Nürnberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Nürnberg
Nürnberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Nürnberg hervorgehoben
49.45277777777811.077777777778309Koordinaten: 49° 27′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Höhe: 309 m ü. NHN
Fläche: 186,46 km²
Einwohner: 498.876 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2676 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 90402–90491
Vorwahlen: 0911, 09122, 09129
Kfz-Kennzeichen: N
Gemeindeschlüssel: 09 5 64 000
Stadtgliederung: 7 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 2
90403 Nürnberg
Webpräsenz: www.nuernberg.de
Oberbürgermeister: Ulrich Maly (SPD)
Lage der Stadt Nürnberg in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild
Wahrzeichen Nürnbergs, die Kaiserburg
Blick auf Altstadt vom Burgberg
Blick über die Altstadt vom Spittlertorturm aus
Die Stadtmauer umschließt die Altstadt noch heute fast vollständig

Nürnberg (fränkisch Nämberch) ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Mittelfranken des Freistaats Bayern. Mit fast 0,5 Millionen Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt Bayerns und bildet zusammen mit ihren Nachbarstädten Fürth, Erlangen und Schwabach ein Ballungsgebiet, in dem etwa 1,2 Millionen Menschen leben[2] und welches sowohl das wirtschaftliche als auch das kulturelle Zentrum der Metropolregion Nürnberg mit 3,5 Millionen Einwohnern sowie Frankens ist.

Inhaltsverzeichnis

Name, Wappen und Signet[Bearbeiten]

Bronzefigur der Nymphe Noris (1903) von Philipp Kittler

Der Name der Stadt leitet sich von nor für steiniger Fels ab und bezeichnete den von weit her sichtbaren Keuperfels mit der Burg. Sie und die zu ihren Füßen entstandene Siedlung wurden wohl nach dem Felsberg benannt.[3] Daneben gibt es die These, dass sich der Name der Stadt von dem Personennamen Noro ableitet.[4][5] Andere Deutungen wie „Nero-berg“, „Nur-ein-Berg“ oder „Neuberg“ erwiesen sich als falsch.

Der Beiname Noris kam bereits im Humanismus auf. Erstmals bezeichnete Helius Eobanus Hessus Nürnberg als „noris amoena“ (liebliche Noris). Hessus lehnte sich dabei an die lateinische Schreibung des Stadtnamens in Urkunden als „Noricum“ oder „Norimberg“ an. Der Arzt Johann Helwig personifizierte 1650 in einer Dichtung diesen Beinamen als mythische Nymphe Noris, die seitdem als bildungssprachliche Allegorie der Stadt häufig Verwendung findet.[SL 1]

Großes Stadtwappen

Das Große Wappen der Stadt Nürnberg zeigt auf lichtblauem Grund einen goldenen Adler mit naturfarbenem, jugendlichem Königshaupt, das eine Blattkrone und herabwallendes Haar trägt. Dieses Wappen wurde schon im Siegel von 1220 verwendet und versinnbildlicht das Reich (Reichsstadt). Der Kopf wurde zeitweise als Frauenkopf dargestellt. In seiner heutigen Form wurde das Große Wappen 1936 verliehen und 1963 vom Stadtrat bestätigt. Es wird in der Regel in den Behördensiegeln (nicht jedoch vom Standesamt, welches das amtliche bayerische Wappen führt), von den Bürgermeistern und vom Stadtrat und auf historischen städtischen Gebäuden geführt und darf nur mit einer Ausnahmegenehmigung, die nur selten erteilt wird, von Vereinen oder Firmen verwendet werden.[6]

Kleines Stadtwappen
Stadtflagge

Das Kleine Wappen der Stadt Nürnberg zeigt in gespaltenem Schild, vorne in Gold, einen halben, rot gezungten und golden bewehrten schwarzen Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber. Die Schrägteilung ist schon seit 1260 nachweisbar. Der Reichsadler kam ab 1350 hinzu und stellte somit das Rücksiegel dar. Seit 1513 wurde diese Abbildung in den Siegeln der Ämter und Außenbehörden Nürnbergs verwendet, wobei die Zahl der Schrägbalken und die Farbgebung mehrmals variierten. Die heute noch gebräuchliche Form wurde 1936 zusammen mit dem Großen Wappen verliehen. Aus dem Kleinen Wappen leitet sich auch die Stadtflagge ab. Sie zeigt die den Fränkischen Rechen als zentralen Hauptbestandteil enthaltende Frankenfahne mit den Farben Rot und Weiß ebenfalls in Schrägteilung. Das Kleine Wappen darf zu Werbezwecken von in Nürnberg ansässigen Unternehmen geführt oder auf Waren angebracht werden, solange nicht der Eindruck einer amtlichen Verwendung entsteht und das Wappen heraldisch und künstlerisch korrekt wiedergegeben wird. Beide Stadtwappen sind genehmigungspflichtig.

Stadtlogo

Ein Signet verwendet die Stadt neben den traditionellen Wappen seit den 70er Jahren. Das ursprüngliche Signet, auch Logo genannt, zeigte ein stilisiertes N, das an die von Rot und Silber geteilte Seite des Kleinen Stadtwappens erinnert. 1993 wurde dann ein Stadtlogo entwickelt, das die langgezogene Silhouette der Nürnberger Burg aufgriff und sich als Erkennungszeichen der Stadt etablierte.[7] Allerdings gelang es nicht, daraus ein einheitliches Corporate Design zu entwickeln. Außerdem erwies sich das alte Logo wegen seiner horizontalen Ausprägung als unflexibel.[7] 2009 gab es im Rathaus daher Bestrebungen, ein leichter handhabbares Logo und eine einheitlicheres Auftreten zu entwickeln. Seit Juli 2011 wird das neue Stadtlogo und Corporate Design schrittweise eingeführt.[8] Neben dem Stadtlogo wird auch das Logo der gleichnamigen Metropolenregion von der Stadt häufig verwendet. Dadurch soll der Zusammenhang zwischen der Städteregion und dem Ballungsraum mit den benachbarten Landkreisen stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Geographie[Bearbeiten]

Der Henkersteg über die Pegnitz
Nürnbergs Stadtgliederung und seine Umgebung

Geographische Lage[Bearbeiten]

Nürnberg liegt zu beiden Seiten der Pegnitz, die etwa 80 Kilometer nordöstlich der Stadt entspringt und das Stadtgebiet auf einer Länge von etwa 14 Kilometern von Ost nach West durchquert. Im Bereich der Altstadt wurde der Fluss stark kanalisiert. Im benachbarten Fürth fließen die Pegnitz und die Rednitz zusammen und bilden die Regnitz. Vor allem im Norden und Nordwesten von Nürnberg ist die Landschaft stark durch die Anschwemmungen der Pegnitz geprägt. Im Norden Nürnbergs befindet sich mit dem Knoblauchsland ein wichtiges Gemüseanbaugebiet. Im Süden, Osten und Norden der Stadt erstreckt sich der Nürnberger Reichswald.

Der Unterboden Nürnbergs besteht aus weichem Sandstein, der im Keuper entstanden ist. Nordöstlich von Nürnberg befindet sich die Fränkische Schweiz, ein Mittelgebirge mit einer Höhe von teilweise über 600 Metern über dem Meeresspiegel.

Ausdehnung des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Der Stadtteil Tullnau nach Osten mit dem Wöhrder See und dem schon im Stadtteil Mögeldorf liegenden Business Tower

Das Gebiet der Stadt umfasst eine Fläche von 186,38 km². Im Westen ist die Bebauung mit der Nachbarstadt Fürth und im Südwesten mit Stein zusammengewachsen. Nördlich der Stadt liegt relativ flach das fruchtbare Knoblauchsland, das zugleich auch die westliche Anflugschneise für den Nürnberger Flughafen bildet, sowie nach Nordosten hin der Sebalder Reichswald.

Die nördliche Begrenzung der Altstadt bildet der Burgberg mit der Nürnberger Burg und der in großen Teilen erhaltenen Stadtmauer; etwas östlich, ebenfalls auf der Nordseite der Pegnitz, erhebt sich der parkartig gestaltete Rechenberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Nürnberg grenzt an folgende Städte, Gemeinden und gemeindefreien Gebiete (beginnend im Norden, dem Uhrzeigersinn folgend):

Erlangen (kreisfreie Stadt), Neunhofer Forst, Kraftshofer Forst und Erlenstegener Forst (Landkreis Erlangen-Höchstadt), Schwaig bei Nürnberg, Laufamholzer Forst, Zerzabelshofer Forst, Forsthof, gemeindefreies Gebiet Fischbach, Feuchter Forst und Feucht (alle Landkreis Nürnberger Land), Wendelstein und Forst Kleinschwarzenlohe (Landkreis Roth), Schwabach (kreisfreie Stadt), Rohr (Landkreis Roth), Stein und Oberasbach (Landkreis Fürth) sowie Fürth (kreisfreie Stadt).

An die zur Stadt Nürnberg gehörende Exklave Brunn grenzen die gemeindefreien Gebiete Brunn, Winkelhaid und Fischbach (alle im Landkreis Nürnberger Land).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in sieben Bezirke, die nach den Himmelsrichtungen benannt sind. 1968 wurde das Stadtgebiet für planerische Zwecke im Sinne einer kleinräumigen Gliederung in 87 Statistische Bezirke und in Blöcke unterteilt. Diese verwaltungstechnische Einteilung spielt im Bewusstsein der Bevölkerung jedoch kaum eine Rolle, vielmehr orientiert man sich im Alltagsleben an den traditionellen Namen der Orte.

Klima[Bearbeiten]

Nürnberg hat ein humides warmgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ausgeprägt ist. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen −1,4 °C im Januar und 18 °C im August, jedoch werden an einigen Tagen im Sommer Spitzentemperaturen von über 35 °C erreicht.[9] Die Niederschlagsmenge ist etwas geringer als für die geographische Lage üblich. Ursache dafür ist die Lage Nürnbergs im Fränkischen Becken; diese schwach ausgeprägte Kessellage hält feuchte Luftmassen vom Stadtgebiet fern. Mitunter kommt es über Nürnberg zu heftigen Stürmen und Unwettern, so zuletzt am 28. August 2006, als eine Windhose im Stadtteil Gartenstadt mehrere Häuser zum Teil schwer beschädigte.

Nürnberg
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
43
 
3
-3
 
 
34
 
5
-3
 
 
44
 
9
0
 
 
41
 
14
3
 
 
59
 
19
8
 
 
74
 
22
11
 
 
75
 
24
13
 
 
60
 
24
13
 
 
51
 
19
9
 
 
51
 
13
5
 
 
45
 
7
1
 
 
52
 
4
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Nürnberg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,7 4,5 9,3 13,5 19,1 21,7 24,0 24,0 19,3 13,4 6,8 3,8 Ø 13,6
Min. Temperatur (°C) −2,9 −2,8 0,4 2,9 7,7 11,0 13,0 12,6 9,1 5,0 0,9 −1,5 Ø 4,7
Niederschlag (mm) 42,8 34,1 43,9 41,3 59,3 73,7 75,2 60,3 51,4 50,6 44,5 52,1 Σ 629,2
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,7 4,0 5,4 6,9 7,1 7,6 6,9 5,5 3,9 1,8 1,4 Ø 4,6
Regentage (d) 9,8 7,7 9,0 8,7 9,4 11,0 9,9 8,4 7,9 8,4 9,5 10,4 Σ 110,1
Luftfeuchtigkeit (%) 85 80 75 70 67 67 67 71 76 80 83 84 Ø 75,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,7
−2,9
4,5
−2,8
9,3
0,4
13,5
2,9
19,1
7,7
21,7
11,0
24,0
13,0
24,0
12,6
19,3
9,1
13,4
5,0
6,8
0,9
3,8
−1,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
42,8
34,1
43,9
41,3
59,3
73,7
75,2
60,3
51,4
50,6
44,5
52,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Lebensqualität[Bearbeiten]

Nürnberg gelangte in der Studie Worldwide Quality of Living Survey des Beratungsunternehmens Mercer zum wiederholten Mal unter die ersten 25 Plätze der Städte mit der besten Lebensqualität weltweit und erreichte 2010 unter den deutschen Städten den sechsten Platz.[10] Dabei flossen unter anderem soziale, wirtschaftliche und umweltorientierte Kriterien sowie Kultur, Bildungsangebot, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung ein.[10] Im Umweltranking schnitt Nürnberg als beste deutsche Stadt auf Platz 13 ab.[10]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bis 1825 umfasste das Stadtgebiet 160,84 ha. Seitdem wurden, nachdem die Einwohnerzahl der Stadt infolge der Industriellen Revolution immer mehr gestiegen war und die Stadt sich immer weiter ausgedehnt hatte, mehrere ehemals selbstständige Gemeinden in das Stadtgebiet eingegliedert, so dass die Stadt heute über eine Fläche von etwa 186,4 km² verfügt.

Einwohnerentwicklung seit 1800 in Nürnberg

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1812 in der Stadt erst 26.000 Menschen, so überschritt die Einwohnerzahl Nürnbergs im Laufe des Jahres 1881 die Grenze von 100.000 Einwohnern und machte sie zur Großstadt. 1900 hatte die Stadt über 250.000 Einwohner, bis 1972 verdoppelte sich diese Zahl auf den historischen Höchststand von 515.000. Bis 1985 fiel die Bevölkerungszahl auf 465.000, inzwischen ist sie wieder gestiegen. Am 31. Dezember 2008 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Nürnberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 503.638.[11]

Am 18. November 2006 wurde in Nürnberg zum dritten Mal innerhalb von 40 Jahren der 500.000ste Bürger geboren.

Bevölkerungsstand nach Staatszugehörigkeit[Bearbeiten]

In Nürnberg lebten zum 31. Dezember 2011:[12]

Rang Staatsangehörigkeit Bevölkerung
(31. Dezember 2011)
1. Deutsche ohne Migrationshintergrund 300.863
2. Deutsche mit Migrationshintergrund 113.056
3. Ausländer (EU) 33.428
4. Ausländer (nicht-EU) 56.055
5. Gesamt 503.402
Der ostfränkische Sprachraum

Dialekt[Bearbeiten]

Die Nürnberger Mundart zählt zur ostfränkischen Dialektgruppe, doch trägt sie deutliche Züge des Nordbairischen (beispielsweise gestürzte Diphthonge) und bildet einen Übergang zwischen den beiden Dialektgruppen.[13] In der Forschung geht man heute davon aus, dass im Spätmittelalter der Stadtdialekt noch überwiegend zum Nordbairischen tendierte.[13][14] In den letzten 200 Jahren beobachtet man dagegen eine Abkehr von bairischen zu ostfränkischen Merkmalen, obwohl es gerade im industriellen Zeitalter einen hohen Zuzug aus der Oberpfalz gab.[13] Der Dialekt der Nachbarstadt Fürth ist bis auf Unterschiede bei der Pluralbildung und den Verkleinerungsformen sehr ähnlich.[15] Mehrere Autoren wie Fitzgerald Kusz oder Klaus Schamberger pflegen noch den Stadtdialekt. Einige sind Mitglieder des Collegiums Nürnberger Mundartdichter. Unter der jüngeren Bevölkerung wird kaum noch die Stadtmundart verwendet.[15] Man begegnet oft in den Medien einem Nürnberger Fränkisch, das eher auf umgangssprachlichen Formen als auf dem zu verschwinden drohenden Stadtdialekt basiert.[15] Dokumentiert wurde die Nürnberger Mundart durch Tonaufnahmen im Rahmen der Erstellung des Bayerischen Sprachatlasses und einer 1907 herausgegebenen Grammatik.[16]

Religionen und Weltanschauungen[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

St.-Lorenz-Kirche, Westfassade

Das Gebiet des späteren Nürnberg gehörte ursprünglich zum Bistum Eichstätt. Ab 1016 wurde das Gebiet nördlich der Pegnitz dem Bistum Bamberg zugeordnet. 1525 führte die Reichsstadt Nürnberg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Danach blieb sie über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Lediglich das exterritoriale Gebiet der Deutschordensniederlassung blieb katholisch.

