Nachtverkehr

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Ganzreklame für den Nachtbusverkehr in Siegen
NachtExpress-Buslinie in Essen
NachtExpress-Buslinie in Mülheim an der Ruhr

Als Nachtverkehr wird der Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs in den Nachtstunden und teilweise bis zum frühen Morgen bezeichnet, wobei die Betriebszeiten stark variieren. Die Einsatztage des Nachtverkehrs sind zumeist die Wochenendnächte, seltener an allen Tagen der Woche. Die heutigen Nachtverkehrsnetze des deutschsprachigen Raumes (außerhalb von Berlin und Hamburg) kamen Ende der 1980er Jahre und Anfang der 1990er Jahre auf. Bei vielen Betrieben wird nicht nur der Takt des Bus- und Schienenverkehrs ausgedünnt, sondern es entstehen völlig vom Tagesbetrieb abweichende Nachtliniennetze.

Geschichte[Bearbeiten]

Durchgehende Nachtverkehre von Straßenbahnen und Bussen gab es in größeren Städten (z.B. Berlin, Dresden, Hamburg) bereits lange vor der Einführung der heutigen Nachtverkehrsnetze. Diese wurden allerdings nicht als Besonderheit empfunden, sondern dem regulären Betrieb zu Tages- und eben auch Nachtzeiten zugerechnet. Erst zurückgehende Fahrgastzahlen im Zuge des zunehmenden Individualverkehrs führten nach zunächst erfolgten Angebotskürzungen in den Schwachlastzeiten (also auch nachts) zu neuen Nachtnetz-Entwicklungen. Eine Ausweitung des Angebotes auch in kleineren Städten auf die Nachtstunden fand ab den 1980er Jahren mit neu entwickelten Nachtsternnetzen statt. Im Blickfeld lagen jetzt besonders junge Menschen (Schüler ohne Führerschein), um diese gefahrlos zu kulturellen Veranstaltungen zu bringen. Neben Nachtbussen wurden auch sogenannte Discobusse eingesetzt.

In den 1920er Jahren gab es in Großstädten bereits besondere Nachtverkehre. Hamburg hatte 1928 – als Straßenbahnen noch dominierten und sich das Kraftomnibusnetz gerade entwickelte – bereits Nachtbuslinien.[1] In den Nachkriegsjahren wurde hier jedoch ein Nacht-Straßenbahnnetz aufgebaut, das neben Durchmesserlinien bis 1957 auch eine Ringlinie (Alsterring) über St. Pauli enthielt. Der Nachtstraßenbahn folgte 1970 ein Nachtbusnetz mit Linien der 600er Nummerngruppe, heute ergänzt durch U- und S-Bahn und einige auch tagsüber verkehrende Buslinien.

Liniennetze und Takt[Bearbeiten]

Trambahn- und Bushaltestelle an der Münchner Freiheit gegen Mitternacht 48.16220511.586714

Eine Nachtlinie ersetzt oftmals mehrere Tageslinien. Die Netzstruktur kann ähnlich jener des Tagesverkehrs oder auch komplett anders gestaltet sein.

Weitverbreitet sind sternförmige Netzstrukturen. Hierbei beginnen bzw. enden Radiallinien oder treffen sich Durchmesserlinien an einem zentralen Punkt im Stadtzentrum (Bahnhof, ZOB) und verkehren von dort in einem festen Takt. Ferner können auch Nachtlinien als Ringlinien konzipiert sein, die in eine oder beide Richtungen bedient werden. Dadurch wird eine höhere Flächenerschließung mit geringerem Fahrzeugeinsatz erzielt. Andererseits können bei nur in einer Richtung bedienten Ringlinien unter Umständen lange Fahrzeiten zum Stadtzentrum entstehen, da dieses im Gegensatz zu Radial- oder Durchmesserlinien nicht auf direktem Wege erreicht wird. Bei Rendezvous-Systemen fahren alle Linien einen Treffpunkt gleichzeitig an. Dadurch bestehen – bei ebenfalls gleichzeitigen Abfahrtzeiten – direkte Anschlüsse in alle Richtungen.

