Naila

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Naila
Naila
Deutschlandkarte, Position der Stadt Naila hervorgehoben
50.32972222222211.708055555556512Koordinaten: 50° 20′ N, 11° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 512 m ü. NHN
Fläche: 37,05 km²
Einwohner: 7714 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 208 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95119
Vorwahl: 09282
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 156
Stadtgliederung: 37 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 12
95119 Naila
Webpräsenz: www.naila.de
Bürgermeister: Frank Stumpf (FWG)
Lage der Stadt Naila im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der Saale Zell im Fichtelgebirge Weißdorf Trogen (Oberfranken) Töpen Stammbach Sparneck Selbitz (Oberfranken) Schwarzenbach am Wald Schauenstein Rehau Regnitzlosau Oberkotzau Naila Münchberg Lichtenberg (Oberfranken) Konradsreuth Köditz Issigau Helmbrechts Geroldsgrün Gattendorf (Oberfranken) Feilitzsch Döhlau Berg (Oberfranken) Bad Steben Landkreis Kronach Hof (Saale) Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Martinlamitzer Forst-Nord Geroldsgrüner Forst Gerlaser Forst Forst Schwarzenbach a.Wald Sachsen Thüringen TschechienKarte
Über dieses Bild
Stadtansicht mit Pfarrkirche

Naila ist eine Stadt in Oberfranken. Sie liegt etwa 18 Kilometer westlich der Kreisstadt Hof im Frankenwald. Bis 1972 war Naila Kreisstadt des Landkreises Naila, seit 1993 ist die Stadt ein Mittelzentrum[2] im Landkreis Hof.

Geographie[Bearbeiten]

Naila liegt im östlichen Frankenwald am Flüsschen Selbitz. Die Höhenmarke am Nailaer Bahnhof zeigt 501 Meter über Normalnull. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet liegt in 710 Meter Höhe bei Döbrastöcken am Anstieg zum Döbraberg, der niedrigste auf 488 Meter an der Selbitz am Eingang des Höllentales.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt an folgende Gebiete im Landkreis Hof:

Lichtenberg Issigau Berg
Bad Steben
Gemeindefreies Gebiet
Nachbargemeinden Selbitz
Schwarzenbach am Wald Schauenstein

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Naila besteht aus insgesamt[3] 37 Stadtteilen:

  • Bärenhaus
  • Bärenhäuser
  • Brand
  • Culmitz
  • Culmitzhammer
  • Döbrastöcken
  • Dreigrün
  • Einsiedel
  • Erbsbühl
  • Erbsbühl (hintere)
  • Finkenflug
  • Froschbach
  • Garles
  • Hölle
  • Hügel
  • Kalkofen
  • Kleinschmieden
  • Linden
  • Lippertsgrün
  • Marlesreuth
  • Marmormühle
  • Martinsberg
  • Marxgrün
  • Mittelklingensporn
  • Molkenbrunn
  • Naila
  • Naila-Froschgrün
  • Nestelreuth
  • Oberklingensporn
  • Pechreuth I
  • Pechreuth II
  • Reutberg
  • Schleifmühle
  • Schneckengrün
  • Schottenhammer
  • Unterklingensporn
  • Weidstaudenmühle

Flächennutzung[Bearbeiten]

Das Gebiet von Naila – insgesamt 37,05 km² – verteilt sich auf 19,22 km² landwirtschaftliche Nutzflächen, 1,69 km² öffentliche Verkehrsflächen, 13,7 km² Waldflächen, 0,22 km² Gewässer, 0,1 km² Park- und Grünanlagen und 0,065 km² unbebaute Industrie- und Gewerbeflächen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die frühesten Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Naila sind Keramikscherben, die man auf die Zeit zwischen 600 und 900 nach Christus datieren konnte. Erstmals wurde 1343 ein Dorf zu Neulins urkundlich erwähnt. Von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts florierte der Eisen- und Kupferbergbau. Mit Beginn der Industrialisierung verschob sich der wirtschaftliche Schwerpunkt hin zur Schuh- und Textilfabrikation. Im Zweiten Weltkrieg fielen ca. 200 Nailaer. Anschließend gab es einen großen Zustrom von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Trotz des Wegfalls wichtiger Absatzmärkte infolge der deutschen Teilung war die weitere wirtschaftliche Entwicklung Nailas nach dem Krieg durchaus positiv.

