Nördliche Krone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sternbild
Nördliche Krone
Legende
Corona borealis constellation map.png
Karte des Sternbilds Nördliche Krone
Lateinischer Name Corona Borealis
Lateinischer Genitiv Coronae Borealis
Kürzel CrB
Rektaszension 15160415h 16m 04s bis 16250716h 25m 07s
Deklination 2253217+25° 32′ 17″ bis 2394242+39° 42′ 42″
Fläche 179 deg²
Rang 73
Vollständig
sichtbar
90° Nord bis 50° Süd
Beobachtungszeit
für Mitteleuropa
Frühjahr
Anzahl der Sterne
heller als 3 mag
1
Hellster Stern
(Größe)
Gemma (2,22)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)

Die Nördliche Krone, in der Fachsprache Corona Borealis (aus dem Lateinischen) ist ein Sternbild nördlich des Himmelsäquators.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Sternbild Nördliche Krone, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Die Nördliche Krone ist ein relativ kleines, aber markantes Sternbild zwischen dem Herkules und dem Bärenhüter. Ihre Sterne bilden einen Halbkreis. Der hellste Stern Gemma (lateinisch für Edelstein) ist mit 2,22m auffällig hell, die übrigen Sterne erreichen nur etwa die vierte Größenklasse.

Das Sternbild enthält zwei interessante veränderliche Sterne, R und T Coronae Borealis, die starke Helligkeitsschwankungen aufweisen.

In der Nördlichen Krone befindet sich der ausgedehnte Galaxienhaufen Abell 2065, der etwa 400 Galaxien enthält. Aufgrund der großen Entfernung erreichen die Galaxien allerdings nur die 16. Größenklasse und sind daher nur in großen Teleskopen oder auf lang belichteten Fotografien sichtbar. Der reiche Galaxienhaufen Abell 2142, der etwa 1,2 Mrd. Lichtjahre entfernt ist und ebenfalls keine Galaxie heller als 16 mag enthält, ist ein interessantes Forschungsobjekt, da in ihm die Verschmelzung zweier solcher Haufen zu beobachten ist. Er liegt im südöstlichen Bereich des Sternbildes nahe ε Coronae Borealis.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nördliche Krone gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits von Claudius Ptolemäus erwähnt wurden. Ihr Gegenstück am Himmel ist die Südliche Krone (Corona Australis).

Für die Griechen der Antike stellte das Sternbild eine Krone dar. In anderen Kulturen hatte es unterschiedliche Bedeutungen. So sahen die Araber darin die Schüssel eines Bettlers, die Chinesen eine Geldkette und die Kelten ein sich schnell drehendes Rad oder Schloss.

Mythologie[Bearbeiten]

Der griechischen Mythologie nach war die Nördliche Krone die mit Edelsteinen besetzte Krone der Ariadne, Tochter des Königs Minos von Kreta. Mit Ariadnes Hilfe bezwang der Held Theseus den Minotaurus. Theseus erhielt von ihr einen Faden, mit dem er den Weg aus dem Labyrinth fand, in dem das Untier gefangen gehalten wurde.

In der keltischen Mythologie war die Nördliche Krone (Caer Arianrohd) das Rad (oder auch das Schloss) von Arianrhod.

Himmelsobjekte[Bearbeiten]

Sterne[Bearbeiten]

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
α 5 Gemma, Alphekka, Gnosia, Asteroth 2,22m 80 A0 V
β 3 Nusakan 3,7m 114 F0
γ 8 3,81m 200 A0 + A3
ε 13 4,14m 250 K2 III
θ 4 4,14m 300 B6 V
δ 10 4,59m 150 G4 III
τ 16 4,73m
κ 11 4,79m
ξ 19 4,86m
ι 14 4,98m
η 2 4,99m 55 G1 + G3
ζ 7 5,07m
μ 6 5,14m
ν 20 5,20m
σ 17 5,23m
ρ 15 5,39m 57 G0 V
ν 21 5,40m
λ 12 5,43m

Der hellste Stern, α Coronae Borealis, ist rund 80 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Er ist ein bläulich-weißer Stern der Spektralklasse A0. Alle 17,36 Tage verringert sich seine Helligkeit um nur 0,1 Größenklassen. Verursacht wird die Verdunklung durch einen lichtschwächeren Begleitstern, der vor dem Hauptstern vorbeizieht. Derartige Sterne nennt man Bedeckungsveränderliche. Der Stern gehört zum sogenannten „Bärenstrom“, einem nahen offenen Sternhaufen.