Nach dem Übergang der Stadt an Bayern 1808 gehörten die protestantischen Einwohner zur protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Im gleichen Jahr wurde das Generaldekanat, 1810 das Dekanat Nürnberg[17] und 1934 der Kirchenkreis Nürnberg eingerichtet. Die Kirchengemeinden der Stadt Nürnberg gehören heute zum Dekanat Nürnberg mit fünf Prodekanaten (Nürnberg-Mitte, -Nord, -Ost, -West und -Süd). Nürnberg ist Bischofssitz des gleichnamigen Kirchenkreises der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.[18] Die evangelisch-lutherische Kirche unterhält eine kirchliche Schule, die Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg, evangelisch kooperative Gesamtschule,[19] eine Fachhochschule[20] sowie das Haus Eckstein[21] als Stadtakademie.[22] Diakonische Einrichtungen für ältere Menschen,[23] Kliniken[24] und Fachschulen werden vom Diakoniewerk Neuendettelsau[25] getragen. Die Rummelsberger Diakonie engagiert sich ebenfalls im Raum Nürnberg mit verschiedenen Einrichtungen.[26]

Seit dem 19. Jahrhundert gab es auch für die reformierten Gemeindeglieder eine eigene Gemeinde, die 1853 zusammen mit den anderen reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode erhielt. 1919 trennten sich die reformierten Gemeinden formell von der protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins, die sich seit 1949 Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern nannte und heute Teil der Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland (Synodalverband XI) ist. Etwa 31 % der Bewohner Nürnbergs sind evangelischer Konfession.[27]

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder zu. Im Jahre 1810 entstand die erste katholische Gemeinde in Nürnberg seit der Reformation. Sie erhielt 1816 die Frauenkirche zur dauerhaften Nutzung. Seither entstanden weitere Gemeinden. Insbesondere durch die Eingliederung katholischer Vororte in Nürnberg wuchs der Anteil der Katholiken im 20. Jahrhundert auf ein Drittel der Bevölkerung.[28] Die 46 Pfarrgemeinden der Stadt gehören überwiegend zum Dekanat Nürnberg des Erzbistums Bamberg. Die Pfarreien in den südlichen Stadtteilen gehören zum Dekanat Nürnberg-Süd des Bistums Eichstätt. Beide Diözesen haben sich für eine einheitliche Außendarstellung zur Katholischen Stadtkirche Nürnberg zusammengeschlossen. Viele der kirchlichen Einrichtungen sind im Haus der Stadtkirche untergebracht.[28] Etwa 27 % der Einwohner Nürnbergs sind römisch-katholischer Konfession.[27]

Neben den Landeskirchen gibt es eine Vielzahl von evangelischen Freikirchen, teils evangelikalen[29] Gemeinden, in Nürnberg, darunter neun zum BFP gehörende Pfingstgemeinden, zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden, vier Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche, eine Gemeinde der Mennoniten, eine Mennonitische Brüdergemeinde, eine Freie evangelische Gemeinde und sechs Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten. Viele dieser Gemeinden, teils mit, teils ohne Dachverband, haben sich in der Evangelischen Allianz Nürnberg zusammengeschlossen,[30] um gemeinsame Projekte wie den Gebetsladen beim CVJM Kornmarkt oder andere übergemeindliche Projekte durchzuführen.

Die Heilsarmee leistet mit ihrem Sozialwerk in Nürnberg mit rund 300 Bewohnern und 70 Mitarbeitern[31] in der Obdachlosen- und Drogenabhängigenhilfe einen bedeutenden Beitrag zur örtlichen Sozialarbeit.

Ferner sind die Altkatholische Kirche und die Apostolische Gemeinschaft mit jeweils einer Gemeinde vertreten. Beide Kirchen sind, wie einige der oben genannten, Mitglieder in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Stadt.

Die orthodoxe Konfession[32] ist in Nürnberg durch verschiedene Einwanderungswellen seit Jahrzehnten mit nationalkirchlichen Gemeinden stark vertreten.[33] Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine kleine Russisch-Orthodoxe Gemeinde. in der Folge entstanden die Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Heiliger Apostel Paulus, die in der Oberen Kanalstraße 35 eine große Kirche besitzt,[34] sowie die Serbisch-Orthodoxe Kirchengemeinde der Heiligen Kyrill und Methodius in der Kranichstraße 4.[35] Nürnberg ist Sitz der Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Diese unterhält das Kloster Heilige Märtyrer Brâncoveanu und die Pfarrei Heiliger Märtyrer Demetrios.[36] Die Kirche in der Fürther Straße 166 ist mit Fresken im orthodoxen Stil ausgemalt. Nach Jahrhunderten ist Nürnberg erstmals Sitz eines Erzbistums und Metropolitan-Sitz geworden. Mit der Gemeinde der Seligen Xenia von Sankt Petersburg besteht auch eine Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche.[37] Der christliche Orient ist durch drei koptische Kirchen[38] vertreten: die Ägyptische Koptisch-Orthodoxe Gemeinde,[39] die Äthiopisch-Orthodoxe Gemeinde[40] und die Eritreisch-Orthodoxe Gemeinde.[41] Ferner sind die Armenische Orthodoxe Kirche[42] und die irakische christliche Kirche der Chaldäer[43] vertreten.

Zu den Pfingstkirchen[44] gehören vor allem Afrikaner, die in unabhängigen Pfingstkirchen aus Ghana und Nigeria organisiert sind, so in der Church of Pentecost,[45] Nimrodstraße 10 und Lateinamerikaner mit einer portugiesisch-sprachigen Pfingstgemeinde in der Adam-Klein-Straße 26.[46]

Die Gottesdienste der Anglikanischen[47] Gemeinde, in der Kirche St. Jakob[48] oder der International Baptist Church, in der Baptistischen Kirche,[49] Sperberstr. 166[50] werden vor allem von Briten und Amerikanern besucht. Auch die Methodistische Kirche[51] ist in Nürnberg heimisch,[52] ebenso gibt es mehrere Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. In der Hirschelgasse unterhält die Christliche Wissenschaft (Christian Science) ein Kirchengebäude mit Leseraum.

Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (auch Mormonen genannt) hat eine Gemeinde am Kesslerplatz.[53]

Die Zeugen Jehovas sind in Nürnberg mit einigen Gemeinden vertreten.

Islam[Bearbeiten]

1616 erschien in Nürnberg die Übersetzung des Korans von Salomon Schweigger, die erste Übersetzung ins Deutsche.

Die meisten Muslime Nürnbergs sind Sunniten. Seit Anfang 1970 gibt es in Nürnberg Gemeinschaften zur Pflege und Förderung des islamischen Glaubens und islamischer Kultur. Die 1974 gegründete Türkische Gemeinschaft e. V. ist der älteste dieser Vereine. Das 1976 gegründete Islamische Kulturzentrum ist seit 1993 im Spittlertorgraben mit der Ayasofya-Cami-Moschee ansässig und gehört zum Verband der islamischen Kulturzentren Köln. Der Türkisch-Islamische Kulturverein existiert seit 1979. 1996 wurde mit der Eyüp-Sultan-Moschee die größte Moschee in Bayern und die drittgrößte in Deutschland eröffnet. Die einzige Moschee in Nürnberg, die in größerem Rahmen auch deutschsprachige Angebote macht, ist die der Islamischen Gemeinde Nürnberg (IGN)“[54] .[SL 2][55]

Die Schiiten sind in Nürnberg mit Begegnungs- und Gebetszentren präsent.[56]

Aleviten[Bearbeiten]

In Nürnberg besteht eine Gemeinde der Alevitische Gemeinschaft und ein alevitischer Kulturverein.[57]

Judentum[Bearbeiten]

Die ehemalige Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz

Otto von Freising berichtete als Erster, dass im Jahre 1146 mehrere Juden in Nürnberg Aufnahme fanden, nachdem sie aus dem Rheinland vertrieben worden waren, wo der französische Zisterziensermönch Radulf im Vorfeld des Zweiten Kreuzzuges zu Pogromen aufrief.[58] Wahrscheinlich bestand aber bereits früher eine Ansiedlung südöstlich der Sebalduskirche, die wie das Egidienkloster außerhalb der Sebalder Stadtmauern und im Jahre 1150 bei der ersten Stadterweiterung[59] mit eingeschlossen wurde.[60] Aktuellere archäologische Untersuchungen konnten dieses Siedlungsgebiet allerdings nicht bestätigen. Eine Ansiedlung in Ghettos hatte es im Hochmittelalter noch nicht gegeben, doch könnte der heutige Obstmarkt als Siedlungskern infrage kommen. Man vermutet daher eine Umsiedlung auf das trockengelegte Gebiet am heutigen Hauptmarkt erst um das Jahr 1250.[61] Die erste Synagoge ist für das Jahr 1296 bezeugt.[62] Im Zuge der Thronstreitigkeiten zwischen Habsburgern und Nassauern setzte die Judenverfolgung mit dem Ausgangspunkt Röttingen auch massiv in Süddeutschland ein und es kam zum Rintfleisch-Pogrom. In Nürnberg floh die jüdische Bevölkerung auf einen Teil der Burg, doch wurde dieser von der wütenden Menge niedergebrannt.[63] Das Nürnberger Memorbuch listet 628 Tote auf.[64] Kurze Zeit danach war eine Rückkehr und Neuansiedlung wieder möglich. Doch bereits 1349 kam es infolge der Pestpogrome wieder zu Massakern, bei denen 562 Menschen, wohl etwa ein Drittel der jüdischen Gemeinde,[65] den Ausschreitungen zum Opfer fielen. Nach Konrad von Megenbergs Bericht brach die Pest in der Stadt erst zwei Jahre später aus, sodass neben den vorgebrachten Motiven wohl auch der Neubau des Hauptmarktes und die Bereicherung im Vordergrund standen, wie auch die von Karl IV. erteilten Privilegien vermuten lassen.[66] Auf dem Platz der Synagoge wurde auf Geheiß Karls IV. die heutige Frauenkirche errichtet.[67] Abermals folgte der Vertreibung die Wiederaufnahme. Das neue Siedlungsgebiet lag bei dem früheren Judenfriedhof (bei der späteren Judengasse/Wunderburggasse).[68] Ab dem Jahr 1473 gab es wieder Pläne zur Judenausweisung. Im Jahr 1498 befahl Maximilian I. auf Anraten der Stadt die Ausweisung und Enteignung.[69] Gleichzeitig versuchte der Stadtrat gewaltsame Übergriffe zu vermeiden, stellte solche unter Strafe und gewährleistete die „Sicherheit“ durch Stadtknechte.[70] Zwischen dem 20. Februar und 10. März 1499 mussten die Juden die Stadt verlassen. Doch entwickelte sich ab 1528 in der unmittelbaren Nachbarstadt Fürth ein aufblühendes jüdisches Gemeindeleben,[71] das sich bis ins 20. Jahrhundert hielt. In Nürnberg wurde erst wieder 1850 eine Ansiedlung zugelassen, doch nahm das Judentum in der Stadt raschen Aufschwung und zählte bereits im Jahr 1871 1831 Mitglieder.[72] Mit Einweihung der neugebauten Synagoge 1874 am heutigen Hans-Sachs-Platz hatte die jüdische Gemeinde ein neues Zuhause. 1902 wurde eine orthodoxe Synagoge in der Essenweinstraße geweiht. 1922 umfasste die jüdische Gemeinde in Nürnberg 9280 Mitglieder. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wanderten zahlreiche Gemeindemitglieder aus. Die Zahl der jüdischen Nürnberger Bevölkerung verminderte sich über die Jahre 1934 bis 1940 um 5638. Bereits im August 1938 ließ Julius Streicher die Nürnberger Hauptsynagoge abreißen; die Synagoge an der Essenweinstraße wurde im Zuge der Novemberpogrome in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 abgebrannt.[SL 3] 1631 Nürnberger jüdischen Glaubens wurden Opfer des Nationalsozialismus.[73]

Die heutige Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg hat seit 1984 in der Johann-Priem-Straße ihren Sitz gefunden. Jedoch ist die räumliche Kapazität dieser Synagoge nach eigenen Angaben[74] mit derzeit 1659 Mitgliedern (Stand 2008)[75] nicht mehr ausreichend.

Zur orthodoxen Richtung des Judentums gehört die Synagoge Adass Israel,[76] zur chassidischen Richtung des Judentums die Synagoge Chabad.[77][78][79]

Bahai-Religion[Bearbeiten]

Die Bahai-Religion ist in Nürnberg mit einer Gemeinde vertreten.[80]

Hinduismus[Bearbeiten]

Die Hindu-Religion[81] ist in Nürnberg mit einem Tempel, Sri Sithivinayagar präsent, der von einer vorwiegend tamilischen Gemeinde getragen wird.[82]

Buddhismus[Bearbeiten]

Verschiedene buddhistische Gemeinden des Theravada, Mahayana und Vajrayana[83] sind in Nürnberg mit Studien- und Meditationsgruppen aktiv. Zum Vajrayana-Buddhismus gehört das Buddhistische Zentrum[84] in der Bismarckstr. 14[85], zum Theravada-Buddhismus das Buddhistische Zentrum Nürnberger LAND e. V., Lenzstraße 5.[86]

Seit September 2012 gibt es in Nürnberg-Eibach das buddhistische Kloster Vinh Nghiem, das von der Vietnamesisch-Buddhistischen Gemeinde Franken unter Leitung von Mönchen aus Vietnam und Deutschland geführt wird. Das Kloster gehört zum Mahayana-Buddhismus.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Zuflucht gefunden hat in Nürnberg die fast ausgestorbene Religionsgemeinschaft der mandäischen Gemeinde.[87]

Anthroposophie[Bearbeiten]

Die Anthroposophie, die in Nürnberg eigene Wurzeln hat,[88] ist als Glaubensgemeinschaft in der Krelingstraße 26,[89] mit der „Rudolf-Steiner-Schule“[90] und einem Kulturhaus, dem Rudolf-Steiner-Haus, Rieterstraße 20, präsent.[91]

Humanistischer Verband Deutschlands[Bearbeiten]

In Nürnberg gibt es einen aktiven Landesverband des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD), der eine anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft nichtreligiöser Menschen ist. Seine Angehörigen berufen sich auf eine mehr als 160-jährige Geschichte in der Region.

1994 benannte sich der bfg Nürnberg K.d.ö.R. in HVD Nürnberg K.d.ö.R. um und schloss sich dem ein Jahr zuvor gegründeten Bundesverband an. 2011 wurde der Verband mit Sitz in Nürnberg durch das bayerische Kultusministerium als Landesverband anerkannt. Der Verband betreibt außerdem den Turm der Sinne am Westtor der Nürnberger Stadtmauer.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge der Stadt[Bearbeiten]

Älteste gedruckte Ansicht Nürnbergs, Schedelsche Weltchronik 1493

Wann die Stadt gegründet wurde, ist nicht überliefert, es könnte zwischen 1000 und 1040 im Zuge der Sicherung des Grenzgebietes zwischen Sachsen, Bayern, Ostfranken und Böhmen am Schnittpunkt wichtiger Straßen gewesen sein. Es lassen sich heute mehrere frühe Siedlungszentren ausmachen. Dazu gehören vermutlich zwei Königshöfe um St. Egidien und St. Jakob sowie das Areal zwischen Sebalduskirche und Burg.[92] Die Siedlung hatte jedenfalls von Anfang an Marktrecht. Die Stadt wurde 1050 als nuorenberc in der so genannten Sigena-Urkunde von Kaiser Heinrich III. erstmals erwähnt. Als kaiserlicher Stützpunkt war die Nürnberger Burg (Kaiserburg) bald bedeutsam für das Reich. 1065 bildet Heinrich IV. aus dem Reichsgut Nürnberg und Umland einen eigenen Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk. Konrad III. verlieh die neu errichtete Burggrafschaft mit Gericht und Verwaltung an die Edelfreien von Raabs (aus Niederösterreich), 1190/91 wurde sie von Heinrich von Zollern übernommen.

Mit dem Großen Freiheitsbrief machte Kaiser Friedrich II. Nürnberg 1219 zur Freien Reichsstadt. Der Einfluss der Burggrafen von Nürnberg beschränkte sich bald auf die Burggrafenburg und endete vollständig, als der letzte Burggraf Friedrich VI. die Burggrafenburg 1427 an den Rat der Stadt Nürnberg verkaufte. Von da an bis zum Übergang an das Königreich Bayern lagen die politischen Geschicke der Stadt komplett in der Hand dieses Rates, wobei das Haus Hohenzollern den Titel Burggraf von Nürnberg bis 1918 führte.

Spätmittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Die Heiltumsweisungen, also die Präsentation der Reichskleinodien, war ein wichtiger Impuls für die wirtschaftliche Blüte.
Das Gebiet der Reichsstadt Nürnberg

Viele Kaiser wählten Nürnberg gern als Aufenthaltsort, darunter Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ. 1423 übergab Kaiser Sigismund die Reichskleinodien der Stadt, von der sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts aufbewahrt wurden. Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten allgemein als die Blütezeit der Stadt – trotz immer wiederkehrender Fehden und Konflikten mit Rittern wie Götz von Berlichingen und Conz Schott von Schottenstein, die aber nach 1512 durch das Heer des Fränkischen Reichskreises unterbunden wurden. Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. Reger Handel wurde mit der Levante betrieben. In dieser Zeit zählte Nürnberg zusammen mit Köln und Prag zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Gegend um Nürnberg Schauplatz eines mehrere Jahre andauernden Stellungskriegs der Kriegsparteien. Zwar wurde die Stadt nicht erobert, aber durch die Verwüstungen im Umland dauerhaft wirtschaftlich geschwächt. Nach dem Krieg fand 1649 in Nürnberg das „Friedensmahl“ statt, bei dem die Konfliktparteien in mehrere Tage andauernden Feierlichkeiten den Frieden besiegelten.

Durch die Reichsdefensionsordnung von 1681 wurde Nürnberg verpflichtet, neun Kompanien zu den drei Infanterieregimentern des Fränkischen Reichskreises zu stellen, die im Falle einer Reichsexekution dem Reichsheer eingegliedert würden.

Am 13. Oktober 1792 wird mit dem Kunstverein Nürnberg der erste Kunstverein Deutschlands gegründet.

19. und frühes 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Einschneidende Ereignisse spielten sich von 1796 bis 1806 ab. Nach Drängen der preußischen Verwaltung im benachbarten Ansbach unterstellte sich Nürnberg schließlich der preußischen Herrschaft. Der Vertrag wurde nicht vollzogen, da Preußen von Nürnbergs Schulden abgeschreckt wurde. Gleichzeitig hatte sich in der Nürnberger Bevölkerung großer Unmut gegen die zunehmend als korrupt empfundene Herrschaft der patrizischen Familien aufgestaut. Diese Vorgänge erschütterten die reichsstädtische Verfassung in ihren Grundfesten und brachten die Stadt an den Rand eines Umsturzes.

Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 blieb Nürnberg dennoch zunächst weiter unabhängig, bis nach Unterzeichnung der Rheinbundakte und dem Ende des Alten Reiches französische Truppen Nürnberg besetzten. Am 15. September 1806 übergab die französische Armee schließlich die Stadt dem Königreich Bayern, das alsbald eine Zivilverwaltung installierte und die Stadt administrativ in das Königreich eingliederte. Das Königreich Bayern übernahm 1806 die exorbitanten Schulden der Reichsstadt Nürnberg als Teil der gesamtbayerischen Staatsschulden und sorgte damit für deren Konsolidierung und Tilgung. Durch die bayerische Gesetzgebung wurden die Katholiken, die bisher in der Stadt nur geduldet waren, den Protestanten rechtlich gleichgestellt.

Der Adler; die erste deutsche Eisenbahn

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 als erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in Nürnberg das Rauschgold erfunden. Nürnberg entwickelte sich zwischen 1870 und 1939 zu einem Zentrum der Spielwaren- und Modelleisenbahnindustrie. Viele kleine Werkstätten bis hin zu Großbetrieben produzierten Blechspielwaren (Tinplate-Spielwaren). Dabei tat sich besonders die Firma Bing hervor, die den Sprung von der handwerklichen Fertigung (Schneiden, Löten, Bemalen) zur industriellen Fertigung (Lithographieren, Stanzen, Verlaschen) vollzog und durch die kostengünstige Produkte zum weltweit größten Spielwarenhersteller heranwuchs.[93] Viele dieser Spielwarenhersteller waren im jüdischen Besitz und wurden in den Jahren 1936 bis 1938 Opfer der von den Nationalsozialisten erzwungenen „Arisierung“.

Marsch von SA-Kolonnen mit Hakenkreuz-Fahnen zu den Reichsparteitagen in Nürnberg im September 1935

In den 1920er-Jahren fanden in Nürnberg die ersten Reichsparteitage der Nationalsozialisten statt. In Nürnberg selbst konnte die NSDAP bei Wahlen nie gewinnen. Die Stadt wurde überwiegend von der liberalen DDP regiert. Gleichzeitig war Nürnberg aufgrund seiner Bedeutung als Industriestandort ein Zentrum der bayerischen Sozialdemokratie.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Zerstörungen in Nürnberg 1945 (Egidienplatz)

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Nürnberg von den Nationalsozialisten als „Stadt der Reichsparteitage“ zu einem der wichtigsten Orte nationalsozialistischer Propaganda. Die Nürnberger Gesetze, auch Nürnberger Rassegesetze genannt, wurden am 15. September 1935 vom Reichstag auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP („Reichsparteitag der Freiheit“) in Nürnberg einstimmig beschlossen. Mit ihnen stellten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie auf eine juristische Grundlage.

Im Zweiten Weltkrieg war Nürnberg eines der häufigen Ziele alliierter Luftangriffe, die die Stadt schwer beschädigten. Am 2. Januar 1945 wurde die Nürnberger Altstadt fast vollständig zerstört. Auch in der fünftägigen Schlacht um Nürnberg im April 1945 wurde historische Bausubstanz zerstört. Nach dem Krieg gab es Überlegungen, die zerstörte Stadt komplett aufzugeben und an anderer Stelle neu aufzubauen.

Nachkriegszeit und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschten Lebensmittelknappheit und Wohnraummangel in der Stadt. Von den 134.000 Wohnungen vor Kriegsbeginn waren nur 14.500 unbeschädigt geblieben.[94]

Martin Treu und Hans Ziegler wurden von der amerikanischen Militärregierung im Juli 1945 zu den neuen Oberbürgermeistern der Stadt ernannt. Parallel zur Entnazifizierung auf kommunaler Ebene fanden auch ab November 1945 im Justizpalast an der Fürther Straße die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur statt. Da der Justizpalast mit dem angrenzenden Gefängnis den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hatte, wählte man Nürnberg anstatt Berlin als Ort der Prozesse, zumal auch Nürnberg als Stadt der Reichsparteitage eine ähnlich symbolische Bedeutung hatte wie die Hauptstadt oder München.

Die Altstadt 1969 nach dem Wiederaufbau

Anfang 1948 wurde in einem Architekturwettbewerb entschieden, die weitgehend zerstörte Stadt nach Bebauungsplänen von Heinz Schmeißner und Wilhelm Schlegtendal wiederaufzubauen. Dabei orientierte man sich an den vormaligen Stadtstrukturen, so dass diese an vielen Plätzen trotz der weitgehend zerstörten Bausubstanz noch immer ablesbar sind. 1949 fand in Nürnberg die Deutsche Bauausstellung unter dem Motto „Wir müssen bauen“ statt.[95]

Vom Wirtschaftswunder bis zur Wende[Bearbeiten]

Die im benachbarten Fürth ansässigen Grundig-Werke waren eines der führenden Unternehmen zur Zeit des Wirtschaftswunders. Qualitätsprüfung eines Fernsehers, 1959

Nach dem Krieg änderte sich das wirtschaftliche Profil der Stadt. Traditionsreiche Wirtschaftszweige wie die Nürnberger Motorradindustrie (siehe auch: Zweirad Union und Hercules) konnten nicht mehr an die Erfolge in der ersten Jahrhunderthälfte anknüpfen. Dagegen expandierten Firmen wie die AEG oder Photo Porst.[96] Ende der 50er Jahre fehlten noch immer 47.000 Wohnungen. 1957 wurde von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft der Grundstein für den neuen Stadtteil Langwasser gelegt, dessen Bau das größte Projekt zur Erweiterung einer Stadt in der Bundesrepublik war.[97] 1967 wurde die letzte Baulücke am Hauptmarkt geschlossen.[98]

Eröffnung des Flughafens Nürnberg, April 1955

Nürnberger Unternehmen wie Siemens-Schuckert, Schöller-Eis, MAN, Zündapp sowie der 1957 von den Fürther Grundig-Werken übernommene Bürogerätehersteller Triumph-Adler hatten maßgeblichen Anteil am sogenannten Wirtschaftswunder. Die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie stieg von 77.000 (1950) auf 120.000 (1960).[99] Besondere Bedeutung hat Nürnberg durch die seit 1950 jährlich stattfindende Nürnberger Spielwarenmesse gewonnen, die heute im 1973 vollendeten Messezentrum in Langwasser stattfindet. Weitere bedeutende Infrastrukturprojekte der Nachkriegszeit waren: 1955 die Eröffnung des Flughafens, 1967 der Baubeginn einer U-Bahn und 1972 die Fertigstellung des Bayernhafens am Main-Donau-Kanal.

Bauwerke[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Nürnberg die einzige Großstadt Deutschlands, in der sich der historische Stadtkern samt Befestigungsanlagen fast unverändert erhalten hatte. Im Bewusstsein dieser herausragenden kultur- und kunsthistorischen Bedeutung wurden bereits vor der Zerstörung Maßnahmen zur Rettung und originalgetreuen Wiederherstellung der wichtigsten Gebäude ergriffen. Am Ende hatten nur zehn Prozent der Baumasse die Bombardierungen unbeschadet überstanden. Die Stadt Nürnberg entschied sich beim Wiederaufbau, anders als die meisten anderen deutschen Städte dieser Zeit, die Struktur der Altstadt zu bewahren, und schaffte es, die wertvolle historische Bausubstanz in einen angemessenen neueren Kontext einzubinden. Daher ist die Altstadt nicht nur Zeugnis des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, sondern auch des Wiederaufbaus und der Moderne.

Romanik (bis ca. 1250)[Bearbeiten]

Heidenturm
Nassauer Haus

Die Nürnberger Burg zählt mit ihrer Geschichte und Architektur zu den bedeutendsten Wehranlagen Europas.[100] Die Kaiserburg, die unter Konrad III. sowie Friedrich Barbarossa gebaut wurde, behielt vor allem mit der Kaiserkapelle und dem Heidenturm ihre romanische Bauform über die Jahrhunderte. Das Nassauer Haus ist das älteste Gebäude im Lorenzer Stadtteil und datiert mit seinen beiden unteren Geschossen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Die Sebalduskirche ist die ältere der beiden Hauptkirchen und entstand auf dem Platz eines Vorgängerkirchenbaus im Ausklang der Romanik (Langschiff) etwa von 1230 bis 1275.

Gotik (bis ca. 1500)[Bearbeiten]

Weinstadel mit Henkersteg
St. Sebaldus
Schöner Brunnen

Zwischen 1332 und 1339 wurde das Heilig-Geist-Spital als Stiftung des reichen Bürgers Konrad Groß erbaut. Nach den Judenpogromen entstand ab 1349 im Auftrag von Karl IV. die Frauenkirche auf dem Platz der früheren Synagoge. Der Schöne Brunnen wurde zwischen 1389 und 1396 geschaffen und zeigt mit 40 Personenskulpturen die Institutionen der damaligen Zeit in einer hierarchisierenden Darstellung. Der Bau der Lorenzkirche wurde um 1250 begonnen und erstreckte sich über drei Bauabschnitte bis 1477. Auch sie wurde auf dem Platz eines Vorgängerbaus errichtet. Die Sebalduskirche erhielt den gotischen Hallenchor.

Der Reichtum der Stadt zeigte sich an der Wohnkultur der reichen Bürger, sodass gegen Ende der Gotik zahlreiche mächtige Bürgerhäuser das Stadtbild prägten. Es entwickelte sich eine Innenhofkultur, die in der Renaissance zu voller Blüte kam.[101]

Renaissance[Bearbeiten]

Rathaus Wolff’scher Bau
Frauentorturm

Die Freie Reichsstadt verfolgte eine für diese Zeit typische Expansionsstrategie, sodass ab 1500 auch mehrere Patrizierfamilien Herrensitze außerhalb der damaligen Stadtmauern erwarben. Erhalten und sehenswert sind das Grundherrenschloss, der Herrensitz Hummelstein, das Petzenschloss, der Herrensitz Schoppershof, Schübelsberg, das Tucherschloss, der Weigelshof und das Zeltnerschlösschen.

Das Pellerhaus (1602–1605) galt als ein Hauptwerk der deutschen Hochrenaissance (im Krieg teilzerstört und modern wiederaufgebaut; es ist vorgesehen, das Haus teilweise zu rekonstruieren). Der Hirsvogelsaal (1534) als Beispiel der Festarchitektur des Patriziats wurde wiederaufgebaut. Die Fleischbrücke wurde 1596–1598 vom Ratsbaumeister Wolf-Jacob Stromer wegen der Strömung nach dem Vorbild der Rialto-Brücke in einem Bogen errichtet. Da sie als Hauptverkehrsader diente, musste sie wesentlich flacher verlaufen und galt lange Zeit als außergewöhnlich in der Brückenbaukunst.

Der mächtige Wolff’sche Rathausbau wurde in den Jahren 1616 bis 1622 errichtet und deutet mit seinen Stilelementen bereits den Übergang zum späteren Barock an.

Barock und Rokoko[Bearbeiten]

Neptunbrunnen
Egidienkirche

Das Barockzeitalter prägte das gotisch und im Stil der Renaissance dominierte Stadtbild nicht um. Einzige Barockkirche in der Altstadt ist die Egidienkirche (barocker Umbau 1711–1718); sie zeigt bereits den stilistischen Übergang zum Rokoko. Barocke Bürgerhauser sind in der Altstadt nur vereinzelt erhalten geblieben. Der Maxplatz ist noch ein rudimentär erhaltener planmäßig angelegter Barockplatz in der nordwestlichen Altstadt.

Im außerhalb der Altstadt gelegenen Stadtteil St. Johannis befinden sich zahlreiche barocke Bürgerhäuser und Gartenanlagen (Hesperidengärten).

Der Neptunbrunnen (1660–1668), größte barocke Brunnenanlage nördlich der Alpen, wurde 1797 an das Schloss Peterhof (Russland) verkauft, ein Zweitguss stand von 1902 bis 1934 auf dem Hauptmarkt und befindet sich heute im Stadtpark.

Klassizismus[Bearbeiten]

St.-Elisabeth-Kirche

Die klassizistische Kirche St. Elisabeth trägt eine 1803 fertiggestellte 50 Meter hohe Kuppel. Innerhalb des Kirchenraumes befinden sich 40 korinthische Säulen. Ihre Anordnung führt dazu, dass jeder der drei Kirchenbereiche wie ein eigenständiger Raum wirkt. Klassizistisch ist auch das Tucher’sche Palais am Egidienberg.

Frühes Industriezeitalter[Bearbeiten]

Kettensteg

Historismus[Bearbeiten]

Dem Stil des Historismus gehören die 1890 entstandene Villa Spaeth, der 1904 gebaute Hauptbahnhof Nürnberg, das 1906 fertiggestellte Opernhaus an. Des Weiteren finden sich in der Ludwigstraße das Kaufhaus Weißer Turm, das sich am Bahnhofsplatz befindliche Grand-Hotel und der Justizpalast an der Fürther Straße.

Der Historismus in Nürnberg strebte mit dem Nürnberger Stil die Wiederaufnahme der nürnbergischen Bautradition der Spätgotik und Renaissance an. Dieser hat eine besondere lokale Ausprägung erfahren. Hierzu gehörten das 1888 bis 1889 erbaute Hotel Deutscher Kaiser, das 1899 erbaute Schloss Stein und das von 1893 bis 1895 entstandene Hansa-Haus.

Jugendstil und Reformarchitektur[Bearbeiten]

Volksbad
Gartenstadt, Reihenhausgruppe von Riemerschmid

Der Jugendstil entfaltete sich in Nürnberg zunächst als Kunsthandwerk mit Gebrauchsgegenständen. Als Baustil dauerte er nur verhältnismäßig kurz an. Viele Jugendstilgroßbauten wurden bereits in der nationalsozialistischen Ära abgerissen (Ausstellungshallen am Dutzendteich) und fielen dem Zweiten Weltkrieg und Abbrüchen in den 1950er und 1960er Jahren zu Opfer. Erhalten ist das Jugendstilviertel Gärten hinter der Veste, das Volksbad, die Bismarck-Schule und die alte Eingangshalle des Germanischen Nationalmuseums.