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Naila

Namensentwicklung[Bearbeiten]

In der Vergangenheit kamen folgende Varianten des Stadtnamens vor:

  • Neulins, Newlins und Newlin (von 1343 bis 1429)
  • Neilein (ab 1424)
  • Neylein (ab 1429)
  • Neyla (ab 1478)
  • Naila (ab 1643)

Die Entstehung des Stadtnamens ist unklar. Verschiedene Heimatforscher konnten sich nicht auf eine Deutung einigen. Es gibt daher mehrere Deutungsversuche für diese Varianten.

Stammt die Bezeichnung Naila aus dem Altdeutschen, dann lässt sie sich so erklären:

  • Eiförmige Anlage (bezieht sich auf die erste Anlage, welche ei- oder ovalförmig gewesen sein muss); dies würde Eila oder Eilau geschrieben. Das N hätte sich dann wahrscheinlich aus der regionalen Mundart ergeben.
  • Neue kleine Ansiedlung: Die älteste bekannte Schreibweise von Naila, Neulins, bietet das Neu an, während -lins, -lein oder eben später -la eine Verkleinerung zum Ausdruck bringt. Dies ist auch im Einklang mit der heutigen Mundart, wo -la als Verkleinerungs- oder Verniedlichungsform gebräuchlich ist und die wahrscheinlichste Deutung.
  • Neu-Waldsiedlung: Auch hier das ziemlich wahrscheinliche Ursprungswort Neu, das mit relativer Sicherheit im Ursprung des Wortes enthalten ist. -La wird hier allerdings als Loh interpretiert, was damals auch in anderen Quellen anzutreffen war. Loh würde auf Wald hinweisen, was zwar den geografischen Gegebenheiten entspricht, allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass die erste urkundliche Erwähnung der zweiten Silbe -lins war und -la erst später aufgetreten ist.

Legt man die slawische Sprache zu Grunde ergibt sich folgende Erklärung:

  • Nahly (bedeutet etwa soviel wie „steil“)
  • Na und Glina: von Glina, dem slawischen Wort für Lehm und Na, in etwa Lokal oder Kneipe, zusammengesetzt also Lokal auf dem Lehm

Religion[Bearbeiten]

Katholische Kirche Verklärung Christi
Pfarrkirche

Naila ist Sitz des Dekanats Naila der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Das Dekanat umfasst im Wesentlichen den ehemaligen Landkreis Naila. Die evangelische Pfarrkirche steht am Marktplatz. Es gibt ein Freizeitheim des CVJM, eine Landeskirchliche Gemeinschaft und die evangelische Kreuzbruderschaft. Der Neubau der evangelisch-methodistischen Kirche wurde 1932 geweiht.

1911 wurde der Neubau einer römisch-katholischen Kirche geweiht. Die katholische Kuratie Naila wurde 1937, bei der Gründung des katholischen Dekanates Hof, zur Pfarrei erhoben. 1962 wurde die katholische Pfarrkirche Verklärung Christi erbaut.

Es gibt es eine neuapostolische Kirche und einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1920 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Froschgrün eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Culmitz hinzu.[4] Am 1. Mai 1978 wurden schließlich Lippertsgrün, Marlesreuth und Marxgrün sowie ein Teil der aufgelösten Gemeinde Reitzenstein eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den heutigen Gebietsstand (die eingemeindeten Orte sind enthalten).

