Nüziders

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Nüziders
Wappen von Nüziders
Nüziders (Österreich)
Nüziders
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 22,07 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 9° 48′ O47.1666666666679.8562Koordinaten: 47° 10′ 0″ N, 9° 48′ 0″ O
Höhe: 562 m ü. A.
Einwohner: 4.856 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 220 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6714
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sonnenbergstraße 14
6714 Nüziders
Website: www.nueziders.at
Politik
Bürgermeister: Peter Neier
Gemeindevertretung: (2010)
(24 Mitglieder)
15 ÖVP,
7 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Nüziders im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Nüziders im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortskern von Nüziders von Osten gesehen
Ortskern von Nüziders von Osten gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Nüziders ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 4856 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Nüziders liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz. 58,1 Prozent der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Nüziders.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile und Parzellen von Nüziders sind[1]

  • Dorf
  • Grafen
  • Vadatsch
  • Außerbach/Bad Sonnenberg
  • Wingert
  • Tschalenga
  • Im Hag
  • Siedlung Blumenau
  • Daneu
  • Hasensprung
  • Hinteroferst
  • Laz
  • Lutafaz (aufgegebene Bergparzelle)
  • Muttersberg
  • Zoll

Geschichte[Bearbeiten]

Der Walgau war schon in der Steinzeit und in der Bronzezeit – also 1250 v. Chr. – besiedelt, und zwar vom Volksstamm der Illyrer aus dem sich dann die Räter entwickelten. Nüziders gilt als älteste Siedlung im Walgau und hatte schon zu Zeiten der Römer eine gewisse Bedeutung, da die Römerstraße von Reutte in Tirol nach Bregenz auch durch Nüziders führte. Noch heute sind Teile eines alten römischen Wachturms erhalten, welcher gegen Ende des fünften Jahrhunderts zum Glockenturm einer frühchristlichen Kirche umgebaut wurde.

Hugo I. († 1228) begründete die gräfliche Familie Montfort. Ihm gehörten die Grafschaft über Churrätien, Tettnang, Bregenz, Feldkirch, Sonnenberg, Werdenberg und Sargans. In Nüziders war der Stammsitz der weit über die heutigen Gemeindegrenzen reichenden Grafschaft Sonnenberg.

Ebenso stammten die reich begüterten Vaistli aus Nüziders und waren im 14. Jahrhundert in Triesen und Vaduz ansässig. Die Vaistli waren Dienstmannen der Grafen von Vaduz-Werdenberg. Später waren sie kaiserliche Vögte auf Gutenberg, Ammänner in Vaduz, am Eschnerberg und zu Werdenberg.

1473 eroberten und zerstörten Söldner unter Burkhard von Knöringen im Auftrag Sigmunds von Tirol die Burg Sonnenberg. Daraufhin verzichteten 1474 die Grafen von Sonnenberg auf ihr Land zugunsten der Habsburger, denen mit dieser Eroberung im Innerwalgau die Herrschaft über das Gebiet vom Arlberg bis zum Rhein ermöglicht wurde.

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol aus, oder von Vorderösterreich von Freiburg im Breisgau aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern.

1972 ereignete sich auf dem Muttersberg der damals größte Waldbrand Österreichs. 41 Feuerwehren, 95 Mann des Bundesheeres, Hubschrauber, Flugzeuge der Schweizer Armee und viele Freiwillige bekämpften den Brand, welcher 100 ha Waldfläche vernichtet hat.[2].

Name[Bearbeiten]

Der Name Nüziders entstammt der rätischen Sprache und wurde erstmals im Jahre 820 als Vicus Nezudene erwähnt.
Etymologisch wird der Name als rätoromanische bzw. vulgärlateinische Abwandlung von lat. "nucis terra" gedeutet, was so viel bedeutet wie Nussland, Nussfeld oder Nussdorf.

Nach einer anderen Meinung [3] leitet sich der erste Wortteil von lat. 'fornaces' für 'Schmelzofen' und der zweite Wortteil von der nicht deutbaren Endung 'dura' ab. Aus 'fornacedura' soll dann über die Zwischenstufen 'nacedura', 'nezedura', 'nezudera', 'nezuderes', 'nizidures', 'niziders' der heutige Name entstanden sein.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 10,1 Prozent.

Mit 31. März 2006 betrug die Einwohnerzahl einschließlich der Zweitwohnsitzer 5.054 bei 1.290 Wohnobjekten und 1.963 Haushalten.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 24 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl im Jahr 2010 ist: ÖVP 15 Sitze, SPÖ 7 Sitze, FPÖ 2 Sitz. Die Grünen und andere Listen haben nicht kandidiert. Bürgermeister ist Peter Neier.

Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 4.003.805 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 7.682.968 €. Der Schuldenstand betrug 2001 7.361.233 €.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Partnergemeinde von Nüziders ist Houssen im Elsass in Frankreich.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Nüziders.svg

Wappenbeschreibung:

Eine Sonne auf blauem Hintergrund über einem schwarzen Dreiberg.


Das Gemeindewappen ist übernommen vom Wappen der Sonnenberger.

Blick von der Bergparzelle Laz Richtung Gemeinde Bürserberg um Mitternacht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Nüziders

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ort gab es im Jahr 2003 75 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 958 Beschäftigten und 121 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 2.089.

Das Siedlungsgebiet ist in den letzten Jahren praktisch vollständig an das von Bludenz herangewachsen.

Bildung[Bearbeiten]

Im Ort gibt es (Stand Januar 2003) 568 Schüler. In Nüziders gibt es zudem einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Sport- und Mittelschule.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nüziders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schreibweise von Örtlichkeiten in Vorarlberg (Vorarlberger Landesarchiv; MS Word; 131 kB)
  2. Die Brandkatastrophe vom Muttersberg Autor, Datum, nicht genannt
  3. Walter Weinzierl, Über den alten Bergbau in Vorarlberg, Dornbirn 1972, Seite 50
  4. Nüziders - Hl.Viktor und Markus, Katholische Kirche Vorarlberg