Ubuntu

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ubuntu (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ubuntu
Logo von Ubuntu
Bildschirmfoto
Screenshot von Ubuntu 14.04 „Trusty Tahr“
Ubuntu Desktop 14.04 „Trusty Tahr“
Basisdaten
Entwickler Canonical Foundation, Ubuntu community
Sprache(n) in mehr als 55 Sprachen verfügbar, darunter auch Deutsch
Aktuelle Version 14.04.1 LTS „Trusty Tahr“
(25. Juli 2014)[1]
Abstammung GNU/Linux
↳ Debian GNU/Linux
↳ Ubuntu
Kernel monolithisch
Chronik Warty Warthog (4.10)
Hoary Hedgehog (5.04)
Breezy Badger (5.10)
Dapper Drake (6.06 LTS)
Edgy Eft (6.10)
Feisty Fawn (7.04)
Gutsy Gibbon (7.10)
Hardy Heron (8.04 LTS)
Intrepid Ibex (8.10)
Jaunty Jackalope (9.04)
Karmic Koala (9.10)
Lucid Lynx (10.04 LTS)
Maverick Meerkat (10.10)
Natty Narwhal (11.04)
Oneiric Ocelot (11.10)
Precise Pangolin (12.04 LTS)
Quantal Quetzal (12.10)
Raring Ringtail (13.04)
Saucy Salamander (13.10)
Trusty Tahr (14.04 LTS)
Utopic Unicorn (14.10)
Architekturen offiziell: x86, AMD64, ARM
inoffiziell: ppc, sparc64, PA-RISC
Lizenz Open Source (u. a. GNU GPL)
Sonstiges Desktop: Gnome; Shell: Unity
Website www.ubuntu.com
Kompatibilität POSIX

Ubuntu ist eine kostenlose Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Der Name Ubuntu bedeutet auf Zulu etwa „Menschlichkeit“[2] und bezeichnet eine afrikanische Philosophie. Die Entwickler verfolgen mit Ubuntu das Ziel, ein einfach zu installierendes und leicht zu bedienendes Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen. Dies soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass für jede Aufgabe genau ein Programm zur Verfügung gestellt wird. Das Projekt wird vom Software-Hersteller Canonical Ltd. gesponsert, das vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde.[3]

Ubuntu konnte seit dem Erscheinen der ersten Version im Oktober 2004 seine Bekanntheit stetig steigern und ist inzwischen eine der bekanntesten und meistgenutzten Linux-Distributionen. Die Nutzerzahl wird auf etwa 25 Millionen geschätzt.[4] Neben Ubuntu selbst, das seit Version 11.04 standardmäßig die von der Ubuntu-Entwickler-Community selbst entwickelte Oberfläche Unity als Desktopumgebung einsetzt, existieren verschiedene Abwandlungen. Zu den offiziellen Unterprojekten gehören unter anderem Kubuntu mit KDE, Xubuntu mit Xfce, Ubuntu GNOME mit Gnome als Desktopumgebung, sowie Ubuntu Studio, das speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet ist. Neue Ubuntu-Versionen erscheinen jedes halbe Jahr im April (04er-Versionen) und im Oktober (10er-Versionen). Die derzeit aktuelle Version, welche zugleich die Version mit Langzeit-Support (kurz LTS) darstellt, ist 14.04.1 alias Trusty Tahr.

Inhaltsverzeichnis

Prinzipien[Bearbeiten]

Ubuntu 8.10 mit DarkRoom-Standard-Thema

Ein gesellschaftliches Ziel von Ubuntu ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die digitale Kluft überwunden wird. Daher will das Projekt Software anbieten, die für alle Menschen möglichst ohne Einschränkungen und kostenlos zur Verfügung steht. Dies spiegelt sich auch in der Wahl des Namens wider: Der Begriff Ubuntu kommt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa[5] und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet. Auch im System selbst sind Anspielungen auf Afrika zu finden, etwa das Geräusch einer Buschtrommel bei der Anmeldung oder die bis einschließlich Version 9.10 vorherrschende braune, an eine Savanne erinnernde Farbgebung. Alle Entwickler müssen zudem den Code of Conduct[6] unterzeichnen, mit dem sie sich verpflichten, den Grundsatz der „Menschlichkeit“ (dort näher ausgeführt als Freundlichkeit, Respekt voreinander, Rücksicht, Teamarbeit und Ähnliches) sowohl bei der Entwicklung und der Kommunikation untereinander als auch bei dem Umgang mit den Benutzern einzuhalten. Deshalb werden in Foren und Mailinglisten von Ubuntu auch typische Anfängerfragen in der Regel geduldig und freundlich beantwortet.[7] Das kreisförmige Logo von Ubuntu wird oft durch mehrere Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gebildet. Dieser „circle of friends” symbolisiert den Slogan von Ubuntu – „Linux for human beings“.

Weitere Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Internationalisierung und der Barrierefreiheit, damit die angebotene Software für so viele Menschen wie möglich benutzbar wird. Derzeit kommen hier hauptsächlich die Übersetzungen und Hilfsmittel für Barrierefreiheit aus dem Gnome-Projekt zum Tragen. Außerdem existiert das eigene Online-Übersetzungswerkzeug Rosetta. Als Richtlinie für erlaubte Lizenzen für die Paketquellen main und universe (siehe Aufteilung der Programm-Pakete) werden die Debian Free Software Guidelines verwendet, unfreie Softwarepakete jedoch – anders als etwa bei Debian – nicht kategorisch ausgeschlossen. Solche unfreien Pakete werden dort automatisch installiert, wo freie Software noch nicht den vollen Funktionsumfang gewährleisten kann, beispielsweise bei Gerätetreibern. Unter anderem für diesen Pragmatismus wird Ubuntu von der Free Software Foundation und anderen strengen Verfechtern freier Software kritisiert; andere Benutzer sehen jedoch genau darin einen der größten Vorteile.

Nach eigenem Bekunden liegt Ubuntus Schwerpunkt auf der Benutzerfreundlichkeit. Die Standard-Installation stellt jeweils nur ein Programm für die üblichen Anwendungsgebiete – etwa E-Mail-, Browser- oder Office-Pakete – bereit, wodurch die bei anderen Linux-Distributionen häufigen Redundanzen vermieden werden. Die Auswahl erfolgt überwiegend nach dem eingesetzten Toolkit zur Programmierung der grafischen Benutzeroberfläche. Kubuntu verwendet hier Qt, alle anderen Versionen GTK+. Eine Ausnahme bildet LibreOffice, das sich nach Meinung der Entwickler gegenüber KOffice und den Gnome-Office-Programmen durch stabileren Betrieb und besseren Umgang mit Microsoft-Office-Dateien auszeichnet.[8] Weitere Kriterien sind die Integration in die Arbeitsumgebung und der Entwicklungsstand der Programme.

Als weiterer Aspekt der Benutzerfreundlichkeit wird versucht, das System automatisch zu konfigurieren. Beispielsweise wird beim Umgang mit Grafikkartentreibern im Idealfall direkt der beste unter einer freien Lizenz verfügbare Gerätetreiber ausgewählt. Falls ein proprietärer Treiber nötig ist – etwa für die Unterstützung von 3D-Beschleunigung – kann dieser über ein grafisches Konfigurationsprogramm installiert werden. Bei anderen Distributionen müssen solche Treiber häufig manuell heruntergeladen und per Kommandozeile installiert werden, wofür zudem weitere Pakete für die Übersetzung installiert werden müssen. Serverdienste müssen in der Regel über die Kommandozeile manuell konfiguriert werden.

Finanzierung[Bearbeiten]

Initiiert wurde das Ubuntu-Projekt durch den südafrikanischen Multimillionär Mark Shuttleworth, der sich selbst als „wohlwollenden Diktator“ bezeichnet. Er selbst finanziert einerseits einen Großteil des Projektes, wodurch dieses weitaus größere finanzielle Mittel zur Verfügung hat als die meisten anderen Distributionen, ist andererseits aber auch selbst als Entwickler tätig.

Die meisten der ungefähr 40 hauptberuflichen Ubuntu-Entwickler kommen aus den Debian- und Gnome-Online-Communitys[5] und werden vom Unternehmen Canonical Limited mit Sitz auf der Isle of Man bezahlt. Dieses Unternehmen gehört Mark Shuttleworth, der das Projekt weitgehend sponsert. Das Unternehmen soll sich langfristig über kommerziellen Kundendienst für Ubuntu selbst finanzieren.

Am 1. Juli 2005 wurde von Shuttleworth und Canonical zudem die Ubuntu Foundation mit einem Startkapital von 10 Millionen US-Dollar ins Leben gerufen.[9] Diese soll die Pflege der Ubuntu-Versionen nach deren Erscheinen übernehmen und allgemein die Weiterentwicklung unterstützen. Um ihre Ziele zu verwirklichen und neue Versionen zu ermöglichen, soll die Ubuntu Foundation Mitglieder der Kern-Community einstellen.

Eine weitere Finanzierungsquelle sind laut Richard Stallman jedoch auch die seit der Fassung 12.10 eingebauten Spyware-Funktionen, die für den Onlinehändler Amazon Nutzerdaten anonymisiert verschicken.[10]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verschiedene Ubuntu-CDs

Ubuntu wurde bereits nach kurzer Zeit in den Medien, auch über die Fachwelt hinaus, stark beachtet.[3][11][12] Über die Website ließen sich kostenlose Ubuntu- und Kubuntu-CDs bestellen; heutzutage ist dieses Angebot kostenpflichtig. Sämtliche Ubuntu-Versionen können jedoch nach wie vor kostenlos im Internet heruntergeladen werden. Die heruntergeladene Installationsdatei kann auf eine DVD gebrannt oder auf einen USB-Stick kopiert werden. Dies ermöglicht die Installation aus einem laufenden Live-System heraus. In den Jahren 2006 und 2007 erhielt Ubuntu in einer Umfrage der Website desktoplinux.com zur Verbreitung verschiedener Linux-Distributionen 30 Prozent der Stimmen und erzielte damit in beiden Jahren den ersten Platz.[13] Auch auf der Website Distrowatch belegte Ubuntu in den Jahren 2005 bis 2010 den ersten Platz. Seit 2011 belegt es den zweiten Rang nach Linux Mint.[14] Auf Webservern nimmt Ubuntu nach Debian und CentOS Rang 3 unter den Linux-Distributionen ein.[15]

Der Hardwareanbieter Dell begann in den USA im Mai 2007, kurze Zeit später auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, Ubuntu vorinstalliert auf einigen seiner Computermodelle anzubieten.[16][17][18] Dabei handelt es sich um eine der ersten Aktionen eines größeren PC-Herstellers, der PCs mit vorinstalliertem Linux für Privatkunden bewirbt. Nach Unternehmensangaben geht dieser Schritt auf Kundenwünsche zurück.

