Nakhon Ratchasima

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นครราชสีมา
Nakhon Ratchasima
Nakhon Ratchasima (Thailand)
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Koordinaten 14° 59′ N, 102° 6′ O14.975102.1Koordinaten: 14° 59′ N, 102° 6′ O
Basisdaten
Staat Thailand

Provinz

Nakhon Ratchasima
Einwohner 136.153 (2013)
Postleitzahl 30000
Überblick Nakhon Ratchasima
Überblick Nakhon Ratchasima

Nakhon Ratchasima (Thai นครราชสีมา) ist eine Großstadt (เทศบาลนครนครราชสีมา) in der thailändischen Provinz Nakhon Ratchasima. Sie ist die „Hauptstadt“ der Provinz Nakhon Ratchasima in der Nordostregion von Thailand, dem so genannten Isan.

Nakhon Ratchasima wird auch kurz Khorat oder Korat (Thai: โคราช) genannt. Dies ist eine Abkürzung für den alten Namen der Khmer Angkor Raj.

Die Großstadt Nakhon Ratchasima hat 136.153 Einwohner (Stand 2013).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Nakhon Ratchasima liegt auf einer Ebene am westlichen Rand des Isan, der so genannten Khorat-Hochebene. Die Entfernung zur Hauptstadt Bangkok beträgt etwa 260 Kilometer.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Wirtschaft und Bedeutung[Bearbeiten]

Nakhon Ratchasima ist die größte und wohl wichtigste Stadt des Isan, der strukturschwächsten Region Thailands. Heute leben etwa 10 % der Bevölkerung des Isan in der Provinz Nakhon Ratchasima. Hierunter fallen auch viele ehemalige Flüchtlinge und Einwanderer aus Laos und Kambodscha.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist die Seidenproduktion.

Nakhon Ratchasima ist auch Namensgeber der Korat-Katze.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Statue der Thao Suranari ist das Wahrzeichen der Stadt.

Nakhon Ratchasima ist eine alte Gründung von Sukhothai, die seit Anfang des 14. Jahrhunderts als Vorposten gegen die Khmer wirken sollte. Um 1630 wurde die Stadt von der Khmer-Armee eingenommen und ihre Bevölkerung nach Kambodscha verschleppt.[2] Unter König Narai wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Befestigungen des Landes aufgebaut, so auch in Nakhon Ratchasima. Nachdem König Phetracha 1688 den Thron von Narai usurpiert hatte, weigerte sich der Gouverneur der Stadt, jenen anzuerkennen. Phetrachas Truppen brauchten drei Jahre, um Nakhon Rachasima zu unterwerfen. Von 1698 bis 1700 war die Stadt Zentrum einer erneuten Rebellion unter Führung eines Mönches, der behauptete, der Bruder Narais zu sein.[3]

1826 rückten die Truppen des sich gegen die siamesische Oberherrschaft auflehnenden Königs Anuvong von Vientiane bis nach Korat vor. Dort konnte ihr Vormarsch gestoppt werden. Nach einer in Thailand verbreiteten Darstellung gelang dies aufgrund maßgeblicher Beteiligung von Thao Suranari, der Gattin des damaligen Gouverneurs von Nakhon Ratchasima. Sie ist heute die Lokalheldin der Stadt und wird hier wie eine Heilige verehrt. 1934 wurde ein Denkmal für sie errichtet, das als Wahrzeichen der Stadt gilt.

Das Denkmal wurde von der Regierung vermutlich auch zur Sicherung der Loyalität der Bevölkerung von Korat errichtet. Ein Jahr nach dem Ende der absoluten Monarchie 1932 war Korat nämlich Ausgangspunkt einer royalistischen Gegenrevolte unter Prinz Boworadet. Die Regierung konnte diese niederschlagen.

Der Luftwaffenstützpunkt diente während des Vietnamkrieges der US Air Force als Basis für Einsätze gegen Nord-Vietnam und Kambodscha. Hier gab es auch ein Rundfunkstudio von AFTN.

Nach dem Putsch von Offizieren der thailändischen „Jungtürken“ im April 1981 organisierte General Prem von hier aus den Widerstand. Heute sind hier Kampfflugzeuge vom Typ F-16A/B stationiert.

Siehe auch: Geschichte Thailands

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Statue von Thao Suranari (Khun Ying Mo) - zu Ehren der Frau des Gouverneurs der Provinz zu Zeiten des Königs Rama III., die seinerzeit einen Einmarsch der laotischen Truppen unter König Anuvong zurückschlug; 1934 errichtet, beherbergt die Statue die Asche der hochverehrten Frau.
  • Wat Sala Loi – die buddhistische Tempelanlage (Wat) liegt am Ufer des Maenam Thakhong und ist im Stil einer chinesischen Dschunke erbaut.
  • Wat Payap - neu erbaute Tempelanlage im alten Ayutthaya-Stil mit einem buddhistischen Rad (siehe: Dharmachakra) aus Sandstein und einer Pagode mit fünf Dächern in chinesischem Stil.
  • Prasat Hin Wat Phanom Wan – etwas außerhalb von Nakhon Ratchasima liegen die Ruinenfelder der Khmer, bereits vor dem 10. Jahrhundert erbaut.
  • Sao Lak Mueang - die Stätte der Verehrung für die Stadtgeister von Nakhon Ratchasima
  • Festung und Stadttor – das wiederaufgebaute Tor Pratu Chumphon und die Wassergräben (mit Fontänen und anderen Wasserspielen) vermitteln einen guten Eindruck von der einstigen Anlage, die ein Stadtgebiet von 1,7 km x 1,5 km umfasste.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kategorie:Nakhon Ratchasima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Department of Provincial Administration: Stand 2013 (auf Thai)
  2. Ben Kiernan: Blood and Soil. A World History of Genocide and Exterminsation from Sparta to Darfur. Yale University Press, 2007, S. 157.
  3. David K. Wyatt: Thailand. A Short History. 2. Auflage. Yale University Press, 2003, ISBN 0-300-08475-7, S. 108.