NAeL Minas Gerais

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NAeL Minas Gerais
Naelminasgerais.jpeg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
AustralienAustralien (Seekriegsflagge) Australien
BrasilienBrasilien (Nationalflagge) Brasilien
andere Schiffsnamen
  • HMS Vengeance
Schiffstyp Flugzeugträger
Klasse Colossus-Klasse
Bauwerft Swan Hunter, Wallsend
Stapellauf 23. Februar 1944
Indienststellung 15. Januar 1945
Verbleib 2004 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
211,25 m (Lüa)
190 m (Lpp)
Breite 36,44 m
Tiefgang max. 7,15 m
Verdrängung Standard: 15.890 ts
Maximal: 19.890 tons
 
Besatzung ca 1.300 Mann
Maschine
Maschine Parsons-Turbinen
Maschinen-
leistung
42.000 PS (30.891 kW)
Geschwindigkeit max. 23 kn (43 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

Die NAeL Minas Gerais war ein leichter Flugzeugträger der brasilianischen Marine. Er war von 1960 bis 2001 Flaggschiff der brasilianischen Marine. Von 1945 bis 1955 diente das Schiff unter dem Namen HMS Vengeance (Kennung: R71) in der britischen Royal Navy und der Royal Australian Navy.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Träger wurde auf der Werft Swan, Hunter & Wigham Richardson in Wallsend gebaut und 1944 auf dem Namen Vengeance getauft. Von 1952 bis 1955 wurde der Träger von der Royal Australian Navy eingesetzt. Ende 1956 erwarb Brasilien das Schiff von England und benannte es in Minas Gerais um, nach dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, und schickte es sogleich in eine niederländische Werft, in der Modifikationen und Modernisierungen vorgenommen wurden.

Der Erwerb des Schiffes rief einen schweren Streit zwischen der Marine und der Luftwaffe (FAB) des Landes hervor. Dabei beanspruchte die Marine die Kontrolle über die auf dem Träger stationierten Flugzeuge; auch gegen heftigen Protest der Luftwaffe. Aus diesem Grund wurde am 6. Februar 1957 die 1° Grupo de Aviação Embarcada da FAB ins Leben gerufen. Sie sollte unter Führung der FAB die Flugzeugstaffeln der Minas Gerais stellen. Diese Gruppe war in zwei Geschwader aufgeteilt: ein Jagdgeschwader und eines für Patrouillenflüge, beide mit Maschinen vom Typ Grumman S-2. Dennoch blieb das Problem auch für die folgenden Regierungen bestehen. Erst Präsident Humberto Castelo Branco sicherte 1964 der FAB die volle Verfügbarkeit über die stationierten Flugzeuge zu.

Seit 1960 war das Schiff in die brasilianische Flotte eingegliedert und navigierte vorrangig entlang der Küste des Landes. Trotz der vorgenommenen Modernisierungen war die Turbinenleistung nur ausreichend für etwa 20 kn. Das sind drei bis vier Knoten weniger, als für modernere Flugzeuge nötig gewesen wäre. Daher wurde die Minas Gerais am 9. Oktober 2001 außer Dienst gestellt und durch die NAe São Paulo ersetzt.

2002 wurde die Minas Gerais versteigert. Unter den zwölf Bietern gaben die meisten an, das Schiff verschrotten und den Stahl aus seinem Rumpf weiterverarbeiten zu wollen. Ein Vertreter der britischen Nichtregierungsorganisation Friends of the HMS Vengeance wollte das aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Schiff restaurieren lassen und in einem Museum ausstellen.

Das Schiff wurde schließlich für 2 Millionen Dollar an eine Veranstaltungsgesellschaft in Shanghai verkauft. Für ein chinesisches Museum sprach, dass auf dem Schiff nach der japanischen Besetzung Hongkongs die Kapitulation der dort stationierten Kaiserlich Japanischen Truppen unterzeichnet worden war. Allerdings gab es auch Spekulationen über ein mögliches chinesisches Trägerprogramm, zumal der Flugzeugträger erst 1998 überholt worden war. Laut Aussage von Friends of the HMS Vengeance ist der chinesische Kauf wegen Finanzierungsproblemen nicht zustande gekommen.

Die Minas Gerais wurde 2004 nach Indien geschleppt und in Alang verschrottet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: NAeL Minas Gerais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien