Nachbau (Saatgut)

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Plakat für Nachbau auf der Demonstration Wir haben es satt! 2013
Plakat für Nachbau auf der Demonstration Wir haben es satt! 2013

Nachbau ist eine Form der Saatgutgewinnung durch Landwirte im eigenen Betrieb. Auch das so erzeugte Saatgut wird als Nachbau bezeichnet. Zum Nachbau geeignete Sorten werden als samenfest bezeichnet.

Nach § 10a des bundesdeutschen Sortenschutzgesetzes ist Nachbau "Erntegut, das ein Landwirt durch Anbau von Vermehrungsmaterial (...) im eigenen Betrieb gewonnen hat und dort als Vermehrungsmaterial verwendet". Der Nachbau sortenrechtlich geschützten Saatguts ist gestattet ("Landwirteprivileg"), wenn der Landwirt an den Inhaber des Sortenrechts eine Nachbaugebühr zahlt und ihm gegenüber gewissen Auskunftspflichten nachkommt.[1]

Das Thema Nachbau von Saatgut wird seit Jahren kontrovers diskutiuert. Organisationen, die die Interessen der nicht-industriellen Landwirtschaft vertreten - etwa die ABL - sprechen sich regelmäßig dagegen aus, das Recht der Landwirte auf einen "freien Nachbau" der von ihnen bereits verwendeten Sorten einzuschränken.[2] Sollte es zum großflächigen Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen wie Raps oder Wintergetreide kommen, befürchten auch Vertreter des Deutschen Bauernverbandes erhebliche finanzielle Belastungen, da der Nachbau hier wegen des zum Sortenschutz zusätzlichen hinzukommenden Patentschutzes teurer ist.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. § 10a Beschränkung der Wirkung des Sortenschutzes, abgerufen am 23. November 2011
  2. AbL will Recht auf Nachbau von Saatgut verteidigen, Artikel auf topagrar-online vom 4. November 2011, abgerufen am 23. November 2011
  3. Kurt-Henning Klamroth (2009) Konflikt aus Sicht eines Bauernvertreters. In: Jörg Göpfert, Thorsten Moos (Hrsg.) Konfliktfelder beackern. Lit.-Verlag, Berlin. S. 247-252