Jahr Einwohner
1840 4357
1871 4549
1900 5201
1925 6336
1939 6955
1950 10.090
Jahr Einwohner
1956 9668
1960 9522
1965 9829
1970 9821
1975 9631
1980 9217
Jahr Einwohner
1985 8675
1990 8893
1995 9037
2000 8547
2005 8410
2007 8233
Jahr Einwohner
2012 7821

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Nailaer Stadtrat hat 21 Mitglieder und vier Ausschüsse: Hauptverwaltungsausschuss, Bau und Grundstücksausschuss, Finanzausschuss und Rechnungsprüfungsausschuss. Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Sitzverteilung nach der Kommunalwahl vom 2. März 2008 für die Legislaturperiode vom 1. Mai 2008 bis zum 30. April 2014.[6] Im Nailaer Stadtrat haben parteilose Vereinigungen die Mehrheit. CSU und Wähler-Union bilden eine Fraktion, ebenso die Freie Wähler Gemeinschaft Naila (FWG) und die Überparteiliche Wählergemeinschaft Naila (ÜWG)[7].

Partei Sitze Stimmen
Freie Wähler 9 35,3 %
Christlich-Soziale Union in Bayern 4 21,3 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 3 14,2 %
Wählerunion Naila 2 10,4 %
Parteifreie Bürger Marxgrün/Hölle 1 7,2 %
Überparteiliche Wählergemeinschaft Naila 1 5,8 %
Aktive Bürger Naila 1 5,8 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt steht der Bürgermeister. Der Stadtrat wählt zwei Stellvertreter aus den Reihen des Stadtrates. Zweiter Bürgermeister ist gegenwärtig Adolf Markus (ÜWG), dritter Werner Hick (SPD). Bei der Kommunalwahl vom 2. März 2008 wurde Frank Stumpf von den Freien Wählern mit 86,4 % im Amt bestätigt.

Amtszeit Name
1818–1828 Johann Jakob Eichele
1829–1840 Johann Nikolaus Wolfgang Knopf
1841–1846 August Immanuel Zuber
1847–1855 Wilhelm Johann Heckel sen.
1856–1862 Heinrich Johann Klug
1862–1868 Wilhelm Heckel jun.
1868–1875 Ludwig Borger
1876–1887 Heinrich Frühauf
1888–1897 Philipp Heckel
Amtszeit Name
1898–1905 Heinrich Findeiß
1906–1919 Wilhelm Hagen
1919–1926 Heinrich Kanzler
1926–1933 Julius Borger
1933-1933 Ludwig Wunner
1933–1945 Karl Jakob Schmidt
1945–1945 Georg Fugmann
1945–1948 Heinrich Lang sen.
1948–1952 Christian Schlicht
Amtszeit Name
1952–1953 Georg Fugmann
1953–1956 Karl Otto Zander
1956–1959 Hilmar Jahn
1960–1964 Fritz Jahn
1964–1968 Hans Künzel
1968–1972 Albin Bischoff
1972–1996 Robert Strobel
1996–2001 Hannsjürgen Lommer
Seit 2001 Frank Stumpf

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Naila

Blasonierung: Gespalten; vorne geviert von Schwarz und Silber; hinten in Rot auf grünem Boden zwischen zwei grünen Bäumen stehend ein wilder Mann mit grünem Laubkranz und grünem Blätterschurz, der mit der Rechten eine goldene Keule schwingt.

Schwarz und Silber sind Symbol für die hohenzollerischen, später brandenburgischen Landesherren. Daneben steht der wilde Mann, der Historikern zufolge ein Symbol für Bergbau in der Gegend ist. Das Wappen ist nur einmal im Jahr 1819 verändert worden. Nach dem Anschluss an Bayern wurden die schwarzen Flächen blau gefärbt, um die bayerischen Landesfarben darzustellen. Diese Änderung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder rückgängig gemacht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Naila war früher ein wichtiger Standort der Textilindustrie, die heute nur noch teilweise erhalten ist. Die aufstrebenden Wirtschaftsbetriebe sind seit der Wiedervereinigung der Einzelhandel und die Speditionen. Diese weisen dank der Osterweiterung der Europäischen Union durch die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung stabil hohe Wachstumsraten auf und gelten als Hoffnungsträger der Nailaer Wirtschaft. Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt der Region ist das Braugewerbe. Der sich verschärfende Wettbewerb im Textilbereich führte seit den 1990er Jahren zu vielen Insolvenzen und wurde teilweise durch das wachsende Logistik- und Einzelhandelsgewerbe sowie die starke Maschinenbau- und Kunststoffindustrie aufgefangen. Zu den großen Unternehmen zählen die Spedition Bischoff, die LIBA Maschinenfabrik, die Ontec Automatisierungstechnik, die 2002 gegründete Firma TLS – Transport Logistik Systeme, Rehau AG, Werk Marlesreuth (Kunststoffe), Höllensprudel, Serag-Wiessner (chirurgisches Nahtmaterial) und Pazdera AG, Niederlassung Naila (Leichtmetallbau, ehemals Thierron).

