Nachhaltigkeitsstrategie

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Als Nachhaltigkeitsstrategie bezeichnet man Methoden und Instrumente, welche nachhaltige Entwicklung strategisch umsetzen. Die Umsetzung kann auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene der Politik erfolgen.

Das Konzept der Nachhaltigkeitsstrategie geht bis auf den Brundtland-Bericht zurück:

„Die Welt muß bald Strategien entwerfen, die den Ländern erlauben, aus ihren gegenwärtigen, oft destruktiven Wachstums- und Entwicklungsprozessen zu nachhaltigen Entwicklungswegen überzuwechseln.“[1]

Wirkungsebenen[Bearbeiten]

National[Bearbeiten]

Obwohl bereits in der Agenda 21 1992 in Kapitel 38 gefordert, wurden von vielen Staaten, so auch von Deutschland, erst 2002 (Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung) nationale Nachhaltigkeitsstrategien vorgelegt.

2001 wurde der Rat für Nachhaltige Entwicklung durch die deutsche Bundesregierung berufen. Hauptaufgaben des Rates sind die Beratung der Bundesregierung zur Nachhaltigkeit und der Dialog mit den verschiedenen Interessensgruppen.

Die Bundesregierung verabschiedete im April 2002 unter dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ ihre Strategie für eine Nachhaltige Entwicklung. Eckpfeiler sind die Bereiche „Generationengerechtigkeit“, „Lebensqualität“, „Sozialer Zusammenhalt“ und „Internationale Verantwortung“. Zudem wurden für die vier Handlungsfelder Energie und Klimaschutz, Verkehr, Landwirtschaft sowie Globale Verantwortung Maßnahmen genannt.

Im Herbst 2004 wurde der erste Fortschrittsbericht veröffentlicht, im Sommer 2005 folgte der „Wegweiser Nachhaltigkeit“. Zur Erstellung des Fortschrittsberichts wurde ein Konsultationsprozess durchgeführt, der verschiedene gesellschaftliche Gruppen über unterschiedliche Medien und Prozesse beteiligte. Der Fortschrittsbericht bilanziert die Veränderungen in den vier Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie und führt vier weitere Handlungsfelder auf: Potenziale älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft, neue Energieversorgungsstruktur unter Einbeziehung der erneuerbaren Energien, Die Kraftstoffstrategie - „Alternative Kraftstoffe und innovative Antriebe“ sowie „Verminderung der Flächeninanspruchnahme“. Im „Wegweiser Nachhaltigkeit“ werden Perspektiven für vier weitere Schwerpunktthemen aufgeführt: Moderne Stromversorgung - erneuerbare Energien optimal integrieren, nachwachsende Rohstoffe - für neue Produkte und wachsende Märkte, Zukunftsfähige Waldwirtschaft - ökonomische Perspektiven entwickeln, biologische Vielfalt. Vom Rat für nachhaltige Entwicklung flossen Konzepte zu den Themen Generationenbilanz und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ein.

Das Bundeskanzleramt ist für die Erstellung der Fortschrittsberichte und Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie in Abstimmung mit den Ministerien zuständig. Im Kanzleramt ist daher auch der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung angesiedelt.

Die Bundesregierung wie auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Nachhaltigkeitsrat stellen Informationen zum Thema nachhaltige Entwicklung bereit.

In Österreich wurde 2002 auf nationaler Ebene die Österreichische Strategie zur nachhaltigen Entwicklung beschlossen.

Regional[Bearbeiten]

In Johannesburg 2002 wurde ein Netzwerk von Regionalregierungen für nachhaltige Entwicklung (Network of Regional Governments for Sustainable Development) gegründet, welche regionale Nachhaltigkeitsstrategien zu ihrem Arbeitsschwerpunkt gewählt haben.

Die Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg bietet seit 2007 eine Plattform, um Fragen nachhaltiger Entwicklung ressortübergreifend und in Kooperation mit den gesellschaftlichen Akteuren anzugehen. Seit 2011 wird die baden-württembergische Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiterentwickelt. Mit der Neuausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie soll an die in den ersten Jahren erzielte Mobilisierungswirkung bei den gesellschaftlichen Akteuren angeknüpft und ein instrumenteller Rahmen sowie ein strategisches Fundament für Nachhaltigkeitsthemen geschaffen werden.

Der Freistaat Bayern beschloss 1997 eine Agenda 21 als Landes-Nachhaltigkeitsstrategie für den Umweltschutz. Eine neue Nachhaltigkeitsstrategie soll 2012 verabschiedet werden mit dem Ziel, diese auf weitere Politikfelder auszuweiten. Der Entwurf ist in einem öffentlichen Online-Dialogverfahren diskutiert worden.

Nordrhein-Westfalen legte im Jahr 2004 eine Landes-Nachhaltigkeitsstrategie vor. Auf der Grundlage früherer Agenda 21-Programme (seit 2001) hat Rheinland-Pfalz 2005 eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt.

Lokal[Bearbeiten]

In jüngster Zeit haben auch Städte wie Neumarkt in der Oberpfalz oder Ingolstadt eine kommunale bzw. lokale Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, welche eine Weiterentwicklung der Lokalen Agenda 21 darstellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • UNDP/OECD: Sustainable Development Strategies. A Resource Book. London 2002

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brundtland-Bericht 1987, S. 52

Weblinks[Bearbeiten]