Die Reformideen der Gartenstadt-Bewegung von Ebenezer Howard wurden von der Ende des 19. Jahrhunderts schnell gewachsenen und verdichteten Stadt aufgegriffen. Dabei entstanden kurz vor dem Ersten Weltkrieg die Wohnkolonie Rangierbahnhof, die Gartenstadt Nürnberg, die MAN-Werksiedlung Werderau und die Fliegersiedlung an der Regensburger Straße.

Klassische Moderne[Bearbeiten]

Verwaltungsgebäude Milchhof

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Die Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände
Zeppelintribüne
  • Reichsparteitagsgelände mit Zeppelintribüne, Märzfeld und Großer Straße
  • Kongresshalle (ab 1935, unvollendet, Ludwig Ruff)
  • Südkaserne (ehem. SS-Unterkunft, 1938, Franz Ruff)
  • Transformatorengebäude an der Regensburger Straße
  • Unterkunftsgebäude an der Regensburger Straße (heute Altenheim)
  • ehem. Gauleitergebäude am Willy-Brandt-Platz (heute Verlag Nürnberger Presse)

Moderne und Postmoderne[Bearbeiten]

Aula der Akademie der Bildenden Künste
Neues Museum Nürnberg
Gemeindehaus St. Leonhard, erbaut 1949 als Notkirche von Otto Bartning

Die Akademie der Bildenden Künste von Sep Ruf ist die erste denkmalgeschützte Nachkriegsarchitektur Süddeutschlands.

Zwischen 1975 und 1977 wurde im Stadtteil Schweinau der Fernmeldeturm Nürnberg errichtet. Dieser ist nach einem Austausch der Turmantennen im Jahr 2005 292,80 Meter hoch und der drittgrößte Fernmeldeturm Deutschlands. Der in 185 Meter Höhe befindliche eiförmige Turmkorb gibt dem Turm den Spitznamen „Nürnberger Ei“. Erst seit 1988 werden die Programme von Sat.1 und RTLplus ausgestrahlt.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert in der Innenstadt sind außerdem:

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Rathaus am Hauptmarkt ist das kommunalpolitische Zentrum
Stadtratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 44,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,1
29,4
9,0
4,1
3,1
2,8
2,1
2,0
3,4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[102]
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,9
-2,6
+1,4
-0,7
-0,2
+1,4
+1,0
-1,2
± 0,0
Sitzverteilung im Stadtrat
          
Von 71 Sitzen entfallen auf:

Unter den Sitzen der SPD befindet sich der des Oberbürgermeisters.

Nürnberg wird (mit einer Unterbrechung von 1996–2002) von SPD-Oberbürgermeistern regiert.

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Nürnberg. Über die Vergabe der 71 Sitze (70 Stadträte und der Oberbürgermeister) entscheiden die Bürger alle sechs Jahre bei den Kommunalwahlen.

SPD, CSU und Grüne bilden jeweils eine Fraktion. FDP, Freie Wähler und ÖDP bilden zusammen eine Ausschussgemeinschaft.[103] Oberbürgermeister ist seit 2002 Ulrich Maly (SPD). Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 und Kommunalwahl am 16. März 2014 wurde Ulrich Maly im ersten Wahlgang für eine weitere Amtsperiode bestätigt.[104] Zweiter Bürgermeister ist Christian Vogel (SPD), zuständig für das Referat Bürgerämter, Tiergarten und Feuerwehr.[105] Dritter Bürgermeister ist Klemens Gsell (CSU), zuständig für das Referat Schule.[106]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Heilig-Geist-Haus (Amt für Internationale Beziehungen)
Die Städtepartnerschaften:
FrankreichFrankreich Nizza (Frankreich), seit 1954
PolenPolen Krakau (Polen), seit 1979
MazedonienMazedonien Skopje (Mazedonien), seit 1982
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Glasgow (Großbritannien), seit 1985
NicaraguaNicaragua San Carlos (Nicaragua), seit 1985
TschechienTschechien Prag (Tschechien), seit 1990
UkraineUkraine Charkiw (Ukraine), seit 1990
IsraelIsrael Hadera (Israel), seit 1995
TurkeiTürkei Antalya (Türkei), seit 1997
China VolksrepublikChina Shenzhen (China), seit 1997
GriechenlandGriechenland Kavala (Griechenland), seit 1998
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta (USA), seit 1998
SpanienSpanien Córdoba (Spanien), seit 2010

Nürnberg hat insgesamt 13 Städtepartnerschaften,[107] Vertreter dieser und befreundeter Städte[108] präsentieren alljährlich eigene Erzeugnisse (Kunsthandwerk, Spezialitäten, Textilien etc.) auf dem „Markt der Partnerstädte“ im Rahmen des Christkindlesmarktes. Private Freundeskreise und Jugendaustausche intensivieren die Kontakte ebenso wie praktische Hilfe, so wurden den Städten Krakau und Antalya ausgemusterte betriebsbereite Straßenbahnen geschenkt.

Die erste Städtepartnerschaft wurde 1954 mit Nizza geschlossen und 2004 nochmals bekräftigt. Die 1979 geschlossene Partnerschaft mit Krakau stellt die Stadt Nürnberg auf ihren Internetseiten als „erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit von zwei Städten, die als Beitrag zur Normalisierung der Beziehungen zweier Völker begründet wurde“ dar. Als wirtschaftliche und kulturelle Repräsentanz existiert im Nürnberger Tratzenzwingerturm das Krakauer Haus und ein Nürnberger Haus im Krakauer Stadtteil Kazimierz. Eine der laut Stadt intensivsten Partnerschaftsbeziehungen besteht seit 1982 mit Skopje. Neben Jugendaustauschen und gegenseitigen Künstlerbesuchen existiert mit der gemeinsamen Ausgrabung des antiken Skopje durch mazedonische Archäologen zusammen mit der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg ein weiteres Partnerschaftsprojekt. Es startete im Frühjahr 1998 und wird voraussichtlich 50 Jahre in Anspruch nehmen. Die Partnerschaft mit San Carlos in Nicaragua wurde 1984 von einer Nürnberger Bürgerinitiative angeregt und noch während des Contra-Krieges 1985 abgeschlossen. Insbesondere durch Jugendaustausche wurde die Stadt gefördert. So verfügen die Sancarleños unter anderem über eine ausgebaute Wasserversorgung, einen Krankenhausneubau, Humuslatrinen, eine Oberschule und ein Kulturhaus. Seit demselben Jahr verbindet Nürnberg und Glasgow nach über 30 Jahren intensiver Jugendaustausche eine Partnerschaft.

Hilfeleistung stand im Mittelpunkt der Anfang 1990 geschlossenen Partnerschaft zwischen Charkiw und Nürnberg, da viele der nach der Katastrophe von Tschernobyl eingesetzten Liquidatoren von dort kamen. Mit Unterstützung des Chemischen Untersuchungsamts Nürnberg baut die Charkiwer Akademie für Lebensmitteltechnologie und Management in einem Pilotprojekt ein Labor zur Untersuchung von Lebensmitteln für die ganze Ukraine auf. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bestanden zwischen Nürnberg und Prag Handelsbeziehungen, 1990 wurde ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Lange dauerte es, bis es zur Partnerschaft mit Hadera kam. Seit 1974 fanden regelmäßige Austausche zwischen Deutschen und Israelis statt. Arno Hamburger, SPD-Stadtrat und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs, brachte von einem dieser Austausche 1986 einen unterschriebenen Freundschaftsvertrag mit, dem 1995 ein offizieller Städtepartnerschaftsvertrag folgte. 1988 wurde mit dem damals in der Deutschen Demokratischen Republik liegenden ostthüringischen Gera ein Städtepartnerschaftsvertrag unterzeichnet, der 1990 in ein Freundschaftsabkommen umgewandelt und 1997 noch einmal aktualisiert wurde. Ebenfalls 1997 entstand eine Partnerschaft mit Antalya. Im Rahmen einer Regionalpartnerschaft der Städte und Landkreise in der Planungsregion Industrieregion Mittelfranken mit der Sonderwirtschaftszone Shenzhen entstand die Städtepartnerschaft mit Nürnberg. Engen Austausch gibt es zwischen den Zoos der Städte und zwischen der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und dem Shenzhen Polytechnic. 1998 wurden die Partnerschaften mit Kavala in Griechenland und Atlanta in den USA geschlossen. Bereits im frühen 14. Jahrhundert bestanden Handelsbeziehungen mit Venedig. Die Nürnberger Kaufmannschaft erlangte starken Einfluss auf die mitteleuropäischen Märkte für Gewürze, Seide und Baumwolle. Sie exportierten aber auch über Venedig Nürnberger Tand, Tuche, Leder, Honig und Bernstein. An diese Beziehung anknüpfend wurde 1999 eine Partnerschaft vereinbart.

Nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004 übernahm die Stadt Nürnberg 2005 die Patenschaft für Kalkudah auf Sri Lanka.

2007 wurde Nürnberg für seine Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken mit dem Europapreis der Europäischen Union ausgezeichnet.

Bereits am 20. Oktober 1954 leisteten die Bürgermeister von Venedig und Nürnberg zusammen mit den Vertretern von Nizza, Locarno und Brügge auf dem Markusplatz den so genannten „Verbrüderungseid“, in dem es (in der deutschen Übersetzung) heißt: „… Verpflichten uns am heutigen Tage feierlich, die ständigen Bande zwischen den Städteverwaltungen unserer Städte zu bewahren, auf allen Gebieten den Austausch ihrer Einwohner zu unterstützen und durch eine bessere gegenseitige Verständigung das wache Gefühl der europäischen Brüderlichkeit zu fördern …“. Am 25. September 1999 wurde auf dieser Grundlage zwischen Venedig und Nürnberg lediglich eine „Neuaufnahme ihrer freundschaftlichen Beziehungen“ beschlossen.

Am 6. Mai 2010 wurde ein Städtepartnerschaftsvertrag mit der spanischen Stadt Córdoba geschlossen, der einen Austausch und Kooperation auf verschiedenen Ebenen vorsieht.[109] Die Initiative zu dieser Partnerschaft gingen vom seit 1961 bestehenden Verein Centro Español und seiner interkulturellen Arbeit aus.[110]

Städtefreundschaften[Bearbeiten]

Stadt des Friedens und der Menschenrechte[Bearbeiten]

Das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände

Durch die Rolle Nürnbergs während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fühlt sich die Stadt in besonderem Maße verpflichtet, einen aktiven Beitrag zum Frieden und zur Verwirklichung der Menschenrechte zu leisten.

Zu diesem Zwecke wurden unter anderem die Straße der Menschenrechte, ein Mahnmal für die Würde des Menschen sowie das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das über die Zeit des Nationalsozialismus in Nürnberg informiert, errichtet.

Seit 1995 wird der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis an Personen verliehen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Das Nürnberger Menschenrechtszentrum, ein Verein, der sich für die Würde des Menschen einsetzt und das Nürnberger Menschenrechtsbüro wurden gegründet. Alle zwei Jahre wird der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Das Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte ist ein fester Bestandteil des Kulturprogramms der Stadt.

Die Stadt Nürnberg wurde am 10. Dezember 2000 in Paris mit dem UNESCO-Preis für Menschenrechtserziehung ausgezeichnet. Damit würdigte die UNESCO den vorbildlichen Einsatz der Stadt Nürnberg für Frieden und Achtung der Menschenrechte. Die Stadt Nürnberg bewirbt sich um Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der Unesco mit dem Saal 600 im Justizgebäude, in dem ab 20. November 1945 das Internationale Militärtribunal tagte.[111]

Alle ein bis zwei Jahre wird der Preis der Stadt Nürnberg an Personen mit herausragenden Leistungen in Kunst und Wissenschaft verliehen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Industriestruktur der Stadt Nürnberg im Vergleich zum Bund

Über Standortkompetenzen verfügt Nürnberg insbesondere in den Bereichen Kommunikationstechnik, Marktforschung, Druck, Energie und Leistungselektronik sowie Verkehr und Logistik. Für das Jahr 2007 fand auf dem Stadtgebiet eine Bruttowertschöpfung von 20,3 Milliarden Euro statt. Dazu trug der Dienstleistungsbereich zu etwa 75 Prozent und das produzierende Gewerbe zu 25 Prozent bei. Die Arbeitslosenquote lag etwa auf Bundesdurchschnitt, jedoch deutlich über dem Schnitt in Bayern.[112] Der Einzelhandelsumsatz beträgt 3,5 Milliarden Euro (Stand: 2008), was pro Kopf gerechnet der dritthöchste Wert nach München und Düsseldorf in Deutschland ist.[113]

Landwirtschaft und Bodenschätze[Bearbeiten]

Mit dem Knoblauchsland verfügt Nürnberg im Norden über ein großes Gemüseanbaugebiet von überregionaler Bedeutung, das vor allem für seinen Spargelanbau bekannt ist. Des Weiteren befindet sich in der Umgebung des eingemeindeten Worzeldorf ein Sandsteinvorkommen aus Worzeldorfer Sandstein, das für Nürnberg große kunsthistorische Bedeutung hat, da zahlreiche Bauwerke aus diesem Baustoff errichtet wurden. Der auf gemeindefreiem Gebiet um Nürnberg befindliche Nürnberger Reichswald ist seit Jahrhunderten ein Lieferant von Holz; auch befinden sich hier große Tagebaue für Bausand.

Industrie[Bearbeiten]

Ein Teil des ehemaligen AEG-Industriegeländes in Muggenhof ist heute als Auf AEG Kulturwerkstadt und Bürofläche.

Nürnberg ist ein Zentrum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsindustrie, Verkehr und Logistik, Energietechnologie und Leistungselektronik. Nürnberg ist noch vor Hamburg bedeutendster Druckstandort Deutschlands. Im Norden der Stadt unterhält die Firma Alcatel-Lucent das Optical Center of Excellence, ihr größtes Forschungszentrum außerhalb der USA.

Dennoch musste Nürnberg in den letzten 25 Jahren immer wieder Werkschließungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen hinnehmen. Besonders betroffen war davon die Sparte Maschinenbau und Haushaltselektronik. So wurde das Gelände der MAN im Süden Nürnbergs im Laufe der Zeit stetig verkleinert. Ende der 1990er Jahre wurden bei Tochtergesellschaften und Ausgründungen 3000 Mitarbeiter entlassen. Mitte der 1980er Jahre begann der Niedergang des Büromaschinenherstellers Triumph-Adler. 2003 gingen im Rahmen der Auflösung des Grundig-AG-Konzerns rund 1300 Stellen in Nürnberg verloren. Zwischen der ersten Hälfte des Jahres 2006 und März 2007 schloss das Nürnberger AEG-Werk mit einem Verlust von 1750 Stellen.[114]

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Das Großversandhaus des ehemaligen Quelle-Konzerns
Der Nürnberger Business Tower, das zweithöchste Bürogebäude Bayerns

Im Bereich der Marktforschung ist Nürnberg bundesweit führend: jeder dritte deutsche Marktforscher arbeitet hier. So verfügt Nürnberg beispielsweise mit der Nürnberger Versicherungsgruppe, der DATEV oder der Gesellschaft für Konsumforschung über mehrere Großunternehmen im Dienstleistungssektor. Darüber hinaus ist Nürnberg ein bedeutender Standort für Call-Center und für Unternehmen aus dem Bereich Neue Medien. So haben hotel.de, Immowelt oder Buch24.de hier ihren Sitz. Der ehemals weltgrößte Versandhaus-Konzern Quelle GmbH ging im Juni 2009 in Insolvenz und wurde ab Oktober aufgelöst. 3700 Mitarbeiter wurden in Nürnberg und Fürth arbeitslos, weitere Arbeitsplatzverluste gibt es bei Dienstleistern wie DHL und Zulieferern.[114]

Gewerbegebiete bzw. Gewerbeparks[Bearbeiten]

Insbesondere in den letzten 15 Jahren sind in Nürnberg zahlreiche Gewerbegebiete und Gewerbeparks entstanden. Grund für die Schaffung war oft eine innerstädtische Raumneuordnung, da ehemalige Industriegebiete nach dem Weggang der Industrie aufgelassen worden waren.

