Nachtflug

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Nachtflug (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein Nachtflug ist ein während der Nachtzeit durchgeführter Flug. Die Nacht ist nach EASA-OPS (ehemals JAR-OPS) definiert als der Zeitraum zwischen dem Ende der bürgerlichen Abenddämmerung und dem Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung (also dem Zeitraum der bürgerlichen Nacht) oder einem anderen von der zuständigen Luftfahrtbehörde vorgeschriebenen Zeitraum zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.[1]

Im Winter kann also in Mitteleuropa ein Nachtflug schon ab etwa 17:15 Uhr MEZ durchgeführt werden.

In der Bundesrepublik Deutschland gilt nach der LuftVO als Nacht der Zeitraum zwischen einer halben Stunde nach Sonnenuntergang und einer halben Stunde vor Sonnenaufgang.

Inhaber einer Privatpilotenlizenz benötigen in der Regel eine spezielle Nachtflugqualifikation, um bei Nacht Überlandflüge durchführen zu dürfen. Nachtflüge mit Luftsportgeräten sind nicht zulässig. Gemäß JAR-FCL 1.026(b) ist für die Beförderung von Fluggästen bei Nacht ein Start und eine Landung bei Nacht innerhalb der vorhergehenden 90 Tage nötig, sofern der Pilot keine Instrumentenflugberechtigung, jedoch eine Nachtflugqualifikation besitzt.

Für viele Flugplätze gibt es Beschränkungen des Nachtflugverkehrs, z. B. ein Nachtflugverbot. Dieses Flugverbot dient dem Schutz der im Umkreis wohnenden Bevölkerung gegen Nachtfluglärm, der als gesundheitsschädlich gilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Nachtflug wurde 1921 durch die US-amerikanische Luftpost von Omaha, Nebraska, nach Chicago, Illinois, durchgeführt. Die visuelle Unterstützung des Piloten fand durch starke bodenstationierte Scheinwerfer, alle 20 km entlang der Strecke, statt. Auch in Europa wurden zahlreiche Nachtflugstrecken mit derartigen Flugstreckenfeuern errichtet.[2] Den ersten internationalen Nachtflug mit Passagierbeförderung absolvierte 1923 die französisch-rumänische Compagnie franco-roumaine de navigation aérienne, kurz CFRNA, zwischen Belgrad und Bukarest.[3] Im Sommer 1926 eröffnete die Deutsche Lufthansa die Nachtflugstrecke Berlin–Königsberg.[4] Seit der Einführung von Funkfeuern wird die Funknavigation für Nachtflüge genutzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.easa.europa.eu/agency-measures/docs/opinions/2011/04/Annexes%20to%20Regulation.pdf
  2. Josef Krings: Bemerkungen zu einem Streckenfeuer für die Zivilluftfahrt in Oberhausen um 1930-1940 (PDF; 1,7 MB; Zugang nur mit Passwort)
  3. The history of aviation in Romania. TAROM SA., 2012, archiviert vom Original am 17. Februar 2012, abgerufen am 6. April 2014 (englisch).
  4. http://www.hans-pfau-elbing.de/75201.html; http://www.berlin-spotter.de/airlines/lufthansa.htm