NPD Sachsen
| NPD Sachsen | |
|---|---|
| Vorsitzender | Logo |
Holger Apfel |
|
| Basisdaten | |
| Gründungsdatum: | 2. September 1990 |
| Gründungsort: | Dresden |
| Vorsitzender: | Holger Apfel |
| Stellvertreter: | Dr. Johannes Müller Helmut Herrmann Mario Löffler |
| Website: | www.npd-sachsen.de |
Die NPD Sachsen ist der Landesverband der rechtsextremen NPD in Sachsen. Sachsen gilt als Hochburg der NPD. Bei der Landtagswahl in Sachsen 2004 erreichte sie mit 9,2 % der Stimmen das zweitbeste Ergebnis der NPD bei einer Landtagswahl.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Nach der Wende suchte die NPD das Gespräch mit der NDPD in der Hoffnung, über diese Partei einen Zugang zu den Wählern der ehemaligen DDR zu erhalten. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass bis auf die Namensähnlichkeit wenig Gemeinsamkeiten bestanden. Nachdem sich abzeichnete, dass die NDPD sich der FDP anschließen würde, gründeten NPD-Anhänger am 24. März 1990 die "Mitteldeutschen Nationaldemokraten" (MND). Aus Sorge vor einem Parteienverbot wurde der Name NPD bewusst vermieden. Das Parteiengesetz der DDR verbot rechtsextreme Parteien. Daher war auch eine Teilnahme an der Volkskammerwahl 1990 sowie an den Kommunalwahlen 1990 nicht möglich gewesen. Im August 1990 erfolgte eine Umbenennung in NPD und auf dem Bundesparteitag in Erfurt die Fusion mit der Westpartei.
Die Partei hatte in Sachsen nur wenige Mitglieder und war auf Unterstützung westdeutscher NPD-Mitglieder angewiesen. So war auch der Spitzenkandidat der NPD zur Landtagswahl in Sachsen 1990, Peter Marx, ein "Westimport". Bei der Landtagswahl erreichte die NPD 0,7 %. Noch niedriger war das Landesergebnis bei der Bundestagswahl 1990.[1] Bei der Landtagswahl in Sachsen 1994 trat die NPD nicht an.
[Bearbeiten] Landtagsfraktion Sachsen seit 2004
Holger Apfel (Fraktionsvorsitzender), Klaus Baier (bis 21. Dezember 2005), Alexander Delle, Jürgen Gansel, René Despang (seit 30. August 2006), Peter Klose (seit 24. November 2006), Uwe Leichsenring (verstorben 30. August 2006), Klaus-Jürgen Menzel (bis 14. November 2006), Johannes Müller (Parlamentarischer Geschäftsführer), Matthias Paul (bis 24. November 2006), Winfried Petzold, Mirko Schmidt (bis 17. Dezember 2005), Jürgen Schön (bis 23. Dezember 2005), Gitta Schüßler
Bis zum 17. Dezember 2005 war Mirko Schmidt noch Mitglied der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Er verließ jedoch die Fraktion und Partei, da er sich von ihr persönlich enttäuscht fühlte. Am 21. Dezember folgte der Austritt von Klaus Baier, der seinen Angaben zufolge die Nähe der Partei zum Nationalsozialismus nicht länger akzeptieren wolle. Nur zwei Tage später kehrte auch Jürgen Schön der NPD den Rücken. Er bezeichnete den Vorsitzenden Holger Apfel und seinen ehemaligen Fraktionskollegen Jürgen Gansel als Vertreter des „Hitlerismus“.
Uwe Leichsenring verunglückte am 30. August 2006 bei einem Verkehrsunfall tödlich. Der 13. der Landesliste von 2004 und damit Nachfolger ist René Despang.
Klaus Jürgen Menzel wurde am 14. November 2006 wegen finanziellen Unregelmäßigkeiten von der Fraktion ausgeschlossen. Matthias Paul legte am 24. November 2006 sein Mandat nieder, nachdem die Dresdner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Besitzes kinderponografischer Schriften eingeleitet hatte. Insgesamt sind von ursprünglich zwölf Abgeordneten im sächsischen Landtag nach der Wahl 2004 nur noch sechs übriggeblieben.