Die französische Nationalversammlung stellte 2007 die Rechner der Abgeordneten und ihrer Assistenten auf Ubuntu um. Die Förderung von freier Software hatte das Parlament bereits Ende 2006 beschlossen. Die Umstellung betraf 1154 Rechner.[19] Im Januar 2008 gab die französische Gendarmerie bekannt, dass bis 2014 auf allen 70.000 Arbeitsplatzrechnern Windows durch Ubuntu ersetzt werden soll. Im ersten Jahr sollen 8000 Arbeitsplätze migrieren.[20]

Die Regierung Mazedoniens will für die Schüler im Land 20.000 Thin-Client-Systeme auf Basis von Edubuntu beschaffen. Hierbei sollen an einen Server jeweils sieben Clients angeschlossen werden, sodass theoretisch bis zu 140.000 Schüler diese Clients nutzen können.[21]

Die Fluggesellschaft Contact Air nutzte Ubuntu auf all ihren 120 Laptops für Piloten. Wikimedia betreibt alle ihre Server mit der Ubuntu Server Edition. In Andalusien werden 220.000 Ubuntu-Desktops in Schulen eingesetzt. AMTRON, ein indischer Telekommunikationsanbieter, übergab jedem Schüler mit überdurchschnittlichen Abschlussklausuren im Bundesstaat Assam einen PC mit der Ubuntu Desktop-Edition, insgesamt 28.000.[22]

Im Rahmen der Umstellung der Münchner Stadtverwaltung auf Linux (LiMux-Projekt) wurde 2010 auf Ubuntu gewechselt, das bis 2013 auf 12.000 Desktoprechnern eingesetzt werden wird.[23]

Die LVM Versicherung setzt seit April 2011 auf ungefähr 10.000 Laptops und Desktop-Rechnern Ubuntu Desktop 10.04.2 LTS ein.[24]

Technische Merkmale[Bearbeiten]

Ubuntu basiert technisch auf Debian, wobei das Paketformat (.deb) und diverse Strukturen übernommen wurden. Zu Beginn eines Entwicklungszyklus wird ein Teil der Pakete mit denen aus Debian unstable abgeglichen, insbesondere die des main-Bereichs werden aber vollständig alleine gepflegt. Hierdurch wird der Arbeitsaufwand für die Wartung der weniger wichtigen Programme reduziert. Alle Änderungen und Verbesserungen an Debian-Paketen, die in Ubuntu vorgenommen werden, stehen dem Debian-Projekt als Patches zur Verfügung. Theoretisch ist es aufgrund der strengen Paketdefinitionen auch möglich, Programmpakete aus Debian direkt zu benutzen, in der Praxis gibt es hierbei jedoch insbesondere bei systemnahen Funktionen aufgrund diverser Detailunterschiede (z. B. Versionen der abhängigen Pakete) oftmals Probleme.

Das Ubuntu Software Center 5.2.6 unter Ubuntu 12.04.1

Das seit Version 11.10 integrierte Software Center[25], das dem Apple App Store und dem Android Market nachempfunden ist, soll die Anzahl der verfügbaren Applikationen für die Ubuntu-Plattform langfristig deutlich steigern.[26]

Nach der Standardinstallation von Ubuntu ist ein Administrator-Benutzerkonto („Root-Account“) zwar vorhanden, dieses ist aber – wie bei Mac OS X – durch ein ungültiges[27] Kennwort deaktiviert. Es ist daher in der Standardkonfiguration nicht möglich, sich direkt als „root“ anzumelden, wodurch das ungewollte Starten von Programmen mit Administratorrechten und eine möglicherweise dadurch verursachte Änderung am System verhindert wird. Das mit eingeschränkten Rechten ausgestattete Benutzerkonto kann vorübergehend vollständige Systemprivilegien erhalten, sodass der Benutzer z. B. neue Software im System installieren kann. Dabei wird das mit Administratorrechten zu startende Programm mit dem Befehl sudo aufgerufen, der das Benutzerpasswort abfragt und diesen Freigabe-Status kurzzeitig speichert.

Ubuntu verwendet als Arbeitsumgebung Unity (seit Ubuntu 11.04, bis Ubuntu 10.10 Gnome); die später hinzugekommenen Abwandlungen Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu verwenden KDE, Xfce beziehungsweise LXDE. Die verschiedenen Abwandlungen unterscheiden sich lediglich durch die Vorauswahl der standardmäßig installierten Software-Pakete und können daher technisch als unterschiedliche Konfigurationen einer Distribution angesehen werden. Grundsätzlich entstammen sämtliche Programme, inklusive der Konfigurationsprogramme, der gleichen Arbeitsumgebung, wodurch die Bedienung konsistent gehalten wird. Die Programme anderer Umgebungen können jedoch über die Paketverwaltung nachinstalliert werden, ebenso weitere aus einem Fundus von über 30.000 Paketen.

Ubuntu ist für die Rechnerarchitekturen i386 und AMD64/EM64T verfügbar. Die offizielle Unterstützung für PowerPC wurde mit Erscheinen der Version 7.04 eingestellt, da aktuelle Apple-Rechner seit 2006 mit Intel-Architektur ausgeliefert werden und das Anpassen der Distribution für die verbliebenen PowerPC-Nutzer nicht mehr als wirtschaftlich angesehen wird. Diese Aufgabe soll jedoch durch die Community weiter geleistet werden. Für die Sun-SPARC-Architektur gab es nur eine Server-Version, und diese auch nur bis einschließlich Version 7.10.

Bei Versionen, die vor 2006 erschienen sind, sind Installations-CD und Live-CD getrennt, eine Installation über die Live-CD ist hier noch nicht möglich. Version 6.06 LTS ermöglicht es erstmals, das System von der Live-CD (auch Desktop-CD genannt) aus zu installieren. Dadurch ist es möglich, während der Installation im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen oder andere Aufgaben zu erledigen. Die spezielle Installations-CD (jetzt Alternate-CD genannt) wird nur noch benötigt, wenn besondere Anforderungen wie beispielsweise LVM-Einrichtung bei der Installation umgesetzt werden sollen oder das System wenig Arbeitsspeicher besitzt. Daneben gibt es eine DVD-Version, die sowohl einen Live-Modus wie auch eine direkte Installation beinhaltet.

Als weitere Besonderheit, insbesondere gegenüber Microsoft Windows, speichert das System die Hardware-Konfiguration weitgehend nicht auf der Festplatte, sondern erkennt sie automatisch beim Systemstart; ab Version 8.10 gilt dies auch für die Grafikkarte. So ist ein Austausch der Hardware oder sogar ein Einbau einer mit Ubuntu bespielten Festplatte in einem völlig anderen PC teilweise ohne jede Anpassung möglich.

Aufteilung der Programmpakete[Bearbeiten]

Wie bei allen Debian-Derivaten sind die Programmpakete in mehrere Paketquellen aufgeteilt. Bei Ubuntu erfolgt die Zuordnung anhand zweier Kriterien. Zum einen wird danach unterschieden, ob es sich um freie Software handelt, zum anderen danach, ob das Programm zu einer der Varianten der Grundausstattung gehört oder ob es grundsätzlich optional ist. Die Paketquellen werden unterschiedlich intensiv durch das Ubuntu-Team betreut. Eine Einschränkung des Kundendiensts auf nur einen Teil der Pakete ist eine Besonderheit von Ubuntu und in Debian nicht vorhanden.

Die Paketquelle main umfasst jene Pakete, die den Ubuntu-Lizenzanforderungen (Debian Free Software Guidelines) entsprechen und direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt werden. Die Pakete dieser Quelle sind in einer der Ubuntu-Varianten Bestandteil der Standardinstallation und meist aufeinander abgestimmt. Für alle Pakete in diesem Bereich stellt das Ubuntu-Team kommerziellen Kundendienst und Sicherheits-Korrekturen zur Verfügung.

Zu dem Bereich restricted gehört Software, die von den Ubuntu-Entwicklern wegen ihrer Wichtigkeit unterstützt wird, die aber wegen fehlender geeigneter Lizenz nicht in main integriert werden kann. Es handelt sich insbesondere um Pakete für nur im Binärformat vorliegende Grafikkarten-Treiber. Die Unterstützung ist geringer als die für main, da die Entwickler keinen Zugriff auf den Quellcode haben.

Der Bereich universe umfasst ein breites Spektrum an freier Software, die nicht direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt wird. Die meisten dieser Pakete entstammen Debian unstable, werden aber in einer Ubuntu-Version nicht aktualisiert, wenn eine neuere Version des Paketes in Debian unstable vorhanden ist. Daneben gibt es ein gesondertes Team namens Masters of the Universe, das diese Pakete betreut, allerdings werden keine Sicherheits-Aktualisierungen garantiert.

Zu multiverse gehört optionale Software, die entweder nicht unter einer freien Lizenz steht oder aufgrund von Softwarepatenten nicht frei verteilt werden darf. Diese Programme werden nur eingeschränkt gepflegt. Sicherheitsupdates und Korrekturen sind – ähnlich wie bei restricted – durch den fehlenden Zugriff auf den Quellcode oft nicht möglich.

Im speziellen Teil commercial befindet sich von Canonical zertifizierte Software kommerzieller Anbieter.[28] Dazu können Software-Hersteller ihre Programme zertifizieren lassen, wenn diese kompatibel mit Ubuntu sind und sich vollständig entfernen lassen. Dabei kann neben freier Software auch nicht freie Software zertifiziert werden. Proprietäre Anwendungen können jedoch nicht Teil der Kern-Distribution von Ubuntu werden.[29] Momentan enthält dieses Verzeichnis unter anderem den Opera-Browser, den RealPlayer, die Anti-Viren-Software Panda DesktopSecure und den VMware-Server.

Multimediaprogramme und proprietäre Codecs, die aufgrund von Patent- oder Urheberrechten nicht in allen Ländern frei vertrieben werden können, wurden bis November 2013 in einer inoffiziellen Paketquelle namens Medibuntu[30] nachgeliefert. Enthalten waren unter anderem Google Earth, gängige Codecs wie DivX und libdvdcss, Windows Media Video und QuickTime. Die libdvdcss wird nun von VideoLAN.org bereitgestellt.[31]

Systemvoraussetzungen[Bearbeiten]

Ubuntu wird offiziell auf den x86, AMD64 und ARM-Architekturen unterstützt. Inoffiziell kann man Ubuntu auf den PowerPC (ppc), Sun SPARC (sparc64) und PA-RISC-Architekturen zum Laufen bringen.

Als minimale Hardware-Anforderungen wurden für 8.10 Ubuntu 256 Megabyte Arbeitsspeicher und ein Prozessor-Modell mit 500 Megahertz von Ubuntu selbst genannt.[32] Auf der Festplatte wird ein freier Speicherplatz von etwa 5 Gigabyte empfohlen, belegt werden rund 2,5 Gigabyte, zudem wird bei Updates temporär rund ein Gigabyte weiterer Platz benötigt. Diese Anforderungen änderten sich mit aktuelleren Versionen nur geringfügig.

