Nahua

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Dieser Artikel beschreibt die indigene Volksgruppe in Mexiko, für den Ort in Sonora siehe Naco (Sonora), die Sprache findet sich unter Nahuatl.

Die Nahua sind mit etwa 2 Millionen Menschen die größte indigene Volksgruppe in Mexiko, deren Gemeinsamkeit neben anderen kulturellen Aspekten die Sprache, das Nahuatl, ist.

Die Bezeichnung leitet sich vom Namen der Sprache Nahuatl ab, der selbst wiederum „guter Klang, richtige Aussprache“ bedeutet. Die Azteken nannten die Sprecher ihrer Sprache Nahuatlaca (Einzahl Nahuatlacatl, aus nahuatl + tlacatl „Mensch“), „Menschen, die gut, verständlich sprechen“. Heutzutage bezeichnen sich die Nahua meist als Macehualtin (Einzahl Macehualli), „Bauern, einfache Leute“, ihre Sprache Nahuatl dagegen als mexicano („mexikanisch“) bzw. mēxicatlahtōlli („Sprache der Mexica = Azteken“).

Es handelt sich um eine Gruppe verschiedener Einzelethnien in mehreren Bundesstaaten Mexikos, früher auch in El Salvador und Guatemala (Pipil) sowie in Nicaragua (Nicarao).

Zu den bekanntesten historischen Nahua-Ethnien gehörten die Azteken sowie die mit ihnen verfeindeten Tlaxcalteken.

Historische, im Wesentlichen auf den spanischen Missionar Bernardino de Sahagún (Historia general de las cosas de Nueva España) zurückgehende Aufzählungen der Nahua-Stämme beschränken sich in der Regel auf die Ethnien im Hochtal von Mexiko sowie dessen südliche und östliche Nachbargebiete, mithin Sprecher des so genannten „klassischen Nahuatl“, aus dem die Mundarten des Zentral-Nahuatl mit heute noch etwa 50.000 Sprechern hervorgegangen sind. Eine solche historische Aufzählung finden wir z. B. noch in der 14. Auflage von Brockhaus (1895),[1] wobei die Azteken (Mexica), welche Tenochtitlán und Tlatelolco bewohnten, nicht noch einmal extra genannt werden:

  1. die Tepaneca, die Bewohner von Tlacopán (Tacuba), Azcapotzalco und Coyoacán, die das ebene Land im Westen des [einstigen] Großen Sees von Mexiko einnehmen;
  2. die Acolhua mit der Hauptstadt Tetzcoco (Texcoco) an der Ostseite des Sees von Mexiko;
  3. die Chalca (in Chalco) und die Xochimilca (in Xochimilco), die Bewohner des südlichen Teils des Hochtals von Mexiko;
  4. die Huexotzinca, Tlaxcalteca und Chololteca, die Bewohner von Huexotzinco (Huejotzingo), Tlaxcallan (Tlaxcala) und Cholollan (Cholula), der Hochflächen im Osten der beiden großen Schneeberge, die das Hochtal von Mexiko im Osten begrenzen;
  5. die Tlalhuica, mit der Hauptstadt Quauhnahuac (Cuernavaca), die die heißen Täler im Süden der das Hochtal von Mexiko begrenzenden Bergkette bewohnen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Miguel León-Portilla (1959): La filosofía nahuatl, estudiada en sus fuentes. UNAM, Ciudad de México
  • Silvia Limón Olvera (2008): La religión de los pueblos nahuas. Enciclopedia Iberoamericana de Religiones 7. Madrid, Editorial Trotta. ISBN 978-84-8164-972-7
  • Nigel Davies (1980): The Toltec Heritage: From the Fall of Tula to the Rise of Tenochtitlan. Civilization of the American Indian series 153. Norman: University of Oklahoma Press. ISBN 0-8061-1505-X
  • Michael E. Smith (1984): The Aztlan Migrations of Nahuatl Chronicles: Myth or History? (PDF; 3,3 MB). Ethnohistory 31 (3), 153-186.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus Konversationslexikon, 14. Auflage, Band 12, S. 160. Leipzig 1895