Nach der Landtagswahl in Sachsen 2009 konnte die NPD erneut in Fraktionsstärke in den Landtag einziehen. Mit 5,6 % erzielte sie ein geringeres Ergebnis als 2004, dennoch ist es der erste Wiedereinzug der NPD in einen Landtag. Der neuen Fraktion gehören neben den bisherigen Abgeordneten Holger Apfel, Johannes Müller, Winfried Petzold, Jürgen Gansel, Gitta Schüßler und Alexander Delle nun auch Andreas Storr und Arne Schimmer an.[2]
[Bearbeiten] Hintergrund und parlamentarische Arbeit
Bei der vierten Landtagswahl in Sachsen nach der Wiedervereinigung wurde die NPD am 19. September 2004 in den Sächsischen Landtag gewählt. Bei dieser Wahl konnte die NPD ihr Ergebnis von 1,4 % auf 9,2 % steigern und somit mit 12 Abgeordneten in den Landtag, der 124 Mitglieder umfasst, einziehen. Die Fraktion lag damit knapp hinter der drittstärksten Partei im Parlament, der SPD (9,8 %).
Der Erfolg bei der Wahl wird unter anderem auf Kerstin Lorenz zurückgeführt, die zuvor Landesvorsitzende der Republikaner in Sachsen war. Sie hatte verhindert, dass die Republikaner zur Wahl antreten konnten und zur Wahl der NPD aufgerufen, der sie dann, einen Tag vor der Wahl, beitrat.
Die Fraktion bestand ursprünglich aus zwölf Abgeordneten, die zwischenzeitlichen Austritte und der Ausschluss Menzels haben die Zahl auf acht reduziert. Der Verleger Holger Apfel wurde zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Der Unternehmer Uwe Leichsenring wurde zum Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt.
Im Januar 2005 kam es zu einem bundesweit Aufsehen erregenden Eklat, als die Fraktion bei einer Gedenkminute für Opfer des Nationalsozialismus den Saal verließ und der Fraktionsvorsitzende Apfel in einer Rede den Begriff „Bombenholocaust“ für die Luftangriffe auf Dresden verwendete. Außerdem druckte die NPD ihre Zeitschrift Deutsche Stimme im Ausland (zunächst in Polen, später in der litauischen Hauptstadt Vilnius), obwohl sie beklagt, dass Ausländer Deutschen Arbeitsplätze wegnähmen. Sie rechtfertigt dies damit, dass deutsche Druckereien sich weigern würden, ihr Organ zu drucken.
Die NPD wollte 2005 einen Untersuchungsausschuss zu den Vorgängen um die Landesbank Sachsen einrichten, was aber scheiterte, da sie von den anderen Fraktionen keine Stimmen für ihren Antrag erhielt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde ein Untersuchungsausschuss mit einem ähnlichen Untersuchungsauftrag auf Antrag der PDS-Fraktion eingerichtet.
Die NPD-Abgeordneten bezeichnen die anderen fünf Parteien des Sächsischen Landtages oft als Blockparteien oder Systemparteien, Jürgen W. Gansel sprach sogar in seiner Rede über den Bombenholocaust vom Blockparteienkartell, wofür er einen Ordnungsruf vom Präsidenten des Sächsischen Landtages Erich Iltgen erhielt.
[Bearbeiten] Ergebnisse der Landtagswahlen
| Ergebnisse der Landtagswahlen[3] | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Stimmen | Sitze | ||
| 1990 | 0,7 % | 0 | ||
| 1994 | n. a. | 0 | ||
| 1999 | 1,4 % | 0 | ||
| 2004 | 9,2 % | 12 | ||
| 2009 | 5,6 % | 8 | ||
|
||||
[Bearbeiten] Personen
[Bearbeiten] Landesvorsitzende
| Jahren | Vorsitzender |
|---|---|
| 1990–1993 | Jürgen Schön |
| 1993–1996 | Thorsten Keil |
| 1996–2009[4] | Winfried Petzold |
| seit 2009 | Holger Apfel |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Uwe Hoffmann: Die NPD. Entwicklung, Ideologie und Struktur (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 31: Politik. Bd. 396). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-35439-8, S. 249ff.
- ↑ Pressemitteilung der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag vom 1. September 2009
- ↑ Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen
- ↑ Uwe Hoffmann: Die NPD. Entwicklung, Ideologie und Struktur (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 31: Politik. Bd. 396). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-35439-8, S. 452.
[Bearbeiten] Weblink
CDU Sachsen | Die Linke Sachsen | SPD Sachsen | FDP Sachsen | Bündnis 90/Die Grünen Sachsen | NPD Sachsen
NPD Baden-Württemberg | NPD Bayern | NPD Bremen | NPD Hessen | NPD Mecklenburg-Vorpommern | NPD Niedersachsen | NPD Rheinland-Pfalz | NPD Sachsen | NPD Schleswig-Holstein