Empfohlene minimale Systemvoraussetzungen für Ubuntu 12.10[33]
Hardware Desktop-Edition (mit Desktopumgebung) Server-Edition (mit CLI)
Prozessor 1 GHz 300 MHz
RAM 1 GB 256 MB
Datenspeicher 5 GB 1 GB

Entwicklungsgeschichte und Ausblick[Bearbeiten]

Jede Version hat einen eigenen Codenamen und eine Versionsnummer, die auf dem jeweiligen Veröffentlichungsjahr und -monat basiert. So steht beispielsweise 5.10 für Oktober 2005. Die Codenamen sind Tierarten mit einem vorangestellten Adjektiv, so dass eine Alliteration entsteht. Seit der Version „Dapper Drake“ werden die Alliterationen alphabetisch fortgeführt (Dapper, Edgy, Feisty usw.). Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, alle sechs Monate eine neue Version der Distribution zu veröffentlichen, wobei jede Version mindestens neun Monate mit Sicherheitskorrekturen versorgt wird.[34] Des Weiteren wird in etwa zweijährigen Abständen eine Version mit Langzeitunterstützung (englisch: long-term support, kurz LTS) angeboten, welche fünf Jahre lang mit Updates versorgt wird.[35]

LTS-Versionen bis einschließlich 10.04 wurden nur in der Server-Variante fünf, in der Desktop-Variante hingegen lediglich drei Jahre unterstützt.[36] Außerdem wurden nicht-LTS Versionen bis einschließlich 12.10 18 Monate lang gepflegt. Die erste LTS-Version ist am 1. Juni 2006 erschienen.

Der Veröffentlichungszyklus von Ubuntu mit neuen Versionen jedes halbe Jahr orientiert sich an dem der Gnome-Arbeitsumgebung, sodass immer kurz nach der Veröffentlichung einer neuen Gnome-Version eine neue Ubuntu-Version vorliegt, die diese integriert (Ausnahme: Ubuntu 13.04 mit Gnome 3.6 statt 3.8[37]). Hierdurch versucht Ubuntu, zumindest bezogen auf die grafische Benutzeroberfläche, eine besonders aktuelle Distribution zu sein. Auch mit der Unity-Oberfläche dient Gnome nach wie vor als Basis für jede Ubuntu-Version.

Zeitleiste[Bearbeiten]

Versionstabelle[Bearbeiten]

Version Codename[38] Veröffentlichung Unterstützung bis Kernel[39] Anmerkung
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.10 Warty Warthog
20. Oktober 2004 30. April 2006[40] 2.6.8 erste Version
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.04 Hoary Hedgehog
8. April 2005 31. Oktober 2006[41] 2.6.10 erstmals Kubuntu
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.10 Breezy Badger
13. Oktober 2005 13. April 2007[42] 2.6.12 erstmals Edubuntu
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.06 LTS Dapper Drake
1. Juni 2006 Desktop: 14. Juli 2009[43]
Server: 1. Juni 2011[44]
2.6.15 LTS-Version (nur Ubuntu, Ubuntu Server, Kubuntu, Edubuntu), erstmals Xubuntu
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.06.1 LTS[45] 10. August 2006 erstes Update des 6.06 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.06.2 LTS 21. Januar 2008[46] zweites Update des 6.06 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.10 Edgy Eft
26. Oktober 2006 25. April 2008[47] 2.6.17 experimentelle Version[48]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.04 Feisty Fawn
19. April 2007 19. Oktober 2008[49] 2.6.20 erstmals Ubuntu Studio
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.10[50] Gutsy Gibbon
18. Oktober 2007 18. April 2009[51] 2.6.22 erstmals Gobuntu, letzte Version für Sun UltraSPARC[52]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04 LTS[53] Hardy Heron
24. April 2008 Desktop: 12. Mai 2011[54]

Server: 9. Mai 2013[55]

2.6.24 LTS-Version (nur Ubuntu, Ubuntu Server und Edubuntu)
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04.1 LTS[56] 3. Juli 2008 erstes Update des 8.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04.2 LTS[57] 23. Januar 2009 zweites Update des 8.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04.3 LTS[58] 16. Juli 2009 drittes Update des 8.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04.4 LTS[59] 29. Januar 2010 viertes Update des 8.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.10[60] Intrepid Ibex
30. Oktober 2008 30. April 2010[61] 2.6.27 Neuerungen der Desktop-Variante:[62] Ubuntu lässt sich nun von Wechseldatenträgern starten, Unterstützung von UMTS-Modems, Gastkonten, Gnome 2.24, Totem und Rhythmbox BBC-Plug-in; Neuerungen der Server-Variante:[63] Verbesserung der Server-Virtualisierung, Verbesserungen bei der Unterstützung von RAID, Verbesserte und sicherere Paketverwaltung, Verschlüsselung privater Verzeichnisse, Daemongebundene Firewallregeln, Apache Tomcat 6.0, Java OpenJDK 1.6, ClamAV, SpamAssassin
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9.04[64] Jaunty Jackalope
23. April 2009 23. Oktober 2010[65] 2.6.28 Schnellerer Systemstart, X.Org-Server Version 1.6 und ext4-Dateisystem als Installationsoption, neues Benachrichtigungssystem
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9.10[66] Karmic Koala
29. Oktober 2009 30. April 2011[67] 2.6.31 Neuerungen:[68] Startzeit soll auf manchen Systemen bis auf 10 Sekunden verkürzt werden, Gnome Shell in den Quellen verfügbar, Firefox 3.5 als Standardbrowser, ext4 als Standard-Dateisystem, Empathy löst Pidgin als Standard-Instant-Messenger ab, alle User können das home-Verzeichnis verschlüsseln, Ubuntu One kann optional installiert werden, Verbesserung des Benachrichtigungssystems. Des Weiteren wird Grub 2 nun standardmäßig als Boot-Manager verwendet.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.04 LTS[69] Lucid Lynx[70]
29. April 2010[71] Ältere Version; nicht mehr unterstützt: Desktop: 9. Mai 2013[55] 2.6.32 Neuerungen:[72] Änderungen der Standardprogramme (zum Beispiel F-Spot und Eye of Gnome statt GIMP),[73] HAL wird durch den flexiblen DeviceKit ersetzt.[74] Außerdem wird ein neues Theme mitgeliefert, das das neue Paradigma von Ubuntu („Light“: Präzision, Zuverlässigkeit, Zusammenarbeit und Freiheit) repräsentieren soll.[75][76]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.04.1 LTS[77] 18. August 2010 erstes Update des 10.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.04.2 LTS[78] 18. Februar 2011 zweites Update des 10.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; noch unterstützt: Server: April 2015
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.04.3 LTS[79] 22. Juli 2011 drittes Update des 10.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.04.4 LTS[80] 16. Februar 2012 viertes Update des 10.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.10[81] Maverick Meerkat[82]
10. Oktober 2010[83] 10. April 2012[84] 2.6.35 Neuerungen (viele, aber weniger auf dem Desktop[85]): KDE SC 4.5, Ubuntu font (neue Systemschriftart), WLAN während Installation, leichtere Partitionierung, uTouch (Multitouch-Framework), der Fotoverwalter „Shotwell“ ersetzt F-Spot, die Musikverwaltung Rhythmbox lässt sich nun direkt aus dem Lautstärkeregler im Panel steuern, Netbook-Version mit neuer Oberfläche Unity[86]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 11.04[87] Natty Narwhal[87] 28. April 2011 28. Oktober 2012 [88] 2.6.38 optische Veränderungen an der Oberfläche (Einbindung der Unity-Benutzeroberfläche, die schon aus der Netbook-Variante der Version 10.10 bekannt ist) + Unterstützung von ARM-Prozessoren[87], Unity ist nun Standardoberfläche in der Desktop-Version,[89] die Netbook Edition existiert nicht mehr, LibreOffice ersetzt OpenOffice.org,[90] Banshee ersetzt Rhythmbox[91]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 11.10[92] Oneiric Ocelot[92] 13. Oktober 2011[93] 9. Mai 2013[55] 3.0 Direkte Einbindung des Qt-Frameworks[92], LightDM ersetzt GDM[94], bei nicht vorhandener Hardware-Beschleunigung Unity-2D statt Gnome 2.32[95], Gnome-3-Shell in den Paketquellen[96], Thunderbird ersetzt Evolution,[97] Software Center ersetzt Synaptic,[25] Déjà Dup als Datensicherungswerkzeug;[98] in Kubuntu wird KPackageKit durch Muon ersetzt
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.04 LTS[99] Precise Pangolin[99] 26. April 2012 Desktop und Server:
April 2017[35]
3.2.12[100] Verbesserte Scroll-Leisten[101], Tomboy, Mono[102] und gbrainy entfernt, Rhythmbox ersetzt Banshee, 64 Bit-Version wird offiziell empfohlen (nur Server), kürzere Bootzeit, verbesserter Multi-Monitor-Support, Gnome-Komponenten größtenteils in Version 3.4 (andere in Version 3.0/3.2).[103] Zudem wird das Head-up-Display (HUD) eingeführt, mit dem später herkömmliche Menüs ersetzt werden sollen.[104] HUD soll später auch durch Spracheingabe gesteuert werden können.[104]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.04.1 LTS[105] 23. August 2012 erstes Update des 12.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.04.2 LTS[106] 14. Februar 2013 3.5[107] zweites Update des 12.04 LTS-Zweiges.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.04.3 LTS 22. August 2013 3.8 drittes Update des 12.04 LTS-Zweiges.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.04.4 LTS 6. Februar 2014 3.11 viertes Update des 12.04 LTS-Zweiges.
Ältere Version; noch unterstützt: 12.04.5 LTS[108] 8. August 2014[109] 3.13 fünftes Update des 12.04 LTS-Zweiges.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.10[110] Quantal Quetzal[111] 18. Oktober 2012[110] 16. Mai 2014 3.5 Unity 2D wurde entfernt, Remote-Desktop-Login-Funktion im Anmeldebildschirm, Unity-Dash zeigt Suchergebnisse von Amazon und Ubuntu One Cloud Service[112]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 13.04[113] Raring Ringtail[113][114] 25. April 2013 27. Januar 2014[115] 3.8 Optimierung für den Einsatz auf mobilen Plattformen (bspw. Fernseher, Mobiltelefon, Tablet-PC) u. a. durch Reduzierung der Anzahl der Prozesse, des Speicherverbrauchs und der Leistungsaufnahme;[113][114] Komprimierung von Softwarepaketen mit XZ;[113] Optimierung des Compositing Managers Compiz[113]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 13.10 Saucy Salamander 17. Oktober 2013 17. Juli 2014[116] 3.11 Weitere Optimierungen des Codes für den Einsatz auf mobiler Hardware (Mobiltelefon, Tablet-PC) z. B. mittels Ubuntu Touch
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 14.04 LTS Trusty Tahr[117] 17. April 2014 Juli 2019 3.13.0 Neue Konfigurations-Oberfläche als Abspaltung bzw. Fork der GNOME3 Systemeinstellungen. Ubuntu One wird zum 1. Juni 2014 eingestellt, weshalb die Integration des Client-Dienstes in diesem Release entfällt. Locally Integrated Menus (LIM) wird nun offiziell anstelle des globalen Menüs verwendet.
Aktuelle Version: 14.04.1 LTS[118] 25. Juli 2014 erstes Update des 14.04 LTS-Zweiges.
Zukünftige Version: 14.10 Utopic Unicorn[119] 23. Oktober 2014 Juli 2015 vermutlich 3.15 Umstellung von upstart auf systemd als init System.
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Nicht mehr unterstützte Versionen[Bearbeiten]

Ubuntu 4.10[Bearbeiten]

Die erste Version 4.10 Warty Warthog (englisch für: warziges Warzenschwein) war technisch betrachtet im Wesentlichen ein weitgehend fertig konfiguriertes Debian-System ohne allzu viele technische Besonderheiten. Sie ist am 20. Oktober 2004 erschienen. Das System gab es zur Installation auf i386-, AMD64- und PowerPC-Systemen, für i386-Systeme gab es zusätzlich eine Live-CD. Bereits mit dieser Version wurde der Versand-Service (siehe Verbreitung) gestartet. Die Version 4.10 wurde bis zum 30. April 2006 unterstützt.

