Nadelwehr

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Schematische Zeichnung eines Nadelwehrs

Ein Nadelwehr ist eine Sonderform eines Wehres und dient wie dieses dazu, einen Aufstau zu schaffen, um entweder durch die entstehende Gefällestufe die potentielle Energie nutzbar zu machen (früher genutzt zum Antrieb von Mühlen) oder eine bestimmte Wassertiefe für die Schifffahrt oberhalb der Wehranlage zu erzeugen.

Das Nadelwehr verläuft diagonal oder quer zur Flussachse und muss den Flusslauf, im Gegensatz zum festen, gemauerten Wehr, nicht vollständig absperren. Es besteht aus einer Reihe von Holzplanken (Nadeln), die auf dem Grund des Flusses durch einen Anschlag an der Wehrsohle und oberhalb der Wasserlinie an einem Laufsteg des Wehrbocks durch den Wasserdruck festgehalten werden. Die Durchflussmenge wird durch Wegnehmen oder Hinzufügen von einzelnen Nadeln reguliert.

Ein Beispiel für ein heute noch genutztes Nadelwehr findet sich in Luzern, wo der Seespiegel des Vierwaldstättersees mit einem Nadelwehr reguliert wird. Das Wasser der Reuss wird dabei oberhalb der Spreuerbrücke in ein modernes Turbinenkraftwerk geleitet. Weitere Nadelwehre finden sich in der Unteren Havel bei Garz, sowie in der Spree bei Neubrück.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nadelwehre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nadelwehre im historischen Bildarchiv der Bundesanstalt für Wasserbau