Nachtlinien ersetzen in deren Betriebsruhe neben Stadtbussen auch die U-Bahn, Stadtbahn oder Straßenbahn. Die Linienführung orientiert sich dann an der Schnellbahnstrecke. Eingesetzt werden überwiegend Nachtbusse, in einigen Großstädten sind auch Straßenbahnen in das Nachtnetz eingebunden. Am Wochenende können zusätzlich auch U-Bahnen und S-Bahnen fahren.

Die Taktfrequenz, u.a. abhängig von der Stadtgröße, liegt im deutschsprachigen Raum zwischen 15 und 120 Minuten. In mittelgroßen Großstädten hat sich der Stundentakt durchgesetzt. Seltener existieren auch unvertaktete Nachtverkehre oder aus betrieblichen Gründen mit eher schlecht merkbaren Takten wie dem 71-Minuten-Takt, der von gemeinsamen Rendezvous der Nachtlinien um 1:11 Uhr, 2:22 Uhr, 3:33 Uhr und 4:44 Uhr (bpsw. Leipzig) ausgeht.

In Kleinstädten oder Gemeinden übernehmen oft einzelne Buslinien (auch Regionalbusse) den Spätverkehr. Dabei werden auch andere Bezeichnungen, beispielsweise Discobus verwendet. Auf wenig benutzten Linien fahren Kleinbusse, Anrufbusse oder Taxis (Anrufsammeltaxis, Nacht-AST).

In den Verkehrsgemeinschaften Münsterland (VGM) und Ruhr-Lippe (VRL) wurden ab 1992 Nachtbus-Linien als Ergänzung zu den RegioBus-Linien in Betrieb genommen. Gegenwärtig verbinden 16 Linien die Städte und Gemeinden, viele als Zubringer nach Münster und Osnabrück, aber auch zwischen den regionalen Zentren im Münsterland und in den Kreisen Soest und Unna sowie im Hochsauerland. Die NachtBusse in dieser Region werden durch die Westfälische Provinzial unterstützt.

Seit 1992 fahren die RVM-NachtBusse im Münsterland

Einige Verkehrsbetriebe bieten während der verkehrsarmen Zeit an, außerhalb von Haltestellen oder zwischen den Haltestellen auf Anforderung auszusteigen, da dieser Service außerhalb der Innenstädte keine Probleme bereitet. Siehe auch: Trampbus

Betriebszeiten[Bearbeiten]

Die Betriebszeiten variieren je nach Stadtgröße stark. So verkehren in Berlin von Montag bis Sonntagnacht alle Nacht- und Metrolinien mindestens im 30-Minuten-Takt von etwa Mitternacht bis 4:30 Uhr (Sonntagfrüh bis 07:30 Uhr). In München fahren die Nachtlinien unter der Woche stündlich, am Wochenende alle 30 Minuten. In anderen Großstädten fahren Nachtlinien oft nur in den Wochenendnächten und vor Feiertagen im Stundentakt. Am Sonntagmorgen wird teilweise der Frühverkehr bis gegen 8 Uhr miteinbezogen.

Nachtlinien in Mittel- und Kleinstädten fahren meist nur bis 3 oder 4 Uhr früh und teilweise nur in Wochenendnächten. Manchmal werden auch Fahrten im Spätbetrieb vor Mitternacht als Nachtverkehr bezeichnet oder der Spätverkehr von 20 bis 24 Uhr wird zum Nachtnetz gezählt (z.B. Brandenburg (Havel)).

Fahrgastinformation[Bearbeiten]

Bushaltestelle in der Nacht

Die Fahrtrouten, Linienbezeichnungen und Haltestellenlagen weichen oft erheblich vom Tagesbetrieb ab. Manche Tageshaltestellen werden vom Nachtverkehr nicht bedient oder befinden sich an einer anderen Stelle. Nachthaltestellen sollten einen ähnlichen Standard wie Tageshaltestellen haben. Besonders wichtig ist dabei eine ausreichende Beleuchtung, auch um die Haltestelle aus der Ferne für die Fahrgäste leicht erkennbar zu machen.