Ubuntu 5.04[Bearbeiten]

Mit der Version 5.04 Hoary Hedgehog (englisch für: ergrauter Igel) am 8. April 2005 wurde eine grafische Aktualisierungsverwaltung eingeführt. Diese Version machte vor allem durch eine weitgehend automatische Hardwareunterstützung auch und gerade für Laptops von sich reden. Seit dieser Version wird in Form der Variante Kubuntu auch KDE unterstützt. Diese Version wurde bis zum 31. Oktober 2006 unterstützt.

Ubuntu 5.10[Bearbeiten]

Mit der Version 5.10 Breezy Badger (englisch für: zuversichtlicher Dachs) am 13. Oktober 2005 wurde die Version 5.04 weiter ausgebaut. Außerdem gibt es seit dieser Version einen Installationsmodus für OEM-Systeme, bei der Benutzername und Kennwort nicht eingegeben werden müssen. Als Compiler dient in dieser Version erstmals ein GCC 4.0, durch den diverse weitere Optimierungen möglich werden. Außerdem wird der Start des Systems jetzt mit einem Statusbalken, genannt usplash, grafisch aufbereitet. Zudem wurde für die Verwaltung der Systementwicklung das Online-Programm Launchpad und das darin enthaltene Übersetzungsprogramm Rosetta eingeführt. Version 5.10 wurde bis zum 13. April 2007 unterstützt.

Ubuntu 6.06 LTS[Bearbeiten]

Bei der Version 6.06 LTS Dapper Drake[120] (englisch für: adretter Erpel), die am 1. Juni 2006 erschien, wurde erstmals vom Sechs-Monats-Rhythmus abgewichen, um den Entwicklern zusätzliche Zeit zum Finden und Beheben von Programmfehlern, zum Testen, zur Verbesserung der asiatischen Sprachunterstützung und zur Linux-Standard-Base-Zertifizierung zu geben. Sie ist die erste sogenannte Long-Term-Support-Version: Desktopanwender erhielten bis zum 14. Juli 2009, Serveranwender bis zum 1. Juni 2011 Updates und Bugfixes. Weitere Neuerungen in dieser Version waren der Ubiquity-Installer auf den Live-CDs, die damit zugleich zum Standard wurden. Mit dieser Version gibt es erstmals den Ableger Xubuntu, der Xfce als Arbeitsumgebung nutzt.

Zwei Monate nach der Freigabe von Ubuntu 6.06 entschloss sich das Ubuntu-Team, eine aktualisierte Version (6.06.1) herauszugeben. Diese beinhaltet im Wesentlichen über 300 Sicherheits- und Fehlerkorrekturen sowie eine aktualisierte Übersetzung. Auch ein großer Teil des Gnome-Desktops 2.14.3 ist hinzugekommen. Ebenso wurden Fehler im grafischen Installationsprogramm der Desktop-CD (Live-CD) beseitigt. Es ist aber keine wirklich neue Version: Im Grunde wurden nur alle bisher erschienenen Aktualisierungen mit auf die CDs gepackt, an bestehenden Installationen änderte sich nichts. Im Januar 2008 erfolgte eine weitere derartige Aktualisierung als 6.06.2.

Ubuntu 6.10[Bearbeiten]

Die Version 6.10 Edgy Eft[48] (englisch für: nervöser Jungmolch) vom 26. Oktober 2006[121] ist das erste reguläre Release nach dem 6.06 LTS. Auf Grund der zweimonatigen Verzögerungen bei der Fertigstellung der Vorversion wurde die Entwicklungszeit für Edgy auf vier Monate verkürzt und war deshalb als Versuchs-Release gedacht, bei dem nicht gezielt auf Stabilität geachtet wurde. Dennoch sind die sichtbaren Verbesserungen gering, neu sind vor allem das Initialisierungssystem Upstart und automatisierte Fehlerberichte. Diverse weitere Verbesserungen wurden angefangen. Außerdem werden mit dieser Version einige auf dem wegen seiner Nähe zu Microsoft nicht unumstrittenen Mono-Projekt basierende Anwendungen wie Tomboy oder F-Spot integriert. Die offizielle Unterstützung für diese Version endete am 25. April 2008.

Ubuntu 7.04[Bearbeiten]

Screenshot von Ubuntu 7.04

Mit der Version 7.04 Feisty Fawn[122] (englisch für: keckes Rehkitz) vom 19. April 2007 werden viele Verbesserungen des auf 6.06 LTS folgenden, eher experimentellen Edgy Eft in der Praxis nutzbar.[123] Hier gibt es unter anderem einen Migrationsassistenten, KVM, einen Installationsassistenten für unfreie Codecs und Treiber, Desktop-Effekte (compiz) und WPA-Unterstützung. Die PowerPC-Version wird, bedingt durch die Umstellung auf i386-Prozessoren von Intel bei Apple-Computern, nur noch inoffiziell weiterentwickelt. Die offizielle Unterstützung dieser Version endete am 19. Oktober 2008.

Ubuntu 7.10[Bearbeiten]

Die Version 7.10 Gutsy Gibbon[50] (englisch für: mutiger Gibbon) ist am 18. Oktober 2007[124] erschienen. Neu sind hier das freie Flash-Plug-in Gnash, Mozilla Firefox Version 3 Alpha (in universe), teilweise automatisch aktivierte Desktop-Effekte über Compiz Fusion, ein ganz neu gestaltetes Konfigurationsprogramm für die Optik des Desktops (Themes, Effekte, Hintergrundbild), ein grafisches Konfigurationsprogramm für das X Window System, wobei Monitore jetzt dynamisch erkannt werden. Außerdem AppArmor, die Desktopsuche Tracker und eine neue Druckerverwaltung system-config-printer, die aus Fedora stammt. Auch für Drucker gibt es jetzt eine automatische Erkennung und Einrichtung.[125] Für die konventionelle Installation wird jetzt eine Verschlüsselung der Festplatte unterstützt. Die offizielle Unterstützung dieser Version endete am 18. April 2009.

Ubuntu 8.04 LTS[Bearbeiten]

Ubuntu 8.04.4 Desktop

Am 24. April 2008[126] ist mit der Version 8.04 LTS Hardy Heron[53] (englisch für: kühner Reiher) wieder ein über längere Zeit – bis 12. Mai 2011 als Desktop-System und bis 9. Mai 2013 als Server-System – unterstütztes Release veröffentlicht worden, wobei allerdings die Langzeitunterstützung aufgrund des Erscheinens von KDE 4 nicht für die Kubuntu-Variante gelten soll.[127][128] Die neuen Funktionen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz (28. Oktober bis 3. November 2007) festgelegt. Neu sind diverse Sicherheitsfunktionen wie PolicyKit (womit Systemprogramme nur bestimmte Sonderrechte, aber keinen vollen root-Benutzer benötigen), SELinux und ein erweiterter Speicherschutz. An Programmen wurde das Brennprogramm Brasero neu aufgenommen, als Browser diente ursprünglich die Version 3.0 Beta 5 von Mozilla Firefox, da man keine Pflege der Version 2.0.x über die drei Jahre garantieren konnte. Die endgültige Version wurde als Aktualisierungspaket („update“) nachgeliefert und ist auch in 8.04.1 enthalten. Der veraltete Soundserver EsounD wurde durch PulseAudio ersetzt. Auch eine einfache, kommandozeilenbasierte Personal Firewall gibt es jetzt. Neuerdings wird iSCSI (ausdrücklich zu aktivieren) und Active Directory unterstützt. Daneben ist das Installationsprogramm Wubi aufgenommen worden, das die Installation von Ubuntu auf eine Windows-Partition erlaubt. Einige der Änderungen am Kernel entstammen der Linux-Distribution Kanotix, die ihrerseits den Ubuntu-Kernel nutzt.[129] Diese Version unterstützt sowohl eine Aktualisierung von der direkt vorhergehenden Version 7.10 wie auch von der letzten LTS-Version 6.06.

Wie bei allen LTS-Releases wurden mehrere aktualisierte Versionen zum Download bereitgestellt, um nicht alle Verbesserungen nachträglich herunterladen zu müssen und die Stabilität als Live-CD zu erhöhen. Edubuntu ist seit dieser Version keine eigenständige Distribution mehr, sondern stellt ein Erweiterungspaket für ein Standard-Ubuntu-System dar.

Die auf Server optimierte Variante der am 24. April 2008[126] erschienenen Version 8.04 LTS Hardy Heron wurde noch bis Anfang Mai 2013 mit Sicherheits- und Stabilitätsaktualisierungen versorgt. Die Unterstützung der Desktop-Variante wurde am 12. Mai 2011 beendet.[54]

Ubuntu 8.10[Bearbeiten]

Am 30. Oktober 2008[130] ist die Version 8.10 mit Codenamen Intrepid Ibex (englisch für unerschrockener Steinbock) erschienen. In dieser finden sich diverse Detailverbesserungen; so wurden die Roaming-Fähigkeiten mobiler Systeme verbessert, um beispielsweise bei ausreichender Netzverfügbarkeit auf dem Weg vom Büro mit dem Zug bis nach Hause nie die Internetverbindung zu verlieren. Auch kann die neue Version des NetworkManager jetzt auch mit UMTS-Verbindungen umgehen. Eine weitere Neuerung ist ein Gastkonto ohne jede Zugriffsrechte auf die Festplatte. Die nicht vom eigentlichen Kernel-Team betreuten Kernel-Module werden jetzt über Dynamic Kernel Module Support verwaltet, wodurch diese automatisch an die jeweilige Kernel-Version angepasst werden, statt dass es hierfür unzählige eigene Pakete geben muss. Zudem lassen sich so Treiber-Pakete über mehrere Ubuntu-Versionen hinweg einsetzen. Des Weiteren kommt der X-Server seit dieser Version ohne eine Konfigurationsdatei aus, wodurch sich das System automatisch an die meisten Hardware-Änderungen anpasst; außerhalb des X-Servers benötigen bereits ältere Ubuntu-Versionen keinerlei manuelle Konfiguration. Ein ganz neues optisches Design wurde unter dem Namen DarkRoom zwar entwickelt, ist aber in der fertigen Version standardmäßig nicht aktiviert; hier kommt eine leicht veränderte Version des bekannten Human-Designs zum Einsatz. Die Details zu den Neuerungen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz vom 19. bis 23. Mai 2008 in Prag besprochen.[130]

Ubuntu 9.04[Bearbeiten]

Die Version 9.04[130] ist am 23. April 2009 unter dem Namen Jaunty Jackalope (englisch für lebhafte Jackalope) erschienen. Die meisten Änderungen beziehen sich auf weniger sichtbare Verbesserungen am Unterbau des Systems; vor allem wurde die Startzeit gegenüber den vorherigen Versionen deutlich verbessert. Darüber gibt es eine ganze Reihe kleinerer Verbesserungen an der Benutzeroberfläche; insbesondere ein neues Benachrichtigungs-System. Darüber hinaus sollen in Zukunft für einige Pakete tagesaktuelle Versionen zur Verfügung gestellt werden; ein erster Schritt hierzu sind aktuelle Kernel-Versionen.[131][132]

Ubuntu 9.10[Bearbeiten]

Die Version 9.10[133] ist am 29. Oktober 2009 unter dem Namen Karmic Koala (englisch für karmischer Koala) erschienen. Sie unterstützt das bei Version 9.04 noch im letzten Moment zurückgezogene Dateisystem ext4 und enthält den Webbrowser Mozilla Firefox und die freie Bürosuite OpenOffice.org in ihren jeweils aktuellen Versionen. Diverse bereits in den Vorversionen begonnene Verbesserungen wurden hier erneut fortgesetzt, so setzt das Bootsystem jetzt komplett auf Upstart.