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnbrücke über die Selbitz am Ortseingang aus Richtung B 173

Naila liegt in der Nähe der Bundesautobahn 9 (BerlinMünchen) und ist über die Anschlussstelle 32 Naila/Selbitz zu erreichen. Südlich von Naila verläuft die Bundesstraße 173, die Hof im Osten mit Kronach im Westen verbindet.

Durch Naila führt die Bahnstrecke Hof–Bad Steben. Im Nailaer Stadtgebiet liegen die Stationen Naila, Oberklingensporn und Bahnhof Marxgrün. Bis 1945 hatte die Strecke in Marxgrün eine Anbindung nach Saalfeld und Gera in Thüringen durch die Höllentalbahn. Die markante Brücke am Nailaer Ortseingang bei der Bundesstraße 173 erinnert an die inzwischen eingestellte Lokalbahn Naila–Schwarzenbach am Wald.

Bildung[Bearbeiten]

Altbau Gymnasium Naila

In Naila befinden sich folgende Schulen des gegliederten Schulsystems: Die Volksschule Frankenwald I und II ist eine Grund- und Hauptschule, die Musische Realschule Naila ist aus der 1950 eröffneten Mittelschule hervorgegangen. Ende der 1960er Jahre wurde in Naila ein Gymnasium eingerichtet. Diese Schule, sie führt seit 2010 den Namen Hochfranken-Gymnasium Naila[8], bezog 1970 einen Neubau nahe der Lichtenberger Straße. Die allgemeine Berufsschule ist aus der 1938 neu gegründeten Verbandsberufsschule hervorgegangen und wurde 2008 geschlossen. Die Staatliche Fach- und Berufsfachschule für Bekleidung wurde 1949 als Staatliche Stickereifachschule gegründet. Die Schule am Martinsberg ist ein privates sonderpädagogisches Förderzentrum. Kinder im Vorschulalter werden in vier Kindergärten und in dem Heilpädagogisch-Psychotherapeutischen Kinderdorf Martinsberg betreut.

Freizeit, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu erwähnen sind die beiden großen Märkte, der Frühlings- und der Herbstmarkt, sowie der Rupperichmarkt Ende November, die zahlreichen Naherholungsgebiete in der Region, beispielsweise das Höllental sowie am Karsamstag der Brauch des Eierwalchens (Eierrollens), der in früheren Zeiten große Bedeutung in Naila hatte (die Namensgebung mehrerer Straßen ist auf den Brauch zurückzuführen). In Naila selbst gibt es außerdem eine Minigolfbahn, das beheizte Freibad, den Skatepark und im Froschgrüner Park fährt in den Sommermonaten sonntags eine Parkeisenbahn. Der Hochzeitsbrunnen am Marktplatz und ein weiterer Bronzebrunnen sind Arbeiten der Köditzer Künstlerin Margarete Wiggen. Der Frankenweg führt durch die Ortsteile Hölle und Marxgrün und am Stadtrand von Naila vorbei. Seit 1986 gibt es in Naila ein Heimatmuseum, das im Schusterhof, einer ehemaligen Schuhfabrik, untergebracht ist. Auf dem Städtischen Friedhof an der Albin-Klöber-Straße erinnern ein Sammelgrab und eine Steinplastik daran, dass dort neun Opfer eines Todesmarsches aus dem KZ Buchenwald begraben sind, die im Frühjahr 1945 nahe dem Ort von SS-Männern erschlagen wurden.[9][10]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Naila