Da die meisten Fahrgäste nur selten in der Nacht fahren, ist der Bekanntheitsgrad der Nachtnetze verhältnismäßig gering. Das Angebot kann sich aber nicht nur an Nachtschwärmer und Discobesucher wenden – ein gutes Fahrgastinformationssystem ist also unbedingte Voraussetzung. Dazu gehören ausreichende Informationsaushänge auch an den Tageshaltestellen mit Nachtfahrplänen und Hinweisen über die Lage der Haltestellen. Falls dies jedoch existiert, kann eine hervorragende Auslastung erreicht werden. Eine Eintragung der Nachtlinien in die elektronische Fahrplanauskunft erreicht zumindest die Nutzer dieses Systems.

Nachtnetze können aus dem Tagesnetz heraus entwickelt sein – dann ähneln die Linienbezeichnungen dem Tagesangebot oder sind damit identisch – oder völlig verschieden davon aufgebaut sein. Eine Annäherung der Strukturen an den Tagesbetrieb ist der beste Weg zu einer guten Fahrgastinformation. Eine Nachtlinie als Ersatz für eine Schnellbahn kann durchaus die Schnellbahnbezeichnung und Linienfarbe übernehmen. Nachtbusse tragen vor der Liniennummer oft ein „N“. Weitere Namenszusätze, z.B ein „E“ für Express, können zu einer besonderen Qualifizierung der Linien dienen. In Ostwestfalen-Lippe wird die Kennzeichnung als „Express“ für Linien in stadtnahe Nachbarorte verwendet. Die Bezeichnung NachtExpress mit der Abkürzung „NE“ kann aber auch als Synonym für Nachtbus verwendet werden.

Ein Informationssystem umfasst u.a. Liniennetzpläne, Fahrplankarten, Hinweisschilder (Piktogramme) zu den Haltestellen, übersichtliche Fahrplanaushänge, Anschluss- und Tarifinformationen.

Nachttarife[Bearbeiten]

Für Nachtlinien gelten teilweise besondere Tarifregelungen. Die Spannbreite reicht vom zuschlagfreien Normaltarif bis zu besonderen Nachttarifen. Teilweise gilt eine Zuschlagsregelung für Fahrten zwischen 0 und 5 Uhr früh.

Da gerade der Nachtverkehr überdurchschnittlich oft von Stammkunden mit Zeitkarten genutzt wird, können die Mehrkosten des Nachtverkehrs meist nicht über die Fahrgeldeinnahmen des Normaltarifs gedeckt werden. Notwendig sind daher zusätzliche Nachtzuschläge oder besondere Nachttarife, gegebenenfalls mit Zuschlagsregelungen für Fahrgäste mit Zeitkarten. Als Alternative zu Zuschlägen wird beispielsweise im Bonner Nachtbusnetz Liniensponsoring praktiziert.

Siehe auch: Nachtdienst, Nachtschicht

Nachtverkehr in europäischen Städten[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Berlin[Bearbeiten]

Am Wochenende fahren die meisten U- und S-Bahnen rund um die Uhr, die U-Bahn wird in den Werktagnächten durch Buslinien ersetzt. Diese Nachtbusse tragen die gleichen Nummern („N1“ bis „N9“) und befahren soweit möglich dieselben Routen wie die U-Bahn. Da diese beiden Nachtangebote weitgehend dem Tagesnetz entsprechen, ist die Merkbarkeit und Wahrnehmbarkeit des Nachtnetzes auch Fahrgästen möglich, die nur selten nachts unterwegs sind. Seit Ende Mai 2006 fahren in Berlin auch alle Metrobus- und MetroTram-Linien rund um die Uhr.

Die nächtlichen Metrobusse und -straßenbahnen und die „U-Bahn-Nachtbusse“ fahren alle 30 Minuten (in der Innenstadt teilweise alle 15 Minuten), die U-Bahnen am Wochenende alle 15 Minuten. Bei der S-Bahn variiert der Takt zwischen 15 Minuten in der Innenstadt und auf dem Ring und bis zu 60 Minuten im Land Brandenburg. Alle übrigen Bereiche der Stadt werden durch gewöhnliche Nachtbusse, deren Linienführungen teilweise an die Tageslinien angelehnt sind, ebenfalls im 30-Minuten-Takt bedient („N“ und zweistellige Liniennummer). An bestimmten Verknüpfungspunkten warten die Nachtlinien in bestimmten Richtungen aufeinander und ermöglichen kurze Umsteigezeiten. Die wichtigsten Nachtknoten im Zentrum sind Bahnhof Zoo, Hackescher Markt und Hermannplatz.

