Naltschik
Stadt
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Naltschik (russisch На́льчик, kabardinisch Налшык, balkarisch Налчыкъ) ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien im Nordkaukasus mit 240.203 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Die Stadt liegt auf einer Höhe von bis zu etwa 600 m über NN im nördlichen Vorland des Kaukasus, rund 100 km nordöstlich des Berges Elbrus.
Geschichte[Bearbeiten]
Die russische Besiedlung Naltschiks geht bis ins Jahr 1743 zurück. Naltschik ging aus einer 1817 gegründeten Festung hervor. Im Jahre 1822 wurde die Stadt gegründet. Weitere militärische Posten kamen im Jahre 1838 hinzu. Der Status einer Stadt wurde im Jahre 1921 gewährt, als es zum administrativen Zentrum der autonomen Region Kabardei wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt vom 28. Oktober 1942 bis zum 3. Januar 1943 von deutschen und rumänischen Truppen besetzt und stark beschädigt. In Naltschik bestand das Kriegsgefangenenlager 424 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2] Es wurde später nach Melitopol verlegt.
Die Stadt wurde nach dem Fluss Naltschik benannt, an dem sie liegt. Das Wort Naltschik bedeutet kleines Hufeisen in der Sprachen der Balkaren.
Heute ist die Stadt Verwaltungs- und Industriestadt. Auch der Tourismus, insbesondere als Verbindung zu Europas höchstem Berg – je nach Grenzziehung – dem Elbrus, hat Bedeutung.
Überfall von Rebellen im Oktober 2005[Bearbeiten]
Am 13. Oktober 2005 überfielen über 200 tschetschenische Rebellen mehrere Polizeireviere, ein Gefängnis, das örtliche Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes FSB und den Flughafen. In russischen Medienberichten wurde von Schüssen, Granatexplosionen und Opfern unter der Zivilbevölkerung gesprochen. Eventuell wurde auch ein Kindergarten oder eine Schule überfallen. Es wurden 63 Todesopfer gemeldet, nach inoffiziellen Angaben gab es jedoch mindestens 124 Opfer. Die Verantwortung für den Überfall übernahm Schamil Bassajew. [3]
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 4.809 |
| 1939 | 47.970 |
| 1959 | 87.617 |
| 1970 | 145.690 |
| 1979 | 207.406 |
| 1989 | 234.547 |
| 2002 | 274.974 |
| 2010 | 240.203 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Verkehr[Bearbeiten]
Naltschik verfügt einen nationalen Flughafen, der aber von keiner westeuropäischen Fluglinie angeflogen wird. Gut zu erreichen ist Natschik auch über den Flughafen von Mineralnyje Wody. Dieser wird von Moskau durch Aeroflot, von Sankt Petersburg (Flughafen Pulkowo) durch Pulkovo Airlines und von München durch KMV angeflogen wird.
Über die Fernstraße Pjatigorsk–Wladikawkas ist die Stadt an das russische Fernstraßennetz angebunden; eine Bahnlinie führt nach Maiski (Station Kotljarewskaja), wo Anschluss an die Strecken von Rostow am Don nach Wladikawkas besteht.
Der innerstädtische öffentliche Nahverkehr wird von Linienbussen, Marschrutkas sowie einem Netz von Trolleybuslinien bewältigt.
| Naltschik | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sport[Bearbeiten]
Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Spartak Naltschik in der russischen Premjer-Liga vertreten.
Im September 2012 fanden die dritten Kaukasus-Spiele, ein Sport- und Kulturfestival, mit rund 1500 teilnehmenden Sportlern aus den kaukasischen Republiken in Naltschik statt.[4]
Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]
- Juri Chatujewitsch Temirkanow (* 1938), russischer Dirigent
- Heinrich Trumheller (* 1972), deutscher Radrennfahrer
Weiterführende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]
- Staatliche Universität Kabardino-Balkariens
- Filiale der Staatlichen Ökonomischen Akademie Rostow am Don
- Filiale der Staatlichen Universität für Nachrichtentechnik Taganrog
- Filiale Naltschik der Hochschule des Innenministeriums Russlands in Rostow am Don
- Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Kabardino-Balkariens
- Staatliches Kunstinstitut des Nordkaukasus
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
- ↑ tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung
- ↑ Kavkaz Games 2012 finals unfold in Nalchik
Weblinks[Bearbeiten]
- Mojgorod.ru: Naltschik (russisch)
- Flughafen Naltschik (russisch)
Hauptstadt: Naltschik
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