  • Eurocom im Stadtteil Langwasser
  • FrankenCampus auf dem ehemaligen MAN-Verwaltungsgelände an der Frankenstraße in der Südstadt
  • Gewerbegebiet Altenfurt
  • Gewerbegebiet Moorenbrunn: Hier hat die Siemens AG ein großes Verwaltungszentrum geschaffen.
  • Gewerbepark Nürnberg-Feucht auf einem ehemaligen amerikanischen Flugfeld nördlich der Munitionsanstalt
  • Hansapark im Stadtteil Schweinau
  • Herkules-Park an der Nopitschstraße auf dem früheren Gelände der Hercules-Werke, später befanden sich dort die SACHS-Motorrad-Werke.
  • HighTech Center Nürnberg
  • Maxtorhof in der Pirckheimerstraße, ehemals stand dort die Bleistiftfabrik Schwan-Stabilo.
  • Nordostpark
  • Nürbanum in der Allersberger Straße, ehemals Felten & Guilleaume/TeKaDe, später Philips Kommunikations Industrie (PKI)
  • Südwestpark im Stadtteil Gebersdorf
  • TA-Gelände an der Fürther Straße. Früher Standort des Motorradherstellers Triumph Werke Nürnberg und der Triumph/Adler-Schreibmaschinenwerke
  • Tilly-Park an der Gustav-Adolf-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Infanteriekaserne
  • VDM-Areal im Stadtteil Schweinau

Messe[Bearbeiten]

Die Internationale Nürnberger Spielwarenmesse auf dem Messegelände

Die Messe Nürnberg ist einer der bedeutendsten Kongress- und Messestandorte Deutschlands und steht weltweit in der Liste der Top 20. Hier findet unter anderem jährlich Fachmessen wie die | oder die BioFach sowie Publikumsveranstaltungen (beispielsweise die Consumenta) statt.

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen, Zeitschriften und regelmäßige Publikationen[Bearbeiten]

Die großen Nürnberger Tageszeitungen sind die Nürnberger Nachrichten (NN), die Nürnberger Zeitung (NZ) sowie die Bild-Zeitung Nürnberg. Von der Stadt selbst herausgegeben wird die anspruchsvoll gestaltete Zeitschrift Nürnberg Heute; sie beleuchtet Stadtgeschehen und -entwicklung. Bundesweit erscheint das Sportmagazin Kicker des Nürnberger Olympia-Verlags.

Rundfunk[Bearbeiten]

Der Fernmeldeturm in Schweinau

Der Bayerische Rundfunk betreibt in Nürnberg das Studio Franken, welches für die Hörfunk- und Fernsehberichterstattung aus einem großen Teil Frankens zuständig ist. Der private Fernsehsender Franken Fernsehen hat sein Programm auf den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie ganz Mittelfranken und die westliche Oberpfalz ausgerichtet. Seit dem März 2006 betreibt der IT-Outsourcer Atos den Leitstand des Rechenzentrums für Sky Fernsehen GmbH in Nürnberg. Es gibt zahlreiche kommerzielle und nichtkommerzielle lokale Radiosender. Als Funkhaus Nürnberg firmieren mehrere private Hörfunkstationen. Seit dem 30. Mai 2005 werden 24 Fernsehsender digital im DVB-T Format vom Fernmeldeturm Nürnberg ausgestrahlt.

Druck[Bearbeiten]

Nürnberg ist ein bedeutender Druckstandort in Deutschland. Im Jahr 2002 sorgten über 6000 Beschäftigte in 43 Betrieben für einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden EUR. Die größten Druckereien Nürnbergs sind die Firmen Prinovis (vormals: maul-belser) und die Schlott Gruppe AG mit ihren Unternehmen „u. e. sebald Tiefdruck“ und „heckel Rollenoffset“ (gehört seit 1. Oktober 2005 zu Konradin-Druck). Heute sind die c’t (ca. 500.000), das Kicker-Sportmagazin und die Nürnberger Nachrichten, eine der größten deutschen Regionalzeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren, bedeutend.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Der Nürnberger Hauptbahnhof im Stil des Neobarock

Als größter Dienstleister für den landgebundenen öffentlichen Verkehr tritt die Deutsche Bahn auf. Der Hauptbahnhof Nürnberg wirkt als Drehkreuz für den Schienenfernverkehr in Nordbayern. Nürnberg liegt im Schnittpunkt mehrerer ICE- und IC- sowie einzelner D-Zug-Linien.

Die wichtigsten sind:

Nachdem vom ZOB Nürnberg bis Anfang des Jahres 2013 hauptsächlich osteuropäische Ziele per Fernbus angefahren wurden, bieten die seit der Liberalisierung des Marktes neu auftretenden Fernbusanbieter wie z. B. FlixBus oder Bus and Fly, inzwischen auch viele innerdeutsche Verbindungen von Nürnberg aus an.

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Schnellbahnen im Großraum Nürnberg
S-Bahn-Netz Nürnberg als Linienband

Das Fernverkehrsnetz wird durch zahlreiche Regionalverbindungen ergänzt. Regional-Express- und Regionalbahn-Züge bedienen die Eisenbahnstrecken in Richtung Amberg, Ansbach, Forchheim, Kitzingen, Neumarkt in der Oberpfalz, Pegnitz und Treuchtlingen.

Auf der seit dem 10. Dezember 2006 vollständig in das Fernverkehrsnetz integrierten Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München verkehrt neben den normalen ICE-Zügen mit dem München-Nürnberg-Express der schnellste Regional-Express Deutschlands.

Ein einheitliches Preissystem erlaubt die Benutzung regionaler und städtischer Verkehrsmittel mit ein und derselben Fahrkarte. Die Tarife des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gelten in ganz Mittelfranken sowie in Teilen der Regionen Oberfranken, Unterfranken und Oberpfalz.

Stadtverkehr[Bearbeiten]

Die automatische Nürnberger U-Bahn
U-Bahn-Netz Nürnberg
Linienband Tram Nürnberg

Die städtischen Linien des öffentlichen Nahverkehrs werden durch die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) betrieben. Rückgrat des Verkehrs bildet das Schienennetz, bestehend aus fünf Straßenbahn- und drei U-Bahn-Linien. Die vier S-Bahn-Linien der Deutschen Bahn dürfen ebenfalls zum Teil dem Stadtverkehr zugerechnet werden, da sie einen nennenswerten Anteil des Nürnberger Binnenverkehrs bewältigen. Die 51 Stadtbuslinien erschließen die nicht mit U-, S- oder Straßenbahn angebundenen Stadtteile.

Nach dem Generalverkehrsplan 1972 und der ÖPNV-Planung 1993 arbeitet die Stadt Nürnberg zusammen mit einem externen Ingenieursbüro seit 2008 an einem Nahverkehrsentwicklungsplan 2025+ (NVEP 2025). Ziel dabei ist es, einen attraktiven Ausbauplan für den Nahverkehr zu entwickeln, damit in Zukunft mehr Pendler den ÖPNV nutzen.[115] Als Ergebnis sind im Gespräche:[116]

  • Nördliche Altstadtquerung (Tram)
  • Tram nach Reutles oder bis Erlanger Südcampus (Hochschulline)
  • Tram zur Brunecker Straße
  • Durchbindung Gräfenbergbahn-Rangaubahn
  • Tram nach Kornburg

Besonderheiten in Nürnberg:

  • Alle Straßenbahnen und Busse sind Niederflurfahrzeuge.
  • In Nürnberg fuhr der erste Erdgasbus Deutschlands im Linienverkehr.
  • Bei der U-Bahn gab es zwischen der Inbetriebnahme der U3 am 14. Juni 2008 und der Automatisierung der Linie U2 den weltweit ersten Mischbetrieb mit automatischen (RUBIN) und herkömmlichen Fahrzeugen auf einer Strecke.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Autobahnen und Hauptstraßen im Großraum Nürnberg

Bundesautobahnen[Bearbeiten]

Nürnberg liegt am Schnittpunkt wichtiger Bundesautobahnen, die sich südlich und östlich der Stadt kreuzen:

Bundesstraßen[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet sind durch den Bundesstraßenring Nürnberg B 4 R folgende Bundesstraßen miteinander verbunden:

Stadtstraßen[Bearbeiten]

Die Gesamtlänge aller Straßen im Stadtgebiet beträgt 1138,8 Kilometer (Stand 1. Januar 2006). An mehr als 500 Knotenpunkten wird der Verkehr durch Lichtsignalanlagen geregelt. Je nach Tageszeit und Verkehrssituation werden die Programme an den Lichtsignalanlagen automatisch oder manuell umgeschaltet. Feuerwehr, Straßenbahn und Linienbusse erhalten an über 100 Kreuzungen automatisch Vorrang.

Auf 1000 Einwohner kommen durchschnittlich 582 Kraftfahrzeuge. Ein großer Anteil am Verkehr in Nürnberg wird den täglichen Pendlerströmen zugerechnet. Im Jahr 2005 wurden in einer Werktag-Stichprobe 572.543 stadtgrenzüberschreitende Kraftfahrzeugfahrten gezählt.

Der Frankenschnellweg (A 73) wurde auf dem Stadtgebiet zur Kommunalstraße umgewidmet. Bis 2020 soll die Schnellstraße kreuzungsfrei ausgebaut werden und von der Rothenburger Straße bis zur Otto-Brenner-Brücke als Tunnel geführt werden. Hierdurch sollen auch die Emissionen sowie die Schrankenwirkung zwischen den Stadtteilen reduziert werden.[117] Im nördlichen Bauabschnitt wird der Lärmschutz ausgebaut. Die „Neue Kohlenhofstraße“ soll ebenfalls die umliegenden Stadtteile entlasten.[117] Das Projekt wird rund 400 Millionen Euro kosten.

Laut Verkehrsunfallstatistik wurden im Jahr 2004 auf städtischen Straßen 2703 Menschen verletzt und 11 Menschen getötet.

Dynamisches Verkehrsleitsystem[Bearbeiten]

Einer von über 140 dynamischen Wegweisern (Karl-Schönleben-Straße)

Zur Steuerung des Verkehrsflusses bei Veranstaltungen oder in besonderen Situationen, wie Baustellen und Unfällen, besitzt Nürnberg ein dynamisches Verkehrsleitsystem. Induktionsschleifen in den Fahrbahnen erfassen Fahrzeuganzahl, -typ und ungefähre Geschwindigkeit. Diese Informationen werden automatisch oder manuell analysiert und führen zu verkehrssituationsabhängigen Anzeigen auf dynamischen Wegweisern im Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Autobahnen. Das dynamische Verkehrsleitsystem Nürnberg ist in seiner Art das größte in Europa.

Radverkehr[Bearbeiten]

Für den Radverkehr in Nürnberg wurde ein eigenes Wegweisersystem eingeführt. Zahlreiche Einbahnstraßen wurden in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben.

Der ADAC bewertete das Radwegenetz im Jahr 2003 als durchschnittlich. Kritisiert wird das Fehlen von Radwegen oder Radstreifen entlang von Hauptverkehrsstraßen; als Beispiel sind Bucher Straße und Tafelfeldstraße genannt. Gelobt werden die relativ geringe Unfallzahl und radfahrergünstige Ampelschaltungen.

In einer Umfrage des ADFC im Jahr 2005 nimmt Nürnberg im Kreis der Städte mit über 200.000 Einwohnern einen mittleren Platz ein (Rang 13 von 28 bei einem Notenmittelwert von 3,84). Gelobt wurde die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, bemängelt wurde hingegen insbesondere die Verkehrsführung an Baustellen.[118]

Fußwege[Bearbeiten]

Nürnberg besitzt allein in der ca. 1,6 km² großen Altstadt mehrere Fußgängerzonen mit einer Gesamtlänge von ca. 5700 Metern. Der Stadtrat hatte 1966 beschlossen, eine Fußgängerzone einzurichten, da durch den Bau der U-Bahn die Einstellung des Oberflächenverkehrs möglich wurde. 1973 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem ein Vorschlag von Bernhard Winkler als Sieger hervorging. Nach diesem Plan begann 1975 die Einrichtung der Fußgängerzone.[SL 4]

Die Fußwege entlang Pegnitz, Wöhrder Wiese und Wöhrder See gelten als attraktiv und werden von vielen Spaziergängern, Joggern und Radfahrern genutzt.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Flughafen Nürnberg

Mit dem Flughafen Nürnberg (Airport Nürnberg), der im Norden der Stadt liegt, ist Nürnberg national und international angebunden.

Die Anzahl von Starts und Landungen ist seit dem Jahr 1998 von 84.041 auf 78.043 (Stand 2006) gesunken, während die Zahl der beförderten Passagiere im gleichen Zeitraum von 2.529.307 auf 3.965.357 gestiegen ist. Im Jahr 2008 waren es 4,274 Millionen.[119]

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Der Nürnberger Hafen verknüpft als trimodaler Güterumschlagsplatz den Wasserweg mit Schiene und Straße

An das nationale und internationale Wasserstraßennetz ist Nürnberg durch den am westlichen Stadtrand verlaufenden Main-Donau-Kanal angebunden. Neben dem Bayernhafen Nürnberg ist auf dem Hafengelände das größte Güterverkehrszentrum (GVZ) Süddeutschlands beheimatet.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Nürnberg ist Sitz folgender staatlicher Behörden und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

sowie:

  • Handwerkskammer Mittelfranken,
  • IHK Nürnberg
  • Architektenkammer Regionalbereich für Ober- und Mittelfranken, KdöR
  • Rechtsanwaltskammer Nürnberg, KdöR
  • Steuerberaterkammer Nürnberg, KdöR
  • Zahnärztekammer, KdöR
  • Innung der Feinwerktechnik Mittelfranken.

Es gibt folgende Gerichte:

Öffentliche Sicherheit[Bearbeiten]

Für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung Nürnbergs sind folgende Institutionen zuständig:

Der Rettungsdienst wird durch die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Johanniter (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) sichergestellt. Zudem beteiligt sich das private Unternehmen „Münchner Krankentransporte OHG“ (MKT) im Bereich Krankentransport.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

Zum weiteren Bildungsangebot im Stadtgebiet gehören 13 Gymnasien, fünf Realschulen (öffentlich und privat), drei Gesamtschulen (öffentlich und privat), je zwei Fach- und Berufsoberschulen sowie zahlreiche Berufs-, Berufsfach-, Fach-, Haupt- und Grundschulen.[120] Die Stadt Nürnberg betreibt ein Pädagogisches Institut, das die Schulen bei der Schulentwicklung unterstützt sowie einen Schulpsychologischen Dienst, die ihren Sitz im Haus der Pädagogik haben.[121]

Hochschulen[Bearbeiten]

Der Campus am Maxtor

Im Mai 1526 wurde in Nürnberg das Gymnasium St. Egidien gegründet, aus dem nach nur neunjähriger Betriebszeit schließlich 1575 die vom Nürnberger Stadtrat gegründete Akademie Publica et trivialis schola und 1622 die Universität in Altdorf bei Nürnberg offiziell hervorging.

Nürnberg ist Standort der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (ehemals: Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg) sowie der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Weitere Hochschulen sind die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, die Evangelische Hochschule Nürnberg und die Hochschule für Musik Nürnberg. Die nordrhein-westfälische Fernuniversität in Hagen unterhält ein Regionalzentrum in Nürnberg.

Das Bildungszentrum Nürnberg am Gewerbemuseumsplatz

Erwachsenenbildung[Bearbeiten]

Die Volkshochschule Nürnberg (BZ Nürnberg) bietet jährlich in den Bereichen Gesellschaft, Gesundheit, Beruf und Karriere, Sozial-integrative Bildung, Kultur, Sprachen, Planetarium und Lernwelten rund 6000 Veranstaltungen an. Neben dem Hauptstandort am Gewerbemuseumsplatz wird seit 2009 auch in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur und Freizeit der so genannte Südpunkt betrieben[122]

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

Das Stadtarchiv Nürnberg

Die Stadtbibliothek Nürnberg ist die älteste Stadtbibliothek im deutschen Sprachraum und ging aus der seit 1370 nachweisbaren Ratsbibliothek hervor.[SL 5] Sie umfasst die Bibliothek Egidienplatz (im Pellerhaus), die Zentralbibliothek am Gewerbemuseumsplatz, mehrere Spezialbibliotheken sowie Stadtteil- und Fahrbibliotheken. Nach Anschluss des aktuellen Umbaus sollen die Musikbibliothek und die Bibliothek am Egidienplatz mit dem bestehenden Angebot zu einer modernen Zentralbibliothek im Luitpoldhaus zusammengeführt werden.[123] Insgesamt hat die Stadtbibliothek einen Bestand von mehr als 900.000 Medien.[124] Sie besitzt zudem rund 3000 Handschriften, 2100 Inkunabeln und 77.000 alte Drucke.[125]

Die Universitätsbibliothek Erlangen Nürnberg betreibt auf dem Stadtgebiet ihre Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Zweigbibliothek (WSZB)[126] sowie die Erziehungswissenschaftliche Zweigbibliothek (EZB).[127] Daneben bietet die Bibliothek der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm rund 190.000 Medien[128] sowie die Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums rund 500.000 Medien an, unter denen sich 3380 Handschriften und etwa 1000 Inkunabeln und 3000 Drucke des 16. Jahrhunderts finden.[129]

Die beiden wichtigen Archive in Nürnberg werden nach Trägerschaft unterschieden und sind das Stadtarchiv Nürnberg und das Staatsarchiv Nürnberg.