Hamburg[Bearbeiten]

Seit Dezember 2004 existieren zwei unterschiedliche Systeme, die vom Wochentag abhängig angeboten werden: In den Nächten auf Wochentage gibt es ein Nachtbus-Netz. Es besteht grundsätzlich aus zehn Radiallinien aus der Innenstadt bis zur Hamburger Landesgrenze, die ihren Treff- und meist auch Ausgangspunkt auf dem Rathausmarkt haben. Zusätzlich werden die Radial-Strecken nördlich der Elbe etwas außerhalb der Innenstadt von einer Halbringlinie verbunden. Von einzelnen Radiallinien verzweigen an Knotenpunkten in weiter außerhalb gelegenen Stadtteilen (z.B. Harburg) zusätzliche Linien zur Feinverteilung. Alle Nachtbuslinien verkehren in einem Takt von meist 30, seltener 60 Minuten, während der gesamten Betriebspause der Schnellbahnen von etwa 0:30 bis 4 Uhr.

Am Wochenende fahren auf Hamburger Stadtgebiet dagegen seit 2004 fast alle U- und S-Bahn-Linien die gesamte Nacht durchgehend im 20-Minuten-Takt. Ebenso werden wichtige Buslinien des Tagesangebotes mit der üblichen Strecke und Nummerierung im 20-Minuten-Takt angeboten, darunter große Teile des Metrobus-Netzes. An das Hamburger Schnellbahn-Nachtnetz sind am Wochenende auch Teile des Umlandes angeschlossen: Die U1 verkehrt im Auftrag der Stadt Norderstedt ebenfalls alle 20 Minuten bis zur Endstation Norderstedt Mitte und die S3 stündlich bis Pinneberg. Andere Städte und Gemeinden im Umland lassen sich über Nachtbusse erreichen, die die Orte teilweise alle 40 Minuten mit einer Schnellbahnhaltestelle verbinden.

Nürnberg (mit Fürth und Erlangen)[Bearbeiten]

An den Tagen vor Feiertagen sowie Freitag und Samstag Nacht verkehrt im Städteballungsgebiet Erlangen/Nürnberg-Fürth das Nachtbusnetz. Die Stadtbusse, für die im Nachtnetz kein Aufpreis zu zahlen ist, firmieren unter dem Namen "Nightliner" und ersetzen für die Stunden zwischen 0.00 und 4.00 Uhr das U-, S-, Trambahn- und Stadtbusnetz. Die 26 "Nightliner"-Linien, die (mit Lücken) Liniennummern von N1 bis N61 tragen, fahren während der Nachtstunden über 500 Haltestellen im Stadtgebiet von Nürnberg, aber auch in Fürth, Erlangen, Stein und anderen angrenzenden Städten und Gemeinden des Ballungsraumes (u.a. Cadolzburg, Lauf an der Pegnitz, Schwabach) an. Die Nachbusse sind vertaktet und fahren ab dem Hauptbahnhof im Stundentakt sternförmig in alle Richtungen ab.[2]

Schweiz und Liechtenstein[Bearbeiten]

Kanton Bern[Bearbeiten]

In Bern sowie in den Regionen Biel, Solothurn und Interlaken fährt der sogenannte Moonliner.[3] Im Gegensatz zu den regulären Buslinien sind die Moonliner-Linien jeweils mit einem vorangehenden M bezeichnet (beispielsweise M1 für den Moonliner nach Münchenbuchsee). Die Linien folgen zumindest teilweise den Tageslinien, die Nummerierung ist hiervon jedoch komplett losgelöst. Abfahrtsort für den gesamten Nachtverkehr der Region Bern ist dabei der Bahnhofplatz Bern[4]. Die Kosten für eine einfache Fahrt sind zonenabhängig und belaufen sich auf 5 bis 25 Franken.

Hauptartikel: Moonliner

Luzern[Bearbeiten]

In Luzern fährt der Nachtstern mit 14 Linien. Hier steht ein N vor der Nummer. Es gibt zwei Zonen, eine Fahrt durch eine kostet 7 Franken, eine Fahrt durch beide 10 Franken. Somit beträgt der max. Fahrpreis 10 Franken. Nur drei Linien fahren nicht ab dem Bahnhof Luzern.

