Nabelmieren

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Nabelmieren
Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia), Illustration

Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoidae
Gattung: Nabelmieren
Wissenschaftlicher Name
Moehringia
L.

Die Nabelmieren (Moehringia) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie gehört in die Unterfamilie der Alsinoideae und in die Tribus des Alsineae.

Der wissenschaftliche Gattungsname erinnert an den deutschen Arzt und Naturforscher Paul Heinrich Gerhard Möhring.

Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia)

Merkmale[Bearbeiten]

Bei den Arten dieser Gattung handelt es sich meist um relativ zarte krautige Pflanzen, die im Habitus recht verschieden sein können.

Sie sind einjährig bis ausdauernd, oft rasen- oder polsterbildend, mit aufrechten, aufstrebenden oder hängenden Stängeln. Die Blätter sind linealisch oder fädlich bis fast rund. Die Blüten sind zwittrig und stehen einzeln oder in lockeren, andständigen Zymen. Die vier oder fünf Kelchblätter sind aufrecht, krautig und meist mehr oder weniger hautrandig. Die Blüten haben vier oder fünf weiße Kronblätter, die an der Spitze abgerundet oder zugespitzt, aber nicht ausgerandet oder zweispaltig sind. Es sind 8 oder zehn Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist eiförmig oder kugelig, die Zahl der Griffel ist 2 oder 3, selten 4 oder 1. Die Frucht ist eine Kapsel, die sich mit vier bis sechs Klappen öffnet. Diese Klappen sind nach außen gebogen oder zurückgerollt. Es gibt nur wenige Samen pro Kapsel. Die Samen sind rotbraun bis schwarz, glatt und glänzend und tragen am Nabel oft ein weißes Anhängsel.

Die Chromosomengrundzahl ist x = 12 oder 13.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Nabelmieren sind besonders in den gemäßigten Gebieten Europas und Westasiens bis hin zu arktischen Gebieten verbreitet. Die meisten Arten kommen in Gebirgen und an Standorten mit eher feuchtem und humosem Boden vor.

Wimper-Nabelmiere (Moehringia ciliata)
Moehringia lateriflora

Arten[Bearbeiten]

In Europa und im Mittelmeerraum kommen folgende Arten vor:[1][2][3]

In Nordamerika ist nur eine weitere Art einheimisch:[5]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  • Geoffrey Halliday, David John Nicholas Hind: Moehringia L. In:  T. G. Tutin, N. A. Burges, A. O. Chater, J. R. Edmondson, V. H. Heywood, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. 2., überarbeitete Auflage. Volume 1: Psilotaceae to Platanaceae, Cambridge University Press, Cambridge/New York/Melbourne 1993, ISBN 0-521-41007-X, S. 148–152 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Hans Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, Verlag Paul Parey, Berlin/ Hamburg 1979, ISBN 3-489-60020-7, S. 763–1182.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karol Marhold: Caryophyllaceae. Moehringia. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011, eingesehen am 19. Dezember 2013.
  2. G. Halliday, D.J.N. Hind: Moehringia L. In: Thomas Gaskell Tutin u.a.: Flora Europaea. 2. Auflage, S. 148–152. Cambridge University Press 1993, ISBN 0-521-41007-X.
  3. David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Band 1: Lycopodiaceae-Apiaceae. Haupt Verlag, Bern/ Stuttgart/ Wien 2004, ISBN 3-258-06600-0, S. 270.
  4. M.A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5, S. 321.
  5. Richard K. Rabeler, Ronald L. Hartman: Moehringia. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2005, ISBN 0-19-522211-3, S. 70–72 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moehringia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien