Nagato (1919)

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Nagato
Zeichnung der Nagato nach dem Umbau

Zeichnung der Nagato nach dem Umbau

p1
Schiffsdaten
Flagge JapanJapan (Seekriegsflagge) Japan
Schiffstyp Schlachtschiff
Klasse Nagato-Klasse
Bauwerft Marinewerft Kure
Kiellegung 28. August 1917
Stapellauf 9. November 1919
Indienststellung November 1920
Verbleib 29. Juli 1946 nach Atomwaffentest gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
Original: 213,40 m
1936: 224,94 m (Lüa)
Breite Original: 29,00 m
1936: 32,60 m
Tiefgang max. Original: 9,00 m
1944: 9,71[A 1] m
Verdrängung Standard ab 1936: 39.130 t
Maximal: 44.672 t[A 1]
 
Besatzung 1368 Mann + 100 Mann Stabspersonal
Maschine
Maschine Original: 4 ölgefeuerte und 6 kohlegefeuerte Kampon-Kessel
ab 1936: 10 ölgefeuerte Kampon Dampfkessel
4 Gihon-Dampfturbinen
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
Original: 80.000 SHP
1936: 82.000 SHP
Geschwindigkeit max. Original: 26,44 kn
1,936: 25 kn kn (Err km/h)
Propeller 4 dreiflügelige Propeller
Bewaffnung

Hauptbewaffnung:

  • 8 × 41 cm L/45 Jahr 3

Mittel- und Flugabwehrartillerie vor 1932:

  • 20 × 14 cm L/40 Jahr 3
  • 4 × 8-cm-L/40 Jahr 41
  • 4 × 4-cm-L/62 Typ 91
  • 8 × Torpedorohre Ø 53,3 cm

Mittel- und Flugabwehrartillerie ab 1944:

Panzerung
  • Gürtelpanzer: 100–300 mm; ab 1936: 100–300 mm
  • Oberdeck: 38 mm; ab 1936: 60 mm
  • Unterdeck: 75 mm; ab 1936: 120 mm

Hauptgeschütztürme

  • Barbetten: 180–340 mm; ab 1936: 290–325 mm
  • Front: 340 mm; ab 1936: 350 mm

Vorderer Kommandoturm

  • Seiten: 300 mm; ab 1936: 370 mm

Die Nagato (jap.: 長門), benannt nach der alten Provinz Nagato, war ein Schlachtschiff der japanischen Marine, das im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Sie war das Typschiff der aus zwei Einheiten bestehenden und nach ihr benannten Nagato-Klasse.

Allgemeine Daten[Bearbeiten]

  • Baubeginn: 28. August 1917, Kure Werft, Kosho
  • Stapellauf: 9. November 1919
  • In Dienst gestellt: November 1920
  • Umbau: 1936
  • Schicksal: am 29. Juli 1946 als Folge des Atomwaffentests Baker vom 24. Juli 1946 im Bikini Atoll gekentert.

Einsatzgeschichte der Nagato[Bearbeiten]

Nagato im Oktober 1944 in Brunei, kurz vor der Schlacht im Leyte Golf. Im Hintergrund die Schlachtschiffe Yamato und Musashi.

Nach ihrer Indienststellung 1920 war die Nagato das erste Schlachtschiff, das mit den damals weltweit stärksten Geschützen im Kaliber 40,6 cm ausgerüstet war.

Am 2. Dezember 1941 setzte der Funkraum der Nagato auf Weisung von Admiral Yamamoto das Signal 676 „Erklimmt den Berg Nitaka 1208“ ab - der Befehl an Admiral Nagumos Flugzeugträger den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor anzugreifen.

Während der Schlacht um Midway im Juni 1942 war die Nagato einige hundert Seemeilen hinter den Flugzeugträgern eingesetzt und hatte keine Feindberührung. Später führte sie hauptsächlich Transport- und Übungseinsätze durch.

Während der Schlacht in der Philippinensee gehörte die Nagato zur Kampfgruppe des Flugzeugträgers Hiyo, erlitt aber bei den Luftangriffen gegen den Verband keinerlei Schäden oder Verluste. Ihre Hauptgeschütze feuerten erstmals auf Formationen anfliegender US-Torpedobomber.

