NGC 1365

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Galaxie
NGC 1365
Aufgenommen mit dem Danish 1.5m Teleskop im La-Silla-Observatorium
Aufgenommen mit dem Danish 1.5m Teleskop im La-Silla-Observatorium
DSS-Bild von NGC 1365
Sternbild Chemischer Ofen
Position
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension 03h 33m 36,3s[1]
Deklination -36° 08′ 27,8″ [1]
Erscheinungsbild
Morphologischer Typ (R')SBb(s)b Sy1.8  [2]
Helligkeit (visuell) 9,5 mag [3]
Helligkeit (B-Band) 10,3 mag [3]
Winkel­ausdehnung 11′,0 × 6′,6 [1]
Flächen­helligkeit 13,9 mag/arcmin² [3]
Physikalische Daten
Zugehörigkeit Fornax-Galaxienhaufen  
Rotverschiebung (+5.457 ± 3) ⋅ 10-6  [2]
Radial­geschwin­digkeit (+1636 ± 1) km/s  [2]
Entfernung ca. 60 Mio. Lj  
Absolute Helligkeit -20 mag
Masse ca. 3,9 ⋅ 1011 M
Durchmesser ca. 160.000 Lj
Geschichte
Entdeckung James Dunlop
Entdeckungsdatum 24. November 1826
Katalogbezeichnungen
NGC 1365 • PGC 13179 • ESO 358-17 • MCG -6-8-26 • IRAS 03317-3618 • SGC 033141-3618.4 • VV 825 • GC 731 • h 2552 • Dun 562 • HIPASS J0333-36
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NGC 1365 ist eine Balkenspiralgalaxie vom Hubble-Typ SB(s)b im Sternbild Fornax am Südsternhimmel. Die Ausprägung der Balken ist markant und sie zählt zu den bekanntesten Balkenspiralgalaxien. NGC 1365 hat eine Helligkeit von +9,5 mag und eine Winkelausdehnung von 11′,0 × 6′,6. Die Galaxie ist etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt und hat einen Durchmesser von über 200.000 Lichtjahren.
NGC 1365 ist eine Typ 2 Seyfertgalaxie und gehört dem Fornax-Galaxienhaufen an. Von der Erde aus gesehen rotiert sie im Uhrzeigersinn; eine komplette Umdrehung dauert etwa 350 Millionen Jahre.

Besonders interessiert die Astronomen die komplexe Bewegung der interstellaren Materie in der Galaxie und wie sie die Gasvorräte beeinflusst, aus denen dann neue Sterne entstehen. Der gewaltige Balken sorgt für Störungen im Gravitationsfeld der Galaxie, durch die in bestimmten Bereichen Gas komprimiert und dadurch Sternentstehung angeregt wird. In den Spiralarmen sind unzählige junge Sternhaufen zu erkennen, jeder enthält Hunderte oder Tausende junger und heller Sterne, die alle innerhalb der letzten zehn Millionen Jahre entstanden sind[4][5].

Wie bei Spiralgalaxien üblich ist das Zentrum von NGC 1365 ein Schwarzes Loch. Durch einen glücklichen Zufall (eine Gaswolke schob sich in die Sichtlinie zwischen der Erde und dem Zentrum der Galaxie) konnte vor kurzem mittels des im Weltraum stationierten Röntgenteleskops Chandra, die Röntgenstrahlen ausstrahlende Gasscheibe um das Schwarze Loch vermessen werden. Der Messung zufolge hat die Gasscheibe einen Durchmesser von 7 AE, was lediglich dem Zehnfachen des errechneten Ereignishorizontes entspricht.[6] In NGC 1365 wurden bisher vier Supernovae beobachtet: SN 1957C (Typ unbekannt), SN 1983V (Typ Ic), SN 2001du (Typ II-P) und SN 2012fr (Typ Ia).

Das Objekt wurde am 24. November 1826 von dem schottischen Astronomen James Dunlop entdeckt.


Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b SIMBAD Query
  2. a b NASA/IPAC Extragalactic Database
  3. a b c SEDS
  4. http://www.astronews.com/news/artikel/2010/09/1009-031.shtml
  5. http://cseligman.com/text/atlas/ngc130a.htm
  6. http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/277041.html Schwarze-Loch-Finsternis am Südhimmel