Kanton Zürich[Bearbeiten]

Im Kanton Zürich existiert ein zusammenhängendes Netz aus Nachtbuslinien und Nachtzügen. Die Nummerierung (mit einem N vorangestellt beziehungsweise bei Zügen SN) sowie die Streckenführung der Linien weicht von der üblichen Streckenführung komplett ab, jedoch werden nur übliche Haltepunkte angefahren. Hauptverkehrsknotenpunkte des Nachtnetz sind der Winterthurer Hauptbahnhof und die Stationen Bellevue/Stadelhofen, der Hauptbahnhof Zürich mit Central und der Escher-Wyss Platz in der Stadt Zürich. Es gibt einen Nachtzuschlag von 5 Franken, der zusätzlich zum normalen Billetpreis gezahlt werden muss und entweder am Billetautomaten, oder via Mobiltelefon, gekauft werden kann. Das Nachtnetz besteht von 1 bis 4 Uhr in der Stadt Zürich bzw. 4:30 Uhr in der Stadt Winterthur (letzte Abfahrt an den Hauptverkehrsknoten). Innerhalb von Zürich existiert ein Halbstundentakt, im Rest des Kantons ein Stundentakt.

Region Basel[Bearbeiten]

In der Agglomeration Basel existiert seit 2008 das TNW-Nachtnetz, aufgebaut von den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt und erweitert durch zahlende Gemeinden in den Kantonen Solothurn und Aargau. Dieses ist ebenfalls aufeinander abgestimmt. Während die Nachtzüge und -trams dreimal im Einsatz sind, sind die ländlichen Buslinien nur zwei- oder einmal unterwegs. Der Nachtzuschlag kostete für eine Zone 3 Franken, für zwei und mehr 5 Franken, wurde aber auf den Fahrplanwechsel 2011 abgeschafft.

Ostschweiz[Bearbeiten]

In den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Schaffhausen betreibt der Nachtwind Verbund das Nachtnetz. Die verschiedenen Verkehrsunternehmen bieten einen gemeinsamen Zuschlag und haben Ihre Fahrpläne aufeinander abgestimmt. Zusätzlich sind die Fahrpläne an den Grenzen zum Zürcher Nachtnetz auch auf dieses abgestimmt. Wie auch in anderen Netzen wird ein Zuschlag von 5 Franken, zusätzlich zu einem gültigen Fahrausweis, erhoben. Dieser kann wahlweise an den Ticketautomaten oder per Mobiltelefon gekauft werden. Im Gebiet des ZVV Nachtnetzes kann auch ein ZVV-Nachtwind-Kombizuschlag gekauft werden. Am Nachtwind Nachtnetz sind die Unternehmen Thurbo, Appenzeller Bahnen, Südostbahn, Rheintal Bus, Regiobus, Schneider Busbetriebe, dr Bus vu CHUR, SBB, Frauenfeld-Wil-Bahn, PostAuto, WilMobil, St. Galler Bus und Bus Sarganserland Werdenberg beteiligt.[5]

Fürstentum Liechtenstein[Bearbeiten]

Seit Dezember 2008 existiert im Fürstentum Liechtenstein ein Nachtverkehr. Vier Linien des Verkehrsbetriebs LIECHTENSTEINmobil fahren in den Nächten auf Samstag und Sonntag einmal pro Nacht in der Hauptstadt und in die umliegenden Ortschaften sowie nach Feldkirch und nach Buchs SG. Es gilt ein spezieller Nachttarif von 5 Franken, Ermässigungen werden nicht gewährt.[6]

Österreich (Wien)[Bearbeiten]

Die NightLine ist ein täglich etwa zwischen 0:30 und 5:00 Uhr betriebenes Nachtverkehrsnetz in Wien.

In den Nächten vor Samstag, Sonntag und Feiertagen verkehren alle fünf U-Bahn-Linien im 15-Minuten-Intervall, 17 Nachtbuslinien der Wiener Linien im 30-Minuten-Takt, 7 ASTAX-Linien (Anrufsammeltaxis) bei Bedarf sowie einige Kurse der, von den Wiener Lokalbahnen betriebenen, „Casinobuslinie“ 360 nach Baden bei Wien. In den übrigen Nächten sind 19 Nachtbuslinien (von denen vier die Innenstadt umrunden) im 30-Minuten-Takt, 9 ASTAX-Linien sowie die Linie 360 nach Baden unterwegs. Es gibt keinen eigenen Nachttarif, fast alle Fahrkarten gelten ohne Aufpreis auch auf allen Nachtlinien (inkl. ASTAX).

Hauptartikel: NightLine Wien

Andere[Bearbeiten]

London[Bearbeiten]

In London hat die Underground (U-Bahn) nachts sowohl werktags als auch am Wochenende eine Betriebspause. Dafür besitzt London ein dichtes Netz von Nachtbussen. 46 Buslinien fahren rund um die Uhr. Weiterhin fahren Nachtbusse, die am vorangestellten „N“ erkennbar sind. Selbst werktags werden nachts einige Linien im 15-Minuten-Takt bedient. Viele Straßen im inneren Bereich werden von mehreren Buslinien bedient. Wichtige Knotenpunkte sind Trafalgar Square, Oxford Circus, Victoria, Aldwych, Tottenham Court Road und Camden Town. Am Trafalgar Square enden beispielsweise 16 Linien, weitere 20 Linien führen dort vorbei.

Paris[Bearbeiten]

Trotz des regen Pariser Nachtlebens und auch gegen Mitternacht noch dicht fahrender und gut gefüllter Métrozüge, legen diese auch in den Wochenendnächten eine Pause von etwa 1:00 bis 5:30 Uhr ein. Bis Herbst 2005 gab es den sternförmig auf Châtelet zufahrenden Noctambus, der das Stadtgebiet von Paris in der Betriebspause der Métro bediente.

Seitdem bedient der als Noctilien bezeichnete Nachtbus auch die Vororte von Paris. Die meisten Linien werden von der RATP, jene mit dreistelliger Liniennummer von der SNCF mit speziell dafür angeschafften Bussen betrieben. Mit dem Noctilien wurde das Angebot im Pariser Stadtgebiet deutlich ausgeweitet, da neben Châtelet weitere Knoten eingerichtet wurden. Die äußeren Knoten Gare Saint-Lazare, Gare de l’Est, Gare de Lyon und Gare Montparnasse werden durch eine in dichtem Takt bediente Ringlinie in beiden Richtungen verbunden. Das Netz erscheint somit wie ein Speichenrad. Die Vorortlinien, die meist stündlich fahren, sind zum großen Teil an den äußeren Knoten mit den Durchmesserlinien verknüpft. Im Stadtgebiet besteht auf allen Strecken ein Halbstundentakt, der in den Wochenendnächten teilweise auf einen 15- oder sogar 10-Minuten-Takt verdichtet wird.

Niederlande (Randstad)[Bearbeiten]

Im Ballungsgebiet Randstad in den Niederlanden gibt es als Besonderheit das „NS-Nachtnet“ eine regionale Nacht-Eisenbahnlinie. Seit 1986 fahren die Regionalzüge während der nächtlichen Betriebsruhe des NS-Personenverkehrs im Stundentakt zwischen Rotterdam und Utrecht. Der wichtigste Haltepunkt neben Amsterdam Centraal ist dabei Schiphol (Flughafen Amsterdam). Folgende Strecke wird bedient: Rotterdam Centraal – DelftDen Haag Centraal – Leiden Centraal – Schiphol – Amsterdam Centraal – Utrecht Centraal. Das Netz wurde 2007/08 ausgebaut: Am Wochenende fahren stündlich Züge in den Süden des Landes und außerdem Direktzüge Rotterdam Centraal – Gouda – Utrecht Centraal.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtplan Hamburg 1928: http://tramways.wordpress.com
  2. [1]
  3. Homepage der Moonliner
  4. Abfahrtsorte der Moonliner in Bern (PDF; 73 kB)
  5. http://www.nachtwind.ch/bahnbus
  6. Nachtbus-Angebot des Verkehrsbetriebs LIECHTENSTEINmobil