Im Juli 1944 wurde die Nagato mit einfachen Radargeräten und einem Infraroterkennungssystem ausgerüstet und transportierte kurz darauf das 36. Regiment der 28. Division nach Saipan.[1]

Im Oktober 1944 nahm die Nagato an der Schlacht im Leyte Golf teil. Ihre Kampfgruppe beschoss die Geleitflugzeugträger von Admiral Sprague in der Schlacht vor Samar. Sie wurde durch mehrere Luftangriffe beschädigt, und etwa 40 Mann ihrer Besatzung wurden getötet.

Die Nagato wurde anschließend über Umwege, gemeinsam mit den Schlachtschiffen Yamato und Kongō, nach Kure zurückgezogen und nahm wegen knapper Brennstoffvorräte und mangelnder Erfolgsaussichten an keinen weiteren Operationen teil.

Am 1. Juni 1945 wurden die meisten Fla-Waffen, die Entfernungsmesser und die Suchscheinwerfer der Nagato demontiert und auf nahe gelegenen Bergen wieder aufgebaut. Die Bedienmannschaften der Flaks wurden abgezogen. Die Nagato wurde umfassend gegen Fliegersicht getarnt, wozu auch der Schornstein entfernt wurde.

Am 18. Juli 1945 wurde die Nagato von amerikanischen Trägerflugzeugen angegriffen und durch Bombentreffer auf der Brücke und an Deck beschädigt. Konteradmiral Otsuka Miki und 50 weitere Männer wurden bei dem Luftangriff getötet.

Kapitulation und Zerstörung[Bearbeiten]

Nach der japanischen Kapitulation am 2. September 1945 wurde die Nagato von den USA in Besitz genommen.

Nach ihrer Übernahme durch die US Navy wurde sie zunächst nach Eniwetok und später zum Bikini-Atoll transferiert und dort verankert. Sie gehörte jetzt zu einer Gruppe unbemannter Zielschiffe, an denen in der Operation Crossroads die Wirksamkeit von Atomwaffen getestet werden sollte. Nachdem sie im Test Able den Abwurf einer Atombombe über dem Atoll relativ unbeschadet überstanden hatte, wurde sie von einer weiteren, dieses Mal in 27 m Tiefe gezündeten, Atombombe, dem Test Baker, schwer beschädigt. Einige Tage später, am 29. Juli 1946, hatte sich so viel Wasser im Schiff gesammelt, dass es kenterte und auf den Grund sank. Die Nagato wurde, wie andere Zielschiffe auch, bei diesem Test schwer kontaminiert.

Die Tatsache, dass das Schiff so langsam unterging, führte zu der Erkenntnis, dass ein mit einer leistungsfähigen Leckabwehr ausgestattetes, schwer gepanzertes Kriegsschiff einen solchen Treffer durchaus hätte überstehen können – auch wenn die Besatzung in den ungeschützten Aufbauten und an Deck der Strahlung zum Opfer gefallen wäre.[2]

Wrack[Bearbeiten]

Das Wrack der Nagato liegt kieloben im Bikini-Atoll in ca. 50 m Tiefe. Da die Strahlung stark nachgelassen hat, kann es von Sporttauchern heute, für begrenzte Zeit, betaucht werden.

Unter dem Wrack der Nagato ist die radioaktive Strahlung immer noch erhöht.[3]

Belege und Verweise[Bearbeiten]

Bemerkungen[Bearbeiten]

  1. a b wie 1946 anhand von japanischen Unterlagen ermittelt in Bericht X-39(N), Miscellaneous Reports of Various Japanese Naval Research Activities, S. 29

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Skwiot, S. 46
  2. Potter, Rohwer, Nimitz: Seemacht, München 1974 S.916 ISBN 3-7637-5112-2
  3. TV-Sendung der Süddeutschen Zeitung

Literatur[Bearbeiten]

  • Gakkan (Publ.), Nagato Klasse, Pacific War Series, Nr. 15, ISBN 4-05-601684-4, 1998 (japanisch)
  • Skwiot, Miroslaw (2007). Nagato Mutsu, Part I. Encyklopedua Okretów Wojennych 51. Gdansk, Poland: AJ-Press. ISBN 978-83-7237-184-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nagato (1919) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien