Najat Vallaud-Belkacem

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Najat Vallaud-Belkacem (2012)
Najat Vallaud-Belkacem (2007)

Najat Vallaud-Belkacem (* 4. Oktober 1977 in Beni Chiker, Marokko) ist eine französische Politikerin der Parti Socialiste (PS) und seit der Regierungsumbildung vom 2. April 2014 Ministerin für Frauenrechte, Stadt, Jugend und Sport in der Regierung von Manuel Valls. Zuvor war sie seit Mai 2012 Ministerin für die Rechte von Frauen und Regierungssprecherin im Kabinett von Premierminister Jean-Marc Ayrault.

Leben[Bearbeiten]

Najat Vallaud-Belkacem, die 1981 zu ihrem marokkanischen Vater nach Frankreich einwanderte, studierte nach dem Schulbesuch Öffentliches Recht und schloss dieses Studium mit einem Lizenziat ab. Ein anschließendes postgraduales Studium am Institut d’études politiques de Paris beendete sie mit einem Diplom.

Im Anschluss war sie zwischen 2000 und 2002 als Rechtsanwältin in einer beim Conseil d’État zugelassenen Anwaltskanzlei in Paris beschäftigt sowie danach Parlamentarische Assistentin von Béatrice Marre, die als Abgeordnete den Wahlkreis Oise in der Nationalversammlung vertrat.

Danach wechselte sie 2003 in das Büro von Senator Gérard Collomb, der zugleich Bürgermeister von Lyon ist, und war dort bis 2008 als Referentin für Basisdemokratie, Kampf gegen Diskriminierung, Förderung der Rechte der Bürger, Beschäftigung und Wohnbauförderung zuständig.

In dieser Zeit begann sie auch ihre eigentliche politische Laufbahn als sie 2004 als Kandidatin der PS zum Mitglied des Regionalrates der Region Rhône-Alpes gewählt wurde und diesem bis 2008 angehörte. Zugleich ist sie seit 2005 Mitglied des Nationalrates sowie seit 2008 Mitglied des Nationalbüros der Parti Socialiste, wodurch sie dem obersten Führungsgremium ihrer Partei angehört.

2008 wurde sie Vize-Bürgermeisterin von Lyon und vertrat als solche bis 2012 Bürgermeister Gérard Collomb bei Großveranstaltungen, Vereinen und vor allem bei der Jugend. Sie ist außerdem seit 2008 Mitglied des Generalrates des Département Rhône sowie Mitglied des Rates des städtischen Gemeindeverbundes von Lyon. 2010 übernahm sie darüber hinaus eine Professur am Institut d’études politiques de Paris und lehrte dort bis 2012.

Najat Vallaud-Belkacem wurde nach der Wahl von François Hollande, dessen Wahlkampfsprecherin sie war, zum Staatspräsidenten und der Benennung von Jean-Marc Ayrault zum Premierminister, von diesem am 17. Mai 2012 zur Ministerin für die Rechte von Frauen sowie zur Regierungssprecherin in dessen Kabinett berufen. Sie ist damit die jüngste Ministerin in der Regierung Hollandes.[1][2][3][4]

Politik[Bearbeiten]

Najat Vallaud-Belkacem ist die Hauptbefürworterin einer Verschärfung der Legislation gegen die Prostitution. Insbesondere betreibt sie als Ministerin das Gesetz zur Bestrafung der Freier von Prostituierten. Im Juni 2012 erklärt sie in einem Beitrag im Journal du dimanche die Haltung der französischen Regierung zur Prostitution[5]:

„La question n'est pas de savoir si nous voulons abolir la prostitution — la réponse est oui — mais de nous donner les moyens de le faire“

„Es geht nicht um die Frage, ob wir die Prostitution abschaffen wollen - die Antwort hierzu ist ja - sondern darum, uns die Mittel zu geben, dies zu ermöglichen“

Najat Vallaud-Belkacem: Journal du Dimanche - Juni 2012

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Pluralité visible et égalités des opportunités, 2010
  • Réagissez ! Répondre au FN de A à Z, 2011
  • Raison de plus, 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Najat Vallaud-Belkacem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kabinett in Frankreich - Weggefährten und junge Senkrechtstarter. In: Süddeutsche Zeitung vom 16. Mai 2012
  2. Frankreichs Glamour-Ministerinnen: So schön ist Hollandes neues Kabinett. In: Express vom 18. Mai 2012
  3. Das neue französische Kabinett von Premier Jean-Marc Ayrault umfasst 35 Mitglieder. Frauen stellen Hälfte der Regierung. In: Wiener Zeitung vom 17. Mai 2012
  4. John Lichfield: Najat Vallaud-Belkacem - the young Muslim woman at the heart of France's modern regime. In: The Independent vom 18. Mai 2012
  5. Journal du Dimanche - Juni 2012.