Nahverkehr in Potsdam

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Der öffentliche Nahverkehr in Potsdam besteht aus Linien von Eisenbahn (RegionalExpress, Regionalbahn, S-Bahn), Straßenbahn (Tram) und Bus sowie einer Fährverbindung. Bis 1995 verkehrten im Potsdamer Stadtteil Babelsberg auch Obusse.

Die Straßenbahn- und Stadtbuslinien werden von der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH der Stadtwerke Potsdam betrieben, die Regionalbuslinien von der Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH und der Verkehrsgesellschaft Belzig mbH.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste Straßenbahnlinie wurde 1880 von der Potsdamer Straßenbahn-Gesellschaft als Pferdebahn errichtet, elektrischer Betrieb ab 1907.

Vorgänger der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH waren zur DDR-Zeit der VEB Personenkraftverkehr Potsdam-Babelsberg und der VEB (K) Verkehrsbetriebe Potsdam. Diese Betriebe wurden im Januar 1987 vereinigt zum VEB Verkehrsbetrieb Potsdam.

In den 1950er Jahren begannen die Maßnahmen zur Abriegelung von West-Berlin. Am damals neu entstehenden Berliner Außenring wurde in für Potsdam damals günstiger Lage der Bahnhof Potsdam-Süd errichtet (1958). Dieser war von 1961 bis 1993 der Potsdamer Hauptbahnhof, heute Potsdam-Pirscheide. Der obere Bahnsteig wurde im Mai 1998 stillgelegt.

Im Zuge der Abriegelung von West-Berlin (Mauerbau) wurde 1961 der elektrische S-Bahnbetrieb nach Berlin eingestellt. Dadurch verlor der Bahnhof Potsdam Stadt (heute Potsdam Hauptbahnhof) seine Bedeutung. Berlin konnte nur vom damaligen Hauptbahnhof (Pirschheide) mit den Sputnik genannten Zügen über den Außenring erreicht werden. Vom Hauptbahnhof aus gab es eine S-Bahnlinie mit Dieselzügen nach Babelsberg. Der Bahnhof Griebnitzsee war geschlossen und diente als Grenzbahnhof für den Interzonen- bzw Transitverkehr. Das Straßenbahnnetz war bis Anfang der 90er Jahre auf den Hauptbahnhof Pirschheide orientiert, heute befindet sich der wichtigste Umsteigepunkt zur Eisenbahn am Hauptbahnhof Potsdam.

Der ehemals im Personenverkehr bediente Turmbahnhof Bergholz zwischen Wetzlarer Bahn und Berliner Außenring wurde, da er seine Bedeutung verloren hatte, 1998 geschlossen; stattdessen kann in Michendorf umgestiegen werden. Mit der Elektrifizierung der Wetzlarer Bahn (Berlin-Wannsee–Potsdam-Rehbrücke–Belzig–(Dessau/Magdeburg)) wurde 1995 die in Babelsberg kreuzende Obuslinie auf Dieselbetrieb umgestellt.

Zentren des öffentlichen Personenverkehrs sind heute der Platz der Einheit und Potsdam Hauptbahnhof (ehemals Potsdam Stadt). Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde dieser Bahnhof – stadtnah und zeitgemäß hergerichtet – wieder zum Endpunkt einer elektrischen S-Bahnlinie aus Berlin sowie zahlreicher Regionallinien des Bundeslandes Brandenburg.

[Bearbeiten] Obus

Am 1. Oktober 1949 wurde die erste Obuslinie zwischen Babelsberg, Goethestr. und Drewitz-Ort mit einer Länge von 5,8 km eröffnet. Eine zweite Linie von Babelsberg Nord nach Bergstücken, Steinstraße folgte 1956/57. Am 11. August 1971 musste der Abschnitt Bahnhof Drewitz–Drewitz Ort wegen Baumaßnahmen für das Neubaugebiet Am Stern stillgelegt werden. Bis Anfang der 90er Jahre wurden die beiden Linien

  • Linie A (nach der Wende 690): Babelsberg, Goethestraße–Bhf. Babelsberg– Bhf. Drewitz–Bergstücken, Steinstraße und
  • Linie B (später 691): Babelsberg Nord–Bhf. Babelsberg–Bhf. Drewitz–Bergstücken, Steinstraße

bedient. Anfang der 80er Jahre gab es Planungen für Netzerweiterungen und neue Linien ins Umland. Ab 1992 wurden Duo-Busse eingesetzt, der Obusbetrieb wurde im Januar 1995 eingestellt.

[Bearbeiten] Straßenbahn und Bus

Straßenbahn vom Typ Combino an der Haltestelle Schiffbauergasse.
Straßenbahn vom Typ Combino an der Haltestelle Schiffbauergasse.

Die Potsdamer Straßenbahn fährt meist zweigleisig auf Normalspur; lediglich das Nauener Tor wird mittels einer Gleisverschlingung durchquert. Auf dem 29,4 km langen Streckennetz kommen modernisierte Tatra KT4D-Triebwagen sowie Combino-Niederflurbahnen von Siemens zum Einsatz. Statt der ursprünglich als Ersatz für die Tatra-Flotte geplanten 48 Combino-Fahrzeuge wurden aufgrund von Konstruktionsmängeln nur 16 Serienfahrzeuge ausgeliefert. Zur Zeit wird nach anderen Straßenbahntypen als Ersatzmodell gesucht.

Die eingesetzten Straßenbahnen sind Einrichtungsfahrzeuge, die somit Wendeschleifen benötigen. Die Wendeschleife Kirschallee wird aus Platzgründen im Uhrzeigersinn durchfahren. Die Endstationen Glienicker Brücke und Kapellenberg (1999 aufgegeben) besitzen ein Wendedreieck. Am heute kaum noch benutzten Bahnhof Potsdam Pirschheide gibt es, wie auch am Bahnhof Potsdam-Rehbrücke eine Wendestelle. Die Straßenbahn bedient darüber hinaus den Bahnhof Potsdam-Charlottenhof (früher: Potsdam-West).

Das Schloss Sanssouci mit seinem großen Park wird außerdem per Schnellbus erschlossen.

In Potsdam verkehren zur Zeit folgende Straßenbahnlinien:

Linie Verlauf
91 Bhf Rehbrücke ↔ Bhf Pirschheide
92 Kirchsteigfeld, Marie-Juchacz-Straße ↔ Bornstedt, Kirschallee
93 Bhf Rehbrücke ↔ Glienicker Brücke
94 Schloß Charlottenhof ↔ Babelsberg, Fontanestraße
96 Kirchsteigfeld, Marie-Juchacz-Straße ↔ Bornstedter Feld, Viereckremise
X98 Kirchsteigfeld, Marie-Juchacz-Straße ↔ Bhf Pirschheide
99 Kirchsteigfeld, Marie-Juchacz-Straße ↔ Babelsberg, Fontanestraße
Stand: 10. Dezember 2006

[Bearbeiten] Örtliche Besonderheiten

Als einzige deutsche Stadt hält Potsdam bei bestimmten Linien Fahrpläne vor, die einheitlich an allen Wochentagen gelten. Dadurch soll für den Kunden eine bessere Merkbarkeit gegeben sein. In der Verfügbarkeit städtischer Verkehrsmittel erzielt Potsdam somit einen Wettbewerbsvorteil. Grundschema der Straßenbahn- sowie der meisten Buslinien ist der 20-Minuten-Takt. Die für Schüler und Berufspendler eingerichtete Schnelllinie X98 berücksichtigt die besondere Bedeutung des Hauptbahnhofs und der Stadtteile Drewitz/Am Stern. Die Fahrpläne der Straßenbahnlinien 92 und 94 sind auf die S-Bahn Berlin abgestimmt.

[Bearbeiten] Mögliche Netzerweiterungen

Diskutiert werden gelegentlich die Strecken-Verlängerungen

Die Hauptverkehrsströme weisen allerdings Richtung Berlin. Eine entsprechende Anwendung des Karlsruher Modells auch für durchgehende Verbindungen Potsdam, Platz der Einheit–Potsdam Hauptbahnhof–(Berlin Stadtbahn)–Berlin Mitte–(weiter ins Berliner Tramnetz) ist nicht möglich, da die S-Bahn Berlin mit Seitenstromschienen fährt und eine viel zu große Bahnsteighöhe aufweist.

[Bearbeiten] Regional-Linien

Folgende Eisenbahnlinien des Landes Brandenburg verkehren auch in Potsdam:

RE 1 Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder)BerlinPotsdam HauptbahnhofPotsdam CharlottenhofPotsdam Park SanssouciBrandenburg (Havel)/Magdeburg
RE 7 Dessau–BelzigPotsdam-RehbrückePotsdam Medienstadt Babelsberg–Berlin–Flughafen Berlin-SchönefeldWünsdorf-Waldstadt
RB 20 (Werktag außer Sonnabend) Potsdam HauptbahnhofPotsdam CharlottenhofPotsdam Park SanssouciGolmHennigsdorf (b Berlin)
RB 21 GriebnitzseePotsdam HauptbahnhofPotsdam CharlottenhofPotsdam Park SanssouciGolmMarquardtWustermark
RB 22 Potsdam HauptbahnhofPotsdam CharlottenhofPotsdam PirschheideFerch-Lienewitz–Michendorf–Flughafen Berlin-Schönefeld
MR 33 Berlin-WannseePotsdam Medienstadt BabelsbergPotsdam-Rehbrücke–Michendorf–Jüterbog
Stand: 9. Dezember 2007

Auf der RB 21 werden werktags zusätzliche Züge zwischen Golm und Potsdam Hbf eingesetzt.

Die MR 33 (ehemals RB 33) wird seit dem 9. Dezember 2007 von der Märkischen Regiobahn betrieben.

[Bearbeiten] Fährverbindung

In Potsdam gibt es - neben den zahlreichen Ausflugsverbindungen der Weißen Flotte - eine Fährverbindung, die mit Fahrscheinen des ÖPNV benutzt werden kann. Die Linie 1 verbindet die Stationen Hermannswerder im Osten und Auf dem Kiewitt im Westen und stellt eine Überquerung der Havel vom Südwesten in Richtung Bahnhof Charlottenhof dar.

Die Überfahrt findet laut Fahrplan alle 15 Minuten statt und dauert drei Minuten.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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