Das Optical Center of Excellence von Alcatel-Lucent

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

Im Nordosten der Stadt unterhält die Firma Alcatel-Lucent das „Optical Center of Excellence“. Dort befindet sich auch eine Forschungseinrichtung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS).

Nürnberg ist ein Zentrum der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) arbeiten in diesem Gebiet.

2009 beschloss die Bayerische Staatsregierung den Aufbau des Energie Campus Nürnberg (EnCN), der zunächst auf 5 Jahre mit 50 Millionen Euro gefördert werden soll. Im Energie Campus Nürnberg wurden bereits bestehende Forschungseinrichtungen auf dem Feld der Energieforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen, des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik sowie des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung vernetzt und mit Forschungsmitteln ausgestattet.[130]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Germanisches Nationalmuseum, Schausammlung: „Renaissance. Barock. Aufklärung“
Das Albrecht-Dürer-Haus
Neues Museum Nürnberg, Wendeltreppe
Das Dokumentationszentrum auf dem Reichsparteitagsgelände
Siehe auch: Freizeit Nürnberg

Museen[Bearbeiten]

Nürnberg besitzt viele kunst- und kulturgeschichtliche Museen. Unter anderem

Gedenkstätten[Bearbeiten]

An mehreren Stellen der Stadt wird der Opfer der NS-Gewaltherrschaft gedacht. Auf dem Jüdischen Friedhof in der Schnieglinger Straße 155 (Westfriedhof) befinden sich die Gräber von 31 KZ-Häftlingen, und eine Gedenkplatte beim Monument für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnert an die jüdischen Bürger, die Opfer der Shoa wurden.

Ein Gedenkstein auf dem Südfriedhof aus dem Jahr 1963 bewahrt die Erinnerung an 3.554 sowjetische Staatsbürger, die Opfer von KZ-Haft und der Zwangsarbeit wurden.[131]

Am Plärrer wurde 2007 das Zwangsarbeiter-Mahnmal „Transit“ eingeweiht, das an die im 2. Weltkrieg nach Nürnberg verschleppten Zwangsarbeiter erinnert.

Am Hans-Sachs-Platz, am Kopf der Spitalbrücke, wird mit einem Gedenkstein der geschändeten Hauptsynagoge und der etwa 1700 jüdischen Bürger gedacht, denen die NS-Machthaber Gotteshaus und Leben nahmen. Ähnliches ist auf einer Gedenktafel zu lesen, die im neuen Jüdischen Gemeindezentrum Priemstraße 20 angebracht ist.

Im Nebengebäude des Nürnberger Justizgebäudes an der Bärenschanzstraße 72, in dessen Schwurgerichtssaal 600 die Nürnberger Prozesse stattfanden, ist seit 2010 das Museum „Memorium Nürnberger Prozesse“ eingerichtet.[132]

Vereine und Vereinigungen[Bearbeiten]

Nürnberg verfügt über eine Vielzahl von Vereinen und Vereinigungen. Einige darunter können auf eine lange Tradition zurückblicken. Zu den bekanntesten zählen:

Theater und Kinos[Bearbeiten]

Das größte Theater Nürnbergs ist das Staatstheater Nürnberg. Daneben gibt es noch einige kleinere Theater, darunter:

In Nürnberg gibt es eine Reihe Kindertheater:

Neben dem kommunalen Filmhaus Nürnberg und dem Fremdsprachenkino Roxy gibt es das Cinecittà Nürnberg (nach eigenen Angaben größter Kinokomplex Deutschlands[133]), den Kinopalast Admiral und einige kleinere (Programm-)Kinos.

Musik[Bearbeiten]

Die Nürnberger Symphoniker in der Meistersingerhalle

Konzert- und Veranstaltungssäle[Bearbeiten]

Orchester[Bearbeiten]

  • Nürnberger Philharmoniker – Das Orchester wurde 1965 gegründet. Seine Vorläufer waren das 1890 gegründete erste „Philharmonische Orchester Nürnberg“ und das „Städtische Orchester“.
  • Nürnberger Symphoniker – Das Konzertorchester in der Stadt Nürnberg, gegründet 1946, bietet eine große Bandbreite verschiedener Tätigkeitsfelder: neben den Sinfonie- und Chorkonzerten und den Open-Air-Veranstaltungen im Serenadenhof hat es eine lange Tradition im Bereich Filmmusik: Es nahm unter anderem die Soundtracks zu „Ben Hur“ und „Quo vadis“ auf und erhielt 1992 den Grammy Award für die Einspielung zu „Die Schöne und das Biest“. Seine Konzerte spielt es in der Meistersingerhalle.
  • Nürnberger Jugendorchester – Das etwa 50-köpfige Nürnberger Jugendorchester (NJO) wurde 1985 gegründet.
  • Nürnberger Akkordeonorchester – Das 1946 gegründete Orchester (NAO) zählt schon seit vielen Jahren zu den routiniertesten Akkordeonensembles Europas.

Kammerensembles[Bearbeiten]

Chöre[Bearbeiten]

Vereine und Organisationen[Bearbeiten]

Das Veranstaltungsjahr[Bearbeiten]

Das Veranstaltungsjahr in Nürnberg
Februar Panoptikum Kindertheaterfestival
März Türkisch-Deutsches Filmfestival
April Nürnberger Volksfest/Frühlingsfest
Mai Blaue Nacht
Mai (zweijährlich) Internationales Figurentheaterfestival
Mai/Juni Rock im Park
Mai/Juni Grenzenlos – Fest der Partnerstädte am Hans-Sachs-Platz
Juni Norisring-Rennen der DTM
Juli Irrhainfest (im Neunhofer Schlossgarten)
Juni/Juli Internationale Orgelwoche Nürnberg
Juli Kunstakademie: Jahresausstellung
Juli/August Nürnberger Bardentreffen
Juli/August Klassik Open Air
Juli/August Musica Franconia
Juli/August St. Katharina Open Air
August SommerNachtFilmFestival
August Brückenfestival
Aug./Sep. Nürnberger Volksfest
September Nürnberger Altstadtfest
September Stadt(ver)führungen
September Fränkischer Sommer
September Nürnberger Opernball
September Rund um die Nürnberger Altstadt
Sep./Okt. (zweijährlich) Jazzfestival Stimmenfang
Oktober Nürnberger Stadtlauf
Oktober Symposium Turm der Sinne
Okt. zweijährlich Tag der offenen Tür der Stadt
Oktober Filmfestival der Menschenrechte
Okt. (zweijährlich) Lange Nacht der Wissenschaften
Dezember Nürnberger Christkindlesmarkt

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Altstadt mit ihrer Geschichte ist Ort zahlreicher Veranstaltungen. So bieten Stadt(ver)führungen die Gelegenheit für Einheimische wie Touristen, Nürnberg neu zu entdecken. Unter einem jährlich wechselnden Thema bieten Experten, Prominente und Stadtführer zahlreiche Führungen innerhalb eines Rahmenprogramms an. Die Blaue Nacht findet seit dem Jahr 2000 jährlich mit einem jeweils wechselnden inhaltlichen Schwerpunkt statt und lädt ein, die zahlreichen Museen und Kultureinrichtungen vom frühen Abend bis in die Morgenstunden mit zahlreichen Darbietungen und Performances kennenzulernen. Die Altstadt erstrahlt in dieser Nacht in einem blauen Licht. Im Dezember zieht der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt am Hauptmarkt Besucher aus aller Welt an. Am Rathausplatz präsentieren sich zu dieser Zeit auch die zahlreichen befreundeten und Partner-Städte.

Die Tradition des Chriskindlesmarkts in Nürnberg lässt sich bis zum Jahr 1628 zurückverfolgen
Die Blaue Nacht ist eine Kulturnacht mit geöffneten Museen und Performances
Das Klassik Open Air
Ein Bierzelt vor der Eröffnung auf dem Nürnberger Volksfest

Daneben beheimatet Nürnberg zahlreiche Musikfestivals der verschiedensten Musikstile. Das Nürnberger Bardentreffen ist am ersten Wochenende der Schulsommerferien mit 200.000 Besuchern das größte Weltmusik- und Songwriter-Festival weltweit. Rund 100.000 Besucher kommen jährlich zum kostenlosen Klassik Open Air, bei dem die Nürnberger Symphoniker und die Nürnberger Philharmoniker zu einer ungezwungenen Picknick-Atmosphäre am Luitpoldhain an zwei Abenden auftreten. Seit 1997 treten bei Rock im Park international bekannte Künstler der Rock- und Popmusik vor etwa 70.000 Besuchern im Volkspark Dutzendteich auf. Zusammen mit Rock am Ring ist es das größte Festival dieser Art in Deutschland. Das Brückenfestival am Pegnitzgrund unter der Theodor-Heuss-Brücke bietet abseits des Mainstreams eintrittsfrei zahlreiche Auftritte und mit der Internationale Orgelwoche Nürnberg ist Nürnberg Gastgeber für das wohl größte und älteste Festival für geistliche Musik und Orgelmusik. Der Opernball findet jährlich im Opernhaus des Staatstheaters Nürnberg statt.

Das Türkisch-Deutsche Filmfestival ist eine bedeutende interkulturelle Veranstaltung, da es auch international Aufmerksamkeit erfährt. Daneben gibt es auch das internationale Filmfestival der Menschenrechte. Die Nürnberger Autorengespräche zu aktuellen und zeitgeschichtlichen Themen im Kontext der geschichtlichen Rolle der Stadt fanden zuletzt 2005 statt. Seit 2003 lädt die Region Nürnberg/Erlangen/Fürth zusammen mit den Hochschulen und innovativen Unternehmen alle zwei Jahre zur Langen Nacht der Wissenschaften ein.

Das Radrennen Rund um die Nürnberger Altstadt ist als Eintagesrennen für Amateure und Profis mit seinem Rahmenprogramm entlang der Stadtmauer Anziehungspunkt für Zuschauer. Ebenso große Beliebtheit erfährt der Nürnberger Stadtlauf. Auf seiner Strecke in der südlichen Altstadt und entlang des Wöhrder Sees starten jährlich rund 7000 Freizeitsportler. Daneben wird jährlich auf dem Norisring ein Rennen der DTM ausgetragen. Zu dem Rennen, das vom Motorsportclub Nürnberg ausgerichtet wird, kamen 2006 über 150.000 Besucher.

Das Nürnberger Volksfest entstand am 25. August 1926 ähnlich wie das Münchner Oktoberfest zu Ehren des bayerischen Königs Ludwigs I.[134] Seit 1919 findet parallel dazu in der ersten Jahreshälfte das Frühlingsfest statt. Mit ihren Attraktionen und Bierzelten locken die Feste jeweils etwa 1,6 Mio. Besucher an. Daneben gibt es im Herbst auch das Altstadtfest mit Verkaufsbuden am Hauptmarkt und den Fest-Stuben und Zelten am Hans-Sachs-Platz und auf der Insel Schütt. Eröffnet wird das Altstadtfest mit dem traditionellen Fischerstechen, das seit dem Mittelalter als Brauchspiel belegt ist und bei dem zwei Mannschaften in Wettstreit treten, sich auf der Pegnitz von kleinen Kähnen zu stoßen.[SL 6] Das Altstadtfest greift das traditionelle Patronatsfest des Heiligen Egidius auf, das vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert gefeiert wurde. In seiner heutigen Form findet es seit 1975/1984 statt und hat über eine Million Besucher. Durch den bekannten Karnevalisten Bromig und Stadtrat Horst Volk wurde das Fischerstechen 1964 wieder ins Leben gerufen. Seit 1970 wird es jährlich beim Nürnberger Altstadtfest durchgeführt. Der mittlerweile verstorbene ehemalige Stadtrat Horst Volk war auch maßgeblicher Initiator der Neuauflage und Wiederentdeckung des Altstadtfestes.[SL 7]

Ein Höhepunkt der fränkischen Festkultur ist die Kirchweih (fränk. Kärwa), die je nach Stadtteil oder Dorf zu verschiedenen Zeiten stattfindet. Die traditionelle Form der Dorfkirchweih hat sich neben dem Nürnberger Umland auch in Dörfern (beispielsweise Neunhof oder Großgründlach) des Knoblauchslands erhalten. Bekannt ist daneben auch die Johanniskirchweih des Stadtteils St. Johannis.

Nachtleben[Bearbeiten]

In der Nürnberger Altstadt finden sich ein reiches Angebot an Kneipen und Bars vor allem unterhalb der Burg, in der Umgebung der Weißgerbergasse sowie am Weißen Turm und entlang der Pegnitz. Größere Diskotheken und Clubs liegen meist außerhalb der Altstadt.[135] Die Musikrichtungen Rock, Pop und Hip Hop werden unter anderem in einem Diskothekenzentrum im und um das ehemalige Gebäude der Vereinigten Margarinewerken RESI in der Klingenhofstraße gespielt. Eher abseits vom Mainstream trifft man sich in den Kulturzentren der Frankenstraße sowie in den Diskothek und Clubs der Vogelweiherstraße. Auch das Programm im K4 (Kulturzentrum) und den verschiedenen Kulturläden in den Stadtteilen bereichern das abendliche Angebot. Am Paniersplatz findet sich ein renommierter Jazz-Club. Gehobenere Restaurants liegen unter anderem am Weinmarkt sowie nahe dem Germanischen Nationalmuseum.

Dem zunehmenden Problem von Alkoholexzessen vor allem bei Jugendlichen ist die Stadt im Jahr 2007 und 2008 im Marienbergpark im Bereich des Marienbucks und des Marienbergsees sowie am Pegnitzgrund mit verstärkten Kontrollen und im Bereich Kohlenhof (Flatrate-Partys örtlicher Diskotheken) mit einem Verbot begegnet, letzteres offenbar mit Vorbildcharakter auch für andere Großstädte.[136]

Die öffentlichen Verkehrsbetriebe VAG bieten in den Nächten vor Samstag und Sonntag sowie vor Feiertagen und Brückentagen einen Nachtbusverkehr an, der die gesamte engere Region erschließt und dessen Linien jede volle Stunde vom Hauptbahnhof abfahren.[137]

Grünflächen und Naherholungsgebiete[Bearbeiten]

Der Irrhain am Rande des Reichswalds

Die Stadt wird im Osten vom Reichswald umschlossen, den die Pegnitz in eine nördliche „Sebalder“ und eine südliche „Lorenzer“ Hälfte teilt. Der Reichswald dient als weitläufiges Naherholungsgebiet sowie Frischluft- und Wasserreservoir und ist als größter Kulturforst Europas mit seinen 25.000 ha seit 1979 Bannwald.[SL 8] Der hohe Nadelholz-Bestand geht auf die Einführung der Waldsaat durch den Nürnberger Ratsherren Peter Stromer 1343 zurück.[SL 8]

Die Wöhrder Wiese nahe der Altstadt

Heute versucht man den Laubholzanteil kontinuierlich zu erhöhen. An den Lorenzer Reichswald grenzt der Schmausenbuck als beliebtes Ausflugsziel, der mit 309 Metern einer der höchsten Punkte im Stadtgebiet ist, früher als Sandsteinbruch diente und seit 1939 den damals neu angelegten Nürnberger Tiergarten beherbergt. Am Rande des Sebalder Reichwalds in der Nähe von Kraftshof liegt der Irrhain. Er wurde vom Pfarrer Martin Limburger und dem barocken Dichterverband Pegnesischer Blumenorden als „Symbol des Weltirrwalds“ angelegt.[SL 9] Der Moritzberg, dessen gleichnamiger Ort heute offiziell zu Röthenbach gehört und im Lorenzer Reichswald liegt, gilt mit seinen 598 Metern als Hausberg der Nürnberger und ist neben der fränkischen Moritzbergkirchweih am Sonntag vor dem Bartholomäustag bei schönen Wetter das ganze Jahr Anziehungspunkt.[SL 10]

Naturschutzgebiet Hainberg zwischen Nürnberg und Fürth

Daneben sind kunstvolle und historisch bedeutende Gartenanlagen der barocke Schlosspark von Neunhof, die Hesperidengärten in St. Johannis und der so genannte Bürgermeistergarten sowie der Burggarten auf den Basteien der Stadtbefestigung neben der Kaiserburg. Weitere kleinere Parkanlagen sind der Archivpark in der Nähe des Friedrich-Ebert-Platzes, umrahmt von Gebäuden aus der Gründerzeit und des Jugendstils, der Cramer-Klett-Park mit seinen klassizistischen Gartenbauten, der intensiv genutzte Rosenaupark nahe dem Plärrer, der Südstadtpark sowie der Platnersberg und der Rechenberg im Osten der Stadt. In der Altstadt lädt das Ufer der Pegnitz immer wieder zum Entspannen ein. Diese bildet östlich des Altstadtrings, dessen Stadtmauergraben ebenfalls parkähnlich begrünt ist, neben der Wöhrder Wiese den aufgestauten Wöhrder See. Dort finden sich beliebte Biergärten sowie das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne.