α Coronae Borealis wird auch Gemma (lateinisch für „Edelstein“) oder Alphekka genannt. Letzterer Name ist altarabischen Ursprungs und könnte sich von al-fakkah (der Gebrochene) ableiten. Dies bezieht sich auf einen „gebrochenen Ring“ von Sternen (das Sternbild Nördliche Krone).

ρ Coronae Borealis ist ein sonnenähnlicher gelber Zwergstern der Spektralklasse G0 V in 55 Lichtjahren Entfernung. Er ist etwas leuchtkräftiger als unsere Sonne und mit etwa 10 Milliarden Jahren etwa doppelt so alt. 1997 wurden bei dem Stern ein Exoplanet und eine zirkumstellare Scheibe, ähnlich dem Kuipergürtel, entdeckt.

Doppelsterne[Bearbeiten]

System Größen Abstand
β 3,7m 0,2"
η 5,6m/5,9m 0,7 bis 0,4"
γ 4,1m/5,5m 0,7"
ζ 5,0m/6,0m 6,3"
σ 5,6m/6,6m 7"

Das System η Coronae Borealis ist 59 Lichtjahre entfernt. Dabei bewegen sich zwei gelblich leuchtende Sterne der Spektralklassen G1 und G3 in nur 41,5 Jahren um einen gemeinsamen Schwerpunkt. Von der Erde aus gesehen haben die Sterne einen Abstand von 0,7 (Jahr 2000) bis 0,4 (Jahr 2020) Bogensekunden. Um sie zu trennen benötigt man ein mittleres Teleskop ab 15 cm Öffnung.

Das 200 Lichtjahre entfernte System γ Coronae Borealis besteht aus zwei bläulich-weißen Sternen der Spektralklassen A0 und A3.

Das System ζ Coronae Borealis ist 450 Lichtjahre entfernt und besteht aus zwei etwa gleich hellen Sternen der Spektralklasse A2.

Aufgrund des größeren Winkelabstandes von 6,3 bzw. 7 Bogensekunden können beide Systeme auch mit einem kleineren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten]

Objekt Größe Periode Typ
α 2,22 bis 2,3m Bedeckungsveränderlicher Stern
R 5,7m–14,8m unregelmäßig Veränderlicher
T 2,0m–10,8m wiederkehrende Nova

R Coronae Borealis ist der Namensgeber einer Gruppe von veränderlichen Sternen, die unregelmäßig ihre Helligkeit verändern. Bei Sternen dieses Typs kann man einen raschen Helligkeitsabfall beobachten. Nach einer nicht vorher bestimmbaren Zeitspanne nimmt die Helligkeit langsam wieder zu. Bei Untersuchungen des Spektrums dieser Sterne konnte festgestellt werden, dass ihre Oberfläche relativ viel Helium und Kohlenstoff enthält. Man geht davon aus, dass die Sterne in unregelmäßigen Abständen Teile ihrer äußeren Gashülle abstoßen. Dabei kondensieren die Kohlenstoffmoleküle zu lichtundurchlässigen Rußpartikeln aus. Die Rußwolke verflüchtigt sich mit der Zeit und der Stern erscheint wieder heller.
R Coronae Borealis hat im Maximum eine Helligkeit von 5,7m und kann gerade noch mit bloßem Auge gesehen werden. Im Minimum sinkt die Helligkeit auf 14,8m ab und der Stern kann nur in einem größeren Teleskop beobachtet werden.

T Coronae Borealis ist ein veränderlicher Stern vom Typ wiederkehrende Nova. Mit einer Helligkeit von 10,8m ist er nur sehr lichtschwach, wurde aber bei Ausbrüchen 1866 und 1946 mit bis zu 2,0m auffällig hell.

Messier- und NGC-Objekte[Bearbeiten]

Die Nördliche Krone enthält keine helleren Sternhaufen, Gasnebel oder Galaxien, die in den Messier-Katalog oder NGC aufgenommen wurden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sternbild Nördliche Krone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien