Naldrettit

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Naldrettit
Andere Namen

IMA 2004-007

Chemische Formel

Pd2Sb

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.AC.25 (8. Auflage: II/A.05) nach Strunz
02.04.22.01 nach Dana
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin orthorhombisch-pyramidal; mm2
Raumgruppe (Raumgruppen-Nr.) Cmc21 (Raumgruppen-Nr. 36)
Farbe cremig-weiß
Strichfarbe
Mohshärte 4 bis 5
Dichte (g/cm3) 10,694
Glanz metallisch
Transparenz opak
Spaltbarkeit
Bruch irregulär
Habitus

Naldrettit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pd2Sb (chem. Palladiumantimonid, eine Verbindung aus Palladium (Pd) und Antimon (Sb)) und bildet anhedrale Körner von bis zu 240 μm Größe von cremig-weißer Farbe.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Mineral wurde 2005 von L. J. Cabri, A. M. McDonald, C. J. Stanley, N. S. Rudashevsky, G. Poirier, B. R. Durham, J. E. Mungall und V. N. Rudashevsky in der Typlokalität Mesamax auf der Ungava-Halbinsel in der kanadischen Provinz Québec gefunden.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Naldrettit zu den Legierungen und legierungsartigen Verbindungen, einer Untergruppe der Sulfide und Sulfosalze gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Cabriit, Paolovit, Taimyrit und Tatyanait eine Gruppe der Metalle, Legierungen und intermetallischen Verbindungen, die zur Mineralklasse der Elemente zählen. In der 9. Auflage bildet es mit Majakit, Palladoarsenid, Palladobismutoarsenid, Palladodymit und Rhodarsenid ein Untergruppe der Verbindungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE), die bei den Sulfiden und Sulfosalzen klassifiziert werden.

In der Systematik nach Dana bildet es eine eigene Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=2:1.[1]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Naldrettit ist vergesellschaftet mit Pyrrhotin, Pentlandit, Chalkopyrit, Galenit, Sphalerit, Cobaltit, Clinochlor, Magnetit, Sudburyit, Elektrum und Altait.

Vom sehr seltenen Mineral sind Funde bislang nur aus der Typlokalität bekannt.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Naldrettit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Cmc21 (Raumgruppen-Nr. 36) mit den Gitterparametern a = 3,3906 Å, b = 17,5551 Å und c = 6,957 Å sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New Dana Classification of Sulfide Minerals

Literatur[Bearbeiten]

  • L. J. Cabri, A. M. McDonald, C. J. Stanley, N. S. Rudashevsky, G. Poirier, B. R. Durham, J. E. Mungall und V. N. Rudashevsky: Naldrettite, Pd2Sb, a new intermetallic mineral from the Mesamax Northwest deposit, Ungava region, Québec, Canada. In: Mineralogical Magazine. 2005, 69, 1, 89-97, doi:10.1180/0026461056910236.

Weblinks[Bearbeiten]