Die begrünten Burgbasteien

Der Dutzendteich (von dutze für Schilfrohr) ist ein um 1430 aufgestauter See in südöstlicher Richtung vom Zentrum. Er diente als Fischweiher und war schon im 16./17. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Zusammen mit dem angrenzenden Luitpoldhain wurde er 1906 als Fläche für die Bayerische Landes-Gewerbe-Industrie und Kunstausstellung unter Prinzregent Luitpold genutzt. Nach 1933 in der NS-Zeit wurde das Gebiet zum Reichsparteitagsgelände umgestaltet und vor allem der Dutzendteich erheblich verkleinert.[SL 11] Auch wenn heute noch zum Teil unklar ist, wie man mit dem in der NS-Zeit entstandenen Areal neben einer musealen und mahnenden Nutzung umgehen soll, ist der Volkspark Dutzendteich wieder ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Der Nürnberger Gartendirektor Alfred Hensel, der den 100 ha großen Volkspark am Dutzendteich und darüber hinaus Sport- und Spielplätze, die Umgestaltung der Luitpoldarena sowie die Landschaftsgestaltung des 60 ha großen Nürnberger Tiergartens geplant hatte, bekam 1942 die Aufgabe, ein integriertes Grünflächensystem für die Stadt und umgebende Bereiche zu entwickeln. Es entstand ein zusammenhängendes Areal mit einer Längsausdehnung von 20 km, das bestehende Grünanlagen einbezog und Fußgängerverbindungen schuf. [138]

Daneben entstanden in der Nachkriegszeit zwischen 1959 und 1973 auf dem Gebiet des ehemaligen Flughafens in Ziegelstein der Volkspark Marienberg im Stil eines englischen Landschaftsparks. Ein weiterer Volkspark entstand zwischen 1970 und 1981 mit dem Westpark (11 ha) im Stadtteil St. Leonhard. Der Stadtpark wurde nach der ersten bayerischen Landesausstellung 1882 auf dem Maxfeld angelegt.[SL 12] Heute ist dort auch der Neptunbrunnen aufgestellt. Am Stadtrand im Stadtteil Röthenbach liegen zudem der weitläufige Faberpark (25 ha) sowie im Stadtteil Gebersdorf ein Teil des Naturschutzgebiets Hainberg mit seinen schützenswerten und seltenen Sandgrasflächen.

In der Region bieten zudem die Fränkische Schweiz im Norden mit ihren Klettermöglichkeiten, die Hersbrucker Schweiz im Osten mit ihren Wanderwegen und die Gewässer des Fränkischen Seenlands und der Altmühl im Süden zahlreiche Möglichkeiten für Aktivsportarten rund um die Stadt.

Sport[Bearbeiten]

Ursprünge des Sports in Nürnberg[Bearbeiten]

Seit dem 14. Jahrhundert entstanden in Nürnberg sportähnliche Gemeinschaften der Schützen und Fechter. 1434 richtete der Rat auf der Hallerwiese einen Sport-, Spiel-, Fest- und Schützenplatz ein, der als ältester Deutschlands gilt. 1628 wurde auf der Hinteren Insel Schütt das Fechthaus errichtet.[139]

Die Geschichte des modernen Sports begann in Nürnberg, wie anderswo, erst Mitte des 19. Jahrhunderts. 1846 organisierte sich erstmals die Turnbewegung im Turn- und Sportverein 1846 Nürnberg. Der Turnverein Gleishammer war der erste süddeutsche Turnverein, der 1893 den Bruch mit der bürgerlichen Turnbewegung vollzog und sich der neu entstandenen sozialdemokratischen Arbeitersportbewegung anschloss. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich Nürnberg zum süddeutschen Zentrum des Arbeitersports.

Entwicklung zur Sporthochburg[Bearbeiten]

Das Meisterschaftsendspiel 1924 in Nürnberg, bei dem der 1. FCN das dritte Mal Deutscher Meister wurde.

Die Dominanz Nürnberger Arbeitersportvereine in den 1920er und frühen 1930er Jahren war ein Teil von Nürnbergs Entwicklung zu einer Sporthochburg. Die Bedeutung des Nürnberger Fußballs war eine zweite wichtige Komponente. Der 1. FC Nürnberg (FCN) war der erfolgreichste deutsche Fußballverein dieser Zeit und errang zwischen 1920 und 1936 sechsmal die Deutsche Meisterschaft. Mit 9 Meistertiteln ist der FCN noch immer Vize-Rekordmeister. Spieler des 1.FC Nürnberg stellten phasenweise die Hälfte der Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft. In den 1920er Jahren baute die Stadt mit dem Städtischen Stadion (derzeit: Grundig Stadion) eine moderne Sportstätte mit Aschenbahn und angeschlossenem Schwimmbad.

Den Ruf als Sporthochburg ergänzten die Erfolge Nürnberger Vereine im Kraftsport, Ringen und besonders im Radsport. Allein zwischen 1890 und 1900 waren 52 Radsportvereine gegründet worden. In Nürnberg wurde die erste Radrennbahn Bayerns errichtet, 1912 wurde die noch heute existierende Radrennbahn Reichelsdorfer Keller eröffnet. Besonders die Steherrennen erfreuten sich großer Popularität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Nürnberg seinen Ruf als Sporthochburg nur noch in den 1950er- und 1960er-Jahren aufrechterhalten. Im Radsport und in der Leichtathletik brachte Nürnberg noch vereinzelt herausragende Sportler hervor. Im Handball dominierten die Frauen des 1. FC Nürnberg in den 1960ern. Mit dem Abstieg der Fußballherren des 1. FC Nürnberg 1969, unmittelbar nachdem 1968 letztmals die Deutsche Fußballmeisterschaft errungen wurde, vollzog sich parallel ein Wandel im Nürnberger Sport.

Seit Ende der 1970er Jahre bis 2005 fand in unregelmäßigen Abständen der Nürnberg-Marathon statt.

Krise des Leistungssports[Bearbeiten]

National und international erfolgreich wurden nur noch Randsportarten wie Faustball beim Turnverein Eibach 1903 oder Ringen beim SV St. Johannis 07 um Olympiasieger Pasquale Passarelli betrieben. Viele Sportvereine zogen sich aus dem Leistungssport zurück und widmeten sich dem Breitensport. Der Post SV Nürnberg wurde auf diese Art in den 1980ern zum mitgliederstärksten deutschen Sportverein und ist 2006 noch zweitgrößter Sportverein Bayerns. Versuche, außer Fußball auch wieder anderen Leistungssport zu etablieren, endeten mit dem finanziellen Kollaps der Vereine. So musste sich der Turn- und Sportverein 1888 Nürnberg 1990 aus der 2. Handballbundesliga zurückziehen, nachdem er in den 1980ern mehrmals in die 1. Bundesliga aufgestiegen war.

Rückkehr zum Spitzensport[Bearbeiten]

Das Grundig Stadion ist die Heimspielstätte des 1. FC Nürnberg.

In den 1990ern und seit der Jahrtausendwende gelang es Nürnberger Vereinen jedoch, in allen populären Mannschaftssportarten erfolgreich zu arbeiten. So kehrte die Herrenfußballabteilung des 1. FC Nürnberg nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Drittklassigkeit wieder in die 1. Bundesliga zurück. Nach 39 Jahren ohne Titel gewann der Club im Jahre 2007 den DFB-Pokal und spielte erstmals seit 19 Jahren wieder international. Die Handballfrauen des 1. FC Nürnberg konnten an ihre erfolgreiche Zeit in den 1960ern anknüpfen und gewannen zuletzt 2008 die deutsche Meisterschaft. Im American Football spielten die Nürnberg Rams von 1983 bis 1998 in der 1. Bundesliga und errangen 1987, 1989, 1991 und 1996 die Meisterschaft in der Süd-Gruppe. Im Eishockey konnten sich die Nürnberg Ice Tigers als Spitzenverein in der höchsten Spielklasse etablieren. 1999 und 2007 wurden die Ice Tigers Deutscher Vize-Meister. Seit 2006 tragen sie an Stelle des Stadtnamens den Namen des Sponsors im Vereinsnamen. Um eine dauerhafte Grundlage für einen Verein in der höchsten Eishockeyspielklasse zu schaffen, wurde im Februar 2001 die bis zu 11.000 Zuschauer fassende Arena Nürnberger Versicherung eröffnet. In dieser Multifunktionsarena spielten von 2005 bis 2007 auch die Sellbytel Baskets Nürnberg, die in dieser Zeit der Basketball-Bundesliga angehörten. Die Arena wurde auch von den Brose Baskets aus Bamberg für die Austragung der Spiele in der ULEB Euroleague genutzt, bevor diese ihre eigene Arena ausbauten. In Nürnberg gibt es nach dem Ende von Falke noch den Nürnberger Basketball Club in der zweiten Bundesliga Pro A. In der Feldhockey-Bundesliga ist seit 2007 der Nürnberger HTC vertreten. In der Hallenhockey-Bundesliga waren die Nürnberger sogar mit zwei Vereinen vertreten. Von 2007 bis 2009 spielte die HG Nürnberg erstklassig, der Nürnberger HTC ist seit 2008 in der 1. Liga vertreten. Die Herren des Tennis-Club 1. FC Nürnberg gehörten von 2005 bis 2007 wieder der Bundesliga an. Anfang 2006 kehrte die Ringerstaffel des SV St. Johannis 07 zurück in die 1. Bundesliga, der sie bis Ende 2008 angehörten. Die Rückkehr Nürnbergs in die Riege der Sporthochburgen wurde 2004 mit der Gründung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur untermauert, die seitdem den Zwischenraum zwischen dem sportlichen Aspekt des Fußballs und dem Feuilleton besetzt.

Innerhalb des TSC (Tanz-Sport-Club) Rot-Gold-Casino e. V. Nürnberg gibt es eine kleine, aber sehr erfolgreiche Abteilung Rollstuhltanz. Eines der Paare (Claudia Maierl und Christian Feeß) vertritt den Verein auf nationalem und internationalem Parkett. Es ist Deutscher Meister der Klasse LWD1 2005, 2006, 2008 und 2009.[140]

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fränkische Küche

Bereits in den Jahren zwischen 1302 und 1310 erließ der Rat der Stadt ein Gebot, ausschließlich mit Gerste zu brauen.[SL 13] Obwohl lange Zeit das untergärig gebraute, stark gehopfte Rotbier in Nürnberg am meisten verbreitet war, ist es heute fast unbekannt. Seit 1531 wurde auch Weißbier gebraut.[SL 13] Aber auch Wein war ein geschätztes Getränk.[SL 14] Die Felsengänge verweisen noch auf die hohe Bedeutung der Braukunst in Nürnberg. Noch im Jahr 1880 stand Nürnberg mit einer Menge von 173.000 Hektolitern an der Spitze des bayerischen Bierexports.[SL 13] Heute sind in der Stadt selbst nur noch wenige Brauereien verblieben, doch hat die Region weiterhin eine hohe Brauereidichte. Diese Kleinbrauereien genießen einen ausgezeichneten Ruf. Bekannt und geschätzt ist auch das Spalter Bier, gebraut aus dem dort angebauten Hopfen.

Die bekannteste Wurstspezialität der Stadt ist die Nürnberger Rostbratwurst. Bereits 1497 schrieb der Stadtrat Zutaten und Größe vor. Die geringe Größe von nur sieben bis neun Zentimetern scheint Ausdruck der hohen Preise in Nürnberg zur Zeit des Mittelalters gewesen zu sein. Doch ist das neben der typischen Majoran-Note das Geheimnis ihres Geschmacks, da wegen des günstigen Verhältnisses von Oberfläche und Volumen das Grillaroma des Buchenfeuers besser angenommen wird. Sie wird entweder im Brötchen (fränk. Weggla) mit Senf oder zu gekochtem Sauerkraut, dann allerdings – von den Einheimischen bevorzugt – mit Meerrettich, fränkisch Kren genannt, gegessen. Als Sauere Zipfel bezeichnet man die in einem Essigsud mit Zwiebeln gekochten Nürnberger Bratwürste.

Daneben ist auch die Stadtwurst eine geschätzte Wurstspezialität Nürnbergs. Als Stadtwurst mit Musik wird sie in zahlreichen Biergärten im Sommer, dünn aufgeschnitten auf einem Teller, mit fein gehackten Zwiebeln, einem mild-säuerlichen Essigdressing und einigen Scheiben Holzofenbrot serviert. Auch der Ochsenmaulsalat hat einen leicht säuerlich erfrischenden Geschmack.

Als Süßwasserfisch wird der Karpfen gebacken oder blau aus der traditionellen Küche der Stadt und in der Region gegessen. Ein typischer Sonntagsbraten ist das Schäuferle mit rohen Klößen. Daneben wird der fränkische Sauerbraten geschätzt, dessen Soße mit einem Soßenlebkuchen verfeinert wird.

Die traditionelle Verwendung einer Vielzahl von Gewürzen ist wohl auf den ausgedehnten Fernhandel im Mittelalter zurückzuführen. Auch der überregional bekannte Nürnberger Lebkuchen steht für diesen Aromenreichtum. Seine Produktion in der Stadt ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.[SL 15] Zur Kirchweih im Sommer werden traditionell Knieküchle gebacken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Aus Nürnberg stammen bekannte Persönlichkeiten wie Albrecht Dürer (Maler), Martin Behaim (Erfinder des ersten Globus), Hans Sachs (Dichter), Peter Henlein (vorgeblicher Erfinder der Taschenuhr), Johann Benjamin Erhard (Philosoph), Anton Koberger (Buchdrucker und -händler), Veit Stoß (Bildhauer, Schnitzer), Adam Kraft (Bildhauer), Georg Philipp Harsdörffer (Dichter), Johann Pachelbel (Komponist), Sigmund Schuckert (Erfinder und Industrieller), Theodor von Cramer-Klett (Firmengründer), Max Grundig (Firmengründer) Hugo Distler (Komponist), Theo Schöller (Unternehmer), Hermann Zapf (Typograf), Günther Beckstein (ehemaliger bayerischer Ministerpräsident) und Markus Söder (bayerischer Staatsminister der Finanzen). Daneben war die Stadt aber auch Anziehungspunkt und Teil des Lebens vieler bekannter Personen, wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Philosoph) und Ludwig Feuerbach (Philosoph).

Sagen, Legenden und Anekdoten[Bearbeiten]

Viele Orte der Stadt sind mit Sagen verbunden, wie die Burgmauer, über die Eppelein von Gailingen mit seinem Pferd der Sage nach sprang. Der Stadtpatron St. Sebaldus habe nicht nur zahlreiche Wunder gewirkt, sondern wollte angeblich auch so lange nicht ruhen, bis man die Sebalduskirche errichtete. Kunigunde von Orlamünde habe ihre beiden Kinder ermordet, nachdem sie eine Äußerung des geliebten Burggrafen von Nürnberg missverstand, tat Buße und gründete das ehemalige Kloster Himmelthron außerhalb der Stadtmauern im heutigen Stadtteil Großgründlach. Nach ihrem Tod warne sie als Weiße Frau vor Unglück. Auf dem Unschlittplatz tauchte 1828 Kaspar Hauser auf, der als mysteriöses Findelkind großes Interesse erregte. Auch Schwänke wie Till Eulenspiegel benennen und spielen zum Teil an konkreten Orten der Stadt. Bekannt ist auch der Nürnberger Trichter, eine oft scherzhaft aufgefasste Allegorie für ein mechanisches Verständnis des Lernens, wonach Wissen einflößbar ist, ohne dass es Lernbereitschaft oder Begabung bedarf.

