Nabis (Sparta)

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Nabis (griechisch Νάβις; † 192 v. Chr.) war von 207 bis 192 v. Chr. König von Sparta. Er wird in der Überlieferung zumeist als Tyrann bezeichnet, mit dessen Herrschaft die unabhängige Politik Spartas endete.

Tetradrachme des Nabis

Während die überwiegend feindselige antike Überlieferung Nabis als illegitimen Herrscher und Tyrann brandmarkt, der keinen dynastischen Anspruch auf das Königtum besessen habe, nehmen viele moderne Forscher an, dass Nabis in Wahrheit einer Nebenlinie der Eurypontiden entstammte, die auf den 491 v. Chr. gestürzten König Damaratos zurückging.

Nabis gelangte um 207 v. Chr. zunächst als Regent für den minderjährigen König Pelops an die Macht, nach dessen Tod, für den ihn die Quellen verantwortlich machen, er selbst König wurde.[1] Er setzte im innenpolitischen Bereich die Reformen des früheren Königs Kleomenes III. fort (u. a. Befreiung von Heloten bzw. - wahrscheinlicher - Sklaven, Stärkung der Position des Königs). Er glich seine Stellung der eines hellenistischen Monarchen an und schaffte daher auch das traditionelle spartanische Doppelkönigtum ab. Auch die Gerusia wurde entmachtet.

Außenpolitisch im ständigen Konflikt mit dem Achaiischen Bund, schloss er sich abwechselnd an den makedonischen König Philipp V., der seine Töchter mit Nabis' Söhnen verlobte, und die Römer an. 201 v. Chr. griffen seine Truppen Messene an. Es gelang Nabis einige Jahre lang, Sparta als unabhängige Macht zu erhalten und eine eigene Seemacht aufzubauen. Im Krieg zwischen Philipp V. und den Römern stand er auf Seiten der letzteren, und 197 v. Chr. gelang es ihn Argos zu besetzen, das Philipp räumen musste.

Daraufhin riefen jedoch Spartas griechische Feinde, die Nabis' Machtzuwachs fürchteten, die Römer zur Hilfe. 195 v. Chr. führten römische Truppen unter Titus Quinctius Flamininus einen Feldzug gegen das eigentlich mit Rom verbündete Sparta und zwangen Nabis, Argos wieder aufzugeben; seine Macht wurde stark beschnitten.

In den folgenden Jahren erlitt Nabis eine Niederlage gegen die Achaier unter Philopoimen und versuchte, sich Antiochos III. und den Aitolern anzuschließen, wurde aber 192 v. Chr. von einem aitolischen Offizier ermordet.

Wie bei vielen antiken Gestalten ist das Bild des Nabis in der Überlieferung (z. B. Polybios, Titus Livius) stark verzerrt. So wurde ihm als einem angeblich archetypischen Tyrannen z. B. die Erfindung eines speziellen Folterinstruments (Apega) in Form einer „Eisernen Jungfrau“ zugeschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Diodor 27, 1 (englische Übersetzung).