Nadschmuddin Ayyub

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Nadschmuddin Ayyub bin Shadhi (arabisch نجم الدين أيوب بن شاﺬي‎); (Epitheton:al-Malik al-Afdal Najm ad-Din Ayyub bin Shadhi bin Marwan; arabisch الملك ألأفضل نجم الدين أيوب بن شاﺬي بن مروان‎‎; † 9. August 1173) war ein kurdischer Soldat und Politiker aus Dwin und Vater von Saladin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Name

Der Name Ayyub ist die arabische Form des hebräischen Hiob. Nadschmuddin heißt soviel wie Stern des Glaubens.

[Bearbeiten] Leben

Nadschmuddin Ayyub war der Sohn von Schadhi bin Marwan und Bruder des Schirkuh. Seine Familie gehörte zum dem Asiret der Rawadiden, die wiederum ein Zweig der Hadhabaniden waren. Nadschmuddin Ayyubs Familie war hatte hohe Posten innerhalb der kurdischen Schaddadiden inne. Als der letzte Herrscher der Schaddadiden 1130 entmachtet wurde, zog Nadschmuddin Ayyubs Vater samt Familie erst nach Bagdad und dann nach Tikrit. Schadhi bin Marwan wurde in Tikrit zum Gouverneur der Stadt. Als Schadhi bin Marwan starb, folgte ihm Nadschmuddin Ayyub im Amt.

Nadschmuddin Ayyub diente ab 1132 dem Herrscher der Zengiden Imadedin Zengi und beteiligte sich in einer Schlacht gegen die Seldschuken in der Nähe von Tikrit. Dabei rettete Nadschmuddin Ayyub Zengis Leben, als dieser sich mit seiner Armee über den Tigris zurückzog. Schirkuh tötete 1136 im Streit einen Christen und musste dann mit seinem Bruder Nadschmuddin Ayyub Tikrit verlassen. Es wird gesagt, dass Saladin in dieser Nacht zur Welt kam. Nadschmuddin Ayyub wurde neuer Gouverneur von Baalbek. Als 1146 der Atabeg der Buriden von Damaskus Mu'in ad-Din Unur Baalbek belagerte, übergab Nadschmuddin Ayyub die Stadt, wohl wissend, dass er keine Chance hatte die Stadt zu halten.

Währenddessen trat Schirkuh in die Dienste Nur ad-Dins, dem Sohn Zengis. Bald musste sich die Buriden widerwillig mit Nur ad-Din verbünden, um der Belagerung Damaskus während des zweiten Kreuzzuges 1148 stand zu halten. Als Gegenleistung beanspruchte Nur ad-Din Damaskus für sich und konnte 1154 diese Stadt einnehmen. Nadschmuddin Ayyub wurde neuer Gouverneur von Damaskus.

Nadschmuddin Ayyubs Sohn Saladin trat auch in den Dienst der Zengiden und wurde bald nach Ägypten geschickt. 1170 ging Nadschmuddin Ayyub auch nach Ägypten, um im Namen Nur ad-Dins den letzten fatimidischen Kalifen abzusetzen. Saladin bot seinem Vater ganz Ägypten an, doch Nadschmuddin Ayyub lehnte ab und wurde mit Alexandria, Damietta und Al Buhayrah belehnt. Später kamen immer mehr aus Nadschmuddin Ayyubs Familie nach Ägypten und Nur ad-Din merkte, dass mit den Ayyubiden in Ägypten ein neuer Rivale entstand. Öffentlich stand Nadschmuddin Ayyub auf Nur ad-Dins Seite, aber warnte seinen Sohn, dass Nur ad-Din ihm niemals Ägypten überlassen würde.

[Bearbeiten] Tod

Am 31. Juli 1173 hatte Nadschmuddin Ayyub einen Reitunfall und erlag seinen Verletzungen am 9. August. Saladin wurde aufgefordert mit Nur ad-Din gegen das Königreich Jerusalem zu ziehen. Er kehrte aber zurück, als er vom Tod seines Vaters erfuhr. Die Spannungen zwischen Saladin und Nur ad-Din wurden größer. Zum erwarteten Konflikt zwischen Saladin und Nur ad-Din kam es nicht, da Nur ad-Din im Mai 1174 starb. Saladin machte sich daraufhin zum neuen Herrscher über Ägypten und Syrien.

Nach Baha ad-Din war Nadschmuddin Ayyub „ein edler, großzügiger Mann, mild und von hervorragendem Charakter“. Er war auch „leidenschaftlich von Polo besessen“. Ibn al-Qalanisi nennt ihn „ein Mann von Entschlossenheit, Intelligenz und Kenntnissen von Angelegenheiten“.

Nadschmuddin Ayyub wurde zuerst mit neben seinem Bruder in Kairo begraben. 1175 wurden dann die Gräber nach Medina verlegt, wo viele fromme Muslime begraben sind.

[Bearbeiten] Familie und Kinder

[Bearbeiten] Quellen

  • Baha ad-Din und D. S. Richards (Hrsg.): The Rare and Excellent History of Saladin. Ashgate, 2002.
  • The Damascus Chronicle of the Crusades, Extracted and Translated from the Chronicle of Ibn al-Qalanisi. H.A.R. Gibb, 1932 (Reprint, Dover Publications, 2002)
  • Wladimir Minorsky: The Prehistory of Saladin. In: Studies in Caucasian History. Cambridge University Press, 1957, S. 124-132. (available online)
  • M. C. Lyons und D. E. P. Jackson: Saladin: the Politics of the Holy War. Cambridge University Press, 1982.
  • P. M. Holt: The Age of the Crusades: The Near East from the Eleventh Century to 1517. Longman, 1986.
Persönliche Werkzeuge