Weitere teilweise deutliche Änderungen betreffen den Bootscreen, die verschiedenen Themes, die erstmals in größerer Anzahl mitgelieferten Wallpaper und das erstmals mitgelieferte Ubuntu Software Center. Die Unterstützung für diese Version wurde am 30. April 2011 beendet.

Ubuntu 10.04 LTS[Bearbeiten]

Die Version 10.04 LTS[134] ist am 29. April 2010 unter dem Namen Lucid Lynx (englisch für klarer Luchs) erschienen. Die auffälligste Neuerung ist eine neue optische Gestaltung mit zwei neuen Farboptionen (Ambiance mit dunklen und Radiance mit hellen Akzenten) bis hin zu einem überarbeiteten Ubuntu-Logo. Die Schaltfläche für die Fensterfunktionen ist jetzt wie unter Mac OS auf der linken Seite angeordnet. Technisch gibt es vor allem eine weitergehende Integration von Funktionen für soziale Netzwerke und von Ubuntu One. Die Bootzeit wurde weiter optimiert, insbesondere wird jetzt komplett auf HAL verzichtet und unter dem Namen plymouth die Splashscreen-Funktionalität neu implementiert. Die Bildbearbeitung GIMP wurde aus Platzgründen durch die einfachere Fotoverarbeitungssoftware F-Spot ersetzt und gehört nicht mehr zum Standardumfang der Distribution, wird aber nach wie vor uneingeschränkt unterstützt. Am 18. August 2010, 18. Februar 2011, 22. Juli 2011 und 16. Februar 2012 sind aktualisierte CD-Images mit allen zwischenzeitlich erschienenen Updates als 10.04.1, 10.04.2, 10.04.3 bzw. 10.04.4 veröffentlicht worden. Die Unterstützung der Desktop-Variante wurde am 9. Mai 2013 beendet.

Ubuntu 10.10[Bearbeiten]

Die Version 10.10 wurde – passend zur Versionsnummer – am 10. Oktober 2010 unter dem Namen Maverick Meerkat (englisch für: eigenwilliges Erdmännchen) veröffentlicht. Zu den wenigen sichtbaren Neuerungen gehören eine eigens für Ubuntu entwickelte Schriftart namens „Ubuntu“ und ein deutlich erweitertes Software-Center, das jetzt auch kommerzielle Software anbietet. Wie bei den Versionen unmittelbar nach einer LTS üblich sind in der Struktur einige Neuerungen (etwa der Abschied von HAL) und es gibt experimentelle Funktionen, wie etwa das Dateisystem btrfs.[135] Die Unterstützung für diese Version wurde am 11. April 2012 beendet.

Ubuntu 11.04[Bearbeiten]

Die Version 11.04 mit dem Namen „Natty Narwhal“ (englisch für „Schicker Narwal“) erschien am 28. April 2011. Mit dieser Version setzte die Hauptversion standardmäßig nicht mehr auf die Gnome-Oberfläche, sondern auf die von Canonical selbst entwickelte Unity-Oberfläche. Die Unterstützung für diese Version wurde am 28. Oktober 2012 beendet.

Ubuntu 11.10[Bearbeiten]

Anmeldefenster von LightDM in Ubuntu 11.10

Die Version 11.10 mit dem Namen „Oneiric Ocelot“ (englisch für „traumhafter Ozelot“) erschien am 13. Oktober 2011. Eingebaut wurde auch der Linux-Kernel 3.0. Zudem ersetzte LightDM den Gnome Display Manager. Unity wurde nach Gnome 3 portiert. Es ersetzte auch auf Rechnern ohne Grafik-Beschleunigung durch OpenGL die Desktop-Umgebung Gnome 2.32. Die Unterstützung für diese Version wurde am 9. Mai 2013 beendet.

Ubuntu 12.10[Bearbeiten]

Die Version 12.10 ist am 18. Oktober 2012 erschienen und trägt den Namen Quantal Quetzal (englisch für Quanten-Quetzal). Neben Aktualisierungen diverser Pakete wurden vor allem Verbesserungen bei der Oberfläche Unity vorgenommen, die bspw. nunmehr eine Vorschau auf Dateiinhalte ermöglicht. Zugleich wurde in die Suche die Anzeige von Produktwerbung der Internetplattform Amazon eingefügt, was auf stark geteilte Meinung stieß (siehe auch Abschnitt Spyware und proprietäre Software). Ebenfalls wurde Unity 2D wegen der Einführung von LLVMpipe wieder entfernt.

Ubuntu 13.04[Bearbeiten]

Die Version 13.04 ist am 25. April 2013 erschienen und trägt den Namen Raring Ringtail (englisch für Enthusiastisches Katzenfrett). Cristian Parrino, Canonicals Vizepräsident für Online-Dienste, hat für die Version 13.04 eine weitere Vertiefung der Shopping-Funktion angekündigt. Die Linux-Distribution weitet die Online-Suche aus und wird neben den eigenen Angeboten und Amazon auch weitere Online-Händler und Quellen wie YouTube und Last.fm miteinbeziehen. Laut Parrino wird der Suchbegriff zunächst analysiert, um relevante Anbieter herauszufiltern. Als Ergebnis liefert die Suchfunktion dann einen Mix aus lokalen und externen Fundstellen. Die weiteren Vorschläge sollen zudem auf weitere Online-Händler ausgeweitet werden. Zum Direktkauf (Instant Purchasing) wird kein Webbrowser mehr benötigt. Stattdessen werden Einkäufe im hauseigenen Software Center und Music Store direkt vom Desktop aus vorgenommen.[136] Die Unterstützung für diese Version wurde am 27. Januar 2014 beendet.

Ubuntu 13.10[Bearbeiten]

Die Version 13.10 ist am 17. Oktober 2013 erschienen und trägt den Namen Saucy Salamander (englisch für Naseweiser Salamander). Gegenüber der vorigen Version wurde der Code für den Einsatz auf mobilen Geräten optimiert. Die Unterstützung für diese Version wurde am 17. Juli 2014 beendet.

Noch unterstützte Versionen[Bearbeiten]

Ubuntu 12.04 LTS[Bearbeiten]

Die Version 12.04 LTS (englisch für long term support) mit Langzeitunterstützung durch Ubuntu ist am 26. April 2012 erschienen und trägt den Namen Precise Pangolin (englisch für fehlerfreies oder gewissenhaftes Schuppentier). Zum ersten Mal wird auch die LTS-Desktop-Variante 5 Jahre unterstützt statt wie bisher nur die LTS-Server-Versionen.[35] Ubuntu 12.04 ist das erste LTS-Release mit der Desktop-Benutzeroberfläche Unity.

Aktuelle Version[Bearbeiten]

Ubuntu 14.04 LTS[Bearbeiten]

Die Version 14.04 LTS ist am 17. April 2014 erschienen und trägt den Namen Trusty Tahr (englisch für ‚treuer Tahr‘).

Zukünftige Versionen[Bearbeiten]

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Als neue strategische Ausrichtung plant Mark Shuttleworth, in Zukunft auch Smartphones, Tablets und Smart TVs als vollwertige Plattform unterstützen zu wollen und Ubuntu auf diese zu portieren. Als Zeithorizont wurde hierfür Ubuntu 14.04 genannt.[137] Im Zuge dieser Neuausrichtung trat Canonical am 9. Januar 2012 zum ersten Mal in der Geschichte auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas auf und präsentierte Ubuntu TV. Am 2. Januar 2013 wurde eine Videopräsentation für Ubuntu auf Smartphones veröffentlicht.[138] Ob sich bereits Geräte in der Entwicklung befinden, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Anfang 2013 wurde, unter anderem im Rahmen des Ubuntu Developer Summit im März, darüber diskutiert, Ubuntu auf Rolling Releases umzustellen. Die Idee sah vor, nur noch alle zwei Jahre eine LTS-Version mit Langzeitunterstützung zu veröffentlichen und zwischen zwei LTS-Versionen die Programmpakete ständig zu aktualisieren.[139][140][141] Shuttleworth sprach sich jedoch gegen Rolling Releases aus und verwies Benutzer, welche sich ständig aktuelle Programmpakete wünschten, auf die täglichen Entwicklungsversionen (sog. Daily Builds).[142] Schließlich stimmte auch die technische Leitung von Ubuntu gegen die Einführung von Rolling Releases.[143][144] Gleichzeitig beschloss man, dass LTS-Versionen in den ersten beiden Jahren der fünfjährigen Support-Dauer nicht nur Patches, sondern auch neue Programmversionen erhalten sollen.[144]

Als weiteres größeres Projekt kommunizierte Shuttleworth im November 2010, dass der Display-Server Wayland den bisher eingesetzten X.Org-Server ersetzen solle.[145][146] Inzwischen plant Canonical jedoch, einen eigenen Display-Server namens Mir zu schreiben.[147][148] Diese Änderung wird jedoch von einigen Anwendern abgelehnt, da sie eine Zersplitterung des Linux-Ökosystems befürchten. [149][150] Dies könnte auch Ubuntu-Derivate gefährden.[151]

Abwandlungen[Bearbeiten]

Das Konzept von Ubuntu sieht vor, möglichst wenig redundante Software zu enthalten. Dies führte dazu, dass von den Ubuntu-Entwicklern mehrere Ubuntu-Derivate erstellt wurden, die sich ausschließlich in der Auswahl der Software im Rahmen der Standardinstallation unterscheiden. Basissystem, Installationsprogramm und Repositories sind hingegen identisch. Somit ist es auch möglich, eine Distribution durch Nachinstallieren um den Funktionsumfang eines anderen Derivats zu erweitern. Die verschiedenen Varianten drücken somit nur Präferenzen des Benutzers aus, auf die sich dieser schon bei der Grundinstallation festlegen möchte, sie können als „Konfigurationsvarianten“ derselben Linux-Distribution angesehen werden. Versionen mit anderer Arbeitsumgebung (wie beispielsweise Kubuntu) weisen jedoch untereinander einen teilweise enormen Unterschied in Optik und Bedienung auf.

