der Welt. Das Mystic Seaport war eines der ersten Museen in den Vereinigten Staaten, welches nach dem Prinzip der „Living History“ aufgebaut wurde. Der dargestellte Ort besteht aus mehr als 60 originalen Gebäuden, die meisten von ihnen seltene, ursprünglich gewerblich genutzte Bauten. Diese wurden an ihren ursprünglichen Standorten demontiert und hier wieder aufgebaut. In vielen dieser Häuser stellen Handwerker die damalige Form der Arbeitsprozesse eines Seefahrerortes des 19. Jahrhunderts nach.

Hafen[Bearbeiten]

Die Sammlung der Schiffe umfasst unter anderem

  • die Annie, ein Sandbagger, d.h. ein übertakeltes Rennboot mit Sandballast von 1880
  • die Charles W. Morgan, die auf ihrer 38. Reise 2014 nach Boston segelte
  • die Emma C. Berry, ein als Sloop getakeltes Fischer- und Frachtboot von 1866
  • die Joseph Conrad ex Georg Stage, ein ehemals dänisches, als Vollschiff getakeltes Segelschulschiff von 1882
  • die Sabino, das letzte hölzerne amerikanische Schiff mit Dampfmaschinenantrieb, erbaut 1908 als Passagierfähre
  • die Breck Marshall, der Nachbau eines Katboots
  • die Australia, ein Schoner von 1862
  • die Brilliant, ein Rennyacht von 1932 [1]
  • die Estella A.
  • die Florence, ein Fischerboot von 1926
  • die Gerda III, ein dänischer hölzerner Leuchtturmversorger von 1926, der eine wichtige Rolle bei der Evakuierung jüdischer Flüchtlinge aus Dänemark im Zweiten Weltkrieg spielte
  • die L. A. Dunton, ein Hafenschlepper von 1937 - eines der ersten vollständig geschweißten Schiffe, das im Hafen von Groton Dienst tat
  • die Nellie, ein Sloop als getakelter Austernfischer von 1891
  • die Regina M., ein als Sloop getakelter Fischtransporter aus der Passamaquoddy-Bucht, erbaut um 1900
  • die Roann, ein Trawler (Rig-dragger) von 1947 aus Neuengland
  • die Star, eine Fischerboot aus Connecticut von 1950, mit dem Schwertfisch, Thunfisch und Hummer gefangen wurden

Einige der dargestellten Schiffe sind die letzten existierenden Fahrzeuge ihrer Art. Vier der Schiffe wurden als National Historic Landmark eingestuft, die Charles W. Morgan, die L. A. Dunton, die Emma C. Berry und die Sabino. Der Museumshafen bietet auch nicht zum Museum gehörenden Schiffen Liegemöglichkeiten für eine Nacht.

Gebäude[Bearbeiten]

Im Ort können fast alle Gewerbe, die allgemein mit der Erstellung und dem Betrieb einer Flotte assoziiert werden, besichtigt werden. Jedes Gebäude dient dazu, die ursprünglichen Aktivitäten darzustellen, nebenbei werden aber auch die dort entstandenen Produkte erklärt. Hierzu zählen unter anderem der Schiffsausrüster, der Kerzenzieher, die Reeperbahn, die Küferei, das Schiffsagentenbüro, die Druckerei, das Geschäft für Nautischen Instrumente und vieles mehr. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Nachbau des Leuchtturms von Nantucket’s Brant Point.

Die Werft ist ein weiterer wichtiger Teil des Ortes. Hier werden Schiffe in traditioneller Weise restauriert oder die musemseigenen Schiffe instand gehalten. Es entstehen auch Repliken wichtiger Schiffe, so der Nachbau der Amistad. Mehr als 100.000 Schiffszeichnungen und Pläne wurden hier archiviert.

In weiteren, nicht originalgetreuen Häusern werden zusätzliche Objekte wie ein Modell des Mystic River-Gebietes um 1870 in 1/128 oder Galionsfiguren ausgestellt, im Planetarium wird die Astronavigation erklärt.

Kultur[Bearbeiten]

Auf dem Gelände wird jeden Juni seit 1979 das Mystic Seaport Sea Music Festival abgehalten, daß zu einem der ältesten und größten Festival dieser Art im nordamerikanischen Raum zählt. Es werden auch außerhalb dieses Festivals Musik dargeboten, so werden Shanties in ihrem Kontext als Arbeitslieder präsentiert. Mitarbeiter des Hafens rekrutieren hierbei auch Gäste, um im Rhythmus der Lieder Segel zu setzen oder ein Spill zu bewegen.

Rezeption[Bearbeiten]

  • In dem Buch Mystery of the Whale Tattoo der Hardy Boys-Serie spielt Mystic Seaport eine wesentliche Rolle, eine der Hauptpersonen wird an Bord der Charles W. Morgan fast getötet, eine in der Handlung wesentliche Statue wird dort wieder aufgefunden.
  • 1997 diente Mystic Seaport als Kulisse für viele Szenen des Filmes Amistad.
  • Die Musikgruppe Vampire Weekend bezieht sich in ihrem Lied Walcott auf diesen Ort.

Abbildungen[Bearbeiten]

Panorama aus Flußsicht

Literatur[Bearbeiten]

 Maynard Bray, Benjamin Fuller, Peter Vermilya: Mystic Seaport Watercraft. 3 Auflage. Mystic Seaport Museum, 2001, ISBN 0-913372-94-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mystic Seaport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

41.3625-71.965277777778Koordinaten: 41° 21′ 45″ N, 71° 57′ 55″ W