Wissenswertes[Bearbeiten]

500-D-Mark-Banknote mit historischem Gebäude von Nürnberg

Auf der letzten Serie der D-Mark-Banknoten fand sich auf der 500-D-Mark-Banknote, links neben dem Porträt der Naturforscherin Maria Sibylla Merian, eine Collage verschiedener historischer Bauwerke von Nürnberg. Dort sind die Kaiserburg mit Sinwellturm und Kaiserstallung, die Sebalduskirche, die Frauenkirche, das Albrecht-Dürer-Haus, das Fembohaus, das Nassauer Haus, der Weinstadel, das Heilig-Geist-Spital, die Mauthalle, die Lorenzkirche und die Stadtbefestigung zu sehen.[141]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Nürnberg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Nürnberg

Literatur[Bearbeiten]

Daten, Fakten, Nachschlagewerke

  •  Stadt Nürnberg (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg. ISSN 0944–1514 ((Online)).
  •  Stadt Nürnberg (Hrsg.): Nürnberg in Zahlen 2010. ((Online) (PDF; 1,4 MB)).
  •  Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online).
  •  Franz Schiermeier, Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.): Stadtatlas Nürnberg. Karten und Modelle von 1492 bis heute. Franz Schiermeier Verlag, München 2006, ISBN 978-3-9809147-7-2.
  •  Wolfgang Baumann, Hajo Dietz: Der Nürnberg-Atlas. Vielfalt und Wandel der Stadt im Kartenbild. Emons, Köln 2007, ISBN 978-3-89705-533-9.
  •  Stadt Nürnberg, Amt für Internationale Beziehungen: Nürnberg International. Informationen zu den Auslandsbeziehungen der Stadt Nürnberg. Nürnberg 2010.

Quellen

Geschichte

  •  Martin Schieber: Nürnberg. Eine illustrierte Geschichte der Stadt. C. H. Beck Verlag, München 2000, ISBN 3-406-46126-3.
  •  Reinhold Schaffer: Die Siegel und Wappen der Reichsstadt Nürnberg. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Nr. 10, 1937, ISSN 0044–2364, S. 157–203 ((Digitalisat)).
  •  Gerhard Pfeiffer (Hrsg.): Nürnberg – Geschichte einer europäischen Stadt. C. H. Beck Verlag, München 1982, ISBN 3-406-08764-7.
  •  Hermann Maué, Thomas Eser, Sven Hauschke, Jana Stolzberger (Hrsg.): Quasi centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg. 1400–1800. Verlag des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 2002, ISBN 3-926982-88-8.
  •  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968.
  •  Matthias Kirchhoff: Gedächtnis in Nürnberger Texten des 15. Jahrhunderts. Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte. Schmidt, Neustadt an der Aisch 2009, ISBN 978-3-87707-773-3.
  •  Eckart Dietzfelbinger: Nürnberg – Ort der Massen. Das Reichsparteitagsgelände. Vorgeschichte und schwieriges Erbe. Christoph Links Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-86153-322-7.
  • Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (Online)
  • Jahrbuch für fränkische Landesforschung
  •  Komm. für Bayer. Landesgeschichte: Nürnberg-Fürth. Historischer Atlas von Bayern. Abt. Franken. Reihe I Heft 4. München 1954 ((Digitalisat)).

Reiseführer und Stadtportraits

  •  Ralf Nestmeyer: Nürnberg, Fürth, Erlangen. Ein Reisehandbuch. 8. Auflage. Michael-Müller-Verlag, Erlangen 2012, ISBN 978-3-89953-710-9.
  •  Martin Kluger: Nürnberg. Der Stadtführer durch die fränkische Metropole. Context Verlag, Augsburg 2011, ISBN 978-3-939645-37-5.
  •  Eugen Kusch: Nürnberg – Lebensbild einer Stadt. Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 1989, ISBN 3-920701-79-8.
  •  Werner Schnabel: Nürnberg. 4 Rundgänge durch Deutschlands "Schatzkästlein". Hofmann-Verlag, Nürnberg 2009 (4. Aufl.), ISBN 3-87191-164-X.
  •  Werner Schultheiß, Ernst Eichhorn: Nürnberg. Dürerstadt. Florenz des Nordens. 4. Auflage. Glock und Lutz Verlag, Nürnberg 1982.
  • Nürnberg Heute – Zeitschrift für alle, die Nürnberg mögen (Online)
  •  Johannes Wilkes: Nürnberg für Neugierige. 1. Auflage. Mönau-Verlag, Erlangen 2010, ISBN 978-3-936657-37-1.

Architektur

  •  Günter P. Fehring, Anton Ress, Wilhelm Schwemmer: Die Stadt Nürnberg. Kurzinventar. Bayerische Kunstdenkmale. Bd. 10, Deutscher Kunstverlag, München 1977, ISBN 3-422-00550-1.
  •  Wilhelm Schwemmer: Das Bürgerhaus in Nürnberg. Das deutsche Bürgerhaus. Wasmuth, Tübingen 1972, ISBN 3-8030-0018-1.

Verkehr

  •  Ferdinand von Rüden (Hrsg.): Verkehrsknoten Nürnberg : von den Anfängen bis in die siebziger Jahre. Ek-Verlag, Freiburg im Breisgau 2010, ISBN 978-3-88255-248-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Nürnberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Nürnberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Nürnberg – Zitate
 Wikinews: Nürnberg – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Nürnberg – Reiseführer

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1.  Herbert Maas: Noris.
  2.  Charlotte Bühl: Islamische Gemeinschaften.
  3.  Bernhard Purin: Synagogen. S. 1060.
  4.  Maximilian Rosner: Fußgängerzone.
  5.  Robert Fritzsch: Stadtbibliothek. S. 1018 f.
  6.  Herbert Maas: Fischerstechen. S. 288.
  7.  Charlotte Bühl, Herbert Maas: Altstadtfest. S. 66.
  8. a b  Peter Fleischmann: Reichswald. S. 878 f.
  9.  Hermann Rusam: Irrhain. S. 480 f..
  10.  Wiltrud Fischer-Pache: Moritzberg. S. 701.
  11.  Michael Diefenbacher: Dutzendteich. S. 701.
  12.  Helmut Beer: Stadtpark. S. 1022.
  13. a b c  Gunther Friedrich: Brauwesen. S. 158 f.
  14.  Helmut Beer: Bierwirtschaften. S. 144.
  15.  Herbert Maas: Lebkuchen. S. 617 f..
  • Sonstige Quellen
  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Angaben nach dem Gemeindeverzeichnis (GV ISys) hrsg. Statistisches Bundesamt und die statistischen Ämter der Bundesländer
  3. Herbert Maas: Mausgesees und Ochsenschenkel. Kleine nordbayerische Ortsnamenkunde. 3. Auflage. Nürnberg 1995, S. 160 f.
  4.  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 164–165.
    Vgl. Alfred Bammesberger: Weitere Überlegungen zum Namen der Stadt Nürnberg. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg Bd. 87 (2000). (Digitalisat)
  5. Herbert Maas: Ist Nürnberg die „Burg des Noro“ oder die Burg auf dem Felsberg? In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 77, 1990, S. 1–16.
  6. Die Paragraphen 3 bis 9 der Nürnberger Wappensatzung regeln die Genehmigungspflicht für die beiden Stadtwappen
  7. a b designtagebuch.de
  8. wirdesign.de
  9. Seit Beginn der Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes am Nürnberger Flughafen im Jahr 1955 betrug die Höchsttemperatur (PDF; 46 kB) am 27. Juli 1983 38,6 °C.
  10. a b c mercer.de
  11. Abschnitt 3.1.5. In: Jahrbuch Nürnberg 2009. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik, Januar 2010, S. 35, abgerufen am 8. Dezember 2010 (PDF (3,1 MB), nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
  12. Statistisches Informationssystem Nürnberg
  13. a b c Werner Besch, Anne Betten, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. Band 3. 2. Auflage. Berlin / New York 2003, S. 2341–2354.
  14. Josef Pfanner: Die Deutsche Schreibsprache in Nürnberg von ihrem ersten Auftreten bis zum Ausgang des 14. Jahrhundert. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg Bd. 45 (1954). (Online)
  15. a b c Christoph Plass in einem Onlineartikel der SZ: Nürnberger Maadla, Fürther Maadli vom 19. September 2006.
  16. Der sprechende Sprachatlas von Bayern – hier gibt es mehrere Tondokumente aus der Nürnberger Umgebung anzuhören
    August Heinrich Gebhardt, Otto Bremer: Grammatik der Nürnberger Mundart. (Sammlung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten; Band 7). Leipzig 1907.
  17. nuernberg-evangelisch.de
  18. kirchenkreis-nuernberg.de
  19. wls-nbg.de
  20. evhn.de
  21. eckstein-evangelisch.de
  22. evangelische-stadtakademie-nuernberg.de
  23. diakonieneuendettelsau.de
  24. diakonieneuendettelsau.de
  25. diakonieneuendettelsau.de
  26. rummelsberg.de
  27. a b fowid.de
  28. a b Katholische Stadtkirche Nürnberg
  29. Evangelikalismus
  30. ea-nuernberg.de
  31. Chronik des Sozialwerk Nürnberg, Jahr 1990 (aktuelle Zahlen sind nicht verfügbar)
  32. Orthodoxe Kirchen
  33. dasein-nuernberg.de
  34. Datei:Nürnberg orthodoxe Kirche 4231.jpg
  35. dasein-nuernberg.de
  36. Rumänische Orthodoxe Metropolie
  37. Die Russisch-Orthodoxe Kirche in Nürnberg
  38. Koptische Kirche
  39. dasein-nuernberg.de
  40. dasein-nuernberg.de
  41. dasein-nuernberg.de
  42. dasein-nuernberg.de
  43. dasein-nuernberg.de
  44. Pfingstbewegung
  45. copgermany.com
  46. igrejasevangelicasnaeuropa.blogspot.de
  47. Anglikanische Gemeinschaft
  48. jakobskirche-nuernberg.de
  49. Baptisten
  50. ibc-nuernberg.de
  51. emk.de
  52. atlas.emk.de
  53. http://www.kirche-jesu-christi.org/kontakt/gemeindesuche/adressverzeichnis/ abgefragt am 23. Januar 2011.
  54. Islamische Gemeinde Nürnberg e. V. (IGN)
  55. Bilder Nürnberger Moscheen
  56. shia-forum.de
  57. aleviten-in-nuernberg.de
  58. MGH SS 20, S. 372 cap. 37
    Vgl.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 14.
  59.  Sigmund Meisterlin: Chronik der Reichsstadt Nürnberg 1488. In: Matthias Lexer (Hrsg.): Die Chronik der fränkischen Städte. Bd. 3: Nürnberg, S. Hirzel, Leipzig 1864, S. 92 ((Digitalisat)). „Dieser Cunrat und sein etliche frawe Flora woneten stets zu Nurenberg und baweten an der gaßen under sant Egidien mit geprenten stainen“
  60. Vgl.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 15 f..
  61.  Claudia Frieser, Birgit Friedel: … di juden hi waren gesessen zu mittelst auf dem platz… Die ersten Nürnberger Juden und ihre Siedlung bis 1296. In: Birgit Friedel, Claudia Frieser (Hrsg.): Nürnberg. Archäologie und Kulturgeschichte.. Verlag Dr. Faustus, Büchenbach 1999, S. 52–70.
  62.  Siegmund Salfeld (Hrsg.): Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches. (Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland. Bd. 3), Simion, Berlin 1968, S. 288. (Digitalisat)
  63. U. a. MGH SS 17, S. 419.
    Vgl.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 23.
  64.  Siegmund Salfeld (Hrsg.): Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches. (Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland. Bd. 3), Simion, Berlin 1968, S. 170–180. (Digitalisat)
  65.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 33.
  66. Regesta Imperii VIII Nr. 967 sowie Regesta Imperii VIII Nr. 1.335
  67. http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1355-07-08_1_0_8_0_0_2465_2168 Regesta Imperii VIII Nr. 2.168
  68.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 39.
  69. Regesta Imperii XIV 2 Nr. 6.351 sowie Regesta Imperii XIV 2 Nr. 6.459
  70.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 82.
  71.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 84.
  72.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 158.
  73.  Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. 1146–1945. Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg. Bd. 12, Selbstverlag Nürnberger Stadtbibliothek, Nürnberg 1968, S. 295.
  74. Geschichte der Nürnberger Juden. Siehe unter Jahr 2005
  75. http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/59.html?gemeinde=35 Mitgliedsdatenband des Zentralrats der Juden
  76. adass-israel.de
  77. chabad-nuernberg.de
  78. chabad-nuernberg.de
  79. talmud.de
  80. Bahai in Nürnberg
  81. Hinduismus
  82. shivadarshana.net
  83. Diamantwegs-Buddhismus in Nürnberg
  84. buddhismus-bayern.de
  85. buddhismus-nuernberg.de
  86. buddhismus.dogmai.de
  87. Ein Vortrag des Vorsitzenden der mandäischen Gemeinde in Deutschland / Nürnberg
  88. religio.de
  89. christengemeinschaft.de
  90. waldorfschule-nuernberg.de
  91. anthroposophie-nuernberg.de
  92.  Birgit Friedel: Spuren der frühesten Stadtentwicklung. In: Birgit Friedel, Claudia Frieser (Hrsg.): Nürnberg. Archäologie und Kulturgeschichte.. Verlag Dr. Faustus, Büchenbach 1999, S. 51.
  93. Internetquelle: 1914 – Nürnberg die Spielzeugmetropole auf www.trixstadt.de, abgerufen am 24. Juni 2013
  94.  Martina Mittenhuber, Alexander Schmidt, Bernd Windsheimer: Der Nürnberger Weg 1945–1995. Eine Stadtgeschichte in Bildern un Texten. Sandberg Verlag, Nürnberg 1995, ISBN 3-930699-02-8, S. 19.
  95. zeit.de
  96.  Martina Mittenhuber, Alexander Schmidt, Bernd Windsheimer: Der Nürnberger Weg 1945–1995. Eine Stadtgeschichte in Bildern un Texten. Sandberg Verlag, Nürnberg 1995, ISBN 3-930699-02-8, S. 39.
  97.  Martina Mittenhuber, Alexander Schmidt, Bernd Windsheimer: Der Nürnberger Weg 1945–1995. Eine Stadtgeschichte in Bildern un Texten. Sandberg Verlag, Nürnberg 1995, ISBN 3-930699-02-8, S. 40.
  98.  Martina Mittenhuber, Alexander Schmidt, Bernd Windsheimer: Der Nürnberger Weg 1945–1995. Eine Stadtgeschichte in Bildern un Texten. Sandberg Verlag, Nürnberg 1995, ISBN 3-930699-02-8, S. 68..
  99.  Martina Mittenhuber, Alexander Schmidt, Bernd Windsheimer: Der Nürnberger Weg 1945–1995. Eine Stadtgeschichte in Bildern un Texten. Sandberg Verlag, Nürnberg 1995, ISBN 3-930699-02-8, S. 60.
  100.  Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. 2. Auflage. (Bayern I: Franken), Deutscher Kunstverlag, München 1999.
  101. Siehe auch: Pablo de la Riesa: Arkadenhäfe. Nürnberger Häuser um 1500 und später. In: Nürnberger Altstadtberichte. Nr. 34 (2009) S. 57–80.
  102. Amtliches Endergebnis der Stadtratswahl vom 2. März 2008 Stadt Nürnberg
  103. nuernberg.de
  104. nuernberg.de
  105. nuernberg.de
  106. nuernberg.de
  107. nuernberg.de
  108. nuernberg.de
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  141.  Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Von der Baumwolle zum Geldschein. Eine neue Banknotenserie entsteht. 2. Auflage. Verlag Fritz Knapp GmbH, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-611-00222-4, S. 130.