Neben den diversen offiziellen Ausgaben gibt es eine Reihe spezialisierter, von externen Entwicklern herausgegebene, inoffizielle Ubuntu-Derivate.

Ubuntu Server Edition[Bearbeiten]

Ubuntu-Server zeigt nach dem Start keine grafische Oberfläche

Die Ubuntu Server Edition ist verstärkt auf Sicherheit ausgelegt (unter anderem durch AppArmor), installiert sich ohne grafische Benutzeroberfläche (nachträglich kann jedoch eine solche installiert werden) und mit einem serveroptimierten Kernel. Darüber hinaus bietet sie optional eine integrierte, zeitsparende Installation des häufig genutzten LAMP-Pakets (Linux, Apache, MySQL und PHP) sowie eine Unterstützung für Thin Clients (LTSP). Bis Ubuntu 10.04 wurde die LTS-Server-Version im Gegensatz zur LTS-Desktop-Version länger unterstützt, nämlich für fünf, statt nur für drei Jahre. Mit Version 12.04 wurde die Supportzusage für alle LTS Versionen einheitlich auf fünf Jahre angepasst. Bei den normalen Versionen (ohne LTS), welche halbjährlich erscheinen, wurde die Supportzeit mit Version 13.04 auf 9 Monate geändert.

JeOS[Bearbeiten]

Unter der Bezeichnung JeOS (Just Enough Operating System) gibt es bei Version 8.04.x eine minimalistische Untervariante des Servers, optimiert für den Einsatz in virtuellen Umgebungen wie VMware.[152] Ab Ubuntu 8.10 ist diese Version als Option in die normale Server-Version integriert.

Kubuntu[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kubuntu
Kubuntu logo and wordmark.svg
Kubuntu 14.04

Kubuntu ist eine Ubuntu-Variante mit der Arbeitsumgebung KDE, die erstmals mit der Version 5.04 erschienen ist. Das Wort „kubuntu“ bedeutet praktisch dasselbe wie „ubuntu“ und kommt aus der Bemba-Sprache; das „k“ ist im Original eine Präposition. Im Kontext von Kubuntu steht das K einfach nur als Abkürzung für „KDE“.

Bestandteile[Bearbeiten]

KDE-Anwendungen lassen sich im Vergleich zu Gnome umfangreicher konfigurieren, was einige Benutzer als Vorteil, andere – wegen geringerer Übersichtlichkeit – als Nachteil sehen. Zum Einsatz kommt stets die aktuelle Version des KDE Plasma Workspace zusammen mit anderen Applikationen aus dem KDE-Umfeld, wie dem Audio-Player Amarok oder dem Brennprogramm K3b. Als Office-Paket dient – als einziges nicht auf KDE-Bibliotheken basierendes Programm – LibreOffice.

Geschichte[Bearbeiten]

In der ersten Ubuntu-Version (4.10) war KDE lediglich in universe enthalten, in dem sich Programme befinden, die einfach nur aus Debian übernommen sind. Zudem musste universe zu dieser Zeit noch ausdrücklich freigeschaltet werden. Aufgrund starker Nachfrage nach KDE wurde mit Version 5.04 dann eine Variante gestartet, die sich bis auf den anderen Desktop nicht von Ubuntu unterscheidet. Dies ist die erste Variante dieser Art und stellt einen Kompromiss zwischen dem Ziel der Redundanzvermeidung und der Bedienung unterschiedlicher Interessen dar. Auf den ersten Blick sind Kubuntu und Ubuntu völlig verschiedene Systeme, selbst die Boot-Meldungen reden von kubuntu. Dennoch basieren sie auf den gleichen Paketquellen. Diese Vorgehensweise gibt es sonst bei keiner Linux-Distribution.

Anfangs wurde Kubuntu fast nur von einem Team Freiwilliger entwickelt, einzig Jonathan Riddell war direkt bei Canonical angestellt, was für einigen Unmut sorgte.[153][154] Nach dem ersten LTS-Release wurde angekündigt, dass die KDE-Unterstützung den gleichen Status wie die für Gnome haben soll. Dies spiegelt sich unter anderem darin wider, dass es für Kubuntu einen kommerziellen Kundendienst durch Canonical gibt.

Die Version 8.04 ist keine LTS-Version.[155] Für die KDE-Version 4 konnte keine hinreichende Stabilität, für KDE 3.5 kein Support für drei Jahre gewährleistet werden. Kubuntu 8.04 existiert daher auch in zwei Varianten, der normalen kubuntu mit KDE 3.5.9 und kubuntu-kde4 mit KDE 4.0.3.[156] Kommerzieller Kundendienst für 18 Monate und der Versandservice stehen nur für die KDE-3-Version zur Verfügung.

Version 8.10 gibt es nur mit KDE 4.1. Die automatische Aktualisierung („upgrade“) auf diese Version wurde daher für die Version 8.04 standardmäßig deaktiviert, da es eine vollständige Deinstallation von KDE 3 zur Folge hätte. Die Aktualisierung kann aber trotzdem über die Kommandozeile ausgeführt werden.[157]

Xubuntu[Bearbeiten]

Hauptartikel: Xubuntu
Desktop von Xubuntu 14.04 mit Whisker Menu
Xubuntu logo and wordmark.svg

Xubuntu ist eine Abwandlung von Ubuntu, die die ressourcensparende Xfce-Arbeitsumgebung verwendet. Daher eignet sich Xubuntu für ältere Computer mit wenig Arbeitsspeicher, bei denen die Installation der Standardversion problematisch ist. Eigene Installations- und Live-CDs von Xubuntu wurden erstmals mit der Ubuntu-Version 6.06 LTS veröffentlicht. Diese Version wird ausschließlich von Freiwilligen entwickelt. Zum Umfang gehören hier etwa die Textverarbeitung AbiWord, die Tabellenkalkulation Gnumeric, Mozilla Firefox und Thunderbird, aber auch eine auf die reine Textverarbeitung reduzierte Version von LibreOffice.org, bzw. OpenOffice.org, falls der Funktionsumfang des wesentlich sparsameren Abiword nicht ausreicht. Hinzu kommen diverse Hilfsprogramme aus der normalen Ubuntu-Version, etwa die Aktualisierungsverwaltung, der NetworkManager oder die Paketverwaltung Synaptic. Als Hardwareanforderungen werden 128 MB Arbeitsspeicher (256 MB werden jedoch empfohlen) und 1,5 GB freier Festplattenspeicher benötigt. Diese Angaben sind jedoch im Gegensatz zu den Angaben für die anderen Ubuntu-Varianten am technisch Machbaren und nicht an einem tatsächlich benutzbaren System orientiert. Auf der Festplatte werden mit den deutschen Lokalisierungen fast zwei GB belegt, bei Aktualisierungen kommt weiterhin Platzbedarf in der Größenordnung der CD hinzu.

Lubuntu[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lubuntu
Desktop von Lubuntu 14.04
Lubuntu logo.svg

Lubuntu ist ein Derivat, das für den Einsatz auf leistungsschwächerer Hardware konzipiert ist. Als Desktop-Umgebung setzt es das besonders ressourcensparende LXDE ein, durch den Einsatz von Openbox als Fenstermanager wird nur etwa halb soviel Arbeitsspeicher wie bei Xubuntu benötigt. Lubuntu 11.10 wurde mit der Veröffentlichung im Oktober 2011 ein offizielles Derivat von Ubuntu.[158]

Edubuntu[Bearbeiten]

EdubuntuLogo.svg
Desktop von Edubuntu 10.04

Edubuntu ist eine für die Verwendung in der Schule entwickelte Erweiterung zu Ubuntu, das auf dem Ubuntu Linux Terminal Server Project aufsetzt. Der Name setzt sich aus „education“ (engl. für Bildung) und „Ubuntu“ zusammen. Einige Funktionen des eingestellten Projekts Skubuntu wurden in Edubuntu integriert. Kernkomponenten von Edubuntu sind die Lernprogramme GCompris, Kalzium (KDE), Tux4Kids und der Schooltool Calendar.

In den Versionen 5.10 bis 7.10 war Edubuntu eine eigenständige Ubuntu-Version, bei der der normale Funktionsumfang aus Platzgründen zu Gunsten der Bildungsprogramme eingeschränkt war. Seit Version 8.04 LTS ist Edubuntu eine Erweiterung (Add-on), die auf ein installiertes Ubuntu-System aufsetzt. Dieses kann über den Paketmanager nachinstalliert werden. Seit Version 11.10 ist Edubuntu allerdings auch wieder als eigenständige Version verfügbar.

Ubuntu Studio[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ubuntu Studio
Ubuntustudio v3 logo-alt.svg
Desktop von Ubuntu Studio 9.10

Ubuntu Studio ist speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet. Für solche Zwecke wurde den Ubuntu-Quellen ein Kernel mit Echtzeitfunktionen hinzugefügt, der dafür keinerlei Energiesparfunktionen unterstützt. Als Audio-Backend dient das Programm JACK. Außerdem gehören diverse Multimedia-Programme zum Umfang, wie beispielsweise CinePaint, die Videobearbeitung Kino, der Audio-Sequenzer Rosegarden, der Audio-Editor Ardour oder das DTP-Programm Scribus. Die erste stabile Version ist am 10. Mai 2007 erschienen und basiert auf Ubuntu 7.04.[159] Diese wurde als einzige Ubuntu-Version als ein DVD-Image mit knapp 900 MB ausgeliefert. Seit der Version 7.10 ist Ubuntu Studio auch für AMD64 verfügbar. Auf der Ubuntu-Homepage wird Ubuntu Studio als „Recognized Derivative“ (anerkanntes Derivat) aufgeführt.[160]

Mythbuntu[Bearbeiten]

Mythbuntu ist eine Variante, um den PC als HTPC einzusetzen. Hierbei wird ein auf ein Minimum reduziertes Xfce (siehe Xubuntu) verwendet und die HTPC-Software MythTV installiert. Darüber hinaus gibt es ein eigenes Kontrollzentrum, mit dem MythTV konfiguriert werden kann und über das dessen diverse Plug-ins installiert werden können. Auch die Installation eines oder mehrerer der drei vollwertigen Desktop-Systeme ist hierüber möglich. Mythbuntu erfordert einen wesentlich schnelleren Prozessor als andere Ubuntu-Versionen – die Website nennt 1 GHz minimal und empfiehlt je nach Anwendung 2 oder sogar 3 GHz.[161] Eine Hauptursache hierfür ist, dass MythTV für die (nicht abschaltbare) Unterstützung von zeitversetztem Fernsehen das Programm permanent aufzeichnet, was je nach TV-Karte hohe Systemanforderungen stellen kann.

