Nahordnung

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Nahordnung ist in der Festkörperphysik eine nur bis zur Nähe regelmäßige Gruppierung von Teilchen um ein Bezugsteilchen, mit der Entfernung nimmt die Ordnung jedoch ab, zum Beispiel ein Molekül in einer Flüssigkeit oder ein Atom in einem amorphen Festkörper. Es werden hauptsächlich die Bindungslängen und -winkel zu den nächsten Nachbarn zur Beschreibung der Ordnung verwendet. In Flüssigkeiten finden wir den Idealfall einer reinen Nahordnung, bei der die Molekülabstände (Atom- oder Molekülabstände) konstant sind und die Bindungswinkel stark schwanken. Zum übernächsten Nachbarn gibt es nahezu keine Korrelation der Bindungswinkel mehr. In der Natur tritt das gesamte Spektrum von Materialien zwischen reiner Nahordnung und Fernordnung auf. Bei den Festkörpern, zum Beispiel dem Elementhalbleiter Silicium, wird der amorphe, nanokristalline, mikrokristalline, polykristalline und monokristalline Zustand unterschieden. Dabei ist eine Zunahme der Ordnung von den nächsten und übernächsten Nachbarn, zur Ordnung im Nanometer-, Mikrometer, Millimeter- oder Zentimeterbereich zu beobachten. Der monokristalline Zustand wird durch die Fernordnung charakterisiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Kittel: Einführung in die Festkörperphysik, Oldenbourg, 11. Auflage 1996, ISBN 3-486-23596-6