Sport[Bearbeiten]

Das Sportangebot der örtlichen Vereine umfasst Tischtennis, Tennis, Karate, Kickboxen, Fußball, Handball, Volleyball, Indiaca, Kung-Fu, Motorsport, Kegeln, Sport- und Bogenschießen, Darts, Leichtathletik, Langstreckenlauf und Triathlon. Möglichkeiten zum Skiabfahrts- und Snowboardfahren am Schlepplift bieten sich im Ortsteil Döbrastöcken. In der Umgebung von Naila befinden sich zahlreiche Skilanglaufloipen und Wanderwege. Beim Stadion am Nordrand Nailas handelt es sich um ein Leichtathletikstadion mit Laufbahnen, Wurfanlagen und einem Fußballfeld. Das Spielfeld ist auf einer Seite von einem Erdwall mit Stehrängen umgeben, die Platz für circa 2000 Zuschauer bieten. Es wurde 1983 mit einem Spiel eines verstärkten FSV Naila gegen den neunmaligen deutschen Fußball-Meister 1. FC Nürnberg eingeweiht. Das 1936 angelegte Freibad im Dreigrünbach-Grund wurde inzwischen umgebaut.

Vereine[Bearbeiten]

POLIS[Bearbeiten]

Der frühere Nailaer Notar Axel Adrian hat im Jahr 2003 die Nailaer Demografie-Tage ins Leben gerufen. Die Veranstaltung diskutiert jährlich Probleme, die durch die rückläufige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland entstanden sind und noch entstehen werden. Sie wird von POLIS – der Vereinigung zur interdisziplinären Untersuchung von Demographie, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft e. V. organisiert. Im Jahre 2006 fanden die 3. Nailaer Demografie-Tage mit Referenten aus Wissenschaft und Politik statt.

winFORS[Bearbeiten]

Der in Naila ansässige Verein versteht sich als Kompetenznetz und Austauschplattform für Unternehmer und Führungskräfte in der Region und hat sich zum Ziel gesetzt, mit Veranstaltungen und Unternehmensbesuchen Wissensimpulse zu vermitteln sowie Netzwerke und Kooperationen zu fördern. Er arbeitet eng mit der Hochschule Hof, der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) und anderen Institutionen zusammen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Mobilfunkstudie[Bearbeiten]

Diese Studie wird in der Presse meist nur Naila-Studie[11] genannt und wurde 2004 in der Frankenhalle von Horst Eger, der die Studie zusammen mit den meisten praktizierenden Ärzten von Naila erstellt hat, vorgestellt. Ihr Thema ist die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen elektromagnetischer Strahlung von Mobilfunkmasten und der Auftretenswahrscheinlichkeit von Krebs. Die Bewohner wurden anhand der Entfernung ihrer Wohnung zu einem Mobilfunkmast eingeteilt und die Krebshäufigkeit nach 10 Jahren Beobachtung hin auf besagte Korrelation untersucht. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Zusammenhang anhand der Daten der Studie bei 95 bzw. 99 % (durch Chi-Quadrat-Test ermittelt).

Kritik[Bearbeiten]

Die in Naila durchgeführte Studie wurde kontrovers diskutiert, wobei die Kritiker auf die Größe der Kontrollgruppe verwiesen, die zu klein sei, um andere Störfaktoren gänzlich auszuschließen und die Verfechter der Studie auf die hohe Statistische Signifikanz der gewonnenen Werte, die mindestens eine Wiederholung in größerem Maßstab nahelegen würde.

Folgen[Bearbeiten]

Die Stadt Naila strebt derzeit in einer Petition die Absenkung der Höchstwerte auf ein Millionstel ihres jetzigen Standes sowohl auf Landes-, Bundes- als auch auf EU-Ebene an. Argument sind dabei zum einen das Vorsorgeprinzip der Europäischen Umweltpolitik, zum anderen werden die extrem niedrigen Grenzwerte der Schweiz und des österreichischen Bundeslandes Salzburg angesprochen, mit denen trotzdem ein funktionierendes Netz betrieben werden kann. Zu erklären ist das damit, dass die Intensität von elektromagnetischer Strahlung mit steigender Entfernung vom Sender quadratisch sinkt. Wenn man also mit einem einzigen Sender ein sehr großes Gebiet abdecken will, dann hat man in unmittelbarer Entfernung zum Sender eine extrem hohe Strahlenbelastung, die weit höher ist als zum Empfang nötig wäre. Die Lösung in der Schweiz und in Österreich sind dementsprechend wesentlich mehr Sendemasten, die dafür mit deutlich niedrigerer Leistung betrieben werden.

Ballonflucht aus der DDR[Bearbeiten]

Am 16. September 1979 flogen die Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck mit einem selbstgenähten Heißluftballon nachts über die innerdeutsche Grenze und landeten nach 28 Flugminuten und 22 Kilometern (Luftlinie) in einem Feld bei Naila. An Bord befanden sich vier Erwachsene und vier Kinder. Der Original-Ballon ist im Nailaer Museum ausgestellt. 1981 wurde in den USA der Film Mit dem Wind nach Westen (engl.: Night Crossing) mit u. a. John Hurt, Sky du Mont, Beau Bridges und Klaus Löwitsch von Disney gedreht, der auf den Ereignissen basiert.

Hauptartikel: Ballonflucht

Kuriosa[Bearbeiten]

In einem Bild-Zeitungsartikel der 1980er Jahre wurde Naila [Na-ila] Afrika zugeordnet, was zu Belustigungen geführt hat.

In der Umgebung werden die Nailaer Bürger seit dem großen Brand von 1862 sowie dem gehäuften Abbrennen von Scheunen und Gebäuden neckisch Naalicher Ozünder (Nailaer Anzünder) genannt. Inzwischen wurde auch ein Ozünderweg ausgeschildert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Naila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Landkreis Naila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Naila – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann G. Hübsch: Geschichte der Stadt und des Bezirks Naila. Selbstverlag, Helmbrechts 1863 (Digitalisat MDZ München)
  • Reinhard Feldrapp: Frankenwald mit Umgebung. Wir-Verlag Walter Weller, 1991, ISBN 3-924492-57-3
  • Willi Feldrapp, Reinhard Feldrapp: Naila – damals und heute. Atelier Feldrapp, 2005
  • Hans Knopf, Reinhard Feldrapp: Naila. Oberfränkische Verlagsanstalt, Hof 1986, ISBN 3-921615-71-2
  • Daniel Künzel: Naila im Nationalsozialismus 1933-1939. erschienen im Archiv für Geschichte von Oberfranken, 93. Band, 2013, ISSN 0066-6335
  • Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Naila. Die Kunstdenkmäler von Bayern, Kurzinventare, XVII. Band. Deutscher Kunstverlag. München 1963.
  • Sabine Raithel, Reinhard Feldrapp: Frankenwald. Verlag Fränkischer Tag, 1997, ISBN 3-928648-30-6
  • Konrad Tyrakowski: Das ehemalige Vogteiamt Nayla. Interpretation und Kommentar zu einer amtlichen Karte um 1720. erschienen im Archiv für Geschichte von Oberfranken, 92. Band, 2012, ISSN 0066-6335

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Planungsregion Oberfranken-Ost
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20100925/182442&attr=OBJ&val=1233
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 530.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 687 und 688.
  6. Frankenpost: Parteifreie mit absoluter Mehrheit, abgerufen am 11. April 2009
  7. Stadt Naila: Stadtinformationen, abgerufen am 11. April 2009
  8. www.gymnaila.eu – Homepage des Nailaer Gymnasiums
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 177
  10. siehe auch Constanze Werner: KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern, Schnell und Steiner: Regensburg 2011, ISBN 978-3795424831, Seite 215-216 mit weiteren Details auch zum Denkmal aus dem Jahr 1947. Auf dem Friedhof von Naila sind noch fünf weitere NS-Opfer beerdigt (drei verstorbene Zwangsarbeiter, zwei unbekannte Soldaten, die von der SS erschossen wurden).
  11. Naila-Studie als pdf-Datei