Mythbuntu entstand mit der Entwicklung von Ubuntu 7.10 und ist seit April 2012 in der aktuellen Version 12.04 verfügbar. Als von Canonical als Community-unterstütztes Projekt anerkannt, sind die Pakete Bestandteil der Ubuntu-Paketquellen. Kommerzieller Kundendienst und verlängerte Unterstützung für LTS-Versionen sind aber nicht vorhanden.[160]

Ubuntu GNOME[Bearbeiten]

Die Variante Ubuntu GNOME (vormals: Ubuntu Gnome Remix) verwendet die Gnome Shell an Stelle von Unity, sowie ein paar andere Gnome-Applikationen, welche in Ubuntu standardmäßig nicht installiert sind. Ab Version 13.04 ist Ubuntu GNOME eine von Canonical offiziell anerkannte Variante.[162] Die Version Ubuntu GNOME 14.04 ist eine LTS-Version mit einem Support-Zeitraum von 3 Jahren.[163]

Ubuntu Kylin[Bearbeiten]

Ubuntu Kylin ist eine weitere Variante, welche ab Version 13.04 offiziell von Canonical anerkannt ist.[37] Sie soll laut eigenen Angaben besser an die Bedürfnisse chinesischer Benutzer angepasst sein als Ubuntu selbst.[164] Einige Bestandteile von Ubuntu Kylin basieren auf Kylin. Ubuntu Kylin ist seit März 2013 eine offizielle Ubuntu-Variante, die von Canonical gepflegt wird.[165]

In einer Behördenmitteilung kündigte die chinesische Regierung am 20. Mai 2014 an, dass sie 200 Millionen Rechner, die noch mit Windows XP arbeiteten, auf Ubuntu Kylin umrüsten wolle. Das Ziel dieser großflächigen Migration sei es, die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern von Betriebssystemen zu verringern. Aus Sicherheitsgründen wurde eine Migration zu Windows 8 verboten.[166][167]

Ehemalige Varianten[Bearbeiten]

Einige Varianten sind inzwischen nur noch Erweiterungen für ein bestehendes Ubuntu-System beziehungsweise in dieses integriert.

Ubuntu-Netbook-Systeme[Bearbeiten]

Bereits seit Version 7.10 ist unter wechselnden Namen von Ubuntu-Varianten die Rede, die speziell auf eher spartanisch ausgestattete Rechner, also beispielsweise Ultra-Mobile PCs oder Netbooks ausgelegt sind.[168]

Eine erste, zusammen mit Intel entwickelte Version hiervon erschien mit Ubuntu 8.04 unter dem Namen „Ubuntu MID-Edition“; teilweise auch schlicht „Ubuntu Mobile“. Die abgespeckte Variante der Linux-Distribution enthält neben Software wie einem Webbrowser verschiedene Multimedia-Applikationen, die teilweise in der normalen Desktop-Version nicht enthalten sind. Die Oberfläche wurde auf kleine Displays von 4 bis 8 Zoll Größe angepasst.[169] Diese Version kommt unter anderem bei dem Netbook Dell Inspiron Mini 9 und dem Toshiba NB100 zum Einsatz.

Desktop der Ubuntu 10.10 Netbook Edition mit der Standardoberfläche Unity

Das mit Ubuntu 9.04 erschienene „Ubuntu Netbook Remix“ ist eine Version, die für Netbooks mit Displaygrößen bis 10 Zoll entwickelt wurde[170] und von einem USB-Live-System aus installiert werden kann.

Mit dem Netbook Remix gibt es einen alternativen Desktop, der alle wichtigen Programme auf einen Blick darstellt. (siehe Bild)

In Ubuntu 10.04 LTS wurde der Netbook Remix in „Ubuntu Netbook Edition“ umbenannt und Ubuntu 10.10 erschien erstmals mit der eigens entwickelten Oberfläche Unity.

Ab Ubuntu 11.04 gibt es keine Netbook Edition mehr, da die Desktop-Version nun Unity als Standard-Shell benutzt.

Gobuntu[Bearbeiten]

Gobuntu logo.svg

Gobuntu war eine Ubuntu-Variante ohne proprietäre Inhalte. Diese enthielt fast nur Programme, Treiber und Dateien, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurden, Ausnahme waren beispielsweise Logos und Icons des Webbrowsers Firefox. Gobuntu gab es einzig in den Versionen 7.10 und 8.04 (inklusive Update-Release 8.04.1).[171]

Mit diesem Projekt versuchte Canonical dem Vorwurf zu begegnen, dass Ubuntu nicht mehr freie Software sei, weil es viele proprietäre Treiber und Programme nutzt oder zumindest anbietet. Die Entwickler sollten mit Gobuntu die Grenzen von freiem Code und sonstigen freien Werken feststellen und falls nötig auch an deren Ausweitung arbeiten.[172] Gemäß Chefentwickler Mark Shuttleworth funktionierte Gobuntu noch mit viel Hardware nicht einwandfrei, existierte aber als ein Zeichen für die Notwendigkeit freier Software und als Beispiel dafür, was heute schon möglich ist.

Erste Pläne für ein derartiges Projekt gab es schon im November 2005,[173] damals unter dem Namen Gnubuntu. Dies wurde nach Protesten von Richard Stallman zunächst in Ubuntu-libre geändert.[174] Die Entwicklung von Gobuntu geschah danach in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von gNewSense, das von Stallman gebilligt wurde, mit dem Ziel, zukünftig dessen Basis zu werden. Ab Version 3 basiert gNewSense nicht mehr auf Ubuntu, sondern auf Debian.

Weitere Gobuntu-Versionen nach 8.04.1 wurden nicht mehr veröffentlicht. Als Grund wurde unter anderem Inaktivität der Gobuntu-Community geltend gemacht. Auch ist es seit Ubuntu 8.04 möglich, bei der Installation nur freie Software auszuwählen. Solange man keine Pakete aus restricted oder multiverse installiert, hat man ein rein freies System, wie es von Gobuntu beabsichtigt war.[175] Auch hat Shuttleworth darauf hingewiesen, dass er lieber auf gNewSense fokussieren will, weil die Arbeit am gNewSense-Projekt auch der Ubuntu-Community hilft.[176]

Inoffizielle Ubuntu-Derivate[Bearbeiten]

Inoffizielle Ubuntu-Derivate werden im Gegensatz zu den offiziellen Abwandlungen nicht von Canonical Ltd. veröffentlicht, sondern von externen Softwareentwicklern oder Entwicklergruppen.

Ubuntu TV[Bearbeiten]

Ubuntu TV ist eine Abwandlung von Ubuntu und auf Smart TV abgestimmt.[177] Es wurde auf der Consumer Electronics Show 2012 von Canonical vorgestellt.[178]

Ubuntu TV arbeitet wie Ubuntu mit Unity als Standardoberfläche. Ubuntu TV soll für Hersteller von Fernsehgeräten kostenfrei nutzbar sein. Auch wird Ubuntu One, der Filehosting-Dienst von Canonical, fester Bestandteil des Ubuntu TV sein.

Ubuntu auf Smartphones[Bearbeiten]

Ubuntu Touch[Bearbeiten]

Ubuntu Touch auf einem Smartphone

Ubuntu Touch ist die Mobilversion von Ubuntu für Smartphones. Sie ist an die Version für Desktop und Ubuntu TV angelehnt und soll alle Möglichkeiten und Tools der Desktop-Variante unterstützen. Die Installation von Applikationen erfolgt über das Ubuntu Software Center. Für die Anwendungsentwicklung stehen dieselben Werkzeuge wie für die Desktop-Variante zur Verfügung. Dies erleichtert es, eine Applikation zeitgleich für mehrere Ubuntu-Varianten zu entwickeln.

Ubuntu für Android[Bearbeiten]

„Ubuntu für Android“ ist eine Ubuntu-Version, die dafür ausgelegt ist, auf Android Smartphones zu laufen. So kann Ubuntu simultan mit Android laufen, da beide auf dem Linux-Kernel basieren. Ebenfalls soll es möglich sein, das Mobiltelefon mit einem Monitor zu verbinden, um ein voll funktionsfähiges Ubuntu Desktop System zu erhalten.[179] Seit April 2014 wird „Ubuntu für Android“ nicht mehr aktiv weiterentwickelt.[180]

Ubuntu auf Tablets[Bearbeiten]

„Ubuntu on Tablets“ ist an die Version für Smartphones angelehnt, es wird eine ähnliche Bedienung und Menüführung besitzen. Als Besonderheit wird es möglich sein, ein Ubuntu-Smartphone an das Tablet anzudocken und geöffnete Apps auf dem Tablet weiterlaufen zu lassen. Da das Tablet auf der Desktopversion beruht, wird es möglich sein, mit angeschlossener Maus und Tastatur das Tablet wie einen normalen PC zu nutzen.[181]

Ubuntu-Kompatible Mobilgeräte[Bearbeiten]

Android-Geräte[Bearbeiten]

Seit dem 21. Februar 2013 gibt es eine Anleitung, um eine Vorabversion von Ubuntu Touch auf dem Nexus 4, Nexus 7, Nexus 10 und dem Galaxy Nexus zu testen.[182]

Ubuntu Edge[Bearbeiten]

Canonical kündigte an, an der Entwicklung eines eigenen Smartphones unter dem Namen Ubuntu Edge zu arbeiten, das ebenfalls mit dem Betriebssystem Ubuntu ausgestattet wird und im Frühjahr 2014 erscheinen sollte.[183] Im August 2013 wurde bekannt gegeben, dass durch das Crowdfunding zur Finanzierung des Smartphones nur annähernd 40 Prozent der 32 Millionen US-Dollar eingenommen werden konnten, die zur Realisierung benötigt worden wären. Deshalb wurde das Projekt gestoppt und die Anleger bekommen ihr Geld zurück.[184]

Ubuntu Deutschland[Bearbeiten]

Am 12. November 2005 wurde der Verein „Ubuntu Deutschland“ in Nürnberg gegründet, um so die Ubuntu Foundation in Deutschland zu unterstützen. Der Verein unterstützt als juristische Person und Spendenempfänger die verschiedenen Aktivitäten der deutschen Community. Am 20. und 21. Oktober 2007 richtete er eine Benutzerkonferenz unter dem Namen Ubucon aus, die in der Hochschule Niederrhein in Krefeld stattfand und kostenfrei besucht werden konnte. Die zweite Ubucon fand in der Zeit vom 17. bis 19. Oktober 2008 an der Georg-August-Universität zu Göttingen statt. Die dritte Konferenz fand, ebenfalls in Göttingen, vom 16. bis zum 18. Oktober 2009 statt. Die vierte Konferenz fand vom 15. bis 17. Oktober 2010 erstmals in Leipzig (Universität Leipzig) statt; so auch die fünfte vom 14. bis 16. Oktober 2011.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

In der Ausgabe vom Juli 2006 wurde Ubuntu von der Zeitschrift PC World mit dem PC World 2006 World Class Award ausgezeichnet und somit von dieser als eines der 100 besten Produkte des Jahres bezeichnet.[185] Ebenfalls im Juli 2006 hat IT Reviews Ubuntu 6.06 LTS mit ihrem „Recommended“ award ausgezeichnet.[186]

Kritik[Bearbeiten]

Mangelhafte Kompatibilität zu Debian[Bearbeiten]

