Nabla-Operator
Der Nabla-Operator ist ein Operations-Symbol, das in der Vektoranalysis benutzt wird, um die drei Differentialoperatoren Gradient, Divergenz und Rotation zu bezeichnen. Er wird durch das Nabla-Symbol
bezeichnet (auch
oder
, um die formale Ähnlichkeit zu üblichen vektoriellen Größen zu betonen). Sein Name stammt von der Bezeichnung eines hebräischen Saiteninstruments, das in etwa die Form dieses Zeichens hatte.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
Formal ist der Nabla-Operator ein Vektor, dessen Komponenten die partiellen Ableitungsoperatoren
sind:
Er kann dabei sowohl als Spalten-Vektor (zum Beispiel grad) als auch als Zeilen-Vektor (zum Beispiel div) auftreten.[1] Im dreidimensionalen kartesischen Koordinatensystem schreibt man auch:
Dabei sind
,
und
die Einheitsvektoren des Koordinatensystems.
Gerechnet wird mit dem Nabla-Operator wie mit einem Vektor, wobei das „Produkt“ von
mit einer rechts davon stehenden Funktion
als partielle Ableitung
interpretiert wird.
[Bearbeiten] Darstellung anderer Differentialoperatoren
[Bearbeiten] Im n-dimensionalen Raum
Sei
eine offene Teilmenge,
eine differenzierbare Funktion und
ein differnzierbares Vektorfeld.
Das (formale) Produkt von
mit der Funktion
ergibt deren Gradienten
Das (formale) Skalarprodukt mit dem Vektorfeld
ergibt dessen Divergenz
Das (formale) Skalarprodukt
von
mit sich selbst ergibt den Laplace-Operator
, denn es gilt
[Bearbeiten] Im dreidimensionalen Raum
Sei
nun eine offene Teilmenge,
eine differenzierbare Funktion und
ein differnzierbares Vektorfeld. Im dreidimensionalen Raum
mit den kartesischen Koordinaten
,
,
stellen sich die obigen Formeln wie folgt dar:
Der Nabla-Operator angewandt auf das Skalarfeld
ergibt den Gradienten des Skalarfeldes
Das Ergebnis ist ein Vektorfeld. Hierbei sind
die Einheitsvektoren des
.
Der Nabla-Operator angewandt auf das Vektorfeld
ergibt die Divergenz des Vektorfeldes als formales Skalarprodukt mit dem Vektorfeld zu
also ein Skalarfeld.
Eine Besonderheit des dreidimensionalen Raums ist die Rotation eines Vektorfelds. Sie ergibt sich durch (rechtsseitige) Verknüpfung über das formale Kreuzprodukt als
also wieder ein Vektorfeld.
[Bearbeiten] Notation mit Subskript
Wirkt der Nablaoperator nur auf bestimmte Komponenten einer Funktion mit einem mehrdimensionalen Argument, so wird dies durch ein Subskript angedeutet. Für eine Funktion
mit
beispielsweise ist
im Gegensatz zu
.
Diese Bezeichnung ist üblich, wenn mit dem Nabla-Symbol das einfache Differential (d.h. die einzeilige Jacobi-Matrix) bzw. ein Teil davon bezeichnet wird.
[Bearbeiten] Rechenregeln
Rechenregeln für den Nabla-Operator lassen sich formal aus den Rechenregeln für Skalar- und Kreuzprodukt zusammen mit den Ableitungsregeln herleiten. Dabei muss man die Produktregel anwenden, wenn der Nabla-Operator links von einem Produkt steht.
Sind
und
Skalarfelder (Funktionen) und
und
Vektorfelder, so gilt:
(Kugelsymmetrisches Feld)
(Produktregel für Gradient)
(siehe auch Laplace-Operator)
Weitere Rechenregeln siehe unter Gradient, Divergenz und Rotation.
[Bearbeiten] Literatur
- Bronstein, Semendjajew, Musiol, Mühlig: Taschenbuch der Mathematik. 5. Auflage. Harri Deutsch, 2001, ISBN 3817120052 (Enthält alle hier genannten Eigenschaften, jedoch ohne Beweis.).
- Jänich: Vektoranalysis. Springer, 1992, ISBN 3540555307 (Enthält nur die grundlegende Definition.).
- Großmann: Mathematischer Einführungskurs für die Physik. Teubner, Stuttgart 1991 (siehe insbesondere Abschnitt 3.6).
[Bearbeiten] Einzelnachweise und Fußnoten
- ↑ Zeilen- und Spaltenvektoren werden in der Differentialgeometrie und im mathematischen Formalismus der Relativitätstheorie auch als kovariant beziehungsweise kontravariant bezeichnet. Der Ableitungsoperator nach den kovarianten Koordinaten bildet dabei einen kontravarianten Vektor und umgekehrt.









.
(Kugelsymmetrisches Feld)
(Produktregel für Gradient)


(siehe auch 