Ubuntu wird von manchen Anhängern des Debian-Projekts kritisiert. Moniert wird, dass Ubuntu technisch nicht vollständig kompatibel zu Debian sei.[187] Eine der unter anderem von Ian Murdock erhobenen Forderungen ist es, weiterhin die jeweils aktuelle Debian-Version als Basis zu nutzen.[188] Auf der Debian-Entwicklerkonferenz debconf 6 im Mai 2006 gab es diesbezüglich eine Aussprache zwischen einigen führenden Debian-Entwicklern und Mark Shuttleworth.[189] Außerdem sind einige Debian-Entwickler mit der Qualität der von Ubuntu zurückgegebenen Patches unzufrieden. Diese enthielten zu viele Ubuntu-spezifische Änderungen, die für Debian nutzlos seien. Außerdem wird die Idee als solche, Pakete aus Debian zu übernehmen, oftmals kritisiert, da hierdurch Debian selbst geschwächt werde.[190]

Verwischung der Grenze zwischen Applikationen und Betriebssystem[Bearbeiten]

2006 kritisierte ein Mozilla-Entwickler das Konzept von Ubuntu, nicht als Plattform für Anwendungsprogramme zu agieren, sondern diese vor allem integriert in das Betriebssystem anzubieten.[191] Diese Verwischung der Grenzen zwischen Anwendungen und Betriebssystem durch die integrierte Verwaltung mit der Distribution wird auch als Ursache einiger Desktop-User-Experience-Probleme beschrieben, z. B. die Schwierigkeit der parallelen Installation von mehreren Anwendungsprogrammversionen.[192] Auch der eigentlich banale Fall, dass ein Nutzer lediglich ein Anwenderprogramm aktualisieren möchte, ist häufig leichter durch die Installation einer neueren Ubuntu-Version zu lösen.[193] 2010 wurde dieses Verhalten als Problem in Ubuntus Launchpad-Bugtracker akzeptiert, da auch die existierenden PPA- und Backport-Ansätze dieses Problem nicht vollständig lösen.[193]

Geringe Beteiligung an der Entwicklung des Linux-Kernels und von Gnome[Bearbeiten]

Darüber hinaus wurde Ubuntu von dem Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman eine zu geringe Beteiligung an der Entwicklung des Linux-Kernels vorgeworfen [194], damals arbeitete er für den Konkurrenten Novell.[195] Diese Behauptung wird von ihm mit einer prozentual geringen Anzahl an in den Kernel zurückgegebenen Patches untermauert (<1 %). Als Antwort hierauf wurde von dem Ubuntu-Entwickler Matt Zimmerman angemerkt, dass Kroah-Hartmanns Betrachtung des Linux-Ökosystems „seltsam“ sei, da er sämtliche konkreten Anwendungen wie Gnome, KDE oder jegliche Server-Dienste dabei auslasse.[196] Greg Kroah-Hartman untersuchte ein größeres Linux-Ökosystem mit den Kernkomponenten GCC, ALSA, X.Org-Server und fand erneut heraus, dass die Beiträge von Canonical ebenfalls immer sehr gering waren (<1 %) oder überhaupt keine Beiträge vorhanden waren.[197]

Im Juli 2010 wurde eine Beitrags-Statistik für Gnome veröffentlicht. Canonicals Anteil an der Entwicklung betrug 1 %. Lediglich die Programmsymbole und ein Taschenrechnerprogramm werden von Canonical-Mitarbeitern betreut.[198] Jono Bacon entgegnete dem damit, dass Canonicals Programme innerhalb von Launchpad entwickelt werden und vom Gnome-Projekt abgelehnt wurden.[199] Mark Shuttleworth meint dazu, dass diese Form von Tribalismus kontraproduktiv sei. Er zeigt auf, dass auch nicht-Quelltext-Beiträge wie der Ubuntu-Verhaltenskodex von vielen Open-Source-Projekten adaptiert wurden.[200]

Spyware und proprietäre Software[Bearbeiten]

Richard Stallman kritisierte 2012 Ubuntu und bezeichnete die Distribution als Spyware. Hintergrund war die in der Version 12.10 neu hinzugefügte Integration von Amazon-Suchergebnissen in der Suchfunktion von Unity.[201][202] Im Oktober 2013 wurde Shuttleworth daher der österreichische Big Brother Award verliehen.[203] Die Suchanfragen werden von Canonical über eigene Server aufgezeichnet und eigenen Angaben zufolge anonymisiert an Amazon weitergeleitet.[204] Lokale Suchabfragen sollten laut Stallman jedoch strikt von Online-Suchabfragen getrennt werden, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen.[201] Die Amazon-Suche in Unity lässt sich zwar sowohl deaktivieren als auch deinstallieren, wird allerdings ungefragt mit installiert.[204] Stallman kritisierte Ubuntu außerdem für das Installieren und Weiterempfehlen von proprietärer Software.[201]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Marcus Fischer: Ubuntu 14.04 LTS. Das umfassende Handbuch. 8., aktualisierte und erweiterte Auflage. Galileo Computing, Bonn Juni 2014 (Erstauflage 2006), ISBN 978-3-8362-2960-9 (Aktuell zu Ubuntu 12.04 „Precise Pangolin“, openbook.galileocomputing.de, abgerufen am 14. Oktober 2012).
  •  Marcus Fischer: Einstieg in Ubuntu 11.04 »Natty Narwhal«. 1. Auflage. Galileo Press, Bonn 2011, ISBN 978-3-8362-1703-3.
  •  Michael Kofler: Das Ubuntu Handbuch. Alles zu Installation, Anwendung & Administration. 1. Auflage. Addison-Wesley, München Juni 2010, ISBN 978-3-8273-2922-6 (mit zwei DVDs: Ubuntu 10.04, „Lucid Lynx“ LTS als 32-Bit- und 64-Bit-Version).
  •  Michael Kofler: Ubuntu 11.04 „Natty Narwhal“. Installation, Anwendung, Tipps & Tricks. 1. Auflage. Addison-Wesley, München 2010, ISBN 978-3-8273-3071-0.
  •  Michael Kofler: Ubuntu Server. Installation, Konfiguration, Anwendung. Addison-Wesley, München 2010, ISBN 978-3-89721-759-1.
  •  Ute Hertzog: From Zero2Hero: Ubuntu. 1. Auflage. Markt+Technik Verlag, 2010, ISBN 978-3-8272-4580-9.
  •  Andreas Bildstein: Ubuntu für Linux-Einsteiger. 1. Auflage. O’Reilly Verlag, 2010, ISBN 978-3-89721-910-6.
  •  Klaus H. Schmidt: Ubuntu Desktop und Server. 1. Auflage. Carl Hanser Verlag, 2011, ISBN 978-3-446-42792-1.
  •  Marcus Fischer: Ubuntu 14.04 LTS – Das umfassende Handbuch. Galileo Press, 2014, ISBN 978-3-836-22960-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Ubuntu-Anwenderhandbuch – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Ubuntu Linux – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ubuntu 14.04.1 LTS released (englisch) – Ankündigung bei Ubuntu.com, vom 25. Juli 2014, abgerufen am 25. Juli 2014
  2. Andrea Wipplinger: Ubuntu – ein ungewöhnlicher Name für ein verblüffendes Konzept. Unterstützung. 21. Juli 2005, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  3. a b Detlef Scholz: Alles so Ubuntu hier. In: sueddeutsche.de. 13. Juni 2005, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  4. Christophe Séfrin: Ubuntu, projet communautaire. 20minutes.fr, 17. Mai 2011, abgerufen am 27. Mai 2012 (französisch).
  5. a b Ubuntu: An African Word for Humanity. Abgerufen am 12. Oktober 2007 (englisch).
  6. Code of Conduct. Abgerufen am 23. Oktober 2010 (englisch).
  7. Klaus Gürtler: Ubuntu: „Ein Linux für die Menschen“. In: Spiegel Online. 9. Juli 2005, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  8. Sander van Loon: KOffice 1.4 – Kubuntu Packages available. In: kubuntu-users Mailingliste. 21. Juni 2005, abgerufen am 23. Oktober 2010 (englisch).
  9. Bernd Butscheidt: Ubuntu Foundation erhält 10 Millionen US-Dollar Startkapital. In: heise online. 8. Juli 2005, abgerufen am 23. Oktober 2010.
  10. http://www.golem.de/news/richard-stallman-ubuntu-ist-keine-freie-software-1212-96227.html
  11. Jürgen Vielmeier: Ubuntu-Tagebuch, Tag 1. In: Spiegel Online. 24. September 2007, abgerufen am 23. Oktober 2010.
  12. Andreas Hirstein: Ubuntu als ebenbürtige Alternative zu Windows. In: NZZ. 23. September 2007, abgerufen am 23. Oktober 2010.
  13. Andrea Müller: Linux auf dem Desktop: Ubuntu, Gnome und Firefox. In: heise online. 23. August 2007, abgerufen am 23. Oktober 2010.
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  19. Hans-Joachim Baader: Französisches Parlament wechselt zu Ubuntu. In: Pro-Linux. 12. März 2007, abgerufen am 23. Oktober 2010.
  20. Andreas Wilkens: Frankreichs Gendarmerie holt sich Linux. In: heise online. 30. Januar 2008, abgerufen am 23. Oktober 2010.
  21. Johannes Schuster: Mazedonien setzt auf virtuelle Ubuntu-PCs. In: heise online. 18. November 2007, abgerufen am 19. November 2007.
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  26. Matthew Paul Thomas: UDS N Monday plenary: Getting great applications on Ubuntu (englisch) In: Ubuntu Developer Summit 2010. 25. Oktober 2010. Abgerufen am 29. April 2012.
  27. siehe die Manpage für die Datei shadow: „If the password field contains some string that is not valid result of crypt(3), for instance ! or *, the user will not be able to use a unix password to log in“
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  98. Déjà Dup wird Standard in Ubuntu 11.10. Abgerufen am 5. Oktober 2001 (englisch).
  99. a b Mark Shuttleworth: P is for … 5. Oktober 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011 (englisch).
  100. Erste Details für Precise Pangolin kristallisieren sich heraus. 7. November 2011, abgerufen am 7. November 2011.
  101. Minor Improvements to Ubuntu’s Overlay Scrollbar for 12.04. 5. Oktober 2011, abgerufen am 5. Oktober 2011.
  102. Joey Sneddon: Banshee, Tomboy And Mono Dropped from Ubuntu 12.04 CD. 4. November 2011, abgerufen am 6. November 2011 (englisch).
  103. Jeremy Bicha: Update on GNOME Versions for Ubuntu 12.04. 1. Februar 2012, abgerufen am 13. April 2012 (englisch).
  104. a b Jörg Thoma: Head-Up Display statt Menüs. 24. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2012 (deutsch).
  105. Kate Stewart: Ubuntu 12.04.1 (Precise Pangolin) LTS released! Ubuntu Foundation, 23. August 2012, abgerufen am 24. August 2012 (englisch).
  106. ReleaseSchedule. Abgerufen am 25. Februar 2013 (englisch).
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  108. ReleaseSchedule. Abgerufen am 7. Februar 2014 (englisch).
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